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Jüdische Presse · 1922-01-06 · 1 (6.1.1922) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
8 (1922)
Issue
1 (6.1.1922)
Date
1922-01-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 1 JÜDISCHE PRESSE Seite 5 amtes wohnte Generalsekretär Braun der Tagung bei. Den Vorsitz führte Dr. Karl Rosenbaum-Preßburg. Sekietär Frommer erstattete einen erschöpfenden Tätigkeitsbericht, der einen schönen Fortschritt der Organisation aufweist. Die Jugendorganisation hat schon im ersten Jahre ihrer Tätigkeit trotz nicht geringer Schwierigkeiten eine vielfältige Arbeit geleistet und manche Erfolge erreicht. Die Organisation umfaßt bereits einen großen Teil der orthodoxen Jugend in der Slowakei, die sich freudig um ihre rabbinischen Führer schart Die begonnene organisatorische Arbeit fortzusetzen und dafür eine gesunde, auf die Leistungen der einzelnen Gruppen ruhende finanzielle Basis zu schaffen, muß die Aufgabe der nächsten Zukunft sein. An der Debatte heleilhrlen sich fast alle Delegierten und lieferten den Beweis für die Arbeitsfreudigkeit der Gruppen. Ein Organisationsstatut wurde beraten und angenommen. Die Landeszentrale der Jugend wurde wieder gewählt und Beschlüsse zur ausdauernden Weiterarbeit für die Ziele der Aguda gefaßt. Der dritte Delegierfentag der Jugendorganisation in der Slowakei bedeutet einen Fortschritt in der Entwicklung der Agudas Jisroel. Sijum der Jngendgruppe. Am ersten Ghanuka abends fand in Bratislava aus Anlaß des Delegiertentages der slowakischen Aguda-Jugend ein Sijum auf Ma?seches Kiduschin statt. Sr. Ehrwürden Herr Oberrabbiner Schreiber und das gesamte Rabbinat, die hervorragendsten Talmide Ghachomim der Stadt sowie zahlreicne auswärtige Gäste nahmen an dem Feste teil und hielten lialachische und allgemeine Vorträge, in welchen sie die Jugend zu weiterer Arbeit in der Aguda und besonders für Pflege vom Limud Hafora aneiferten. Die Kaltuswahlen, in Ungarisch-Brod. Die Amtsperiode des alten Ausschusses ist abgelaufen und nachdem die Statutenänderung insbesondere wegen des demokratischen Wahlrechtes nicht durchgeführt wurde, wurden die Parteien zu einer Besprechung eingeladen. Es wurde eine Einigung dahin erzielt, daß jede Partei, und zwar die alte Kabal-Partei, die Indifferenten, die Zicnisten und die Orthodoxen, jede drei Kandidaten nominierten. Bei der nächsten Sitzung, bei welcher die Nominierung der Kandidaten in Ordnung gebracht werden sollte, wollte man der Orthodoxenpartei, weiche tatsächlich im Sinne des demokratischen Wahlrechtes bloß einen Anspruch auf zwei Stimmen hätte, anstatt drei Mandate nur zwei geben, weil man durch den Zusammenschluß de:- Orthodoxen mit den Zionisten eine durchgreifende Majorität befürchtete. Die Orthodoxenpartei wies in diesem Sinne dieses Ansinnen zurück. Es wurde daher Samstag, den 19. November, abends, eine Wählerversammlung im Saale des Hotel Smetana einberufen, bei welcher Herr Jakob S. Schön den Vorsitz führte und die Erregung über den Wahlraub in markanten Worten zum Ausdruck gab, daß man sich schämen müßte, wieder im Sinne des alten Statutes zu wählen und es lieber vorziehen müßte, ebenso, wie es in Prag geschab, den Kultusvorstand zu zwingen, das demokratische Wahlsystem auszuarbeiten. Die Anwesenden erkannten das Unrecht, daß es unsinnig sei, wegen eines charakterfesten, konsequenten Orthodoxen, wie es ihr Führer namens Anton Beck ist, der durch seine Erfahrung, durch seine jüdische Gelehrsamkeit ein wirklich beratendes Mitglied in der Gemeinde ist, wo die Hauptgemeinde eine wirkliche Auffrischung dringend bedarf, da nicht einmal an einem Wochentage immer Minjan ist, wie überhaupt alle Anstalten in der Gemeinde eine äußerst gründliche Rekonstruktion benötigen, auszutauschen. Man hat sich zur Nachgiebigkeit entschlossen und es wurden den Orthodoxen die dref von ihnen aufgestellten Kandidaten gewählt. Von der Kahal-Partei wurden gewählt: Der Kultusvorsteher Herr M. H. Brammer, der Kultusvorsteherstellvertreter Herr Johann Brief und als drittes Mitglied mußte schon zu einem früheren Oppositionsmitglied Herrn S. B. Schindler gegriffen werden. Die sogenannte Mittelpartei wählte: Herrn Josef Jellinek, Herrn Isidor Reiß und als drittes Mitglied gleichfalls ein früheres Oppositionsmitglied Herrn Markus Fuchs, gewesener Obmann des Volksrates, der damals den Kultusvorstand entheben wollte. Von den Zionisten wurden gewählt: Der Obmann des jetzigen Volksrates Herr Ing. Karl Klein, Herr Ing. Wilh. Singer, Herr Eugen Brammer. Von der Orthodoxenpartei: Herr Anton Beck, Herr Jakob H. Glück. Herr Bernhard Rodenberg. Es ist wahrlich der Ausschuß ehrlich aus der Gemeinde gewählt und wir wollen hoffen, daß, nachdem jeder Opposition von draußen die Spitze gebrochen ist, daß mit vereinten Kräften das Ansehen der altehrwürdigen Gemeinde Ungarisch-Brod wieder gehoben wird, denn Ungarisch- Brod ist noch eine Gemeinde, wo noch jüdisches Leben pulsiert, wo man für Judentum noch starkes Interesse hat. lieber die Wahl des Kultusvorstehers, welche aller Wahrscheinlichkeit nach wieder dem alten Vorsteher, Herrn M. H. Brammer, zufallen dürfte, werden wir nächstens mehr berichten. Er wird es verstehen, die Anerkennung des arbeitswilligen Ausschusses zur Ausführung zu bringen. Rabbi Josef Ahron Rabinowicz Donnerstag, den 22. Dezember, verschied in Warschau der bekannte Gaon Rabbi Josef Ahron Rabinowicz, im Alter von 60 Jahren. Der Verschiedene leitete in Warschau eine Jeschiwa und war Verfasser der halachischen Werke „Pri David", „Schern enosch" und „Secher l'dawid". zr/£$£'$'i?,',\y,'t!$'t>, { üy£h/Xs/,o£iy/x//A'>l 'i?c-?c^?->Y<-5 Vs/S'/x^y^s/s^.?/, | £?/,&fX'/S','S'?&,'XJ, j f?&&i&''ri'-£/''J''' i j^ift^ftj/y-iiiv^fJ^ri,? ''?&&£'f/^/l'f'"^/' \ 'M^^Jt^'ß'''^ Wegen Uebersiedlung ist unser Blatt in der vorigen Woche ausgeblieben. Tag Tebeth Jänner Notizen Sonntag 8. 8. Ptolomäus läßt die Bibel übersetzen — Tod R. Chananja Lipmann Meiseis, Krakau 5568 Tod R. Jescheskel Benet, Nitra 5614. Montag 9. 9. Tod Esras und Nehemias (nach anderen am 10.) — Märtyrertod R. Josef Hanagid — Tod R. Awrom Chaim (Zoon Kodoschim) 5392 — Tod R. Isak Toledo 5444 — Tod R. Todros (chad mechachme ha-klaus), Brody 5563 — Tod R. Josef Rosmann Josephow 5592. Dienstag 10. 10. Fasttag. Assorobe tewes. Erstürmung Jerusalems — Tod R. Juda Eulenburg, Nikolsburg 5371 — Tod R. Jaakow Metz 5493 — Tod R. Jaakow Neufeld Waag — Neustadt 5646 — Tod R. Mordechai Sofer Zsambokret 5594 — Tod R. Josef Lichtenstein Puho 5535. Mittwoch 11. 11. Fasttag in Lundenburg bestimmt von R. Elieser Ettinger wegen Errettung beim Einsturz der Synagoge 5258 — Judenvertreibung aus Wien 5429 — Tod des Arztes Rabbi Josef Katz, Brody 549(5 — Tod R. Joel Ungar Paks 5647. Donnerstag 12. 12. Jecheskel prophezeit über Pharao^m 10 Jahre Zidkias —- Tod R. Dow Ber, Stanislau 5524 — Juden in Mezbiez werden von den Soldaten Chmelnicky errettet durch das Ehepaar Mordechai und Esther, daher Purimtag daselbst 5409 — Tod R. Mose Elia, Krakau 5585 Tod R. Mordechai Tosk, Preßburg (93 Jahre alt) 5597 — Tod R. Jaakow Spira Tarcal 5666. Freitag 13. 13. Tod R. Eisig, Lublin 5495 — Tod R. Josfo Hakohan, Glogau 5499. Samstag H. 14. Wajeclii. Haftoro: Wajikrewu — Inquisition verbrennt 950 Marrannen, Toledo 5247 — Tod des Kabbalisten Elehanan, WTien 5411 —- Tod R. Leb Charif, Amsterdam 5467 — j Tod R. Zwi David, Krakau 5592. | Gr., Budapest. Welch eine frohe Botschaft! In seinem von keinem Mißerfolg zu erschütternden Bestreben, die deutsche Sprache zu erlernen, gibt der Misrachi-Sekretär L. L. also zum viortenmal ein deutsches Blatt heraus. Diese interessanten Briefe des Selbstunterrichtes werden jeden Freitag erscheinen. Wie rührend ist diese unglückliche unerwiderte Liebe zur deutschen Sprache! Sie beherrscht ihn in Wort und Schrift! Er bleibt ihr treu, denn er kennt keine zweite Sprache, aber sie will nicht für ihn „dichten und denken". Sie ist seine Stiefmuttersprache! Seine bisherigen Blätter hatten einen stark misrhachitischen Habitus. „Misrhachitis" wäre auch nun als passendster Name zu empfehlen. L. Wir lassen den Barth ungeschoren. Wer ihn mit wenig Witz und viel Behagen die alte Walze abhaspeln hörte, war sicher, daß sich Soken, se schekone chochmo nicht auf diesen Barth bezieht. Man sage aufrichtig, sind das zur Leitung berufene Männer? Selbst wenn Oxenstjerna Recht hat, daß die Welt mit wenig Weisheit regiert wird, aber um eine ganz neue Welt zu erbauen, genügt doch so wenig Weisheit nicht! Budapest. Die Mitteilung eines dortigen Blattes, daß der Galantaer Raw wegen der Kanzlei nach Huszt gegangen sei, ist pure Dichtung. Wahr ist das Gegenteil. Der gefeierte Raw, der jede Minute, die er der Thora entzieht als verloren betrachtet, hat sich, da er die Notwendigkeit der Verteidigung erkannt hat, mehr als früher mit allgemeinen Angelegenheiten beschäftigt, hat auch in Supkarpathien an der Organisierung der Orthodoxie Anteil genommen und bildet gerade die beste Gewähr für die Einheitsfront mit der Kanzlei der Slowakei. Personalia. \__^ Geburten. Oberrabbiner R. Josef Duschinsky (Huszt) ein Knabe. Rabbiner Salamon Unsdorfer ein Mädchen. Spendet für die Jugendgruppe! .$$$3$ Spendenausweis. ###| flpdas Jisroel. Ukrainer Pogromopfer: Emil Deutsch (Wr.-Neustadt) K 2000, Israelitische Kultusgemeindo Baden 1600. Spenden: Emil Deutsch (Wr.-Neustadt) für Preßfonds K 2000, Talmud Thora 1000, Keren Erez Jisroel 1000. Agudas Jisrool-Or;;anisationsfonds: Szabner Klaus Kronen 40.000, gesammelt durch Max Mannes (Zürich) gelegentlich seiner Abreise 11.020, Rabb. J. Onderwyzer (Amsterdam) durch Nathanson 5400, Verlobung von X durch Dr. P. Kohn für Keren Erez Jisroel 1000, Agudas Jisroel 1000, Soziale Fürsorge 1000, Mädchengruppe 1000, Jugendgruppe (Jeschivosektion) 1000. Keren Erez Jisroel: Hermann Richeles IC 100, Moses Stroms Witwe 200, Baumiriger d. Rabb. Dawid Frenkel (Neder) 677, Fischl Gottfried 500, Jakob Vieler 100, Markus Wittels 200, N. N. durch Alfred Stroh 400, Franz Ordentlich durch Dr. Pollak 500, Sporer d. Verein Gemiles Ghessed 2000, Stroh 500, Stroh 200, Josef Wosner 150, von X per Post aus Niederösterreich durch W. Pappenheim 10.000. Soziale Fürsorge: Sammlung durch Rabb. Dr. Kohn K 25.000, D. Bert 1000, Julius Blatt 1000, Dr. Max Glaessner 1000, Sandor Blau 1000, Kommerzialrat Richard Bauer 1000, Wilhelm Beck" u. Söhne 1000, Simon Braun 1000, Richard Berl 1000, Karl Beck 1000. Jenö Brill 1000, Tronn u. Bruder 1000, Oesterreicher 100, L. Schönwald 100, Ignatz Mehrer 5000, J. Eckert 100. „Jessod-Hathora" für Tefillin und Zizith: Anonym durch Herr B. Hofbauer K 1000. auf die neue Adresse unserer Redaktion: Wien, II., Obere Donaustraße 91 Telephon 48142 Für Wiener Lokalangelegenheiten auch II., Malzgasse 12 a Telephon 49.054--------------------------------- Für einen kranken, erwerbslosen jüdischen Beamten durch S. Bettelheim (weitere Spenden erbeten): N. N. K 200, N. N. 200, Str. 200, Hofbauer 500, Pinkas 500. B ethh am ich»aseh IL, Rembrandtstraße 32. Sehiurim-Einteilung. Sonntag1: Zwischen Mincha und Magriw. Mussar. Montag: */27 bis '/j8 Uhr Mischnajoth b. Kamo. Dienstag: Ys? his '/.ß Uhr Chumesch Raschi, Dynirn. Mittwoch: 1/27 bis '/s8 Uhr Chumesch Raschi, Dyuim. Donnerstag: Vo7 bis '/i3 Uhr Mischnajoth b. Kamo. Schabbes: 7,12" bis </,l Uhr Sidrah. üdas 3isroe! (Schiffschul), II., Große Schiffgasse 8. Gebetstunden: 6. bis 13. Tebeth. Freitag, 6. Tdbeth, Sabbateingang1 4-15 Uhr. Samstag '£} Morgengebet 7 u. 9-80, Mincha 12-15 u. 3'30 Uhr, Sabbatausgang 5. An Wochentagen Morgengebet 6*40, Mincha 4*15. Dienstag, 19. Tebeth, Fasttag rOftS ,1*1^» Mincha 415. Freitag, 13. Tebeth, Sabbateingang 4'25. Herausgeber: „Jüdischer Verlag G. m. b. H." — Verantwortlicher Redakteur: Jakob Deutsch. Für die Tschechoslowakei: Heinrich Schwarz. — Druck: Genossenschafts-Buchdruckerei, Wien, VIII., Hernalser Gürtel 20. — Telephon Nr. 19.772. Nona Kästner Dr. Sandor Neumann Wien Budapest Verlobte Lea Tachauer Wien Siegfried Kikis Wien Verlobte. Konkurse. In der aut. orth. Kultusgemeinde zu Ilok (Jugoslavien) ist per sofort die Stelle eines nrw 3'w der zugleich «"Tip bjD und tüchtiger n^fin ^JD sein muß, zu besetzen. Fixes Jahresgehalt jngosl. K 30.000, ganze iftoTKP freie Wohnung und die üblichen Nebeneinkünfte. Bewerber, die von 3 anerkannten orth. Rabbinern m^Dp besitzen, mögen solche nebst Angabe der Familienanzahl an gefertigten Kultusvorstand einsenden. Spesen werden nur dem Berufenen vergütet. Der Vorstand: Mavre Fried. Sändor Stern. Bei der Orthodoxen Vereinigung in Zagreb (Jugoslawien) gelangt die Stelle eines Rabbiners zur Besetzung. Bewerber haben 3 fiKTn DIDH von anerkannt orthodoxen rabbinischen Autoritäten beizubringen. Selbe müssen sich verpflichten, die kroatische Sprache zu erlernen. Das Jahresgehalt beträgt K 80.000-— inklusive Wohnungs- und Feuerungsbeiträge. Bewerber haben ihre, mit den gehörigen Nachweisen über die erforderlichen Qualifikationen versehenen Gesuche an den Vorstand zu richten, Dem Berufenen werden Reisespesen vergütet. Zagreb, den 19. Dezember 1921. Leopold Rothstein Wilh. Wolfg. Engelsrath Tempelvor8tand. Obmann. )

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