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Jüdische Presse · 1922-03-03 · 9 (3.3.1922) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
8 (1922)
Issue
9 (3.3.1922)
Date
1922-03-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 9 JÜDISCHE PRESSE Seite 53 Zentralleitung in Warschau zur Verfügung standen. Die Hauptgebiete waren Organisation, Politik, Erziehung und Propaganda. Ueber die einzelnen Punkte werden spezielle Referenten sprechen. Im Allgemeinen soll aber hervorgehoben werden, daß gleich nach der ersten Konferenz die Seymwahlen zusammenkamen, bei welchen die Orthodoxie vor eine neue Situation gestellt wurde. Die Schlojme Emune Jisroel war bestrebt, nach außenhin eine jüdische Einheitsfront herzustellen, trotz unseres guten Willens konnten wir zu keiner Einigung gelangen und so sind wir als selbständige orthodoxe Parteien in den Wahlkampf eingetreten und unsere Kandidaten durchgedacht, die vielfach mit Erfolg aber immer mit Würde die Wünsche und Forderungen der thoratreuen Judenheit im Parlament vertreten haben. Gleichzeitig wäre zu erwähnen, daß wir bei der ersten Konferenz vor drei Jahren die erste Nummer eines orthodoxen Wochenblattes präsentiert haben. Da wurde der Wunsch geäußert, daß dieses Wochenblatt in eine Tageszeitung umgeändert werde. Wir haben diesen Wunsch verwirklicht und mit ungeheuren Schwierigkeiten die erste orthodoxe Tageszeitung geschaffen, welche einen ehrenvollen Platz in der jüdischen Publizistik einnimmt. Dann kam er auf den vornehmsten Zweig der Organisation zu sprechen, nämlich auf das Erziehungswesen. Nach Kriegsende war ein trüber Haufen da, die Jugend den Schulen und Beth-Hamidrasch entfremdet. Da gelang es unserer Organisation Ghederim und höhere Schulen für die Lehrbeflissenen einzurichten und es wird immer ein Glanz für die Tätigkeit der Schlojme Emune Jisroel sein, 'daß in den ersten drei Jahren ihrer Tätigkeit 75.000 jüdische Kinderseelen mit der Seele des jüdischen Volkes und der Thora unlösbaren Kontakt mit den Beth-Hamidrasch zu bringen. Auch wurde die Mädchenerziehung nicht vernachlässigt. Es wurden Beth-Jakobschilen gegründet, wo jüdische Töchter mit echt jüdischen Geist erzogen werden. Einen großen Raum in unserer Tätigkeit nahm auch die praktische Erez Israel-Arbeit ein. Es wurden mehrere Delegationen, eine unter der persönlichen Leitung vom Rabbi aus Ger nach Palästina gesendet, um dort nach praktischen Möglichkeiten zu suchen und das Land mit frommen Juden zu besiedeln. Viele Projekte sind erst in Bearbeitung, einige bereits so weit realisiert, so die Gründung eines Heimes für unsere Ghaluzim in Palästina und die Bau gesellschaft, die sicher und rentabel und dabei eine große idielle Leistung bedeutet. All diese Arbeiten haben wir wohl durch die Kräfte unserer Landes Organisation gesetzt, doch immer im Einverständnis der Zentralleitung der Agudas Jisroel. Wir haben für uns gearbeitet aber indirekt auch für das Wohl der gesamten thoratreuen Judenheit der Welt. Auf propagandistischen Gebiete haben wir mit unserer Delegation in England und Amerika viel für die Verbreitung der Agudas Jisroel-Idee in diesen Ländern beigetragen. Nicht zuletzt stellt er das Zustandekommen der jetzt tagenden Konferenz mit 1100 Delegierten in musterhafter Ordnung, als eine nicht zu unterschätzende Leistung des Zentralkommitees in Warschau, hin. Er ist auf Kritik gefaßt, denn in materieller und technischer Schwierigkeiten konnte das Zentralkomitee nicht überall einschreiten wo es notwendig war und wo es die einzelnen Ortsgruppen und Petenten verlangt haben. Er gibt aber diesen Bericht mit ruhigem Gewissen, da die ^entralleitung unter den gegebenen Verhältnissen nicht mehr leisten und erreichen konnte als eben geschehen ist. (Weiterer Bericht folgt.) flu$ dem Ccscrkrcisc. Babylonische Vereinsverwirrung. Unter den großen Aufgaben, welche die Orthodoxie in ihrer fortschreitenden Entwicklung zu lösen hat, nimmt das Vereinswesen eine dominierende Stelle ein. Dieses Problem steigt riesengroß vor uns auf und fordert drohend seine Lösung. In den letzten zwei Jahren wurden in Wien unzählige charitative Vereine orthodoxen Einschlages gegründet, diese schicken, trotz des exorbitanten Portos und Drucksortenkosten, an die toratreuen Juden Bittbriefe mit Erlagscheine. Fast in jeder Post findet man derartige Zuschriften. Aber es bleibt nicht bei den schon entstandenen Vereinen/Die Sucht nach weiteren Vereinen, mit Anschluß eines Bethauses, welches am Samstag kaum Minjan hat, ist im Wachsen begriffen. Wenn man diese Erscheinung näher betrachtet, merkt man, daß manche pseudo-orthodoxen Kreise eine Scheidelinie zwischen der Orthodoxie des Ostens und Westens durch Vereinsgründungen ziehen wollen. Dieser Umstand zeigt den Mangel an Reziprozität in der Orthodoxie und es muß dieser Zersplitterung ein Damm gelegt werden. Es muß aufs entschiedenste zurückgewiesen werden, die Orthodoxie m zwei Kategorien nach geographischen Begriffen zu teilen. Vom sozial-wirtschaftlichen Standpunkt ist diese Misere sehr bedauernswert und ungesund. Die Regiespesen und der Verwaltungsapparat jedes Zwergvereines verschlingen die milden Gaben der Spender und allerlei Vereinsfonds. Tagtäglich mehren sich die Vereinsangestellten. Diese verlassen das Erwerbsleben m der Meinung eine sichere Existenz und Sinekure sich zu schaffen. Am Ende fallen «diese Personen unverschuldet der Aligemeinheit zur Last. Bei den gegenwärtigen Verhältnissen und Geldentwertung, mögen die berufenen Faktoren das Vereinsproblem baldigst lösen. Die Agudas Jisroel möge die ■Kontrolle über die bestehenden und neu zu gründenden Vereine übernehmen. Die Orthodoxie, welche riesige materielle Opfer bringt, hat das Recht den Abbau der Schein-Vereine und Sparsamkeit zu verlangen. Die Riesen-Räte, welche in 30 bis 40 Vereinsvorstände ad personam dominieren, werden mit Freude die Zentralisierung begrüßen, denn sie werden einer Sache ihr ganzes Interesse widmen können. Josef Weiß, II. Große Sperlgasse 40. Verlobungen. Ignatz Klein, Präses des jüdischen Jugendvereines (Miskolcz) — Elsa Herskowitz (Miskolcz). Sigmund Weiller (Sopron) — Elvira Holzer (Szombathely). Jubiläum. Die Firma Adolf Nagel (Budapest) feiert das fünfzigjährige Jubiläum. vxr/zttäCKr<£Ci /.sv.vvXv \\ 'X/X/A &'&&m?M:> x>/,frS\y£r/'ozr/,%z sji ^Ts>_<>.v.'S v^v; > < 'X&'tX/^fysyify F. N. Au contraire! Wir sind der edlen Kollegin „W. M." für den Abdruck unseres Artikels über die Papstwahl außerordentlich verbunden. Der Artikel war natürlich nicht an den Leserkreis gerichtet und wir gestehen es bescheiden, daß jene Kreise, für welche er bestimmt war, viel besser durch die „W. M." zu erreichen sind, als durch unser Blatt. Die „W. M." hat unsere Absichten aufs Entgegenkommenste gefördert. Krakau. In der Rubrik „Eingelaufene Bücher* werden alle einlangenden Bücher ausnahmslos publiziert. flpda$ jisroel-JJugendgruppe. Heim: Obere Donaustraße 69 (Eingang Floßgasse). Schiurim-Einteilung. Samstag1: VsH Uhr vormittags Mögen Awrohom, 4 Uhr nachmittags Vortrag. Sonntag: 7 Uhr Sidrah mit Ramban, 8 Uhr Gemoroh: Taanis. Montag: wie Sonntag. Dienstag: wie Sonntag. Mittwoch: 7 Uhr T'nach: Samuel II, 8 Uhr Gemoroh: Taanis. Donnerstag: wie Mittwoch. Außerdem täglich 1/27 Uhr abends: Gemoroh: Chulin (Für Kaufleute). Außerdem täglich lJ28 Uhr abends: Gemoroh: Bowe Mezie (Poale A. J.) Mitteilung. Presse- und Propaganda - Ausschuß: Amtsstunde: Allwöchentlich Donnerstag 8 bis 9 Uhr abends (Bibliothekszimmer). Entgegennahme von Berichten, Mitteilungen, Abonnements usw. flpüas :li$rocl*lflä(iclKniUuppe, Wien, IL, Nestroygasse 11 Adas Jisroel (Schiffsctml), II., BroBe Schiff passe 8. Gebetstunden: 3. bis 10. Adar. Freitag, den 3. Adar, Sabbateingang 6 35 Uhr. Samstag flÖTin 'ö: Morgengebet 6 45 und 9*30, Mincha 12-16 und 3-30 Uhr, Sabbatausgang: 6 20. An Wochentagen Morgengebet: 6*30, Mincha 6*30 Uhr. Dienstag TTNI Rndet um 515 Uhr ein statt- Freitag, 10. Adar, Sabbateingang 5-45. Besorgt u. überwacht die Drucklegung von onsD und jüdischen Werken aller Art. Erteilt an Interessenten fachmännische Rat- -:- schlage -:- Samu Bock (Bratislava) Gisike Herzog (Werbau) Verlobte HS Konkurse. HS Lehrplan. Samstag vormittags: 11—12 Uhr, Vortrag (Sidroh). Montag abends: 7—8 Uhr, Vortrag (Chumesch). Mittwoch abends: 7—8 Uhr, Vortrag (Chumesch). Jeschiwo - Sektion. Thoraspenden im Beth-Hamidrasch „Thora ez Chaim" K 7954, N. N. 324, Isaak Sperber 500, Salomon Lemberger 600, Simon Felsenburg 6000, Anonym VII. Bezirk 5000, E. B. (durch Sigmund Stern) 1000, Isidor Steiner 3000, Eduard Deutsch (durch Wolf Pappenheim) 10.000, Schabse Seidmann (durch Wolf Pappenheim) 600; zusammen K 33.878. Spenden. Chaim Korall K 2000, Tempelspende B. Mansohn 1000, Tempelspende Verein „Achdus Jisroel" 1742, Tempelspende Agudas Jisroel, Wiener-Neustadt 4270; zusammen K 9012. Ukrainer Pogromopfer. Verein „Thalmud Thora" K 180, Sigmund Hamburger 64; zusammen K 244. Bepatriiernngsfonds. Direktor David Schlesinger K 60.000. Mädchengruppe der Agndas Jisroel. Durch Frl. Hedi Hirschler: Alex. Steiner K 2000, Moritz Schlesinger 1000; durch Frl. Hedi Ehrenfeld: Max Blatt 200. Mädchengruppe : Durch Frl. Hedi Hirschler: Bruno Hirschler K 5000-—; Elsa Schwarz durch Frl. Hedi Ehrenfeld K 500, Max Blatt K 200—. Krankensektion: K 5000-—, Frl. N. Silberstein poln. Mk. 2000—. Herausgeber: „Jüdischer Verlag G. m. b. H." — Verantwortlicher Redakteur: Jakob Deutsch. Für die Tschechoslowakei: Heinrich Schwarz. — Druck: Genossenschafts-Buchdruckerei, Wien, VIII., Hernalser Gürtel 20. — Telephon Nr. 19.772. Bei der isr. Kultusgemeinde in Mähr.-Ostrau gelangt die Stelle eines 3. pnim tomw | der zugleich als nS^Sn bjD an den hohen Feiertagen für das Filialbethaus der Kultusgemeinde verwendet werden kann, vorläufig auf ein Jahr provisorisch zur sofortigen Besetzung. Bewerber dürfen das 35. Lebensjahr nicht überschritten haben, müssen tschechoslowakische Staatsbürgersein und von drei anerkannten orth. Rabbinern mb3p besitzen. Gehalt nach Uebereinkommen. Gesuche mit Zeugnisabschriften über Alten Familienstand und bisherige Verwendung sind bis zum 15. März an das Präsidium der isr. Kultusgemeinde Mähr.-Ostrau zu richten. Dr. Alois Hilf, Präses. Die sephardische orth. Gemeinde von Senta (Jugoslavien) sucht einen y)w der gegenwärtig in dieser Eigenschaft tätig ist und guter fi'SD, guter K"T)p ist und in jüngeren Jahren j steht. Gehalt laut Uebereinkommen. Den hiesigen I Verhältnissen entsprechendes, gutes Einkommen gej sichert. Zeugnisse von annerkannten Gedolim erforderl. Adresse: Sandor Pollak, Präses. Tausch. Die Bibliothek der Agudas Jisroel Jugendgruppe, Wien, IL, Obere Donaustraße 69, sucht die gut erhaltenen, in zwei Bänden gebundenen Jahrgänge 1892/93 und 94 gegen die Jahrgänge-bis 1890, ferner die Jahrgänge 1894, 96, 98 und 1900 des „Israelit" zu tauschen. Tag März Adar Notizen Sonntag 5. 6. Letzter Tag der Führerschaft Mosis — Tod des Wiener Rabbiners Weidel 5890 — Tod Rabbi Sew Wolf Tewarje 5583 — Tod R. Moses Meir, Ostroha-Kunitz 5578 — Tod R. Abraham Halevy Bing, Landesrabbiner in Würzburg, 89 Jahre alt, 5601 Montag 6. 6. Uebergabe der Führerschaft an Josua — Pogrom wegen schwarzer Pest in Worms 5109 — Tod des Preßburger Dayan R. Daniel, Proßnitz 5606 — Tod R. Isak Auerbach, Lentschitz (Diwre Chaim) 5608 Dienstag 7. 7. Geburtstag Mosis 2369, gleichzeitig dessen Todestag 2489 am Sabbat-Nachmittag (Sederolam) — Manna fällt nicht mehr — Inquisition verbrennt tausende Juden, Toledo 5246 — T.od Rabbi Schlome Ephraim, Prag (Ollelos Ephraim) 5379 — Tod R. Moses Katz-Rappaport, Tarnopol 5443 — Pogrom in Lentschitz 5884 — Exhumierung R. Mordechai Benet in Lichtenstadt und Begräbnis in Nikolsburg — Tod R. Jizchok Eisik Kaiisch, Stampfen 5642 Mittwoch 8. 8. Tod R. Esra Selig Bal-Schem, Lublin 6465 — Tod R. Gabriel Abraham, Pintschow 5543 — Tod Rabbi Arje Leb (Pne Arje, Sohn des Pne Joschna), Hannover 5549 — Freudensignal wegen erbeteten Regen in Jerusalem Donnerstag 9. 9. Freudensignale wegen erbeteten Regen in Jerusalem (am 8. und 9. Adar) — Tod R. Mordechai Meisel, Prag 6361 — Tod R. Simche Bunem, Krakau (Eidam des Rmo) 5384 — Tod R Simon, Lublin — Tod R. Chaim Kolomea, Lemberg 5433 — Tod R. Menaschem Mendel, Sziget 5594 Freitag 10. 10. Hohe Rabbi Löw bei Kaiser Rudolf, Prag 5852 — Tod R. Josef Chajes, Lemberg 5455 — Tod R. Mose Arje Oesterreicher, Nagykaroly 5680 Samstag 11. 11. Tezawe - P. Sochor - Haftora: Ko omar haschem - Tod R. Abraham Lisker-Rassinin Hannover 5444 - Tod R. Oscher Ensil, Pintschow - Tod R. Jechiel Michel (Berlin) - Tod R. Jizchok Nosson Lipschitz, Eidam des Schaare Thora, Szänto 5634 - Tod R. Dawid Katz, Trencsen 5543

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