Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 8 (1922)
- Issue
- 15 (28.4.1922)
- Date
- 1922-04-28
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 15 JÜDISCHE PRESSE Seite 101 Alle Verrechnungen werden vom Venvaltungsaussehuß geprüft, nachher wählt die Landesreprftsentanz eine Rechnungsrevisionskommission, die nach Einsichtnahme und Richtigbefund der Repräsentanz Bericht zu erstatten hat. In jedem der vergangenen Jahre ist dies geschehen, selbstverständlich geschieht dies heuer gleichfalls. Der jüngste Bericht sei hiermit der Oeffentlichkeit übergeben: ,Bericht der von der am 5. April in Bratislava getagten Landesrepräsentanz entsendeten Rechnungsrevisionskommission. Löbliche Landesrepräsentanz! Am heutigen haben wir sämtliche Einnahmen und Ausgaben des Zentralbureaus vom 14. Mai 1919 bis 30. Oktober 1920 Post für Post revidiert, die Belege geprüft und alle Daten für richtig befunden. Wir bitten dies pefl. zur Kenntnis zu nehmen. Bratislava, am 6. April 1921. Die Rechnungsrevisionskommission: Ludvig Preis m. p. Eichner Samu m. p. Klein Joszef m. p." Es geschieht zum letzten Male, daß wir die von Uebel wollen nnd Böswilligkeit diktierten Entstellungen einer Erwiderung würdigen, wir versichern die orthodoxe Oeffentlichkeit des Landes, daß bei uns sich nie die Notwendigkeit ergeben wird, über verschwundene Gelder Schiedsgerichte abzuhalten, ferner daß wir amerikanische Hilfsgelder niemals in Wahlbureaus verwalten werden, zuletzt, daß wir für unser Eintreten in Lizenzfragen nie einen Heller genommen und nie einen Heller nehmen werden. Wir erwarten endlich von den angeblichen Führern der Gegenseite, die selbst so oft in beredten Worten diese Kampfesart verdammten und verurteilten, daß sie endlich dem Wüteu von unverantwortlichen Elementen in ihrem Lager ein Ende machen. Zentralbureau der orth. isr. Gemeinden in der Slowakei. Eine Versammlung der konservativ-jüdischen Partei findet am 3. Ijar (1. Mai) in Poprad statt. Die Tagesordnung ist folgende: 1. Bericht und Programm. 2. Ausbau der Organisation. 3. Presse. 4. Schaffung eines Sekretariats. 5. Wahl der provisorischen Leitung und von Vertrauensmännern den Behörden gegenüber. 6. Eventuelles. Abends vorher, 5- Uhr, findet eine Sitzung des vorbereitenden Komitees statt.— Wohl kann das Judentum nicht etwa über Erscheinungen des Antagonismus im öffentlichen Leben klagen, aber es gibt trotzdem Angelegenheiten politischer und wirtschaftlicher Art genug, die eine wirksame Vertretung gegenüber der Behörde seitens einer hiezu gewählten Vertretung bedürfen. Diese Vertretung muß sich auf das Vertrauen breiter Massen und vor allem auf die allerdings auch quantitativ bedeutendere Orthodoxie stützen; denn die orthodoxen Massen sind es doch, die oft gewollten oder ungewollten Härten behördlicher Verfügungen oder politischer Reibungen ausgesetzt sind. Diese Massen haben durchaus nur Vertrauen zu Männern aus ihrer eigenen Mitte, denen die Sorge um das Interesse des Judentums nicht schauspielerische, propagandische Pose, sondern Herzenssache ist. Vor allem wollen sie die Vertretung ihrer Interessen nicht verquickt und korrumpiert sehen mit der jüdisch-nationalistischen Abenteurerpolitik, die um den augenblicklichen Vorteil des Mandatismus gewissenlos über alle Bedenken der Folgen ihrer leichtsinnigen Politik für die Zukunft hinwegsetzt. Darum wird die konservativ-jüdische Partei ein Erfolg werden und die Männer, die dieses Programm auszuführen bestimmt sind, werden sich den Dank des Judentums und den höheren Lohn des Sechus horabim verdienen. Erfolgreiche Aktion in einer Ritualmordaflfaire. In Bellus bei Trentschin ist zufolge Verschwindens eines Mädchens (das Selbstmord begangen hatte) eine bedrohliche Stimmung gegen die dortigen Juden entstanden, die auch zu Ausschreitungen geführt hat. Der Nitraer orthodoxe Rabbiner und der Gemeindevorstand haben sich an den dortigen Bischof mit der Bitte gewendet, daß seitens der Kirche selbst Schritte zur Aufklärung und Beruhigung der Bevölkerung unternommen werden mögen. Der Nitraer Bischof hat dieser Bitte in zuvorkommender Weise entsprochen und einen bedeutenden Repräsentanten der Diözese nach Bellus gesendet, der dort tatsächlich in diesem Sinne beruhigend gewirkt hat. Der Bartfelder Jssur. Das Bardiover (Bärtfelder) Rabbinat sah sich durch den offensichtlichen schlechten Einfluß, den der Zionismus auf das religiöse Leben in Bardiov ausübt, veranlaßt, einen Jssur gegen den Zionismus herauszugeben. Der Prager Oberrabbiner Dr. Brody hat dagegen einen Angriff auf dieses Rabbinat gerichtet, hingegen seine Adepten in Bardiov ersucht, nur recht fromm zu bleiben. (Zadikiin le hachis — Justamentsfromme). Talmudthora-Schule in Presov. Aus Presov (Eperjes) wird uns berichtet: In Anwesenheit zahlreicher hiesiger und auswärtiger Gäste, unter denen wir crfe ehrwürdigen Herren Rabbiner Neuwirth, Presov und Oberrabbiner Klein, Sebes, bemerkten, fanden Sonntag, den 2. April, nachmittags, die Schlußprüfungen sämtlicher drei Klassen der hiesigen ,Ecz chaim", Talmudthoraschule statt. Die Herren Rabbiner Neuwirth und Klein sowie die Herren Guttmann und Vizepräses des Vereines, Willner, fanden nach beendigter Prüfung warme Worte der Anerkennung für die hervorragende Leistung der Schule. Die hiesige orthodoxe Gemeinde erfülle eine heilige Aufgabe, indem sie der „Ez chaima-Schule eine ausgiebige Unterstützung zukommen lasse. Einbruch in einer Synagoge. Am 18. April, nachts haben unbekannte Täter in der Synagoge in Kaschau eingebrochen und außer einer Thorarolle, verschiedene Silbergegenstände entwendet. KALENDARIUM. Tag April j Ijar Notizen Sonntag SO. j 2. Tod R. Kaiman Wirmeize (Oberrabbiner von Lemberg) 5320 — Tod R. Menachem Mendel VVitebsk, Tiberias, 5538 — Tod R. Abraham Jizchok Glück, Tolcsva (Ungarn) 5669 Sefira 17 Montag 1. Mai j 3. Tod R. Schmuel Bachrach (Chut Haschoni) Kolin, 5375 Sefira 18 Dienstag 2. j 4. Tod R. Josef Pri Megadim, Frankfurt a. 0., 5552 — Tod R. Jackow Eli Charif, Zfoczöw, 5432 Sefira 19 Mittwoch 3.! 5. Tod R. Jeschajahu Berlin, Oberrabbiner Breslau, 5559 — Tod R. Jischochor Ber Openheim, Altofen, 5514 Sefira 20 Donnerstag 4. 6 Tod R. Naftali Hirz, 5480 — Tod R. Jizchok halewi Hurvvitz, Rabbiner Altona-Hamburg, 5527 Sefira 21 Freitag 5- 7. Judenverfolgung in Ruttingen (Bayern) 5058 — Tod Schlomo Efraim (Olelos Efraim) — Tod R. Feiwisch Wiener, Oberrabbiner Großwardein, 5563 Sefira 22 Samstag 6. 8. Achre Moss. — Haftora: Halo kibne. — Man benscht Scheni w'chamischi. — Judenverfolgung in Speier, 4856 — Tod R. Menachem Manis Chajes, Wilna, 4696 — Tod R. Abraham Katz, Oberrabbiner Kolomea 5424 — Perek 3 Sefira 23 Ms dem Leserkreise. Kolomea, 7. Nissan 5682. Geehrte Redaktion! Der Verfasser des Feuilletons „Das Geheimnis der Kamea8, hat sich sicherlich geirrt, wenn er Erew- Jomkippur bei der Schlußmahlzeit vor dem Fasten Fische verabreichen läßt. Nach Matte Ephraim (Sim, 608) dürfen bei der Suda hamafsekes am Erew-Jomkippur keine Fische genossen werden, welcher Minhag beim Kallewer sicher eingehalten wurde. Wollen Sie dies lehossir michschol richtigstellen. Rabbi Ghaim H. Thum im. Rabbi Mosche Nachum Wallenstein. bHT) Am 23. März verstarb in Jerusalem der bekannte Rabbi Mosche Nachum Wallenstein im Alter von 81 Jahren. Rabbi Wallenstein stammt aus Ungarn, lernte in der Jeschiwa in Balassagyarmat, hernach beim Ksaw Sofer in Preßburg und übersiedelte vor 60 Jahren nach Erez Jisroel. Vor 30 Jahren wurde er durch den Brisker Gaon zum Mitglied des aschkenasischen Besdin ernannt und wurde hernach Mitglied des unter dem Gaon R. Schmuel Salant. Unter starker Beteiligung der orthodoxen Bevölkerung Jerusalems wurde er zur letzten Ruhe begleitet. Die Rabbiner Sonnenfeld, Hoffmann, Butrin, Scherr, Jedler und andere hielten an seiner Bahre ergreifende Hespedim. Schlomo Mussiaf. Am 8. Nissan starb in Jeruscholajim eines der hervorragendsten Mitglieder der Bucharengemeinde im 72. Jahre seines Lebens. Er kam vor 30 Jahren aus der Bucharei und war der Hauptbegründer der Bucharengemeinde „Rechowos" für deren Blüte er unablässig tätig war. Ben Thora und Großkaufmann, hervorragender jüdischer Funktionär, war er auch als Kunstsammler bekannt; seine Sammlung umfaßt alte Seforim und Handschriften, hebräische und römische Münzen sowie Gewänder bucharischer Könige, Gold- und Silberarbeiten aus Sin und Yemen. Seine Sammlung wurde oft von vornehmen Gästen besucht. Sein Andenken wird ein bleibendes sein. Frau Eosalia Freuder s. A. Wie wir mit Bedauern vernehmen, hat der bekannte Hebraist Moritz Freuder in Bratislava eine der schwersten Prüfungen des Lebens, den Verlust seiner treuen Lebensgefährtin, erlitten. Frau Rosalia Freuder, geborene Freund, ist im Alter von 71 Jahren, nach einem G-tt und Menschen gefälligem Lebenswandel, von ihren irdischen Leiden erlöst worden. An ihrer Bahre sprach der Gatte der Verblichenen Worte der Liebe und des Schmerzes. Die zahlreiche Beteiligung aller Schichten der Gesellschaft zeugte von der Achtung, welche die Verstorbene in allen Kreisen genossen hatte. Spende für das Zentralbureau der Aguda. Ortsgruppe der A. J. Szeret, Bukowina, durch den Vorsitzenden W. B. Schreiber Lei 1000. Keren Erez Jisroel. Siegmund Löwin K 5000, Sammlung durch Moses Wundermann bei Hochzeit Maier-Horowitz 900, Sammlung der schweizerischen Landesorganisation durch Herrn A. W. Rosenzweig für Pessachaktion Schw. Frcs. 400, Mensa aeademica 100, polnische Gemeinde Salzburg K 60, Palästina-Ftüchtlingskomitee 70. Kriegswaisenfonds der Agudas Jisroel. Samuel Bettelheim beim Aufruf zur Thora K1000, Markus Dänemark, Brunn 10.000, Othmar Wertheimer 25.000, H. v. d. Walde, Emden Reichsmark 50. Agudas Jisroel. Markus Dänemark, Brünn K 10.000. Soziale Fürsorge A. J. Siegmund Löwin E 5000, Marie Kreiskj 1000. Spendet für nie lugendgruppe! j§§j|| Briefkasten. D. G. Das „J. W. f. d. S." kritisiert den übrigens glänzenden Artikel des Ch. J. Eiss im Haderech „Proös be Jisroel* (Verwilderung in Israel). Dabei arriviert dem Kritiker das Malheur, Proös be Jisroel mit „Pharaonentum in Israel* zu übersetzen, obwohl die beiden Worte ein bekanntes Zitat aus dem Gesänge Debora's sind, der zudem noch Haftoro von Beschalach ist. Das ist symptomatisch für das Fachverständnis, mit welcher die orthodoxe Presse kritisiert wird, außerhalb ihres Lagers und — innerhalb. B. B. M., Jffew York. I. Für Wien verweisen wir auf den Inseratenteil, wo Aufsicht der Schiffschul bemerkt ist. Karlsbad: Restaurant Kirsch. Paris: Dardek & Fränkl. 2. Die Sicherheitsverhältnisse in Wien sind nach menschlichem Ermessen für absehbare Zeit all right. Auch Ihre Angelegenheiten in Budapest können Sie ruhig erledigen. 3. Bezüglich der Druckerei haben wir uns informiert und berichten darüber. Besten Gruß. Fr. A. K., Badgastein. Rabbiner Dr. Pinchas Kohn. D. G-. Der Artikel „Von den Heloten* in der ,J. V." ist einer sehr bekannten Rede Max Nordaus „nachempfunden". Der Verfasser hält sich bekanntermaßen gerne streng an klassische Muster. r£t-\ Personalia. Todesfälle. Salman G-urland, ein bedeutendes Mitglied der Chowewe Zion-Bewegung und Mitbegründer des Misrachi, verstarb in Wilna im Alter von 75 Jahren. Rabbiner Isidor Simon, Manchester, 71 Jahre. Samnel Wyler, Baden (Schweiz) 77 Jahre. Herausgeber: „Jüdischer Verlag G. m. b. H.* — Verantwortlicher Redakteur: Jakob Deutsch. Für die Tschechoslowakei: Heinrich Schwarz. — Druck: Genossenschafts-Buchdruckerei, Wien, VIII., Hernalser Gürtel 20. — Telephon Nr. 19.772. Adas Jisroel (Schiffschul), II., Große Schiffgasse 8. Gebetstnnden: 30. Nissan bis 7. Ijar. Freitag, 80. Nissan, Sabbateingang 7-05 Uhr. Samstag tHlXÜ JP"\tn 'S Morgengebet 6-30 und 9-80, Mincha 12-15 Um 3-30 Vortrag von JTÜK pIS, anschließend Mincha, Sabbathausgang 7*50. An Wochentagen n&Dttfn 5 15 Morgengebet 6 Uhr, Mincha 7 Uhr. Margit Wagner Hugo Donnebaum Stampfen Preßburg Verlobte. Bela Kastner (Preßburg), gratuliert herzlichst zur Verlobung des Herrn Hugo Donnebaum mit Fräulein Margit Wagner. Zur Verlobung Wagner-Donnebaum gratulieren herzlichst Alfred und Karl Rosenbaum, Lajos und Dezsö Kastner (Preßburg). Moritz Löwinger nnd Frau (Väcz) Imre Gestetner und Frau (Csorna) Eduard Steiner und Frau (Szombathely) Benö Gestetner und Frau (Györ) gratulieren Herrn Franz Neumann und Frau zur Bar Mizwah ihres Sohnes Leo. Wir danken herzlichst auf diesem Wege für all die wohlgemeinten Gratulationen anläßlich unserer Hochzeit Julius Holländer und Frau. HS Konkurse. Bei der orthodoxen israelitischen Kultusgemeinde in Velky-Sarluhy gelangt die Stelle eines tüchtigen Religionslehrers der K'Ttti ^EH ttWT zu unterrichten hat, gleich nach HDD zur Besetzung. Bewerber soll ledig sein. Gehalt nach Uebereinkommen. Offerte sind zu richten an Oberrabbiner Josef Abeles, Schulpräses (Velky-Sarluhy).