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Jüdische Presse · 1921-09-16 · 33 (16.9.1921) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
7 (1921)
Issue
33 (16.9.1921)
Date
1921-09-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 33 JÜDISCHE PRESSE Seite 235 Gelegenheit zu geben, an den internen jüdischen Beziehungen das Völkerrecht zu studieren. Es ist nicht unsere Angelegenheit, wenn die Völker der Welt diese Gelegenheit unbenutzt vorübergehen lassen, aber schuldig des G-tt, schuldig bis in Kinder und Kindeskinder hinein ist jedes Glied dieser Völker, das nicht mahnend seine Stimme erhebt, schuldig die Kabinette und Parlamente, welche sich sträuben, dem wahren, dem einzigen Völkerrecht eine Gasse zu öffnen. Zehnmal schuldig aber ist jeder Jude, welcher in jüdischen Sachen, in Sachen der jüdischen Allgemeinheit, in Erheben und Vertreten von Forderungen dieser Allgemeinheit sich der einzigen Basis entschlägt, die ihn überhaupt zum Erheben von Forderungen legitimiert des Völkerrechts der Thora. Und mögen Millionen ihnen zujubeln, Millionen armer, enttäuschter Menschen, wir dürfen nicht schweigen, wenn auch nur mit dem Tröste, daß zum Glück der Menschheit unter der Herrschaft des wahren Völkerrechts Juden als Diener im Hause des Ewigen Zion zur Stärke der Thora und Jerusalem zum Boden des g-ttlichen Wortes gestalten werden. s. n. Brief aus Harp,itho=Ru$$ia. Uzhorod (Ungvär), den 8. September 1921. Wenn ich, geehrter Herr Redakteur, auf Ihre wiederholte Aufforderung, Ihnen über die politische Orientierung der Juden zu berichten; erst heute mit lungeren Ausführungen diene, so bitte ich dies keinesfalls als einen Ausdruck meiner Lässigkeit zu betrachten, welcher ich mich Ihnen gegenüber um so weniger schuldig machen würde, als mir Ihr Interesse für hiesige jüdische Angelegenheiten noch au-> der Zeit Ihres Aufenthaltes hier im Vorjahre recht gut bekannt ist und ich den Wert dieses Interesses Ihrer Person wohl einzuschätzen weiß. Ich war jedoch bis vor kurzer Zeit, da noch die „Vereinigten jüdischen Parteien" existierten, bei welchen allerdings die Rabbonim — von Mißtrauen vor.vegs erfüllt — den Wortlaut „zu Wahlzwecken Vereinigte jüdische Parteien" festlegten, so unzufrieden mit den gegebenen Verhältnissen, daß ich es vorzog zu schweigen, weil ich gutheissen nicht konnte und abfällig kritisieren um so weniger wollte, als die Rabbonim und einige maßgebende Balbatim sich passiv verhielten. Ich muß übrigens gerechterweise zugestehen, daß auch innerhalb der dreiviertel Jahre, da die politische Organisation bestand, tatsächlich Arbeit und zwar hauptsächlich in Hinsicht der richtigen Orientierung der tschechoslowakischen Regierungsorgane und der Abwehr geleistet wurde. Allerdings wurde diese Arbeit beinahe ausschließlich von einem einzigen Manne gemacht, Ungar aus Prag, der sich unvergängliche Verdienste um das hiesige Judentum dadurch erworben hat, daß er einerseits den Juden mit Rat und Tat bei der schwierigen Neuorientierung in die gegebenen Verhältnisse an Hand war und andererseits, gestützt auf das Vertrauen, welches ihm persönlich die Regierungsorgane auch in Prag entgegenbringen, sich energisch für uns einsetzte und dies ebenso in Fragen grundsätzlicher Natur, welche die Allgemeinheit oder gewisse Gruppen der Juden angehen, als auch für eine Unzahl von Einzelfällen, wobei er bis auf wenige Ausnahmen — wo die Fälle oft durch Verschulden Einzelner unrepanabel waren — das Recht der Betroffenen durchsetzte. Daß er die Frage der Entziehungen der Lizenzen mit größter Energie, bei den ersten Fällen in Prag und hier einschreitend, im Keime erstickte und uns wenigstens vorläufig das entsetzliche Vorgehen nach dem Muster der Slowakei ersparte, wird ihm unvergessen bleiben. Indessen blieb es auch Ungar, der seit Oktober 1920 fünf- oder sechsmal und manchmal durch Wochen unter Aufwand von Zeit, großer Mühe und eigenen Geldmitteln hier vor unseren Augen arbeitete und überdies in Prag als der Bevollmächtigte der Partei und Intervenient in vielen Angelegenheiten Privater fortwährend tätig ist, nicht erspart, auch eine Portion Undank präsentiert zu erhalten und ich erachte es als Ehrenpflicht an dieser Stelle zu erklären, daß G-tt sei Dank es nur ein kleiner Teil, teils durch Parteistellung, teils durch persönlicher Eitelkeit bestimmter Leute ist, die unter Anwendung skrupelloser Mittel und unter Hinwegsetzung darüber, daß sie dadurch der Allgemeinheit der Juden nur schaden, es unternehmen, die Verdienste dieses Mannes, den wir auch für die Zukunft noch sehr dringend brauchen werden, herabzusetzen. Ich möchte Ihnen nun noch den Hergang der an -und für sich recht bedeutsamen Veränderung schildern, welcher dadurch geschehen ist, daß die „zu Wahlzwecken vereinigte jüdische Parteien" aufgelöst und die „jüdisch-konservative Partei" enstanden ist. Es könnte nämlich der Fernstehende leicht der Meinung sein, daß das orthodoxe Element, müde der manigfachen Unzukömmlichkeiten, welche sich bei der Zusammenarbeit mit den Zionisten ergeben hatten, indem zum Beispiel die Letzteren, nachdem sie die Leitung der Parteiorganisation für sich beansprucht hatten, tatsächlich nur zionistische Propaganda und nicht Parteiarbeit betrieben, sich auf den tät sächlichen Standpunkt gestellt haben, daß weitaus mehr als 90 Prozent der Juden Orthodoxe sind, und so die praktischen Konsequenzen gezogen haben. In Wirklichkeif, aber waren es die Zionisten, die bei den Wahlen in das Parteipräsidium unter 8 Mitgliedern nur 1 Mandat besetzen konnten, die den Fehdehandschuh hinwarfen. Wochenlang vor dem Tage, wo eine Plenarsitzung der Partei die Auflösung der „Vereinigten jüdischen" und Konstituierung "der „jüdische-konservativen Partei" beschloß, war in verschiedenen Blättern wie „Keleti Ujsag*, „Kässai Naplo" usw. zu lesen, daß die Zionisten und eine Gruppe aus dem bekannten Munkäcs mit der Partei höchst unzufrieden sei und aus derselben austreten wolle, um eine neue jüdischnationale Partei zu gründen. Weiters wurde auf einer, Ende Juli in Munkäcs stattgefundenen zionistischen Vertrauensmänner- Versammlung ebenfalls beschlossen, daß die zionistische Partei die Führung des Minoritätenschutzes allein leisten wolle, womit schon der Bruch mit den „Vereinigten jüdischen Parteien" hinsichtlich der Materie ausgesprochen war. Schließlich aber, und nachdem alle Zeitungsnachrichten darüber undementiert geblieben waren, daß die Zionisten austreten und ihre eigene Partei gründen wollen, beriefen die Zionisten den einzigen Vertreter, welchen sie im Präsidialausschuß hatten, ab und ebenso legte der zionistische Obmann der Organisationskommission — gegen die allerdings aus den vorangeführten Gründen Bedenken vorlagen — seine Stelle nieder. Nun waren die Orthodoxen der Meinung, daß sie die Oeffentlichkeit nicht länger darüber im Zweifel lassen dürfen, daß nur sie die Träger der Partei seien und daß sie den ehrlichen Ausdruck dieser Tatsache, indem sie die Partei „jüdisch-konservative Partei" nennen, nicht weiter verbergen dürfen. Nun allerdings, als der Ausdruck der ehrlichen Tatsache geschaffen war, erhoben die Zionisten Geschrei über die Unduldsamkeit und Verletzung der Einigkeit und ihr Zorn wandte sich hauptsächlich gegen Ungar, der tatsächlich nichts anderes getan hat, als, in Kenntnis unserer eigenen Denkungsweise und unserer Mentalität nahestehend, uns wahrheitsgemäß zu informieren. Er hatte uns schon früher, indem er schriftliches Material vorlegte, bewiesen, daß die gegen die alte Partei hetzenden Kreise Unterstützung beim Prager Nationalrat fänden, und noch zu Zeiten der alten Partei wurde eine Resolution gefaßt, welche in entschiedenster Weise die Einmischung des Prager Nationalrat in die Angelegenheiten der jüdischen Partei von Podkarpatska Rus ablehnte. Ich möchte bei dieser Gelegenheit bemerken, daß wir hier schon aus politischen Gründen vorsichtig sein müssen, und wenn alle politischen Parteien in mehr oder minderem Maße autonomistisch gesinnt sind, können wir Juden keinesfalls mit dem jüdischen Nationalrat für Böhmen, Mähren und Schlesien gehen oder uns gar von ihm leiten lassen. Wir sehen ganz davon ab, daß der Nationalrat unter 40 Mitgliedern 88 organisierte Zionisten hat und sich selbst rühmt, wie aus einem Karlsbader Berichte zu ersehen war, die zionistische Schule in Munkäcs gefördert zu haben. Es ist auch aus diesem Grunde, als man Ungar, und zwar mit beratend erStimme, in den Präsidialausschuß und zum bevollmächtigten Vertreter der Partei bei der Regierung in Prag wählte, ausdrücklich betont worden, daß dies ein rein persönliches Mandat ist und daß er für alles unserer Partei und niemand anderem verantwortlich sei. Damit hat man zum Auadrucke bringen wollen, daß Ungar, der sich unseren Verhältnissen anzupassen verstanden hat, persönliches Vertrauen genießt, und von dem man sich überzeugt hat, daß er, der nicht nur hervorragend befähigt, sondern bis zur Autopferung arbeitswillig ist, die Partei vertreten solle, denn, daß sowohl hier als auch in Prag ein Vertrauensmann notwendig ist, der bei Beherrschung der tschechischen Sprache auch die notwendigen Konnexionen besitzt, wird kein ehrlich denkender Mensch bestreiten können. Daß die Rolle, welche man Ungar hier zuteilte, dem Prager Nationalrat nicht recht war, ist einleuchtend, weil es die Ziele des letzteren, sich als die alleinigen Vertreter aller Juden der Republik aufzuspielen, durchkreuzte und die ganz offen betonte'Politik unmöglich machte, unter der Firma der „Vereinigten jüdischen Parteien" in Böhmen' und wo es überhaupt nur mit welchen Mitteln auch immer durchführbar wäre, zionistische Kandidaten bei den Wahlen durchzusetzen, die dann das Gesamtjudentum der Republik zu repräsentieren befugt gewesen wären. Aus diesam Grunde wurde auch die Stellung Ungars als Vizepräsident des Nationalrats innerhalb desselben auf das Heftigste angegriffen und die in den letzten Tagen hier vorliegenden Berichte melden, daß Ungar seine Stelle niedergelegt und aus dem Nationalrat ausgetreten sei, nachdem vorher bei einer Plenarsitzung in Karlsbad sein Antrag abgelohnt worden war, nach welchem sich der Nationalrat in Zukunft in keiner Weise in die Angelegenheiten der Juden von Podkarpatska Rus und der Slowakei einmengen dürfe. Ich möchte nur noch schließlich darauf hinweisen, daß die breiten Massen hier, soweit es schon gelungen, ihnen Interesse für die Sache beizubringen, mit dem gegenwärtigen Stande der jüdischen Parteiorganisation recht zufrieden sind und die besten Hoffnungen für das Gedeihen der jüdisch-konservativen Partei hegen. Man mißt den Drohungen der an Zahl und Bedeutung geringen Zionisten (meist jungen ledigen Leuten) um so weniger Wert bei, als der größte Teil der Misrachi auf Seite der konservativen Partei steht. . . Denn wenn auch diese jungen Herren in Karlsbad bei der Plenarsitzung des Nationalrats mit großer Emphase erklärten, daß die Mehrheit der Juden von Podkarpatska Rus hinter ihnen ständen — wobei ihnen zwei Munkacser Herren zustimmten — so werden sie doch den Beweis für ihre Behauptungen s. G. w. für immer schuldig bleiben müssen. Die Partei hat nebst den vorerwähnten, aus persönlichen Gründen nicht einwandfrei dastehenden Munkacser Repräsentanten und einigen um ihre Palmare besorgten zionistischen Advokaten tatsächlich keine Gegner, und wird, zumal in allernächster Zeit das Sekretariat der Partei mit einem tüchtigen, der tschechischen Sprache mächtigen Sekretär an der Spitze, eröffnet wird, sicher den Beweis nicht schuldig bleiben, daß sie mit Erfolg die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Interessen der Juden von Podkarpatska Rus zu vertreten berufen ist. Aufruf! Auf dem heiligen Boden Erez-Jisroel reifen in diesen schicksalschweren Tagen Entscheidungen von gewaltiger Bedeutung für die jüdische Gesamtheit auf dem Erdenrunde; Entscheidungen, die das sittliche Wohl und Wehe des jüdischen Volkes, damit aber auch, nach dem ganzen Lauf der Geschichte, auch sein Geschick in die weite Zukunft hinaus bestimmen werden. Unter Blut und Tränen einer ganzen Generation ist ein neues Palästina geboren worden, ein Palästina, das — unbeschadet vorübergehender Hemmungen — vor einer Periode kaum geahnten wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwunges steht und dessen Pforten weit sich öffnen weiden für jede rüstige Betätigung in Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Technik. Soll dieses neue Palästina Erez Jisroel, Erez Hakedauscho, das heilige Land jüdischer Erinnerung, jüdischer Zukunftshoffnung und jüdischer Gegenwart werden oder nicht? Soll auf seinem Boden der Geist der Gesetzesentfremdung, Selbstverhcrrlichung und Unheiligkeit zur Geltung kommen oder soll das Land wiederum zum Schauplatz g-tterfüllten jüdischen Gemeinschaftslebens werden, in das G-ttes Herrlichkeit einzieht, um Volk und Land, Judenheit und Menschheit ihrer Erlösungszukunft entgegenzuführen? Diese Entscheidung liegt bei Euch, Euch allen, ihr Agudisten, an die sich unser Ruf zunächst wendet, Euch allen, die Ihr Euch zu ,den Reihen der gesetzestreuen Judenheit zählet, oder die Ihr wollt, daß das alte Thoragesetz auf dem Boden Palästinas seine Heimstätte findet. Bekenntnis und aufbauende, schöpferische Tat ist jeder Pfennig, der im Sinne dieses Aufrufes dem Kcren Erez Jisroel der „Agudas Jisroel" hingegeben wird, Bekenntnis und Tat für den Aufbau eines heiligen Erez Jisroel. Die oberste Behörde unserer Organisation, der Zentralrat der Agudas Jisroel, hat im Adar 5681 unter Führung und Zustimmung der anerkannten geistigen Größen der rabbinischen Welt Ostens den feierlichen Beschluß gefaßt, daß fortan in den Tagen vom 1. Elul bis 30. Tischri eines jeden Jahres in allen Ländern der Erde, überall wo Organisationen der Agudas Jisroel bestehen, unter Einsatz aller organisatorischen Kräfte der Landeszentralen und der Ortsgruppen Sammlungen für den Keren Erez Jisroel der Agudas Jisroel stattzufinden haben, über deren Verwendung im Einzelnen für den geistigen und wirtschaftlichen Aufbau Erez Jisroels der Zentralrat mit den Vertretern aller Länder beschließt. Die Sammlungen dieses Jahres sollen im wesentlichen Teile den Grundstock für den im Rahmen des Keren Erez Jisroel zu errichtenden Keren Hajischuw (Wirtschaftsfonds des Keren Erez Jisroel) bilden. In dieser Stunde gilt es vor allem, in möglichst großem Umfange Geulas Hooretz, den Erwerb von Grund und Boden im heiligen Lande zu vollziehen und vorzubereiten, die Mittel bereitzustellen, Millionen und Milliarden in allen Währungen, um eine neue Pflanzung treu-jüdischen, vom Thorageiste befruchteten ländlichen Lebens zu schaffen, Männern des praktischen Wirtschaftslebens, Vertretern von Handel und Industrie die Möglichkeit und die Vorbedingungen für die Betätigung ihrer wirtschaftlichen Initiative im heiligen Lande zu geben und so die wirtschaftlichen Grundlagen zu legen, auf denen sich in imponierender Erscheinung ein jüdisches Gesamtheitsleben überhaupt im Geiste der Thora entfalten kann. Wir erwarten die Hunderttausende des Kapitalisten für den Keren Hajischuw wie die bescheidenen Leistungen des Mittelstandes und die Pfennige des Armen und der Aermsten! Welcher treue Sohn der jüdischen Gemeinschaft, in dessen Brust eine Ahnung davon lebt, was Erez Jisroel der jüdischen Psyche bedeutet, wird Geld und Gut ängstlich wägen, da es um das Ganze der jüdischen Zukunft geht! Welcher treue Sohn des jüdischen Volkes wollte zurückbleiben, wenn die großen anerkannten Führer der Gesamtheit, die im Dienst und im Studium des G-tteswortes ergrauten Führer in Ost und West den alten Ruf ertönen lassen, der zum Aufbau des Heiligtums ladet. Auskünfte über das Erez Jisroel-Programm der Agudas Jisroel, die Satzungen des Keren Hajischuw und seine Verwaltung sowie über die Methoden der Sammlung erteilen sämtliche Landesorganisationen, Palästina-Zentralen, Palästina- Vertrauensmänner und Gruppenvorstände in allen Ländern. Namens des Zentralrates der Weltorganisation: „Agudas Jisroel". Die Zentralverwaltung des Keren Hajischuw: Kommerzialrat Sigmund Bondi, Wien. Bankier Alexander Carlebach, Lübeck. Dr. Emil Hirsch, Halberstadt. Sollizitator J. Landau, London. Bankier Siegfried Löwenthal, Frankfürt a. M. Kai mann Pappenheim, Wien. Nachnm Bosenfeld, Warschau. Bankier Dr. N. E. Weill, Frankfurt a. M. Leo Wreschner, Frankfurt a. M. In keinem jüdischen Hause fehle die „Jüdische Presse". Deu!$cbö$tmcicb. Herr Oberrabbiner S. Fürst und Frau sind von ihrer Züricher Reise zurückgekehrt. Die Industriellenkonferenz der Aguda in Wien. Dienstag, vormittags 10 Uhr, hat im Sitzungssaale der Aguda in Wien (II., Malzgasse 12 a) die Konferenz der Industriellen, welche in Palästina Fabriken und Industrien errichten, stattgefunden. Zu Beginn der Konferenz waren anwesend: mehrere Großindustrielle aus Wien, Rosenfeld (Warschau), Nußbaum (Halberstadt), Löwenthal (Frankfurt), Goldreif (Leipzig), Wilhelm Groß (Jaffa), Awrach (Warschau), Felter (Breslau), ein Vertreter Wreschners (Frankfurt), Deutsch (Szabadka), Kober (Breslau), David NACHRICHTEN. Kraus (Bratislava), Sally Guggenheim (Basel). Im Laufe der Sitzungen werdea,noch weitere Teilnehmer eintreffen; ebenso sind zahlreiche schriftliche Anmeldungen, auch von Großindustriellen aus Böhmen, eingelaufen. Näherer Bericht folgt. Die „Jüdische Presse" als zionistisches Organ. Im offiziellen Bericht des zionistischen Aktionskomitees, der dem Kongresse im Drucke vorlag, ist die Wiener „Jüdische Presse" als zionistisch orientiert bezeichnet. Das ist allerdings die harmloseste der vielen Verleumdungen über unsere Tendenz, und da das Prädikat „zionistisch" in diesem Bericht nicht als Beleidigung gilt, lehnen wir die Auszeichnung bloß mit Dank ab; es sei denn, daß damit die ehrliche Liebe zur Thora, Volk und Land ohne Parteizugehörigkeit gedacht ist. Die Organisierung des Hilfwerkes für die ukrainischen Pogromwaisen. Im Auftrage der Kriegswaisenfondszentrale der Aguda in Halberstadt weilte Herr Dr. Saul und Simon Buttenwieser in Wien, um die Vorarbeiten zur Reise nach der Ukraine zu treffen. Nach den Sukkoth fei er tagen werden die genannten beiden Herren, zwei weitere Delegierte aus Deutschland mit Frau Sophie Pappenheim nach Rowno fahren, um die Kinder, welche bei Familien zur Adoptierung untergebracht werden können, auszusuchen, eventuell an Ort und Stelle Waisenhäuser zu errichten und überhaupt nach genauester Prüfung der Verhältnisse einen Arbeitsplan zu entwerfen. Spendet für die lugendgruppe!

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