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Jüdische Presse · 1921-09-23 · 34 (23.9.1921) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
7 (1921)
Issue
34 (23.9.1921)
Date
1921-09-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 242 JÜDISCHE PRESSE Nr. 34 TSCHECHOSLOWAKEI. , Präsident lflasaryK. In der alten Stätte ruhmreicher jüdischer Kultur wird in diesen Tagen eine über,den Rahmen des von ihr geschaffenen Staates hochragende Persönlichkeit begrüßt, deren gefeierter Name sich für ewig in das Buch der Menschheit eingeschrieben hat. Ueber der Parteien Gunst und Haß erhaben, wird die rein menschliche Größe des Präsidenten gewürdigt, wo Freiheit, Menschenrecht und Hochkultur als die Leitsterne der Gesellschaft gelten. Von vervielfachter Bedeutung ist die Persönlichkeit des Präsidenten für das Judentum, das seit Jahrzehnten in dem großen Gelehrten und Staatsmanne den Freund und Beschützer geehrt hat. Auch das glaubenstreue Judentum, dem Schwachsichtige in der Freien demokratischen Republik frohlockend den Niedergang vorausgesagt haben, hat in der verehrten Person des Präsidenten die vieltausendjährige Erfahrung des traditionstreuen Judentums bestätigt gefunden, daß der wahre Idealist sich von dem hohen Ethos des Thora-Judentums mächtig angezogen fühlt und über alle Doktrinen hinweg die Gemeinsamkeit aller wahren Hochziele empfindet. Es begrüßt mit herzlicher Wärme den hohen Gast. Generalversammlung der Bratislavaer Agudä- Jngendgruppe. Die diesjährige Generalversammlung der Aguda-Jugendgruppe hat durch die Anwesenheit illustrer Gäste, wie des auf der Rückreise von Amerika in Bratislava weilenden Oberrabbiners JSpitzer (Kirchdrauf), Präses Rabbiner Weber, Rabbiner Aron Katz (Nitra), Rabbiner Hirschler, einen besonders schönen Verlauf genommen. Näherer Bericht folgt. Kinderaktion. Mittwoch früh ist der zweite Transport der durch die Agudas Jisroel-Jugendgruppe Bratislava nach Presov gesandten Ferienkolonie, bestehend aus 30 Kindern, in Bratislava eingetroffen. Ein herzerfreuender, rührender Anblick war es, als .die Eltern die Kinder mit gebräunten Gesichtern und vollen Wangen in Empfang nahmen. Fünf Wochen weilten die Kinder unter Aufsicht der Presover Jugendgruppe in Saros, blaß und unterernährt gingen sie, gestärkt und lebenslustig, kamen sie wieder. Besonderer Dank* gebührt Herrn Lahdesmann, der" sich heim Rücktransport der Kinder in mustergültiger Weise um denselben bemüht hat, ebenso der Presover Jugendgruppe und Baale-Batim, die sich der Kinder liebevoll annahmen. Aus der Liste der Wirtsfamilien sind unliebsamer Weise die Familien Glücksmann (Sövär) und Hochberger (Presov) ausgeblieben, was1 wir hiermit nachtragen. Wahl in Presov. Unter lebhafter Beteiligung der Mitglieder der hiesigen Ortsgruppe fanden am 21. August die Vorstands- und Ausschußwahlen statt, die folgendes Resultat ergaben: Samuel Guttmann, Präses; Juda Rosenfeld, Vizepräses; Ignaz Arnstein, II. Vizepräses; Simon Lencz, Kassier; Adolf Fränkel, Kontrollor; Samuel Reiner, Sekretär; Nandor Zipser, Questor; Fabian Reinitz, Mor'Pahmer, Simon Müller, Samu Wahrmann, Salamon Zipser, Mor Adler, Julius Eisenstädter, Hermann Rosenwasser, Nandor Herz, Isidor Friedmann, Samuel Leuchter, Ignaz Buzel, Heinrich Fischer, Ausschuß. Von der glücklichen Zusammensetzung der neuen Gruppenleitung wird eine tatkräftige, den Interessen der Aguda entsprechende Tätigkeit erwartet. Sammlungen: Max Trattner (Hermanovce) bei Hochzeit Waldmann KC. 150, für Ukrainische Waisen; Rabbiner FI. Prager (Poprad) Kc 200, für Agudafonds; bei Hochzeit Schwartz (Bratislava, Stefaniestraße) sammelte Frl. Irene Adler KC 425, und ö. K 20 für arme Bräute. Landesverband der flguda^ugendgruppen der Slowakei, Scbomreb $cbabbo$°$ektion. Offene Stellen: Eine Baal-Tefile-Stelle für die Jomim Noroim. Buchbinderei sucht Praktikanten. Zwei Eisenwarenhändler suchen Lehrjungen. Kappenmacher sucht Lehrjungen. Kommis in Modewarenhaus mit drei Landessprachen, auch ein Lehrling, wird aufgenommen. Junger Schildermaler wird aufgenommen. Stellengesuche: Maschinenschlosser sucht Posten. Holzbeamter, in allen Zweigen der Holzbranche bewandert, sucht als solcher passende Stelle. Gewesener selbständiger Bauholzhändler sucht Posten, eventuell wäre derselbe geneigt, im Magazin beim Kauf und Verkauf sich zu betätigen. Buchhändlerkommis sucht Posten. In Schnitt-Kurzwarengeschäft Lehrjunge sucht Posten. Anfragen und Meldungen sind an d<m Landesverband der Aguda Jisroel-Jugendgruppen in der Slowakei, Bratislava, Turnergasse 14—16, zu richten. Es fehle in keinem Hause die Rabbi Meir baal Haness - Büchse. Auf Verlangen werden Büchsen franko zugestellt. Adressen: Oberrabbiner Akiba Schreiber, Bratislava; Oberrabbiner A. Grünwald, Uzhorod. **** **** flguda. ®mm® D«r „Jcwisb ßbronick" und die Jlgtidä* Israel in Deutschland. Im „Jewish Chronicle*, dem einflußreichen zionistischen Parteiblatt erscheinen seit einigen Monaten „Die Briefe des Benammi*, lose Skizzen, in denen der Schreiber seine Ansichten über jüdische Gegenwartsfragen äußert. Obwohl der Redakteur eijst kürzlich erklärt hatte, daß der Chronicle allen Strömungen im Judentume seine Spalten mit gleicher Nonchalance zur Verfügung stelle, haben während der letzten Zeit die Angriffe gegen das religiöse Judentum in einer Weise zugenommen, die nur auf beabsichtigte systematische Bekämpfung des erfreulicherweise überall erwachenden religionstreuen Judentums schließen lassen. „Benammi" wurde niemals müde, die ungerechtfertigsten Angriffe gegen die »ultra Orthodoxen" zu erfinden. Im April dieses Jahres wußte er von „orthodoxen Sekten" zu erzählen, die die andersgesinnten Juden mit bitterem* Hasse verfolgen, die in ihrer Starrheit den Katholiken gleichen und sich alleinseligmachend wähnen, die alle jüdischen Gebote rein mechanisch ausübten, ohne den Sinn der Mitzvoth erfassen zu können usw. Im dieswöchentlichen Chronicle erscheint abermals ein Brief, . diesmal über „Die deutschen Juden". Das alte Vergleichsschema wird wieder herangezogen. Die katholischen Juden, das heißt die ultra Orthodoxen, werden den protestantischen Juden gegenübergestellt. Es ist jedoch erfreulich festzustellen, daß Benammi diesmal zu Schlüssen gekommen ist, die seinen Brief für die Leser der „Jüd. Presse" besonders interessant machen. Er schreibt unter anderem: „Es gibt ultra orthodoxe Juden in Nord- und in Süddeutschland. Sie sind strengster Observanz. Sie trinken kein Glas Wasser, ohne ihr Haupt zu bedecken und ohne den gehörigen Segensspruch zu sprechen. Sie essen Butter, Käse und Milch nur eigener Manufakture, unter Aufsicht eigens dazu bestellter Inspektoren. Sie tragen keinen Regenschirm und kein Taschentuch am Sabath. Ihre Frauen bedecken ihr Haar mit einer Perücke. Ihr täglicher Gottesdienst ist gut besucht. Ihre Synagogen leiden nicht an der öden Leere, die man oft in unsern eigenen, selbst am Freitag abend, sieht..." Benammi könnte nicht liebenswürdiger schreiben, wenn er auf seinen Reisen in Zentralafrika plötzlich einen harmlosen Stamm entdeckt hätte. Dann fährt er fort: „Die Agudas Israel hat viele Anhänger unter ihnen. Ein ausgezeichnetes Kriterion ihrer Tätigkeit ist die Sorgfalt, die sie auf die Erziehung ihrer Jugend verwendet. Knaben und Mädchen, ganz besonders aber die ersteren, erhalten Unterricht in Tefillah, Torah und Talmud; vereinigt damit sind Ausflüge, Turnen und ähnliche körperliche Uebungen. Daraus das Resultat, das die Esra-Gruppen Zentren sind, die die Kenntnis des Judentums und des Hebräischen verbreiten in einer Weise, die alle Freunde unseres Volkes mit Befriedigung erfüllen muß. Ein Spaziergang durch die jüdischen Gemeinden in Frankfurt, Würzburg oder Bruchsal führt einem die Häufigkeit des Esra- Abzeichens deutlich vor Augen ..." „Ich fragte einen Freund, ob dieser Partikularismus unter seinen Anhängern edle Typen hervorbringe?" Er überlegte für einen Moment und antwortete dann bejahend. Ich fragte ihn ferner, ob all die ultra orthodoxen Lehren und Gebräuche, die ohne Zweifel außerordentlich wertvoll sind als Lebensschule für Selbsterziehung, Selbsterkenntnis und Selbstachtung, für wahre Frömmigkeit und religiöse Bildung, ob all diese Gebräuche und Lehren „lebendige Wirklichkeiten „wären im Leben all derer, die so treu an ihnen hangen. Mein Freund sagte, daß sie im großen und ganzen in Formalismus ausgeartet wären. Das Feuer, das der Seele S. R. Hirsch entströmte, brenne nur schwach . .. Die alten Traditionen würden sorgfältig jedoch mechanisch erfüllt. Mein Freund sagte, es gäbe viele Familien, deren männliche Mitglieder regelmäßig Tefillin legten, die jedoch gleichzeitig über das allermodernste ' fin de siecle-Schauspiel oder die allerneueste Novelle in Entzücken geraten. Darin liegt etwas Ungereimtes. Die Lehrbedeutung der Tefillin ist allgemein bekannt. Der große S. R. Hirsch s. A. hat sie mit vollkommener Klarheit dargestellt. Es ist eine Lebenslehre, die, man mag wohl sagen am besten mit einer puritanischen Lebenspraktik übereinstimmt, schwerlich aber mit dem modernen „Problem plays". flguda-Juflendaruppe. Agudas Jisroel-Jugendgruppe, Wien, IL, Obere Donaustr.6 Per$onaIia. Herr Salo Pollak, ein Mädchen. Geburten. Mitarbeiter der .Jüdischen Presse", Aufruf! Die stetig anwachsende Teuerung und die Erhöhung der tschechischen und ungarischen Valuta stellen an die „Jeschivo- Sektion" erhöhte Anforderungen. Da wir darauf angewiesen sind, lernbegierige Bachurim in Jeschtvos der „Tschechoslowakei und Ungarns" zu schicken, müssen wir alle Kräfte anspannen, um die materiellen Voraussetzungen unserer „Jeschivo-Sektion" zu sichern. Es erübrigt sich, den Jeree Haschern zu sagen, von welch fundamentaler Wichtigkeit das Thorastudium unserer Jugend für den Fortbestand des religiösen Judentums ist. Jeder der nur einen Reach Thauro besitzt, weiß, daß es unsere heiligste Pflicht ist, den tineukes schel bes rabbon die Möglichkeit zu geben, ihrer hehren Aufgabe gerecht zu werden. Jedermann, in dessen Herzen noch Funke von Ähawas Haschern und Ahawas Thauro brennt, muß geben, so viel er kann. Jedermann nehme auf sich entsprechend seinen Verhältnissen für den Unterhalt eines oder mehrerer Bachurim zu sorgen. (Je mehr Anmeldungen, desto mehr Jünglinge können wir auf dieJeschivos schicken.) Je mehr Teilnehmer an unserer Aktion, desto mehr Thauro wird gelernt. Ez chaim hi la-machasikim bo weseumchäho meüschor. Wir bitten, sich des der heutigen Nummer beiliegenden Erlagscheines zu bedienen oder Spenden an Herrn David Baumgarten, IL, Herminengasse 13 zu richten. „Jeschivo-Sektion" der Agudas Jisroel-Jugendgruppe Wien. Eine jüdische Esperanto-Zeitschrift. Die Vereinigung jüdischer Esperantisten beschloß die Herausgabe einer Esperanto-Zeitschrift zum Zwecke der Verbreitung des Esperanto unter den Juden und Bekanntmachung der Esperantisten mit der jüdischen Kultur. Die Zeitschrift wird von Wilhelm Haller redigiert seih. (J. G. B.) Ados Jlsroel (Schiffschul), II., GrcQe Schiffgasse 8^ Gebetstunden : 20. Ms 27. Elnl. Freitag, 20. Elul: Sabbateingang B'45 Uhr. Samstag X1CD "Ü'S. Morgengebet 6*30 und 9-30, Mincha 12-16. Um 8-30- Vortrag von flHK ""pIS» anschließend Mincha. Sabbatausgang 6'30. 1 Sonntag nUT^D*! X DV Morgengebet 5'15. HUT^D W *"!XttD Morgengebet 5-30, Mincha 5-45. Glückwünsche für Rosen haschono in der „Jüdischen Presse" kosten in der Größe 100 Kronen , Ort Sonnen- Untergang nach Ortszeit Es ia mitteleu Z •opiiiseh. 23./IX. 24./IX. 558 5-55 6.53 5-50 5-57 5-55 5-32 530 5-57 555 541 639 557 5'55 5:49 5-47 5-57 555 5-32 530 556 556 4-35 4-35 5-56 556 11-62 11-52 5-57 5-55 5-13 5-11 557 5-55 620 618 5'57 5-55 553 5-51 5-57 5-55 623 6-21 5-57 5-65 6-48 6-46 5-58 5-55 6-68 6-65 5-58 5 66 5-84 5-32' Berlin.................... 5-58 .5-56 605 6-03 5-58 6-56 4-28 4-26 Riga..................... 5-59 5:56 523 5-20 in der Größe 200 Kronen Für das Ausland: Deutschland 10 Mark, Schweiz und die übrigen Länder 1 Francs. Herausgeber: „Jüdischer Verlag G. m. b. H.u — Verantwortlicher Redakteur: Jakob Deutsch. Für die Tschechoslowakei: Heinrich Schwarz. — Druck: Genossenschafts-Buchdruckerei, Wien, VIII., Hernalser Gürtel 20. — Telephon Nr. 19.772. Der Vorstand der Agudas Jisroel Jugendgruppe Wien gratuliert herzlichst seinem unermüdlichen lind verdienstvollen Vorstandsmitglied Herrn Ernst Stern zu seiner Vermählung mit Fräulein Grete Schwarz, Budapest. Esti Stern und Tony Schreiber gratulieren herzlichst zu der, am 14. September 1921 stattgehabten Vermählung des Fräuleins Hella DzialOWSki (Leipzig) mit Herrn Slagter (Antwerpen). Meinem lieben Freunde, Herrn Samuel Schreiber, gratuliere herzlichst zu seiner Verlobung. Otto Stern.

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