Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 8 (1922)
- Issue
- 4 (27.1.1922)
- Date
- 1922-01-27
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 20 JÜDISCHE PRESSE Nr. 4 um uns jenes internationale pazifistische Denken anzuerziehen und als Menschen und als Volk zu entmannen, damit andere mit starkem nationalen Wollen uns beherrschen, dabei die, die uns diese Worte bringen. Seite 61. Mit Frankreich und England Hand in Hand arbeitete die Oberleitung des jüdischen Volkes.2 Vielleicht führte sie beide. Sie sah den kommenden Weltkrieg als das Mittel an, ihre politischen und wirtschaftlichen Ziele durchzusetzen, den Juden in Palästina ein Staatsgebiet und Anerkennung als Volk zu erwerben und ihnen in Europa und in Amerika eine überstaatliche und überkapitalistische Vormachtstellung zu verschaffen. Auf dem Wege zur Verwirklichung dieses Zieles erstrebten die Juden in Deutschland dieselbe Stellung, wie in jenen Landern die sich ihnen schon ergeben hatten. Dazu brauchte das jüdische Volk die Niederlage Deutschlands. Teile dieses jüdischen Volkes standen innerhalb unserer Grenzen. Das Juden auch für Deutschland bluteten sei betont. Seite 52. Hätte die Politik einen aufmerksamen Blick in die führende demokratische und sozialdemokratische Presse geworfen3, sie würde erkannt haben, daß diese mit der feindlichen Propaganda Hand in Hand arbeitete und zu einem Werkzeug der auf Deutschlands Vernichtung hinzielenden Arbeit Englands, Frankreichs und der Leitung des jüdischen Volkes wurde. Seite 126. Besonders verderblich war das Wirken der jüdischen demokratischen Blatter, allen voran das ,Berliner Tagblatt * und die „Frankfurter Zeitung".* Seite 141. Die Kreise, die das Volk wohl am meisten schädigten haben den Krieg in Wohlleben verbracht und sich bereichert. Diese Ungerechtigkeit hat gerade in den deutsch empfindenden Kreisen tiefe Erbitterung verursacht: denn die Genießer und Kriegsgewinnler waren zunächst vornehmlich Juden, deren Bestrebungen sie mit tiefstem Mißtrauen verfolgten. Ihnen war in den Krie^sgesellschaften, so wie es die Urheber unserer Kriegswirtschaft wohl wollten, ein vorherrschender Einfluß eingeräumt und damit Gelegenheit gegeben worden, sich immermehr auf Kosten des deutschen Volkes zu bereichern und von der deutschen Wirtschaft Besitz zu nehmen, um so eines der machtpolitischen Ziele des jüdischen Volkes zu erreichen. Die deutsch empfindenden Kreise hatten das deutsche Volk, das mit den Waffen in der Hand um seine Freiheit rang, a"n das jüdische Volk verkauft und verraten. In der Ausnutzung der Not des Vaterlandes traten neben Juden, Deutsche, die viele Eigenschaften des jüdischen Volkes, nur nicht dessen Rassen- und Volksbewußtsein, dessen nationalen Sinn angenommen hatten, ihr Handeln, bar jedes höheren Antriebes wirkte noch abstoßender als das von den Juden, die, wenigstens zum Teil, bewußt jüdische Macbtpolitik trieben — allerdings auf Kosten des Staates, dessen Angehörige sie zu sein vorgaben. Seite 143. Aber ich gebe zu, daß es zum Beispiel ein Fehler war, auf ein Verständnis für die Not des Landes bei den Führern der internationalen Sozialdemokratie, den Führern der Demokratie, des linken Zentrumflügels und der Judenschaft in Deutschland und auf ein Zurückstellen ihrer eigensüchtigen Bestrebungen zu rechnen, wenigstens so lange als das deutsche Volk im Daseinskampf stand. Seite 190, 192. In diesem Kampf gegen den Volksgeist in Deutschland und Oesterreich-Ungarn stand das jüdische Volk in seiner Masse ausgesprochen auf Seiten der Entente und verstärkte ihre Werbearbeit. Es arbeitete für sie mit dem Bne Brith-Orden5 mit der Alliance israelite universelle, dem Zionismus und der internationalen Freimaurerei. Die Entente arbeitete wiederum für das jüdische Volk. Am 2. November 1917 erklärte Balfour, getreu der seit Langem befolgten Politik, daß die englische Regierung die Schaffung einer politisch und rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina für das jüdische Volk in Palästina mit allen Mitteln durchsetzen werde. Das Geschick 2 Die Frage der Art der Oberleitung des jüdischen Volkes in der Zerstreuung ist für die anderen Völker noch nicht geklärt. Herr Walther Rathenau schrieb in der „Neuen Freien Presse" vom 25. Dezember 1909: „Dreihundert Männer, von denen jeder jeden kennt, leiten die wirtschaftlichen Geschicke des Kontinents und suchen sich Nachfolger aus ihrer Umgebung. Die seltsamen Ursachen dieser seltsamen Erscheinung die in das Dunkel der künftigen sozialen Entwicklung einen Schimmer wirft, stehen hier nicht zur Erwägung". (Gefragt ist nach Art und Wert unseres geschäftlichen Nachwuchses".) 3 „Frankfurter Zeitung", Berliner Tagblatt", „Vorwärts". i Nur kann ich nicht damit einverstanden sein, daß diese Tätigkeit des „Berliner Tagblattes" nicht Ausfluß einer politischen Gesinnung gewesen wäre. Es wird die geschichtliche Wahrheit treffen, wenn festgestellt wird, daß es sich hier um eine planmäßige Arbeil des Judentums und der unter seinem Einfluß stehenden demokratischen Kreise handelt. 5 In der Sammelschrift „Das deutsche Judentum, seine Parteien und Organisationen, Berlin-München 1919", gibt der Jude Dr. Alfred Goldschmidt ein Bild über die weite Verbreitung des unabhängigen Ordens Bne" Brith-U. 0. B. B. in Nordamerika, Europa und Asien und fährt fort: „In gleicher Weise darf von der Großloge gefragt werden, daß es wohl kaum eine jüdische Organisation von Bedeutung i n Deutschland gibt, in der sie nicht in irgendeiner Weise beteiligt ist. Der U. 0. B. B. ist ein jüdischer Orden. Er setzt Treue zum Judentume voraus und dient der Pflege und Stärke jüdischen Bewußtseins, diese Note, die sich stützt auf Stammesgemeinschaft, geistige Wesenheiten, gemeinsame Geschichte und gemeinsames Geschick . . . Darf neben der religiösen und neben der nationalen, die von einer bestimmten Partei vertreten wird, beanspruchen, die Judenheit auf gemeinsamer Grundlage aus den verschiedenen Lagern zu vereinen und zu verbinden". In dem Heft „Das Wesen und die Leistungen des Ordens U. O. B. B. gedruckt 1911, neuaufgelegt 1917, schreibt Bruder Kuznitzky: „.. . Was von ihm selbst und unter seine Aegide vollbracht worden ist, redet eine so deutliche Sprache, daß jedes Kommentar überflüssig erscheint. . . „— Sie werden . .. wohl ermessen, daß was wir in vielen Jahren (seit 1843!) au Ideen und Werten geschaffen haben, nicht nur für die Güte unseres Ordens spricht, sondern, daß vielmehr unser Orden als eine Tatsache von ungeheurer Tragweite, von überragender Bedeutung für die gesamte Judenheit sowie die gesamte Menschheit sich erwiesen hat.. .* Endlich weise ich auf das Buch „Geschichte des Orden Bnei Bris in Deutschland 1882 bis 1907" von Sanitätsrat Dr. Mareczki — Berlin ohne Jabreaangabe — hin. Es gibt ein anschauliches Bild von der Entwicklung des U. 0. B. B. in Deutschland, „von seinem gewaltigen Wirken und seiner furchtbaren Energie" sowie von seinem Zielbewußtsein. des jüdischen Volkes war damit allen fühlbar aufs engste mit dem Siege der Entente verbunden8. Seite 284. Den am 18. Dezember in Kreuznach von Seiner Majestät gebilligten Richtlinien widersprach durchaus das Auftreten des Grafen Gzernin am 25. Dezember in Brest-Litowsk. Er hatte sich die jüdisch-bolschewistische auch von der Sozialdemokratie Deutschlands und Oesterreichs vertretene Forderung nach einem allgemeinen Frieden zwischen den kriegführenden Ländern zu eigen gemacht und die Schlagworte keine „Annexionen und Kriegsentschädigungen" und „Selbstbestimmungsrecht der Völker* angenommen. Seite 291. Besonders bezeichnend ist es, daß wir in dem Frieden von Bukarest die Gleichberechtigung der Juden durchgesetzt haben, während eine Ahndung für die von Rumänen an deutschen Gefangenen verübten Verbrechen nicht zu erlangen war. Seite 321. Standen sich bisher feindliche Völker in geschlossenen Staaten gegenüber, so stützt Sowjetrußland seine Macht nach Westen auf den Gedanken des Klassenkampfes innerhalb aller Staaten. Diese zwischenstaatliche Macht wird von Mitgliedern des jüdischen Volkes geleitet. Daß Judentum sieht seine nationalen Wünsche durch die Inbesitznahme Palästinas, seine wirtschaftlichen und politischen durch seine Ueberstellung in den kriegführenden Ländern erfüllt. Es hat ausschlaggebenden Einfluß in Europa und Amerika.7 Die Orthodoxie in der Kultus» gemeinde. Mit Bezug auf unseren unter diesem Titel erschienenen Artikel erhalten wir folgende Zuschrift von achtenswerter Seite, die wir als Sympthom der Stimmung in orthodoxen Kreisen der Oeffentlichkeit nicht vorenthalten wollen, ohne uns jedoch mit den darin enthaltenen Folgerungen zu identifizieren. Verehrliche Schriftleitung! In den letzten Nummern Ihres geschätzten Blattes haben Sie endlich begonnen, sich mit der Angelegenheit zu befassen, die uns in Wien wohnenden konservativen Juden viel näher steht als alle von Ihnen so sorgsam registrierten Mißerfolge der Zionisten in Palästina usw. — mit der Wiener Kultusgemeinde. Hiebei haben Sie und Ihre Einsender es immer vermieden, das Kind beim rechten Namen zu nennen und die Verhältnisse, wie sie sich für uns Konservative ergeben, rücksichtslos darzustellen. G Sehr lesenswert ist die „Geschichte des Zionismus": 1. „Der Zionismus während des Weltkrieges" von Nahum Sokolow mit einer Vorrede von A. S. Balfour, britischen Minister des Aeußeren. Aus dem Englischen übertragen von Dr. Lothar Hoffmann, Wien, New York 1921. Im Frühjahr 1920 wurde in San Remo die britische Regierungserklärung durch den Obersten Rat bestätigt. Mit der Sorge, für das Land Israel ließ sich Großbritannien beauftragen. Er soll, nach Nahum Sokolow, die ganze politische Welt mit sich reißen. ' . Da die Politik Dankbarkeit nicht kennt und England stets eine starke Eigennutzpolitik getrieben hat, wird es für seine Haltung gute Gründe haben. Aus den Aeußerungen einiger Führer des jüdischen Volkes in Deutschland ist zu entnehmen, wie befriedigt die bei uns lebenden Juden von diesen Ereignissen waren. Lloyd George aber sagte: Ich zweifle nicht daran, daß die Juden der ganzen Welt mit Großbritannien zusammenarbeiten werden . . ." Er meint beim Wiederaufbau Palästinas". Aber dieser Zusammenarbeit war eine solche auf dem Gebiet der Weltpolitik vorausgegangen. Nach Nr. 4 der „Jüdischen Rundschau", Jahrgang 1920 führte der englische Staatsangehörige der Jude Prof. Weizmann, in einem Vortrage in Jerusalem aus: „Es ist eine irrtümliche Auffassung, daß England uns den Vorschlag nur aus eigenem Interesse heraus machte . . . Die Engländer glauben an die Bibel (muß für Christen heißen: Altes Testament) noch mehr als manche Schichten des Judentums. Zuerst kamen also die idiellen Gründe dafür, nachher kamen die materiellen hinzu. Wir sind es, die den englischen Politikern klar gemacht haben, daß es, im Interesse Englands ist, sich mit uns zu vermählen, die Fittiche des britischen Adlers über Palästina auszubreiten. Wir erreichten die Dekla-' ration nicht durch Wundertaten, sondern durch beharrliche Propaganda, durch rein äußerliche Beweise von der Lebenskraft unseres Volkes. Wir sagten den maßgebenden Persönlichkeiten : Wir werden in Palästina sein, ob Ihr es wollt oder es nicht wollt. Ihr könnt unser Kommen beschleunigen oder verzögern, aber es ist für Euch besser, uns mit zu helfen, denn sonst wird sich unsere aufbauende Kraft in eine zerstörende verwandeln, die die ganze Welt in Gährung legen wird. Am 12. Juli 1920 sagte der deutsche Staatsangehörige, der Jude Nordau auf der zionistischen Massenversammlung in London, nach der „Jüdischen Rundschau" 1921, Nr. 49: Die britisehen Staatsmänner begannen von Palästina als von der jüdischen Heimstätte zu sprechen und erwarteten von den Juden, daß sie es verstehen würden, was ihre Pflicht ist. Wir verstanden und handelten demgemäß." 7 In letzter Zeit mehren sich die Veröffentlichungen, die die Stellung des jüdischen Volkes klarer beleuchten. Das deutsche Volk, aber auch die anderen Völker der Erde haben allen Grund, sich eingehend mit der geschichtlichen Entwicklung des jüdischen Volkes, seiner Organisationen, seiner Kampfart und seinen Plänen zu befassen. Es ist zu vermuten, daß wir in diesen Fällen zu einer anderen Weltgeschichtschreibung kommen werden. Der Umfang der Umstellung wird zunehmen, je mehr wir nns der Jetztzeit nähern. Auch dieser Abriß bleibt in der Aufdeckung der Zusammenhänge durchaus lückenhaft. Wenn ich ihn trotzdem schon jetzt geschrieben habe, so haben mich die auf Seite 1 angegebenen Gründe dazu veranlaßt. Ich möchte für Leser, die ein selbständiges Urteil gewinnen wollen, noch besonders auf folgende Veröffentlichungen hinweisen : „Der internationale Jude." Ein Weltproblem. Von II. Ford, Dearborn (Michigan) 1920. Deutsch von P. Lehmann, Leipzig 1920. „Die Geheimnisse der Weisen von Zion." Von Gottfried zur Beek. Charlottenburg. 5 Auflage. 1921. Das Werk wird von gegnerischer Seite stark angegriffen und als geschichtlich nicht richtig bezeichnet. „Jewish activities in the United-States." Von H. Ford. 1921. Eine deutsche Uebersetzung liegt noch nicht vor. Den konservativen Juden — und hiezu rechne ich ohne Rücksicht auf Herkunft und Parteizugehörigkeit jeden der den Sabbath hält und streng die Speisegesetze beobachtet — kommt aus dem ganzen Budget der Kultusgemeinde auch nicht ein Heller zugute. Die von der Gemeinde erhaltenen und subventionierten Tempel werden von uns nicht benutzt und haben für uns als unjüdisch kein Interesse. Das Rabbinat kann von uns aus bekannten Gründen bei vorkommenden Fragen nicht als maßgebend anerkannt werden, ebensowenig dessen Amtshandlungen für uns religiöse Wirksamkeit haben, im übrigen haben letztere in den letzten Jahrzehnten nichts dazu beigetragen, das Ansehen der Kultusgemeinde nach außen und innen sonderlich zu heben. Der Religionsunterricht ist ungenügend und wird von einem großen Teil der Religionslehrer in einer Weise erteilt, die es viel besser erscheinen Hessen, wenn die Kinder gar keinen Unterricht geniessen. (Es wäre von Interesse zu erfahren, ob die katholischen Kirchenbehörden einen Religionslehrer dulden würden, der lehrt, daß die Schöpfungsgeschichte eine Legende sei.) Die Schechita ist wie das hiefür designierte Mitglied des Rabbinates selbst zugegeben hat, nicht einwandfrei und wird seit langen Jahren von dem konservativen Teil der Genieindemitglieder nicht benützt. Das Versorgungs- und Siechenhaus ist nicht koscher und wenn notgedrungen ein Jude, der rituell gelebt hat, in dasselbe Aufnahme verlangt, muß er sich die Verköstigung von auswärts erbitten oder sich auf diejenigen Speisen beschränken, die weder Fleisch noch Fett zu ihrer Herstellung erfordern und durch Unterernährung vorzeitig zugrundegehen. Das Spital der Kultusgemeinde muß gleichfalls wegen der rituell nicht einwandfreien Zubereitung der Speisen von uns gemieden werden und es ergibt sich die merkwürdige Erscheinung, daß Juden in den anderen Spitälern Aufnahme suchen müssen, wo sie vom segensreich wirkenden Krankenhausverein koschere Kost bekommen. Es bleiben also nur die Mikwah und der Friedhof. Erstere wird so stiefmütterlich behandelt und so herzlich schlecht verwaltet, daß Jahre hindurch der Betrieb auf wenige Tage im Monate beschränkt blieb, bis einige Herren die Mittel für die klaglose Fortführung aufbrachten, Beträge die größer waren als zum gesamten Betriebe nötig gewesen wäre, wenn derselbe rationell erfolgen würde, was aber durch die machthabenden Herren immer vereitelt wird. Das Friedhotswesen ist bekanntlich die einzige Institution, die nicht nur der Kultusgemeinde nichts kostet, sondern einen großen Teil der sonstigen Ausgaben derselben deckt; dies ist wo^il auch' der Grund, warum die Kahalgewaltigen die Konservativen hier weniger brüskieren, um zu vermeiden, daß die letzteren sich einen eigenen Friedhof schaffen, was selbst im Rahmen der Einheitsgemeinde ohneweiteres möglich wäre und die Kultusgemeinde um ihre sicherste und ausgiebigste Einnahmsquelle bringen würde. Dennoch wird niemand behaupten wollen, daß der Friedhof jüdisch sei und ist es unverantwortlich, daß meine Gesinnungsgenossen noch keinen separaten Friedhof haben. Hingegen werden die in religiöser Hinsicht einwandfreien Institutionen gar nicht subventioniert, Anstalten, um welche jede jüdische Gemeinde uns beneidet, müssen sich kümmerlich selbst erhalten und die vorhandenen Religionsschulen, wie Tomehe Thora, Or Thora, Jessocl Hathora, Thoras Ghaim usw., sind der Kultusgemeinde Luft. Sogar der Talmud Thora, der einzigen jüdischen öffentlichen Schule in Wien, wurde die Subvention entzogen. Dagegen gedenkt die Kultusgemeinde sehr liebevoll der Konservativen bei der Steuerbemessung. Während es in früheren Jahren stillschweigender Brauch war, die Konservativen, die ohnehin durch ihre sonstigen Institutionen, Wohltätigkeitsanstalten usw. sehr in Anspruch genommen sind, niedrig zu besteuern, ergibt sich jetzt, daß die sogenannten Assimilanten sehr rücksichtsvoll behandelt werden aus Angst, sie könnten ihre Drohung mit dem Austritte wahrmachen, während die anderen rücksichtslos besteuert werden, so daß die von den Konservativen aufgebrachten Steuerbeträge reichlich genügen würden, um eine eigene konservative Gemeinde aufrechtzuerhalten, wobei aber die wenigsten das Wahlrecht haben. Und hiemit komme ich zum Gegenstande meiner Ausführungen. So oft die Frage der Trennung der Gemeinde erwogen worden ist, wurde eingewendet, daß man die Position der Gemeinde nach außen nicht schwächen dürfe. Leider bietet aber die Kultusgemeinde seit den letzten Wahlen ein solches Jammerbild, daß es wahrlich ein besonderes Hochgefühl sein muß, von den dortigen Vorgängen nicht unmittelbar betroffen zu werden. Nachdem aber die Trennung der Gemeinde legislatorische Voraussetzungen hat, die immerhin Monate dauern und vom Präsidium der Kultusgemeinde nach Möglichkeit hintertrieben werden, wird der konservativen Judenschaft wohl oder übel nichts anderes übrigbleiben, als den Gedanken zu verwirklichen, der zuerst schüchtern,, seither aber immer dringender