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Jüdische Presse · 1922-05-05 · 16 (5.5.1922) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
8 (1922)
Issue
16 (5.5.1922)
Date
1922-05-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 16 JÜDISCHE PRESSE Seite 107 Die Konstituierende Uersamtnlung der Honscrvativ jüdischen Partei in Popral Man telegraphiert unserem Blatte: Am 1. Mai fand die bereits angekündigte Versammlung der Konservativ-jüdischen Partei in Poprad statt, die einen starken Besuch, besonders aus der Ost- Slowakei aufgewiesen hat. Oberrabbiner Präses Weber einerseits und Herr Kaiman Weiß aus Uzhorod (Ungvär) als Vertreter der konservativjüdischen Partei in Karpatho-Russia, andererseits, traten für zwei Schwesterparteien in der Slowakei und Karpatho-Russia ein. Zum Präsidenten der Partei wurde der Nitraer Gemeindepräses Herr Hermann Steiner gewählt. Das Sekretariat der Partei wird in Bratislava errichtet. Zum Bevollmächtigten in Prag wurde Herr Marek Ungar gewählt. _ Gemeindewahl in Presov. Bei der am IG. April stattgefimdenen Wahl in die Kultusgemeinde wurde Herr Ludwig Preis als Präses, Herr Adolf Goldstein als Vizepräses, Herr Samuel Reiner als Schulpriises gewählt. Dem neugewählten Vorstände fällt die Aufgabe zu, die Rabbinatsfrage zu lösen. Herr Reiner als Schulpräses bietet Garantie, daß der jüdsche Geist in den Schulen auch für weiter aufrecht erhalten wird. Jüdischer Mädchenverein. Am 17. April fand in Tresov die Konstituierung des „Jüdischen Mädchenvereines" statt. Der Verein, der sich zur Aufgabe setzte, die Pflege des jüdischen Geistes bei den Mädchen, zählt 70 Mitglieder. Als Präsidentin des Vereines wurde Fräulein Gisa Fischer gewählt, deren Person Gewähr für die echtjüdische Tendenz des Vereines bietet. Ferner wurden gewählt: Rosi Hartmann, Vizepräsidentin; Hermine Lenz, Kassierin; Frida Schwarz, Kontrollorin; Lea Benyovits, Notärin. In die Repräsentanz wurden gewählt: Anna Reinitz, Rosi Müller, Jola Herz, Hermine Holländer, Lenke Adler, Rosi Leuchter, Hana Goldberger. Es werden allwöchentlich Vorträge veranstaltet. Aguda-Jugendgruppe in Bratislava. Es ist der Leitung der hiesigen Jugendgruppe gelungen, die weitesten Kreise der hiesigen konservativen Jugend zur aktiven Anteilnahme an den Arbeiten heranzuziehen. Die durch sie veranstalteten Versammlungen werden stark besucht und konnte man bei den an den Pessach-Tagen abgehaltenen Vorträgen die Aguda-Jugend zahlreich versammelt sehen. Es sprachen an den ersten Tagen die Herren: Samuel Schreiber, Desider Ungar und Siegfried Frommer. Am 8. Tag Pessach hielt Rabbiner A. Herzl einen schönen Maggidus- Vortrag. B-Gruppe. Vor zwei Wochen fand die Konstituierung der „B"-Gruppe der Aguda-Jugendgruppe statt. In Vertretung der Jugendgruppe erschienen die Herren Schreiber, Ungar und Kohlmann, die in ihren Ausführungen diejenigen Aufgaben skizzierten, die den Mitgliedern der „B"- Gruppe im Rahmen der Organisation zufallen. Es wurde dort betont, daß sich die fast ausschließlich aus lernenden jungen Bachurim bestehende Gruppe, dem politischen Getriebe ferne halten mögen. Diksussionsabende. Bei der jüngst stattgefundenen Hauptausschußsitzung, wurde der Beschluß erbracht, allwöchentlich Diskussionsabende zu veranstalten, womit es der Jugend ermöglicht werde, sich über die auftauchenden Probleme und Tagesfragen zu orientieren. Am ersten Diskussionsabend sprach Herr Dr. Karl Rosenbaum über Ziel und Zweck der Aguda und die Wichtigkeit der Organisation. Daran knüpfte sich eine rege Debatte, an der sich viele der Mitglieder beteiligten. Am zweitfolgenden Sabbat-Abend sprach Herr Hilel Weiß, der in schön gehaltener formvollendeter Rede den Standpunkt der Orthodoxie und der Aguda klarlegte und großen Beifall erntete. Generalversammlung der Aguda-Jugendgruppe, Nitra. Am 24. Nissan fand hier die dritte Jahresgeneralversammlung statt. Präses, Herr Heinrich Weiß, konstatiert ein Aufblühen der Gruppe im verflossenen Arbeitsjahre, was sich sowohl durch die stete Zunahme der Mitgliederzahl, als auch durch den Tätigkeitsbericht ergibt. Er begrüßt die in Vertretung der Zentralleitung erschienenen Herren Desider Ungar und Sekretär S. Frommer. Die allgemeine politische Lage in kurzen Strichen zeichnend, schildert Redner die Terrorisierung der Orthodoxie in Erez Jisroel seitens der Zionisten und verweist auf das ausführliche Referat der Vertreter der Zentralleitung. Herr Ungar weist auf die Wichtigkeit der aktiven Teilnahme der Jugend an der Erez Jisroel-Arbeit, aber auch an den bedeutenden Aufgaben hin, die der jüdischen Jugend im Golus harren. Ist ja doch die Golusarbeit der Aguda in gewissem Sinne selbst eine Erez Jisroel-Arbeit, da sie doch ein Erziehungswerk für Erez Jisroel bedeute. Ohne stramme, zielbewußte und in der Tradition fest verankerte Golusjuden, gibt es kein rechtes Erez Jisroel! Sekretär Frommer sprach über die Vorgänge in Erez Jisroel; geißelte in scharfen Worten die an den dortigen Koryphäen der Jüdischkeit verübten Das Fiasko der Keren-Hajesod Kampagne in Amerika. In einer trübseligen Betrachtung über die schwachen Erfolge der bereits mehrere Monate andauernden Keren-Hajesod-Aktion in Amerika schreibt das New Yorker zionistische Tagblatt „Hadoar": „Die Tatsache ist traurig und schmerzlich und ist bereits allen offenbar. Die Hoffnungen, die an diese nationale Arbeit gelegt wurden, haben sich nicht erfüllt. Die ganze schwere nnd wahrhaft aufopfernde Arbeit und Mühe unserer Führer und Propagandeure waren vergebens. Besonders traurig und schmerzlich ist es aber, daß auch die enorme Kraftverschwendung der hervorragenden Zionisten, der Mitglieder der zionistischen Delegation, die zwischen uns weilten und noch immer weilen, nichts genützt haben. Viele sagen, daß die Leitung an dem Mißerfolg schuld sei. Es fehle ihr vor allem an organisatorisch geschulten Männern. Andere hinwieder behaupten, die Keren-Hajesod Kampagne mißglückte, weil die alte Leitung, Männer von Ruf, Ansehen und Vermögen, entfernt habe. Doch das sind bloß gewöhnliche Ausreden.» Der Verfasser bezeichnet vielmehr das Volk selbst als den schuldtragenden Teil am Mißerfolg. Frau Dr. Joseph Bloch s. A. Wie wir mit Bedauern vernehmen, hat der alte Vorkämpfer für jüdische Rechte Dr. Joseph Bloch seine Gattin im 65. Jahre ihres Lebens verloren. Dienstag, den .23. April, fand das Leichenbegängnis statt. An der Bahre drückte der Schwiegersohn Rabbiner Dr. Max Grunewald die Trauer der Hinterbliebenen aus. Ein zahlreiches Publikum gab dem Trauerzug das ♦Geleite. Soziale Fürsorge A. J. Alfred Stroh K 50.000, Max Hofbauer 50.000, Benno Hirschler 20.000; zusammen K 120.000. Agudas Jisroel. Emanuel Koppel für Telegrammablöse anläßlich der Hochzeit Julius Holländer, Präsident der A. J. in Presov Eperjes, mit Frl. Aranka Rosner K 1000, R. H. F. begrüßt das Erscheinen der „Jüdischen Stimme" K 300. Keren Erea Jisroel. Chaim Karmel für Telegrammablüsunfr K 1000. b Keren Ojle Eres Jisroel. Sammlung bei Hochzeit Türkl- Backenroth durch Nathan Adler K 39.500, Sammlung bei Hochzeit Bialer-Kahan 80.000, Telegrammablösung bei Hochzeit Schreiber-Roth 81.000, E. M. Bloch, Memel 5000, Max Menasse, Paris 10.000, Richard Gans 5000, Sigmund Löwin 5000, Agudas Jisroel-Jugendgruppe Velke Topolcany 8820, S. Schönfeld durch H. Langfuß 1000, S. S. 1000, Ig. Mehrer 1000, Wilhelm Morgenstern durch Herrn Seidel 1000, Max Kokisch, Badgastein 1000, Moritz und Julius Benau 1000, Leopold Grünhut 1000, Nathau Feuerstein 1000, J. Singer 1000, B. R. 510, J. H. Goldstein durch Siegmund Stern 500, Gh. S. Fränkel 500, Jona Kramer 500, Chaim Karmel 500, Brüder Wiener 600, Salomon Ehrenreich 500, Max Grünhut 500, Rabinek Mor. 500, Isaak L. Kronfeld 400, Max Schischa, St. Veit a. d. Triesting 400, B. Dawid 300, S. F. 350, E. Löffler 200, Hermanu Surkis 200, Alexander Attentate und forderte die Anwesenden zur aktiven und positiven Arbeit für Erez Jisroel auf. Er berichtete über die Aktionen des „Keren Hajischuw" und sprach über die der Jugend zufallenden Arbeiten. Er zitierte Breuers Devise: ..Nationaljuden sind wir in des Wortes wahrstem Sinne, da wir das G-tteswort als höchstes Souverän betrachten und es auch im Praktischen betätigen. Israel wurde bei ,Mattan Thauro' als ,Nation' kennzeichnet. Der jedoch dem Boden dieses traditionellen Nationalismus entrückt ist und sich dennoch ,Nationaljude' nennt, verleumdet das jüdische Volk." Dem Redner wurde reicher Beifall gezollt, wonach auf Initiative des Präses Herrn Heinrich Weiß die versammelte Jugend gegen das unerhörte Vorgehen der „Zionisten" Protest erhob und der Delegation das Vertrauensvotum aussprach. F—r. Für die Jeschiwos in der Slowakei. In Angelegenheit . einer planmäßigen, intensiven Unterstützung der Jeschiwos in der Slowakei hat am 26. März in Düna Szerdahely eine Konferenz stattgefunden, an welcher außer den dortigen Gemeindemitgliedern auch Mitglieder der Gemeinden Preßburg, Tymau, Pöstyen, Galanta und Komärom teilgenommen haben. Sämtliche Anwesenden erklären, daß die sich so lange hinziehende Jeschiwofrage endlich gründlich gelöst werden muß, dazu wäre am besten ein Landesverein berufen, der einerseits die nötigen Geldmittel beschaffen, anderseits die Jeschiwos gerechterweise unterstützen soll. Es wurde ein vorbereitendes Komitee gewählt, das in nächster Zeit eine Landesversammlung einberufen soll, die die Gründung eines diesbezüglichen Vereines beschließen möge. Jeder wahre Thorafreund wird auf diesem Wege gebeten, sich dieser Idee mit Begeisterung anzuschließen. Frühlings-Neurasthenie. Es ist eine vielerfahrene Tatsache, daß nervöse Menschen sich im Frühjahr meistens ärger fühlen. Das Erwachen der Natur, der knospensprießende Lenz, übt gewöhnlich eine schlechte Wirkung" auf die Nerven aus, dessen Ursache außer der nervenreizenden Episoden der in die Länge gedehnten Winterabende schlechtes Allgemeinbefinden beim nervösen Menschen hervorruft. Daher stammt es, daß nervöse Leute meistens im Frühjahr ihren Zustand für unerträglich halten. Dieser Zeitpunkt ist der richtige, sich mit der gut bewährten, gewohnten Kaltwasserkur aufzufrischen. In der großen und modernen Kaltwasserheilanstalt des Grand Sanatoriums stehen sämtliche bewährte Heilfaktoren der Hydro- und Elektro-Therapie, so den externen, wie auch den internen Kranken zur Verfügung, so auch die diätetische Küche (Zucker, Niere, Magen) und die herrliche Liegehalle. Ein Bad mit Massage und Badewäsche kostet 18 tsch. Kronen. Landau 200, Philipp Schönmann 200, Josef Samet 200, Hersch Beutel 200, Leopold Belf 200, Oskar Herz 200, Moritz Weiß 100, Adolf Fried 20, Dr. A. Kopciowsky, Gollalto Sabino Lire 110, Sammlung Alfred J. Weichselbaumer, Halberstadt, deutsche Mk. 1800, Sammlung der Zeire Emune Jisroel Dobromil durch Moses Leiser Brenig poln. Mk. 2500, Zeire Emune Jisroel, Szydlowiec poln. Mk. 2500, Dr. Benzion Feßler dankt Herrn S. R. für einen geleisteten Freundschaftsbeweis und spendet poln. Mk. 1000, Gh. Perl, Ostrowiec poln. Mk. 1000, P. Sztajer, Bedzin poln. Mk. 200. Sammlung Jakob Roth, Velka Berezna: Mor. Tennenbaum K510, Salomon Friedmann 20, Jakob Roth 25, Agudas Jisroel-Jugendgruppe Velke Topolcany 20. Summe: K 146.090, Lire 110, deutsche Mk. 1300, poln. Mk. 7200, Kö 75. Spendet für die lupdpppe! r^SL-| Personalia. Silberne Hochzeit. Josef Brod und Frau Anna, geb. Deutsch, Wien, 2. Mai. Markus Goldstein und Frau Bertha, geb. Weinberger, Wien. Tag Mai Ijar Notizen Sonntag 7. 9. Tod R. Avigdor Kroh, Prag-RegenBburg 6199 — Tod R. Chajim Friedländer (Tal Chajim w habrocho; Olaliszka (Ung.) 5664 Sefira 24 Montag 8. 10. Scheni. — Tod Elis — Tod R. Alfasi 4868 (nach anderen am 11.) — Tod R. Meir Margolies, Lemberg — Tod R. Feiwel Ostrovce Sefira 25 Dienstag 9. 11. Tod R. Sorah Eideis, Prag — Tod R. Azriel Grün, Munkacs, 5601 Sefira 26 Mittwoch 10. 12. Tod R. Arje Leb Chassid, Przemysl 5454 — Märtyrertod R. Jeschia und Frau Wilna 5483 — Tod R. Israel Chajim, Trencsin, 5555 — Tod R. Binjomin Zew Hirschler, Tapolcsany, 5625 Sefira 27 Donnerstag 11. 13. Chamischi. — Tod Mendel Margolies, Zloczow, 5485 Sefira 28 Freitag 12. 14. Tod R. Meir Baal haness, Tewarja 3838 Sefira 29 Samstag 18. 15. Emor. -r- Haftoro: Webakohanim (Jecheskel 44) — Perek 4 — Märtyrertod R. Schmuel Sanwill, Krakau, 5391 — Tod R. Neseanel Weil, Karlsruhe, 5529 Sefira 80

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