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Jüdische Presse · 1922-03-24 · 12 (24.3.1922) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
8 (1922)
Issue
12 (24.3.1922)
Date
1922-03-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 72 JÜDISCHE PRESSE Nr. 12 halbe Million Dollar beträgt, wird aber auch jetzt noch nur ein kleiner Teil für allgemeine Volksgesundheit ausgegeben, während der größte Teil verwendet wird für medizinische Hilfe an Einzelne. Um nun eine weite sanitäre Arbeit in Palästina durchzuführen, ist eine neue Organisation nötig, die von allem Anfang an mit einem ganz anderen Programme die Tätigkeit beginnt und sich bloß mit allgemeiner Volksgesundheit befaßt. So ein Plan einer neuen Organisation ist durch das medizinische Komitee unter Vorsitz von Bernhard Flexner (aus einer Preßburger Familie stammend. Anm. d. R.) ausgearbeitet und auf der letzten Sitzung der Exekutive des JDC vorgelegt worden. Danach soll ein spezieller sanitärer Unit geschaffen werden, den unter das Gesundheitsdepartement der palästinensischen Regierung zu stellen, das JDC dem High- Commissioner vorschlagen wird. Dieser Unit soll auch der palästinischen Regierung helfen, ein Laboratorium in Haifa zu errichten und dort einen Arzt und einen Laboratoriumsgehilfen auszuhalten. Laut dem Voranschlag der Kommission dürften die Kosten dieses Unit pro Jahr 25.000 Dollar betragen, die Erhaltung des Laboratoriums 5000 und die Einrichtung desselben im ersten Jahre 10.000. Danach beträgt das Budget des neuen sanitären Unit in den beiden ersten Jahren 70.000 Dollar. Der Plan wurde von der Exekutive genehmigt und das Budget bestätigt. Flexner soll in Bälde nach Palästina reisen, um den Plan Herbert Samuels zu unterbreiten. franRreicb. Die neue „Joint"-Administration. (J. C. B.) Das gewesene Mitglied des Warschauer „Joint" Mr. Herschfield ist in Paris eingetroffen, um einige Spezialagenden des Joint zu übernehmen. Die „Joint-Angelegenheiten" werden gegenwärtig von New York aus von dem Exekutivkomitee, dem Administrationskomitee und den bezüglichen, mit besonderen Funktionen betrauten Komitees geleitet. Das europäische Exekutivkomitee als Verwaltungskörperschaft für Europa besteht aus den Herren: AI. A. Landesco, Direktor des Wiederaufbaudepartements, Maurice D. Waldmann, Direktor des Kinderfürsorge- und Sanitätsdepart.ements, Doktor Bernhard Kahn, Direktor des Flüchtlingsdepartements, Dawid J. Schweitzer, Schatzmeister, und James N. Rosenberg, Vorsitzender und Generaldirektor des europäischen Exekutivrates. Schweiz. 60. Geburtstag von Rabbiner Dr. A. Cohn in Basel. — Am 7. Adar 5682 — beging Rabbiner Dr. A. Cohn in Basel seinen sechzigsten Geburtstag. Der Jubilar ist am 7. Adar 5622 als Sohn des Rabbiners von Flatovv (Westpreußen). geboren und entstammt einem alten Rabbinergeschlecht. In jungen Jahren ist er nach Berlin gekommen, wo er nach bestandener Matura als Schüler Mommsens die klassischen Sprachen studierte und als 21 jähriger sich den Dr. phil. erwarb. Sodann verbrachte er seine Lehrjahre auf dem Rabbiner-Seminar in Berlin und wurde ein Lieblingsschüler Israel Hildesheimers s. A. Mit 23 Jahren wurde er von der isr. Gemeinde nach Basel berufen. Er war der erste Rabbiner dieser nach der Emanzipation der Juden in der ■ Schweiz rasch zunehmenden Gemeinde, welche unter seiner 37jährigen Führung sich zu einer Großgemeinde entwickelt hat, die über alle religiösen und philanthropischen Institutionen verfügt, deren eine Gemeinde bedarf. Rabbiner Dr. (lohn hat. in der Begrüßung am I. Zionistcnkongreß auf die Wünsche der orthodoxen Judenheit aufmerksam gemacht, und in den Jahren 1909/1910 durch seine Aufsätze über die Organisierung der religiösen Judenheit manches zu der bald daraut erfolgten Gründung der Agudas Jisroel beigetragen. Beunruhigende Nachrichten über den Gesundheitszustand Herbert Samuels. (JPZ) Große Beunruhigung hat in London ein am 13. März eingetroffenes Reuter-Telegramm aus Kairo hervorgerufen, wonach die Krankheit Samuels eine gefährliche Wendung genommen habe und sein Zustand zu ernsten Besorgnissen Anlaß gebe. Man habe aus Kairo Spezialisten, darunter auch einen Bakteriologen berufen, die bereits nach Jerusalem abgereist sind. Auf eine an ihn gerichtete Anfrage erklärte der Bruder des High-Gommissioner, Stuart Samuel, daß er diesbezüglich gar keine Nachricht erhalten habe. Die in den palästinensischen Zeitungen regelmäßig erscheinenden Gesundheitsbulletins berichten von einer konstant zunehmenden Besserung, wobei es allerdings etwas auffallend ist, daß die bei uns hart vor Redaktionsschluß eingetroffenen paläsl inensischen Zeitungen vom 5., 6. und 7. März überhaupt kein ärztliches Bulletin enthalten. Etwas beunruhigend ist Agudas Jisroel-Jugendgruppe Wien. ["PK Montag, den 3. April psj 'J-|, 7 Uhr abends, halt Herr Dr. Nathan Birnbaum im Festsaale des Hotel Continental II, Taborstraße 4, einen Vortrag über das Thema: „Der Sinn des Judentums". Vorverkaufskarten sind erhältlich in den Buchhandlungen: R. Löwit, I, Rotenturmstraße; J. Schlesinger, I,- Seitenstettengasse; L. D. Hirschler, I, Rabensteig und in der Bibliothek der Agudas Jisroel-Jugendgruppe, II, Obere Donaustraße 69, allabendlich zwischen 8 und 9 Uhr. auch, daß während der ganzen Zeit der schon so lange währenden Krankheit Samuels, kein einziges Mal genau angegehen worden ist. an welcher Krankheit Samuel eigentlich leidet. Die arabische Delegation. (J. C. B.) Die arabische Delegation aus Palästina läßt in ihrem Eifer, gegen die Zionisten mit allen Mitteln zu hetzen, nicht nach. Sie erhält noch immer Sukkurs von gewissen muselmanisch-christlichen Organisationen aus Palästina, die die Delegation angeblich auffordern, gegen das Verfassungsprojekt zu protestieren, da es große Erbitterung unter djr arabischen Bevölkerung hervorrief. Die Delegation wird ferner ersucht, in ständiger Fühlungnahme mit Lord NorthclifFe zu bleiben, da er „der arabischen Sache geneigt ist". In ihrer Antwort nach Palästina versichert die Delegation, daß ihre Tätigkeit erfolgreich sei und daß sie niemals einer Verfassung zustimmen werde, die nicht die Rechte der Palästinenser hinreichend gewährleistet. Die Delegation erbittet sich schließlich neue Mitteilungen über die Zahl der jüngst eingewanderten Juden und ans welchen Länder sie stammen. Die Aufbauarbeit der Brandeisgruppe. In einem Rundschreiben berichtet Dr. Haas, der Generalsekretär der Brandeisgruppe in Amerika, üher die Gründung einer Leihkasse für tläuserbau in Palästina, für welchen Zweck bereits Aktien im Werte von 250.000 Dollars ausgegeben worden sind. Nach der Gründung der Arbeiterbank ist dies die zweite große Leistung der Brandeisgruppe. Im JafFaer Hafen wurde in den letzten Wochen eine ungewöhnliche Warenaufstapelung beobachtet, sodaß die Hafenbehörde besondere Maßnahmen ergreifen mußte, um die Löschung der Riesenvorräte zu beschleunigen. Der Haupteil des Jaffaer Imports im Jänner bestand wiederum aus Baumaterial, besonders aus Zement und Holz, da die Bautätigkeit im Lande ständig wächst. (Ziko.) * Geschenke. Wie der „El Saba" berichtet, hat die Exekutive des arabischen Palästina-Kongresses beschlossen, schöne Geschenke an Lord Sydenham und den Redakteur der „Morning Post" zu übersenden, als Anerkennung für deren warme Förderung der arabischen Sache. Seifonexport. (JPZ) Die städtische Ausfuhrstatistik im Dezember weist eine starke Zunahme des Seifenexport auf. Die palästinensischen Seifenfabrikanten sind bei der Regierung vorstellig geworden, um eine Herabsetzung der Einfuhrzölle für Rohstoffe zu erwirken. Da die Seifenindustrie auch nach Ansicht der Behörden günstige Aussichten bietet, ist eine Bewilligung dieses Ansuchens zu erwarten. Der aus Südafrika nach Palästina eingewanderte Jaffe, hat laut „Haaretz" eine neu« jyjgthcvje. der.Seifen^ fabrikation in Anwendung gebracht. Statt' der bia jetzt verwendeten Caustic Soda, die aus dem Ausland bezogen werden mußte, verwendet er Sodium- Chlorate, die auch im Lande erhältlich sind. Die gewonnene Seife soll auch von viel besserer Qualität sein. Jaffe kann bereits auf mehrere geglückte Versuche hinweisen. Rabbinerwahl. Herr Rabbiner Abraham Weiß (Jänoshaza) wurde zum Oberrabbiner in Velke- Topolöany gewählt. Srjum. Am Sonntag vor Gharnisa-Assar Beschwat fand in Kaschau die Sijumfeier der Schass-Chewra statt. Bei der Neuwahl, welche der Sijum voranging, wurden per Akklamation gewählt: M. Zafir, Präses; A. Hartstein, I. Gabaj; J. Schreiber, II. Gabaj; L. Wiesenburg, Kassier; S. Schickler, Kontrollor; S. Blum, Schriftführer. Präses Zafir, die Sijumfeier eröffnend, gedachte in seiner schönen Rede der während des Jahres verstorbenen zwei Mitglieder Josef Brodi und Abr. Edelmann, sodann Oberrabbiner J. Jungreis mit dem üblichen „Hadrin olecho" und vorzüglichen Gharifus die „Masechet Minoches" schloß. Während dem schön und gemütlich verlaufenen Diner sprachen noch H. Jungreis, Pinchas Brody, J. Buchsbaum schöne Diwre Thora. Aguda in Presow. Auf seiner Reise durch die Slowakei weilte am 20, Februar Herr Generalsekretär Braun einige Stunden in unserer Stadt. Wir benützten selbstverständlich die Gelegenheit, um in einer Vorstandssitzung die Fragen der Agudas Jisroel zu erörtern und die Reorganisierung der Ortsgruppen im Sinne der von Herrn Braun vorgetragenen Vorschläge einzuleiten. Am Abend fand dann eine gut besuchte Versammlung statt. Der Präsident der Ortsgruppe Herr Lazar Font'eder eröffnete die Versammlung mit einer geistreichen Ansprache, worauf Herr Braun in einem ausführlichen Referate über den gegenwärtigen Stand der Agudas Jisroel berichtete. Mehrere Herren beteiligten sich an der Diskussion. Herr Fonfeder schloß die Versammlung mit Dankesworten an den Redner des Abends. In engerem Kreise wurde nach der Versammlung beschlossen, speziell für Palästina-Unternehmungen der Aguda eine energische Aktion einzuleiten. Aguda in Michalowce. Vor mehr als 1 Va Jahren wurde hier auf Initiative unseres Ehrwürdigen Herrn Oberrabbiners eine Aguda-Ortsgruppe gegründet. Infolge verschiedener Lokal Verhältnisse konnte jedoch die Ortsgruppe sich nicht in dem Maße entwickeln, wie es die Freunde der Aguda gewünscht hätten. Mit um so größerer Freude begrüßten wir daher die Mitteilung, daß Herr Generalsekretär Braun auch unsere Gemeinde besuchen werde. Dienstag, den 21. Februar, traf Herr Braun hier ein. Am Abend fand sodann im Belli Hamidrasch eine überaus zahlreich besuchte öffentliche Versammlung statt. Se. Ehrwürden Herr Oberrabbiner Ehrenfeld hielt eine Rede, in welcher er mit Begeisterung für die Agudas Jisroel eintrat und seine Gemeindemitglieder aufforderte, dieser Organisation beizutreten. Der Vortrag des Herrn Braun übte auch auf uns einen tiefen Eindruck aus. Er zeigte uns die Entwicklung der Agudas Jisroel, ihre Tätigkeit seit der Gründung bis auf den heutigen Tag und zeichnete die Wege, die die Organisation in Zukunft gehen werde, wenn TELEPHON 40.324 EN GROS :s EN DETAIL KLEIDER-INDUSTRIE alle orthodoxen Juden, jung und alt, sich ihr anschließen und für ihre Bestrebungen auch die materiellen Opfer bringen würden, die in diesem Augenblicke von jedem guten Juden gefordert werden können. Unter der Wirkung dieser Rede ergriff der Herr Oberrabbiner abermals das Wort, um Herrn Braun für seine Ausführungen zu danken und ihm namens der Versammlung zu bitten, noch einen Tag hier zu verweilen. Herr Braun willfahrte dem allgemeinen Wunsch und hielt am nächsten Tage in einer noch besser besuchten Versammlung eine zweite Rede. Diesmal behandelte er hauptsächlich die verschiedenen Gruppen des Judentums, Ghasidim und Misnagdim und wies nach, wie wohltuend die verschiedenen Anschauungen sich zum Wohle des Judentums ergänzen könnten, wenn sie mit vereinten Kräften innerhalb der Agudas Jisroel eine rege Tätigkeit entfalten würden. Einen warmen Appell richtete der Redner besonders an die Jugend und forderte namentlich diejenigen, die auf Jeschiwos waren, auf, sich zu einer Jugendgruppe der Aguda zusammenzuschließen. Seine Worte hatten guten Erfolg. Fast alle orthodoxen Juden unserer Stadt schlössen sich der Aguda an und viele, die ihr bis jetzt ferne standen, machten sich erbötig, in einzelne Sektionen einzutreten und an der Ausgestaltung der Ortsgruppe mitzuwirken. Der Vorstand der Ortsgruppe, unter Leitung des Herrn Lazar Fuchs, begann sofort die Reorganisation auf Basis der sektionsmäßigen Ein- WIEN, II., TflBOHSTRflSSE 39 (HQTEL BAYRISCHER HOF) OROSSSiSK AUSWAHL IN HBRHBNKIvEIDBRN PBHTIG UJV» NACH MASS

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