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Jüdische Presse · 1921-11-11 · 39 (11.11.1921) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
7 (1921)
Issue
39 (11.11.1921)
Date
1921-11-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 280 JÜDISCHE PRESSE Nr. 39 der Großgemeinden Deutschlands, der sämtlichen jüdischen Gemeinden zur Unterstützung des Arbeiterfürsorgeamtes und der Zentralstelle für Wanderarmenfürsorge auffordert und bat seinerseits die Erschienenen, nachdrücklichst in ihren Gemeinden dahin zu wirken, daß dieser Aufforderung allseitig Folge geleistet wird. Der zweite Referent, der Generalsekretär Alfred Berger vom Arbeiterfürsorgeamt Berlin, verwies auf die ungewönhlichen Erfolge, auf die es voll Stolz hinweisen darf. Wenn heute in Deutschland Tausende und Abertausende produktiver arbeitender ostjüdischer Menschen durch schwere körperliche Beschäftigung in harter Arbeit ihr Brot verdienen, so ist dies nur möglich gewesen dank der Tätigkeit der Arbeiterfürsdrgestellen. Er betonte, daß sämtliche Arbeiterfürsorgestellen in vollstem Einvernehmen und unter genauer Kontrolle der behördlichen Organe arbeiten und daß die hier geleistete Arbeit nicht nur im allgemein philantropisch-jüdischen, sondern auch im Interesse des Staates liegt. Die Versammelten waren sämtlich der Meinung, daß den beiden Institutionen mit aller Energie geholfen werden müsse. Auf Veranlassung des Geh. Sanitätsrat Dr. Apfel wurde beschlossen, eine Tagung sämtlicher rheinischer Gemeinden durch den Provinzialverband demnächst einzuberufen. Siebenbürgen. Das Aguda-Waiseohaus in Siebenbürgen. Dank der unermüdlichen Bemühungen der Frau Alexander Ullmann ist es gelungen, die materielle Basis eines Aguda-Waisenhauses zu schaffen. Es ist bereits gelungen, ein außerordentlich geeignetes Objekt, ein großes Haus mit Hof und Obstgarten, anzukaufen, wobei die Herren David Kohn und Lajos Freund gute Arbeit geleistet haben. Es handelt sich nun darum, den darin wohnenden Parteien eine andere Wohnung zu verschaffen. Mit besonderem Danke muß der großherzigen Spende des Herrn Max Pollacsek in Gurahore gedacht werden, welcher Erklärung. In der in Bratislava erscheinenden „Jüdischen Volkszeitung" scheint das Kesseltreiben gegen die Orthodoxie, nachdem dies bisher auf Umwege geschehen, in unverblümter Form aufzuleben. Zur Abwechslung figuriert Herr Markus Weinfeld, Direktor der sozialen Fürsorge, als Angreifer, der es nicht scheut, vollkommen aus der Luft gegriffene Dinge der Kanzleileitung zur Last zu legen. Er wagt es, cfie unwahre Behauptung in die Welt zu setzen, daß wir bei Intervention im Interesse der Lizenzinhaber uns von Parteirücksichten — orthodox, neoltfg, status quo — leiten lassen. Wir fordern Herrn Markus Weinfeld, Direktor der sozialen Fürsorge, auf, einen einzigen Fall zu nennen, der dieser Behauptupg auch nur den Schein der Begründung bieten würde. Solange dies nicht geschieht, wird sich die 0Öffentlichkeit über seine Wahrheitsliebe ihre eigene Meinung bilden. — Ferner erklären wir aufs entschiedenste, daß es eine glatte Erfindung ist, daß wir je mit dem jüdischen Nationalrat in Prag überhaupt in Berührung getreten wären oder verhandelt hätten. Sind nun die Behauptungen des Herrn Weinfeld nach Obigen mit Vorsicht aufzunehmen, ist diese Frau Ullmann eine Spende von 100.000 Lei zugesendet hat und durch zehn Jahre hindurch monatsich 5000 Lei für das Waisenhaus geben will. Das ist wahrlich eine Großtat der Humanität, und Herr Pollacsek hat sich damit ein dauerndes Ruhmesblatt eingelegt. Es ist damit ein schönes Beispiel zur Nachahmung gegeben, die hoffentlich nicht ausbleiben wird. Besonders richtet sich unsere Hoffnung auf die Glaubensgenossen in den Ländern der schweren Valuta. Es ist vorläufig eine Einrichtung von 60 Betten gedacht, die natürlich mit entsprechenden Kosten verbunden ist. Frau Alexander Ullmann, deren Tätigkeit über alles Lob erhaben ist, unternimmt demnächst eine Reise nach Temesvar, um die dortigen vermögenden Kreise zur Mithilfe an der Ausgestaltung des Waisenhauses zu gewinnen, später eventuell auch nach Beßarabien. Wie wir erfahren, wird sich Fräulein Gisela Schreiber, Tochter -des Herrn David Schreiber in Wien, nach Oradeamare begeben, um. an diesem schönen Werke der Menschenliebe mitzuschaffen. Polen. Ausnützung der jüdischen Notlage in Polen durch englische Missionäre. (J. G. B.) Das Blatt „Christian" veröffentlicht einen Bericht über die Tätigkeit des Täuflings und Missionärs Lewinski in Polen, der unter der Maske einer Hilfsaktion der „Englischen Freunde Israels" für die notleidenden Juden in Polen unerhörten Seelenfang betreibt. Lewinski berichtet über von ihn abgehaltene jüdische Versammlungen in Brest-Litowsk, in Wlodawa und Gholm, wo er, überall mit dem größten Erfolg für die Mission wirken konnte. Amerika. Eine Abordnung der amerikanischen Jnden vor der "Washingtoner Konferenz. (J. G. B.) Im Zusammenhang mit der bevorstehenden Abrüstungs- Vorsicht um so mehr am Platze bezüglich der unkontrollierbaren Aeußerung der angeblich hochstehenden Persönlichkeit. Wir erklären nachdrücklichst, das wir in selbstlosester und uneigennützigster Weise — was jeder Interessent bestätigen muß — ununterbrochen bestrebt sind, die Härten der Lizenzverordnung zu mildern. — Wir haben keine Gelegenheit unterlassen, kompetenten Ortes auf Unzukömmlichkeiten in der Lizenzfrage aufmerksam zu machen, so auch letzthin anläßlich der Anwesenheit des Herrn Präsidenten in Bratislava haben wir die Aufmerksamkeit desselben auf die kritische Lage der bisherigen Lizenzinhaber gelenkt. Während die sich immer als Retter des Judentums gebärdenden Herren ihre Mandatspolitik in ihrem überreichten, Memorandum warm vertreten haben, haben wir ein Memorandum auf Aufforderung des Herrn Präsidenten verfaßt, das sich mit den wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Judentums beschäftigt und welches wir persönlich — ohne Vermittlung des Nationalrates — oder des Direktor der sozialen Fürsorge — in der Kabinettskanzlei übergeben haben. Sekretariat der orth. Zentralkanzlei. Agudas Jisroel-Ortsgruppe Nitra. Die neue Konstituierung der Ortsgruppe fand Chol hamoed statt konferenz in Washington, wird in hiesigen jüdischen politischen Kreisen der Vorschlag'erörtert, auch eine aus den prominentesten jüdischen Persönlichkeiten bestehende Abordnung nach Washington zu entsenden, die auf den Empfang bei der Konferenz durchaus bestehen soll, um bei den anwesenden Regierungshäuptern gegen die Judenverfolgungen in Osteuropa zu protestieren. (Jedenfalls mit mehr Erfolg als die K. d. J. D.) Die Aktion gegen die Antiemigrationsbill in Amerika. (J. G. B.) Eine Delegation des fremdsprachigen Bureaus des Roten Kreuzes wurde vom Präsidenten Harding empfangen, die ihn" auf die Leiden der Immigranten, infolge der gegenwärtigen Antiimmigrationsbill, aufmerksam machten. Die Antwort Hardings wurde bisher nicht bekannt gegeben. Beßarabien. Oberrabbiner Zirelsohns Bemühungen um die Heimlosen. Zufolge der eifrigen Bemühungen des Oberrabbiners Zirelsohn in Kischinew bei Minister Averescu und beim Minister , für Beßarabien Nica ist die Order, daß die 55.000 jüdischen Flüchtlinge in Beßarabien nach Altrumänien evakuiert werden sollen, bis auf weiteres aufgehoben we rden. Sudafrika. Ein Geschenk des jüdischen Volkes ah Bialik. (J. G. B.) Die zionistische Föderation in Südafrika hat einen Bialik-Fonds geschaffen, von dessen Einkünften dem Dichter ein großartiges Geschenk des jüdischen Volkes überreicht werden soll. Bialik soll 'anläßlich seiner bevorstehenden Uebersiedkmg nach Palästina mit einem Besitztum beehrt werden. Bankhaus A. u. B. Friedmann & Co. Wien I., Wipplingerstraße Nr. 10 (EingangSchwertg. 3) Tel. Nr. 61-6-22 interurlmn übernimmt zur kulantesten Besorgung alle _bankmäßigen Transaktionen. und erbrachte die vorgenommene Neuwahl folgendes Resultat: J. Neuwalder, Präses; Lipmann Kohn, Vizepräses; Wilhelm Weisz jun., Kassier; Gh. J. Spitzer, Kontrollor; Abraham Trattner, Schriftführer. Bei der darauf folgenden engeren Beratung wurde ein reichhaltiges Programm für die zukünftige Arbeit zurechtgelegt, zu welchem der dort anwesende Landespräses der Agudas Jisroel Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Aron Katz die Initiativen erteilte. Wir rufen derselben ein herzliches Zlach u-rechaw zu. S. F. Spaltung den linken Poale-Zion. (J. G. B.) Die Moskauer Bedingungen für die Aufnahme der linken Paole-Zion in die III. Internationale führten zu einer Spaltung dieser Partei, da ein Teil der Linken dem Moskauer Diktat, den Namen Poale-Zion aufzugeben und auf jede* Kblonisationstätigkeit in Palästina zu verzichten, nicht Folge leisten will. Vorläufig haben bloß die linken Poale-Zion in der Tschechoslowakei die Moskauer Bedingungen vor-, behaltlos angenommen, indem sie ihr all weltliches Verbandsbureau verließen und sich der allgemeinen kommunistischen Partei in der Tschechoslowakei angeschlossen haben. Hingegen soll unter der Wiener Gruppe und im linken Verbandsbureau selbst die Spaltung erst vollzogen werden. TSCHECHOSLOWAKEI. Geselligkeit der Jugendgruppe. Ueberaus anregend verlief die erste heurige Sudöth Melawe de-« malko. Wir hatten das Vergnügen, Herrn Rabbiner Dr. Kohn als Gast zu begrüßen. Herr Dr. Kohn hatte überdies noch die Freundlichkeit, die Zusammenkunft durch köstliche Diwre Thauro zu erfreuen, wobei er in geistreicher Weise die Melawe demalko als Zeichen pulsierenden Lebens kennzeichnete. Weiters führte Redner aus, daß Schabboth das Zeichen der inneren Abgeschlossenheit und der äußeren Vollkommenheit ist und wohl die Stelle in der Gemoroh erklärt ist, in der erzählt wird, daß der königliche Sänger David auf seine Anfrage über sein Ende von Hakodausch boruchhu den Bescheid erhielt be Schabboth tomus, daß das zeitliche Ende ihm nicht vorausgesagt werden könne, wohl aber, daß er jenen Grad, der Schabboth heißt erreichthabenwird, ehe er sein Erden wallen beschließe. Mit Semirausgesängen wurde die auch sonst anregend verlaufene Feier in vorgerückter Stunde und in guter Stimmung geschlossen. Die zahlreiche Teilnahme läßt die berechtigte Hoffnung zu, daß die von nun an allwöch endliche Melawe demalkos viel zum innigeren Zusammenschluß der Schiurimteilnehmer und Mitglieder beitragen wird. S. St. Die Agudas Jisroel-Jugendgruppe, Sektion XX, hat Sonntag, den 5. Cheschwan, den Wintersman begonnen und wird täglich von 5—6 Uhr abends Ghimusch Raschi von Herrn J. Gottesmann im Lokale A. d. W., 3tX., Traunfelsgasse 3, vorgetragen. eingesendet Geehrte Redaktion! Ich bin kein Agudist, dazu bin ich zu wenig religiös; ich bin kein Zionist, dazu bin ich zu gewissenhaft, auch habe ich mich als Kultusbeamter nicht in das Parteigetriebe wagen dürfen. Nun muß ich aber dennoch einmal mich im Interesse des Standes an die Oeffentlichkeit wenden. Wir sind von den Zionisten stets in Versammlungen haranguiert worden, daß wir uns ihrer Führung anschließen sollen; sie allein hätten ein Herz für unseren Stand. Nun sind sie da; und ihre erste und wichtigste Sorge ist die Y/ahlreform, d. h. die Stärkung ihrer Position. Sie halten wegen der Wahlreform Obstruktionsreden bis 5 Uhr morgens und machen jede Regelung anderer wichtiger Fragen unmöglich. In der letzten Sitzung stand endlich die lOOprozentige Erhöhung unserer Bezüge auf der Tagesordnung. Aber die Zionisten, diese patentierten Volksfreunde, protestierten und verließen die Sitzung und machten die Sanktionierung dieser für zahlreiche Familien so lebenswichtige Vorlage unmöglich. Das wollte ich konstatiert haben. Wien, im November 1921. Hochachtungsvoll Soundso. Agudas 3i$roel. Ukrainer Pogromopfer: Chaim Berggl'as K 400, N. N. 2000, zusammen K 2400. Keren Erez Jisroel: Verein Achdus Jisroel K 2323, Leopold Belf 30, J. Preminger 60, Emil Richter 120, Adolf Kreißler 200, Ignatz Werner 30, J. Fost 50, Kommerzialrat M. H. Reisz 1000, L. Löwinger 50, Josef Blau 150, Markus Wohl 40, Sammlung durch Nathan Adler bei Mitgliederversammlung 6214, Tempelspenden Verein .Achdus Jisroel 2323, Tempelspenden bei Rabb. David Fränkel H. Luft. 100, S. Joalis 200, J. M. Popers 100, W. Leser 100, W. Laudon 100, Ch. Thierer 300, Schahl 200, Schwager von Skal 200, Chaimowitsch 200, Biner 200, Leser 200, Rabbiner aus Nepolokoc 50, J. B. Seidmann 100, S. Joalis 200, zusammen K 14.840. Keren OjleErez Jisroel: Tempelspenden bei Rabb. Dawid Frenkel: S. Joalis K 200, Ch. Thierer 300, Chaimowitsch 200, S. Joalis 200, zusammen K 900. Emigrationsfonds: Rabb. Beer Fiedmann durch Dr. Pollak K 5000. Soziale Fürsorge: N. N. durch A. Stroh K 2000. Für die Cnalukah: Tempelspenden Verein Achdus Jisroel K 5000. Kriegswaisenfonds der Agudas Jisroel: Samuel Köner durch Ludwig Adler K 8000, Abraham Vulkan 100, Josef

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