Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 8 (1922)
- Issue
- 10 (10.3.1922)
- Date
- 1922-03-10
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2629891-2629953-2629963--0544-2632187- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 00 JÜDISCHE PRESSE Nr. 10 Außerordentlicher Zionistenkongreß. Wie verlautet, soll man in den maßgebenden Londoner zionistischen Kreisen ernstlich erwägen, einen außerordentlichen Zionistenkongreß gleich nach der erwarteten Ratifizierung des Palästinamandates auf ilcr Aprilsession des Völkerbundes einzuberufen. Wahrscheinlich werden keine neuen Wahlen ausgeschrieben werden, sondern die Delegierten des letzten Zionistenkongresses die Berechtigung zur Teilnahme an diesem außerordentlichen Kongreß erhalten. Eines der Hauptziele dieses außerordentlichen Kongresses wird die Frage der Einberufung eines allweltlichen jüdischen Kongresses zwecks Bej Schlußfassung beziehungsweise des Wiederaufbaues j von Palästina bilden. [ Befreiung Rosenbergs von der Beschuldigung des Waffenschmuggels. Die Auffindung von in Bienenstöcken eingeschmuggelten Revolvern und die daraufhin erfolgte Verhaftung des Juden Rosenberg in Haifa hatte den Arabern Grund zu großer Hetze gegeben und war nicht nur von den antisemitischen Zeitungen in England, sondern auch von Lord Northcliffe als ein gewichtiges Argument in seinem bekannten Schreiben bezeichnet worden. Nun vorj öffentlicht die „Times" die erfreuliche Mitteilung ' aus Haifa, stammend von muselmanisch-christlichen j Komitee, daß Rosenberg, Präsident des Hapoel | Hazair, von der gegen ihn erhobenen Beschuldigung, j er hätte 97 Kisten Waffen und Munition, die die Zollbeamten konfisziert haben, eingeschmuggelt, freigesprochen worden ist. In diesem Telegramm des muselmanisch-christlichen Komitees wird dagegen Protest erhoben, daß Araber, falls man bei ihnen Waffen findet, zu (3 Monaten Gefängnis verurteilt und daß Juden für Hereinschmuggeln von Waffen freigesprochen werden, woran die palästinensische Administration schuldig sei. Die Araber zum Vorfassungsentwurf für Palästina. Die arabische Palästinadeiegation in England hat der englischen Regierung ein Memorandum überreicht, mit Aussei Zungen am Verfassungsentwurf für Palästina. So wird in diesem Memorandum unter anderen festgestellt, daß dieser Entwurf nicht im Einklang steht mit den nationalen Bestrebungen der Araber in Palästina und sie auch nicht zufrieden stellen könne, da er auf der Idee der Schaffung eines jüdischen Nationalheims basiert, was gegen den Wunsch von 90 Prozent der palästinensischen Bevölkerung ist. Die Verfassung widerspricht auch Artikel 22 des Völkerbunds-Covcnants, der die Unabhängigkeit der palästinensischen Bevölkerung anerkennt. Die Delegation erklärt, daß sie wohl wisse, daß der Entwurf noch Aenderungen erfahren werde, was auch der Grund für Ueberreichung ihres Memorandums gewesen ist. Offene Antwort von Rabbi Sonnenfeld. Der „Doar Hajom" vom 15. Februar veröffentlicht eine ..Offene Antwort" von Rabbi Sonnenfeld, worin dieser unter anderem feststellt, daß cTie Delegation zu Lord Northcliffe nach seinen Anordnungen ge- TSCHECHOSLOWAKEI. €$cftecfto$lowaReL An die geehrten Erez Jisroel-Graboim. Wir ersuchen höflichst die geehrten Gaboim, die Meir bal hannes Sammelbüchsen je ehestens ausleeren, die 20 Hellerstücke bei einem Postamte einlösen und auf die eingelöste Summe eine Bestätigung nehmen zu wollen, damit unsere armen Brüder in Erez Jisroel kein weiterer Schaden zustoßen soll. Die auf die eingelösten 20 Hellerstücke genommenen Bestätigungen wollen Sie gefälligst uns einsenden. Das Kuratorium des Kolel ,, Schonire Hachomoth" in Jerusalem, Bratislava, Edlgasse 6. Rabbinerwahl in Presov. Der seit dem Heimgange unseres verehrten Oberrabbiner Fischer s. z. 1. vakante Rabbinerposten in unserer Gemeinde ist nun besetzt worden. In der am 19. Februar stattgefundenen zahlreich besuchten Generalversammlung wurde nun Se. Ehrwürden Herr Oberrabbiner Israel Freund in Szaszregen einstimmig zum Rabbiner unserer Gemeinde gewählt. Herrn Oberrabbiner Freund geht der Ruf eines streng frommen, gelehrten und prinzipientreuen energischen Mannes voraus. Ihm bleibt es vorbehalten, die geistige Führung unserer Gemeinde tatkräftig zu übernehmen, das Thorawort in allen entscheidenden T$gen des Gemeindelebens abermals zur Geltung zu bringen und namentlich die Juden um die Fahnen des orthodoxen Judentums zu einigen. Wir vernehmen zu unserer Freude, daß unser neuer Oberrabbiner zu den überzeugtesten Vorkämpfern der Agudas Jisroel zählt. Er wird in der gesamten Orthodoxie unserer Stadt eine feste Stütze haben, die ihm in seinen Bestrebungen gern Gefolgschaft leisten wird. (Herzliche Gratulation der Gemeinde Presov, der Aguda in Presov und dem neuen Oberrabbiner von Presov!) Bitte der Prager Jüdischen Volksküche. Die kommenden Pessachfeiertage werden an die Leistungsfähigkeit der Prager, Jüdischen Volksküche wieder die größten Anforderungen stellen. Sämtliche Juden der Prager Garnison, die Juden in allen Krankenhäusern, Gefangenhäusern und Asylen müssen mit Mazzos und Koscherkost versehen werden. Vor allem sind es die Angehörigen slowakischer Regimenter und Formationen, um die es sich handelt. Die Jüdische Volksküche bittet dringend um Geldspanden, zu Händen ihres Obmannes Dr. Salomon Lieben, Prag, V., Bilkova 3. Generalversammlung des Talmud Thora-Vereines in Galanta. Die diesjährige Generalversammlung des unter dem Protektorate unseres Ehrw. Oberrabbiner B. Seydl stehenden Talmud Thora-Vereines, fand Samstag abend (Mispotim) statt. Die Bilanz handelt habe. Das, was sie gesagt habe, mußte gesagt werden. Sie hätte außerdem Lord Northcliffe auch ein ausführliches Memorandum überreicht. Seine Stellung beziehungsweise der Verwirklichung der jüdischen Besiedlung Palästinas hätte sich in nichts geändert. Die Orthodoxen seien mit Leib und Seele dem Jischub ergeben, verlangen jedoch, daß der orthodoxe Jischub sich vollständig frei entwickeln könne. Es handelt sich nur um Gegnerschaft gegen den Willen der Zionisten, die Herrschaft über die Gemeinden an sich zu reißen und als Herrscher die Führerrolle zu übernehmen. Die Delegation habe sich nur dem allgemeinen Protest der Aguda angeschlossen, gegen die von den Zionisten behauptete Vollmacht, vor der Regierung als Vertreter der Gesamtjudenheil; zu erscheinen. Der „Doar Hajom" erklärt, in einem besonderen Leitartikel auf diese , Offene Antwort' Rabbi Sonnenfelds zurückzukommen. Dr. de Haan veröffentlicht folgende Berichtigung: „Es ist nicht richtig, daß die Delegation des Waad Haaschkenasi sich vor Lord Northcliffe gegen den Gedanken des nationalen Heims und die Ballour- Deklaration ausgesprochen hat. Sie erhob nur die Forderung, daß in die Balfour-Deklaration eine Aenderung aufgenommen werde, in dem Sinne, daß die religiösen Rechte und Freiheiten der nichtzionistischen Juden ebenso sichergestellt werden, wie die Rechte der Nichtjuden und daß die Aguda dieselben Privilegien erhalte, wie die Jewish Agency. Northcliffe hat einen Artikel de Haans für die „Times" akzeptiert, der ebenfalls nur diese zwei Dinge enthält." ergab eine Aktiva von öK 20.083#86, eine Passiva von c\K 18.727*49, welche nennenswerten Beträge dank der energievollen Arbeit der Leitung aufgebracht wurden. Die Versammlung dankte der Leitung und Avählt sodann folgende Liste: I. Präses: Oberrabbiner B. Seydl, II. Präses: Lazar Weiß. Als Verwalter wurden die Herren Adolf Stern, Jakob Perl, Max Stern und Heinrich Löwinger gewählt. Revisor: Max Preßburger. Talmud Thora-Schule, Presov. Die Leitung der hiesigen Talmud Thora (Ez Ghajim) Vereines, veranstaltete Sonntag, am 19. Februar, eine Chewra- Sude, an der sich bei 100 Personen, darunter die vornehmsten unserer Gemeinde beteiligten. Schöne divre Thora sprachen die Herren Hermann Wollnen und Reb Szimach Lencz u. a. Bei der Tafel, die bis in den späten Nachtstunden dauerte, wurden CK 2800-— für den Verein gespendet. Mit Spenden über ÖK 100;— beteiligten sich die Herron Lajoa Preis, Josef Fischgrund, M. Glück, Ternye, Osias Zimmermann, Hermann Willner, L. Gottdiener, Emil Klein, Hermann Weiß, Samu Wahrmann, Juda Rosenfeld. Besonderer Dank gebührt den Damen Frau S. Wahrmann, Frau J. Eisenstädter und Frau Nändor Herz, die sich um die Zubereitung der Sudas Mizwa Verdienste erwarben. Spendet für die Jugendgruppe! Rabbiner Markus Danzig ^TL Eine teuere Hebe mußte die Gemeinde Vecse und mit ihr die ganze Slowakei am Sabbat Schekolim entrichten, indem ihr altehrwürdiges und ob seiner außergewöhnlichen Gelehrsamkeit und reinen Jira weit über die Grenzen seiner Heimat bekannter und geschätzter Rabbiner das Zeitliche segnete und seine fünfundfünfzigjährige Tätigkeit beschloß. yr\übp j,Y3 Fünfundfünfzig Jahre hindurch hatte er hier Thora und Jira verbreitet und im fünfundfünfzigsten Jahre war seinem segensreichen und heilvollen Wirken ein Ende gesetzt. So ein eifriger Vorkämpfer der Orthodoxie er auch immer war, so hatte er sich stets und bei jeder Gelegenheit für den Frieden exponiert. Obwohl von der Natur mit einer glänzenden Redekunst begünstigt, durch Fleiß und Ausdauer zur Koryphäe der Thora zum boke und charif entwickelt, prädestiniert eine Großgemeinde zu führen, zog er es vor, in der kleinen Kehilla zu bleiben, um, wie er sagte, sich maschlim zu sein, was ihm auch gelang! Trauerreden hielten: R. H. Klein, Nitra, die Rabbiner aus Sala, Soök, Nove Zamky, Galanta, Sered, Bratislawa, Rabbiner Herzl, Rabb. Donath und R. S.Ungar, Sered; alle hoben das besondere Zidkus und große Hasmodo des Verblichenen hervor, der seiner vor zwei Monaten auch am Sabbat verschiedenen Frau nachfolgte, ii^lün Gegen die „erwachenden 3uden". Eine durch ihre Eigenart besonders eindrucksvolle Protestkundgebung, gegen die aller politischen und journalistischen Moral hohnsprechenden Kampfweise der Wiener Zionisten uad ihres Organs gegen die Orthodoxie und ihre Führer, fand am Samstag P. Mischpotim statt. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Josef Baumgarten, nahm in seinem dieswöchentlichen Samstag Nachmittag-Vortrag, in dem er seine Tefilloerklärung fortsetzte, bei der Berocho von Welamalschinim Gelegenheit, die beiden von der erstgenannten' Seite in der letzten Zeit immer wiederholten Vorwürfe der Eigenbrödelei — Trennungsorthodoxie — und der Verleumdung schärfstens zurückzuweisen. Sowohl vom logischen, als auch vom religionsgesetzlichem Standpunkte, erbrachte der ehrwürdige Redner den unwiderleglichen Beweis, daß der Vorwurf der Verleumdung selbst nur Verleumdung ist, wo in "jedem Belange unanfechtbare, selbstlos im Dienste der Thora und des Judentums stehende greise Gelehrte, über Befragen ihrer ehrlichen Ansicht Ausdruck geben. Desgleichen seien wohl jene, die sich von den durch die Thoragemeinschaft geeinigt gewesenen Judentum im Grundprinzipe losgesagt haben, diejenigen, die das jüdische Lager gespalten haben und nicht jene, die felsenfest honte noch an dem unveräußerlichen Standpunkte festhalten, der uns, am Sinai als lebende Lehre mitgegeben wurde. _ S. St. Purimgescbenke der Administration. Herrn Wolf Pappenheim. Geschichte der Juden in zwei Teilen. Nochern Sokolow. Einen 100.000 Pfund Scheck für Sehehechijonu. Wiener Morgenzeitnng. Recka-Winkeljournalisten als Mitarbeiter. Max Brod. Schir haschirim-Zusammenlegespiel für müßige Stunden. Jabotinsky. Den großen Petljuda-Orden. 0. N. Wien. Anleitung zu Hasard-Wort-Spielen. P. K. Scharfsinnigen Kommentar zu .seinen Artikeln lür die reifere slowakische Jugend. H. P. Wien. Verhaltungsmaßregel für Antikoholiker. Redaktion dor „J. V." 10.000 Kronen und eine Schachtel Sechel-Pastillen. Den Volksverb an diten. Register der pogromisierten Oberrabbiner. Chaim WeitzmaDn. Neue Auflage von „Wie werde icli ein Redner?" und „Anfangsgründe für angehende Diplomaten.'' Rabbiner Dr. Schönfeld. Salonausgabe seiner Reden. I. Teil. Zionistische Reden, II. Teil. Antizionistische Reden. III. .Teil. Zionistische Reden. Max Hofbauer. Ein Paar Friedensengel — Flügel. Die „Jüdische Presse", Berlin. Ein Quantum Spiritus und einen Tiegel Tarn. Der zionistischen Organisation. Oeffentlich-rechtlieh gesichertes Rosenheim in Pattistina. ' E. Stricker. Mittel zur Steigerung des Mandats-Appetites. Zionistische Beamtenschaft in Palästina. 150 Pfund schwere Geschütze, zur Behauptung ihrer Position. Dr. Plaschtes. Ausgemustertes: Autobus und Knigge ins ottakringische Hebräisch übertragen. Frau A. M. Grundbücherliche Uebersehreibung des europäischen Hilfswerkes auf ihren Namen. Hakoah. I. Preis als größter Fuß-Balldower von Oesterreich. Oberrabbiner S. R. Aufenthaltsbewilligung für Verbo. M. Porges. Das Patent auf eiue neuartige Dampfmihle. Hochzeiten. Moritz Löwinger (Beketfa, bei Bratislava) — Charlotte (Albert) Roth (Sopron) Wien, 8. März. Gustav (Wolf) Pappenheim (Wien) — Hanna Goldschmied Halberstadt. 8. März, Halberstadt. Geburten. Adolf und Paula Pappenheim (Wien) eine Tochter. Briefkasten. :cfcf<-C w c fvc^yfiA Bratislava. Wir können in dieser Nummer nicht mehr darauf zurückkommen. Der tschechoslowakische Bericht im „Israelit" beruht auf vollständige Verkennung der tschechoslowakischen Verhältnisse. Der bisherige glänzende Erfolg, den