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Jüdische Presse · 1922-01-27 · 4 (27.1.1922) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
8 (1922)
Issue
4 (27.1.1922)
Date
1922-01-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 4 JÜDISCHE PRESSE Seite 23 Am Abend fand abermals eine erweiterte Vorstandssitzung statt, um die Maßnahmen zur Durchführung der angenommenen Beschlüsse zu beraten. Montag, den 2. Tebeth weilte Herr Braun in Dunajska-Streda (Duna-Szerdahely). Aus diesem Anlasse beriefen die Ortsgruppe und die Jugendgruppe eine Versammlung ein, der trotz des schlechten Wetters ein ansehnlicher Teil der jüdischen Bevölkerung anwohnte. Rabbiner Herr Dr. Silberstein eröffnete die Versammlung und Herr Braun, erzielte mit seiner Rede die gleichen Erfolge, wie in allen vorangegangenen Versammlungen. tt Dienstag, den 3. Tebeth, bot sich Herrn Braun in einer ad hoc einberufenen Vorstandssitzung der Agudas Jisroel-Ortsgruppe in Komarno (Komorn) Gelegenheit, auch dort die Agudatätigkeit in Schwung zu bringen und sie den gegenwärtigen Aufgaben gemäß systematisch zu organisieren. Ein recht zahlreiches Publikum versammelte sich am Mittwoch, den 4. Tebeth im Bet-Hamidrasch zu Pystian, wo Herr Braun als Gast der Ortsgruppe und der Jugendgruppe weilte. Der Präsident der Ortsgruppe Herr Karl Holzer eröffnete die Versammlung. Herr Braun entwickelte das Programm, schilderte die bisherige Tätigkeit und skizzierte die bevorstehenden Arbeiten der Agudas Jisroel auf allen Gebieten des jüdischen Gemeinschaftslebens sowohl in den.Ländern der diaspora als auch besonders im heiligen Lande, wo gerade in der Gegenwart der vereinigten Orthodoxie Aufgaeen erwachsen sind, wie kaum in einer Zeit zuvor. Der Apell des Referenten zu zielbewußter gemeinsamer Arbeit, im Rahmen der Wellorganisation wurde von der Versammlung begeistert aufgenommen. Herr Oberrabbiner Weber ergänzte die Ausführungen des Referenten und legte im Namen der Ortsgruppe das Gelöbnis ab, mit allen Mitteln die Ziele der Agudas Jisroel zu fördern. Den aus mehreren Gemeinden der Slovakei an Herrn Braun gelangten Einladungen zur Mitwirkung bei Gründung und Organisierung von Ortsgruppen der Agudas Jisroel, gedenkt er bei einer zweiten Rundreise Folge zu geben. TTT. Delegkrtentaa der Hguda^ugendgruppen der Slowakei. (Fortsetzung:.) Zweiter Tag. Der Vorsitzende legt die Statuten vor, beruft sich auf Antrag Stern Streda, daß die Provinz herangezogen werde. Der Sitz bleibt nach denselben in Bratislava, sieben Herren aus Bratislava gehören der Zentralleitung an, aus der Provinz werden in die Verbandsleitung ernannt von den einzelnen Gruppen nach 50 ein, nach mehr zwei Mitglieder. Es soll eine Landesfinanzkommission gegründet werden. Jede Gruppe nominiert ein Mitglied in dieser Kommission. Diese Vorschläge der Statutenkommission werden angenommen. Weiß (Topolcany) beantragt, daß jede Gruppe, wo noch keine Jeschiwa oder Talmud-Thora ist, dahin trachte, daß solche gegründet werden. Aufgabe dieser Sektionen soll es sein, Kinder armer mittelloser Eltern das Lernen zu ermöglichen, und zwar dadurch, daß für dieselben Kosttage, Quartier, Kleider und sonstige Bedürfnisse besorgt werden. Um an keine unwürdigen Bachurim Mittel und Kräfte zu vergeuden, wäre es zweckmäßig, wenn die Mitglieder der Aktion zeitweilig Nachfrage hielten über Fleiß und Betragen derselben. Die Beschaffung der Mittel dieser Sektionen, geschehe hauptsächlich durch Sammlung von Monatsbeiträgen, wobei haupthauptsächlich Mitglieder der Gemeinde angegangen werden mögen, ferner durch Spenden anläßlich des Ojle Lethora, durch Anbringung von Täfelchen im Tempel. Womöglich sei es bei der Repräsentanz zu erwirken, daß zumindest ein Sabbath im Jahre dem Keren Jeschiwa zugewendet werde. Den Antrag Link, der dahin lautet, daß Kinder armer Eltern, die in solchen jüdischen Lehranstalten lernen, zu unterstützen, empfiehlt er zur Annahme. Ferner, daß Gruppen, wo keine derartigen Lehranstalten sind, solche Gründungen anregen und auch kräftig dazu beitragen mögen. Wo die Gründung jedoch unmöglich, soll das aufgebrachte Geld, welches gesammelt werden muß, der Leitung respektive der Landesjeschiwaaktion zur Verfügung gestellt werden, und zwar hat diese Abgabe bis zum 15. eines jeden Monates zu erfolgen. Die Zentralleitung hätte sodann diese Beträge nach Anzahl der Bedürftigen gleichmäßig aufzuteilen. Der Leiter dieser Aktion soll allmonatlich über die Arbeiten referieren, beziehungsweise Ordres erteilen. Link (Topolcany) beantragt, von den einzelnen Ortsgruppen für unsere Jeschiwa-Aktion Subvention zu fordern. Der Antrag Weiß (Topolcany) wird als Anregung angenommen. Beck (Trnava) weist auf die Zustände in den slowakischen Dörfern, diese sollen mittelst großzügiger Propaganda, Broschüren, Vorträge usw. herangezogen werden Ferner soll das Vertrauensmftnnersystem eine Erweiterung erfahren. Ackermann (Pfesov) wünscht eine leichtfaßliche Broschüre über die Aguda. (Vors.: Es soll ein Preis ausgeschrieben werden für die Zusammenstellung einer solchen Propagandaschrift.) Schreiber (Bratislava) meint, in Anbetracht der schwachen Finanzen ersetze die Zeitung eine solche Broschüre. Friedmann (Topolcany) wünscht ein genau detailliertes Arbeitsprogramm, welches in Form einer Broschüre erscheinen und von den Ehrw. Rabbonim und Gemeindevorständen unter der Jugend verbreitet worden sollte. Glück (Bratislava) glaubt, daß alle Anträge durch die ^Jüdische Jugend" überflüssig werden und beantragt, für die Ostslowakei eine leichtfaßliche Propagandaschrift. Ein Organ für die Ostslowakei zu schaffen, erklärt Redner als besonders wichtig. Der Vorsitzende erklärte, daß es Aufgabe der Leitung sei, für das Pressewesen gehöriges Verständnis aufzubringen, beantragt, daß jedes Mitglied per Woche 20 Heller für den Preßfonds bezahle (außer der Subvention), ferner, daß die Subvention derart erfolge, daß jede Gruppe per Mitglied 50 Heller monatlich bezahle (außer die 20 Heller). Der Antrag wurde vorläufig als für drei Monate bindend angenommen. Bei Erörterung der Finanzfrage beantragte der Vorsitzende eine Erhöhung des Beitrages um c K 3-—, außerdem 10 Proz. Manipulationsgebühr nach Aktionsgelder. Es müssen d" K 12.000, das minimalste Budget des Bureaus, gesichert werden. Bei •dieser Erhöhung selbst ist diese Summ© nicht gesichert und der Preßburger Gruppe können für die Zukunft nicht noch mehr Lasten aufgebürdet werden. 10 Proz. Manipulationsgebühr sind vom Rabbinischen Rate der Aguda genehmigt worden. Ackermann (Presov) meint, von jeder Veranstaltung gehören 50 Prozent dem Organisationsfonds (ang.). (Vors.: Es sollen in jeder Gruppe solche getroffen werden.) Beck (Trnava) beantragt Gründung eines Hellervereines (wird angestrebt). Herz (Topolcany) will, daß bei freudigen Anlässen Sammlungen eingeführt werden sollen. Schlesinger (Topolcany) beantragt die Herausgabe von Agudamarken im Werte von 50 bis 60 Heller, deren Besorgung er selbst übernehmen würde (ang). Der Vorsitzende ersucht, der Finanzfrage die weitgehendste Beachtung zu schenken und die zu wählende Exekutive mit einer Befugnis auszustatten, diesbezügliche Beschlüsse fassen zu dürfen (ang), ferner empfiehlt er, der K. E. J.-Sektion Beachtung. Ungar (Bratislava) beantragt, daß die Gelder für den K. E. J. als Zeichnung von Bausteinen aufgenommen werden, verspricht sich von diesem großen Erfolg und glaubt seinen Plan auch ohne die Ortsgruppen durchführen zu können. Der Vorsitzende formulierte den Antrag und beauftragte die Exekutive, innerhalb zwei Wochen Pläne zu unterbreiten und zu publizieren. Ferner beantragt er die Wahl. Es wird per Akklamation folgende Liste gewählt und gleichzeitig die Einteilung der Aktionen vorgenommen. Die Zentralleitung in Bratislava besteht aus folgender Exekutive: Dr. Karl Rosenbaum, Organisation; Alfred Rosenbaum, Presse; Samuel Schreiber, Erez Jisroel; Desider Ungar. Finanz; Adolf Fischer, Jeschiwa; Heinrich Kohlmann, Soziale Fürsorge; Wolf Weiß, andere Aktionen. Die Verbandsleitung soll von den Gruppen demnächst gewählt werden. Ackermann (Presov) beantragt, daß die Gründung einer Talmud- und Gewerbeschule forciert werde, (Vors.: Wir werden diese Idee propagieren). Linck (Topolcany) konstatiert, daß die einzelnen Gruppen die Schuld daran tragen, wenn noch wenig geschehen ist, die Zentralleitung hatte ihrer Pflicht vollkommen genüge getan. Ueberall ist es möglich Geld zu schaffen, wenn das ernstliche Bestreben und das Interesse für die Sache vorhanden ist. Er will selbst für die Aufbringung nahmhafter Summen das seinige tun. Ungar (Bratislava) führt aus, daß die größte und wichtigste Aufgabe der Jugendgruppen in der Sammlung großer Summen bestehe, welche nur dann möglich ist, wenn es zu einer Matbea schel Usch, zu einer Münze, die vom Feuer der Begeisterung herrührt, gemacht wird. Der Vorsitzende resümiert die Beschlüsse, wirft einen kurzen Rückblick auf die Leistungen resp. Resultate der Beratung und ersucht um eine rege Propaganda von Mann zu Mann. Arten der Eheschließung Gebrauch machen. Nachdem die Beweggründe, die gewöhnlich zur Bevorzugung des Standesamtes führen, angegeben worden waren (Wegfall der religiösen Ehehindernissen, vermeintliche größere Einfachheit und Billigkeit, Mode), wies Redner auf die Folgen hin. Während nach jüdischem Gesetze alle Kinder einer jüdischen Mutter Juden sind, richtet sich nach dem bürgerlichen das Bekenntnis der Söhne nach dem Vater, dadurch wird fortan, da nunmehr die Abschließung einer Mischehe nicht die geringsten Schwierigkeiten hat, die Konfession eines Kindes nie zuverläßig angegeben werden können. Wenn aber beide Teile Juden waren und durch die standesamtliche Trauung ein religiöses Hindernis beiseitigen wollten, z. B. wenn eine bloß gerichtlich geschiedene Frau wieder heiratet, so sind die Kinder geradezu „Mamserin", mit denen eine Heirat unmöglich ist. Nur unermüdliche Aufklärungsarbeit, der Hinweis, daß die standesamtliche Trauung neben der religiösen zuläßig ist, kann da manches Uebel verhüten. Für die Zukunft aber würde jeder gewissenhafter Rabbiner, bevor er eine Trauung vollzieht, nach der Abkunft von Braut und Bräutigam genau nachforschen müssen, es würde innerhalb des Judentums eine Scheidewand zwischen den Bekennern errichtet werden. Der Vortrag und die anschließende Debatte hatte zur Folge, daß mancher der Zuhörer nicht nur seine Ansicht über die Frage änderte, sondern auch erklärte, seine Handlungsweise im Sinne der gehörten Ausführungen einrichten zu wollen. Aus Lucanec (Losoncz). Mit dem Amtsantritte des Oberrabbiner Unsdorfer als geistiger Führer der Gemeinde, ist auch ein echt jüdischer Geist in , der Gemeinde eingezogen. Das Aufblühen der Jüdischkeit drückt sich in der Gründung jüdischer Institutionen aus, ohne die ein religiöses Gemeindeleben gar nicht denkbar ist. So ist hier eine Talmud Thora-Schule gegründet worden, um Kinder im althergebrachten Thorageiste zu erziehen. Diese Talmud Thora veranstaltete eine gutgelungene Ghanukafeier, bei der der Oberrabbiner eine schwungvolle Rede hielt, in welcher er einen warmen Appell an die Anwesenden richtete, auch weiterhin zur Hebung unseres Judentumes mit vollster Kraft beizutragen. Die Rede machte auf die Anwesenden einen tiefen Eindruck und es ist zu hoffen, daß die orthodoxe Idee, auch in Lucanec eine wahre Heimstätte haben wird. Ueber standesamtliche und religiöse Trauung sprach in der letzten, allgemein zugänglichen Mitgliederversammlung des Prager „Sinai" der Vereinsobmann, Herr Dr. J. Jeiteles. Das Thema ist besonders aktuell, weil neuerdings viele jüdische Kreise von der staatlichen Gleichstellung der beiden Moritz Hofbauer s. A. Am 12. Tewes starb in Wien Herr Moritz Hofbauer, Bruder des Herrn Bernhard Hofbauer, im 82. Lebensjahre. Der Verblichene bewährte sich selbst in der Großstadt als streng gesetzestreuer Jude und war stets bestrebt, mit seiner ebenbürtigen Gattin, geborene Gewitsch, seine Kinder nach dem Thora- und Dereoh-Erez- System heranzubilden. Außer seine Esches-Chajil betrauern ihn Kinder, Schwiegerkinder, die vermöge ihrer Geistes- und Herzensvorzüge zu den Stützen der Gesellschaft zählen, unter ihnen Herr Professor Dr. Isidor Hofbauer (Dresden) und Dozent Doktor Ludwig Hofbauer (Wien), deren Leben — trotz ihrer hohen Stellungen — in harmonischen Einklang steht mit den Gesetzen der Thora und die mit Begeisterung die Interessen der Orthodoxie vertreten und tatkräftig fördern. Möge insbesondere ihnen das Sechüs ihres frommen Vaters beistehen, nach wie vor Großes und Ersprießliches leisten zu können zu Ehren Haschims, zum Heile der Menschheit. Zufolge der fortwährenden enormen Steigerung der Herstellungskosten sind wir genötigt, die Abonnementspreise folgendermaßen zu erhöhen: für Deutschöslerreich K 2000 „ Rumänien 70 Lei „ Jugoslawien 40 Dinar? Polen 1000 Mark. Einzelnummer K 40. Tag Tebeth Jänner Notizen Sonntag 29. 29. Erew Rosch chodesch — Jörn Kippur Koton — Moled Samstag früh 6'513/i<» Minuten — Tod R. Mordechai Daiches, Krakau 6466 — Tod R. Selig, Großvater des Belser, Brody 5491 — Tod R. Manachem Mendel, Gyulafehervär 6583 — Tod R. Noa Sam. Lipschitz (Ser Sohow), Bersan 5592 Montag Schwat 1. 30. Rosch-chodesch Sehwat — Tod R. Nasson Juda Halpern, Venedig 5375 — Tod R. Aaron Samuel, Frankfurt 5526 — Tod R. Awr. Meschullam Ostroha (Diwre Raw Meschullam), Sohn des Chacham Zwi 5537 — Tod R. Elieser (Mischnos d. R. Elieser), Altona 5574 — Tod R. Juda L. Essenstadt, Szobrancz 5627 — Tod R Abraham Glasner, Klausenburg 5638 — Tod R. Moses Schick, Huszt 5439 Dienstag 2. 31. Altjüdischer Gedenktag (Tod König Jannai) — Tod R. Leb Mochiach, Schüler des Balschem 5539 — Tod R. Mordechai Urenstein, Lemberg 5547 — Tod R. Jischa Hanpule (Bruder des-Noam Elimelech) 5560 Mittwoch 3. Februar 1. Tod R. Josef Rakower Eibenschitz (Merkewes ha-mischna) 5466 — Tod R. Juda L. Ettinger, Lemberg 5500 — Tod R. Juda Leb Kutna (Sajis raanon), begraben in Jerusalem — Tod R. Salomo Deutsch (Sde zofim), Nitra 5640 — Tod R. Akiwa Steinhardt, Also Kubin 5606 - Tod R. David Schuck, Tokaj 5649 Donnerstag 4. 2. Tod R. Moses Rottenberg, Altona — Brisk-Tiktin — Tod R. Meir Bachrach, Wien 5481 Tod R. Awrohom hakohen Kalisker (Ghessed PAwrohom), Kollege des Wilnaer Gaon, Schüler des Meseritscher Maggid, Tewarje 5570 — Tod des Krakauer Dayan R. Noa Elieser Lesegeld 5572 Freitag 5. 3. Tod des Aeltesten unter Josua — Tod R. Awrohom Dawid, Kadelburg 5695 — Tod R. Arje Leb Reichert, Kolta 5607 Samstag 6. 4. Boi — Haftoro: Hadowor ascher diber — Tod R. Josef Bamberg 5512 — Tod R. Chaim Zanser (Ghachme ha-klaus), Brody 5543 — Tod R. Salomo, Warschau 5599 5. im Kalender. Er hat ausnahmslos 30 Tage. Der erste Schwat fällt nie an einen Sonntag und Freitag. Nach Schammai ist der 1. Schwat Rosch-Haschono der Bäume, nach Hillel der 15. (Ghamischo ossor beschwat). In Schwat hielt Moses seine Reden (bis 6 Adar). Pri Megodim sagt, wenn der 1. Schwat an einen Mittwoch fällt, gibt es großen Schneefall und Frost. Nach R. Juda beginnt der Winter (in Erez Israel) am 1. Schwat. Das Sternbild des Monates ist der Wassermann. In der Bibel kommt der Name Schwat einmal in Secharja (1, 7) vor. Am 2. Schwat war altjüdischer Danktag. Da starb König Jannai, der, als er im Sterben lag, 70 Fromme einkerkern ließ, mit der Drohung, daß sie hingerichtet würden, falls er sterben würde. Seine Frau zog aber dem sterbenden König den Ring vom Finger, sandte ihn zum Gefängniswärter, als ob der König die 70 Aeltesten begnadigt hätte. Kone meint, daß Schächter im Schwat keine Gans schlachten sollen, es sei denn, daß vom Herz der Gans genößen (nach Taschbaz auch im Tewes nicht). Nach Schach wäre von der Leber zu genießen, nach anderen von den Füßen; in vielen Orten zahlt man daher Lösegeld. Der russische Jude sagt Swat nebrat, der Schwat ist kein guter Bruder. Von der gesundheitsschädlichen Witterung des Schwat sagte man auch: Ki lo jonuach „Schwat horoscho". Darum sei Schwat der Anlaß zur erhöhten Wohltätigkeit.

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