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Jüdische Presse · 1921-05-13 · 16 (13.5.1921) · page 6

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Journal
Jüdische Presse
Volume
7 (1921)
Issue
16 (13.5.1921)
Date
1921-05-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 128 JÜDISCHE PRESSE Nr. 16 MÜH fUtfäßi AGUDA-JUGEND GRUPPE. iSMiiMSiS lrbmö bzxb -pn: Wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf uns die erschütternde Nachricht von dem plötzlichen und allzu frühen Hinscheiden des allseits verehrten und geschätzten, des unermüdlichen und begeisterten Kämpfers und Arbeiters für die Orthodoxie Raw Halpern s. z. 1. Noch vor kaum vier Wochen stand er in unserer Mitte, um zu uns, der gesetzestreuen Jugend Wiens, die er innig in sein großes Herz geschlossen hatte, das erste und leider das letztemal zu sprechen. Noch klingen die unvergleichlich begeisternden Worte des ebenso unvergleichlichen Redners in unseren Ohren und nun stehen wir schon gemeinsam trauernd mit der Orthodoxie Polens am frischen Grabe des allzu früh Verblichenen. — Wohl jedem wird der unvergeßliche Eindruck dieser letzten Rede Raw Halperns nebst dem Eindruck dieser erhabenen Person als bleibendes Vermächtnis in der Seele nachklingen. Wer könnte denn auch die aristokratische Gestalt vergessen, leicht gebeugt von der Bürde seiner Pflichten, jene großen, hellen Augen mit dem gegen die Erde gerichteten, gleichsam wie von den JTOfl DIÖK *T begrenzten Blick und dieser . erhabene, umfassende Geist! Der arierkannte Staatsmann, der selbst unter den Talmide Ghachomim seines Landes zu den hervorragendsten gezählt wurde, sprach zu uns wie zu ebenbürtigen Freunden. Er, der unermüdlich und erfolgreich Tätige, sprach von den Erfolgen anderer mit einer Hochachtung und einer Anerkennung, wie wenn er, der von unseren bedrückten Glaubensgenossen seines Landes der Raw lehauschia genannt wurde, am Anfange seiner Tätigkeit stünde. Nur jemand, der ihn mit den jungen polnischen Flüchtlingen, die ihn auf der Gasse oder wo sie seiner sonst ansichtig wurden, bestürmten, sprechen sah. wie er jedem Rat und Trost wußte, konnte sehen, wie tief der Schmerz um die' Leiden seines schwergeprüften Volkes an seinem Herzen nagte. Zum Schmerz um das körperliche Leid seiner schwergeprüften Glaubensgenossen gesellte sich der womöglich noch größere Schmerz um das Golus hanefesch, ob der geistigen Verirrungen von Teilen seiner Landes- und Stammesbrüder. Alle Probleme umfaßten in gleichem Maße sein ganzestem und tiefe Furchen in der hohen Stirne verrieten schweres Leid und manche trübe Stunden. Wohl niemand hat es dem halbergrauten und schwergebeugten, patriarchalisch aussehenden Manne angemerkt, daß er das 50. Lebensjahr noch nicht überschritten hatte. Es bleibt denen, die ihn länger und näher kannten, vorbehalten, seine persönlichen Vorzüge zu schildern und den Verlust, den die polnische Orthodoxie durch sein jähes Hinscheiden erlitten hat, zu beklagen. Was wir in ihm verlieren, ist ein Mann, dessen Persönlichkeit seit seinem Erscheinen in unserer Mitte unauslöschlich in unserer Ge'isteswelt als die einzig mögliche Vertretung des im Boden der Thora hakedoscha wurzelnden Judentums figurieren wird. Sein Erscheinen in Wien hat die unauslöschliche Zuversicht in uns erweckt, daß nur das glaubenstreue Judentum in einer jeden Zeit Männer hervorzubringen imstande ist, die einzig und allein berufen sind, den jüdischen Geist und das jüdische Volk gebührend zu vertreten. Wir waren ihm, so sagte er, zur Freude, er bleibt uns aber ein leuchtendes Beispiel der Vereinigung von Thauroh und Derech Erez. Sein Geist lebt in unserer Mitte ewig weiter. Das sei allen um ihn Trauernden zum Trost. St. Zur zweiten ordentlichen General* Versammlung der flpdas Jisroel» 3ugendgruppe. Wohltuend und auch herzerhebend wirkt der Jahresbericht der Jugendgruppe auf diejenigen Mitglieder der Jugendgruppe, die in den letzten Monaten nicht Gelegenheit hatten, die Tätigkeit der Jugendgruppe mitanzusehen, die nicht die Sechijo und den Genuß hatten, mitzuarbeiten. Schon in der ersten Generalversammlung im Vorjahre konnten die Referenten befriedigende Resultate mitteilen. Damals durften sie berichten, daß sich in Wien eine Schar junger Leute zusammengefunden habe, in dem Bestreben, unser teuerstes Kleinod, die Thora, zu erhalten und zu pflegen. Auch kleine Ansätze zur Tat waren sichtbar. Fassen wir aber den vorjährigen Rechenschaftsbericht zusammen und vergleichen ihn mit dem, was die Jugendgruppe über ihre diesjährige Tätigkeit erzählen kann, so müssen wir sagen: Der erste Jahresbericht der Aguda-Jugendgruppe war der Ausdruck des Willens, der zweite ist der Beweis des Könnens. Wohl hat die Jugendgruppe in organisatorischer Beziehung noch viel zu schaffen. Es gibt in Wien sehr viele jugendliche Gharedim, die ihrer Gesinnung nach zu den Spitzen der Jugendgruppe gehören sollten und doch abseits stehen, weil ihnen der Geist der Aguda noch nicht zur Genüge bekannt ist, weil sie nicht wissen, daß ihr Ideal mit der Aguda-Idee identisch ist. Auch die Bezirkssektionen müssen ausgebaut werden. Heute verlangen die in den mit Thorajuden weniger dicht bevölkerten Bezirken wohnhaften Jung-Agudisten ebenfalls, daß für sie gesorgt werde, daß sie die Zentrale in ihren doppelt schwer ausführbaren Plänen unterstütze. Hand in Hand mit der Ausgestaltung der Bezirkssektionen geht die Förderung, beziehungsweise Gründung der Ortsgruppen in Oesterreich. Mit den Jugendgruppen der ganzen Welt sollte ein innigerer Kontakt bestehen. Auch die finanzielle Bewegungsfreiheit der Jugendgruppe muß erhöht werden, soll sie ihrer Aufgaben voll und ganz gerecht werden können. Es wird Sache der Generalversammlung sein, hierüber Beschlüsse zu fassen und einen Unterausschuß mit der Durchführung derselben zu betrauen. Es dürfte sich auch die Notwendigkeit ergeben, den Hauptausschuß zu vergrößern, da es demselben, infolge der unausgesetzt steigenden Agendenzahl, bald nicht mehr möglich sein wird, die Arbeit zu bewältigen. Aber gerade die Mängel in der Organisation sind, wenn wir andererseits die ausgezeichneten Leistungen für Thora, Awoda und Gemilus Ghassodim betrachten, nicht als Fehler zu bewerten, es jnuß vielmehr in anerkennender Weise hervorgehoben werden, daß die Jugendgruppe vor allem ihre ganze Kraft der Pflege von Thora, Awoda und Gemilus Ghassodim gewidmet hat. Wehachut hamschulosch lo bimheroh jinotek. Der Lohn wird nicht ausbleiben. Kol kenessijoh schehie leschem schomajim söfoh lehiskajem. Die Jugendgruppe wird m. G. H. wachsen und gedeihen zur Zierde der Wiener Judenschaft, zum Stolze der gesamten Orthodoxie und zur Ehre der Agudas Jisroel. G. P. Abreise der Jeschivokinder. Sonntag T^K n'""i erfolgte die Abreise von sechzig Wiener Bachurim in die verschiedenen Jeschivos der Slowakei und Ungarns. Die Reise und der Aufenthalt sind diesmal, dank der aufopferungsvollen Tätigkeit der Wiener Jugendgruppe und des Vereines „Tiferes Bachurim," Wien, besonders gut vorbereitet. Wie uns inzwischen aus Bratislava gemeldet wird, ist der unter der 'besonders fürsorglichen Leitung des Herrn Franz Fischhof abgegangene Transport, glücklich angelangt. Am gleichen Tage versammelten sich die unter Leitung des Herrn Leopold L e d e r e r nach Ungarn reisenden Bachurim. Die Reise, für die seitens des Bahnhofbetriebsamtes Wien-Südbahnhof ermäßigte Karten und ein eigener Waggonabteil zur Verfügung gestellt wurde, ist ebenfalls glücklich verlaufen. Insgesamt verlassen im heurigen Sman (Sommersemester) 84 Bachurim Wien. Errichtung einer Mensa in Mattersdorf. Der unermüdlichen Tätigkeit des Sohnes des Mattersdorfer Raw. Samuel E h r e n f e 1 d, Leiter der Jeschivo, werktätig unterstützt durch die Wiener Jugendgruppe, ist es gelungen, in Mattersdorf eine Mensa zu errichten. Die Zahl der Bachurim, die in der unter Leitung des Obgenannten stehenden Jeschivo lernen, hat sich so verstärkt, daß die Errichtung einer Mensa unerläßlich geworden ist. Wenn diese Errichtung so rasch und vollkommen durchgeführt werden konnte, ist dies der nieversagenden Opferfreudigkeit unserer Wiener orthodoxen Kreise, die sich diesmal wieder voll und ganz eingestellt haben, zu verdanken, lnsbesonders sind dies die Herren Wilhelm Schreiber (Fa. Jakob Schreiber), Alexander Steiner, Ludwig Adler, Michael Sternfeld, die die Einrichtung, ferner Herr Moritz Steinhof und andere, die die Ausstattung zur Verfügung stellten. Einige opferfreudige Mattersdorfer Bale Batim haben sich verpflichtet, die nötigen Lebensmitteln, teilweise umsonst, teilweise wesentlich ermäßigt, der Mensa zur Verfügung zu stellen und bleibt es zu hoffen, daß auch hier, wie auch sonst wo immer, die Mensa- Institution zu heromath keren hathauro beitragen wird. Israelitischer Schulu. Bethausverein „Tomehe Thora" Wien sucht 3 Lehrer (Melamdim) für *ott: w ran für Anfänger. Gehalt nach Uebereinkommen. Vorzustellen bei Rabbiner Hager, XX., Karl Meißelstr. 4. Agudas Jisroel-Jugendgruppe Wien, II. Bezirk, Obere Donaustraße Nr. 69 (Eingang* Floßgasse). Sonntag, den 15. Mai 1921 (7. Ijar 5681), 10 Uhr vormittags, veranstaltet die Agudas Jisroel-Jugendgruppe Wien in ihrem großen Vortragssaale ihre zweite | HauptmitgliedepvBFsammlung Tagesordnung: 1. Tätigkeitsbericht. 2. Festsetzung des Mitgliedsbeitrages. 3. Wahl. 4. Eventuelle Anträge. Anmerkung: Wahlberechtigt sind nur jene Mitglieder, die den Mitgliedsbeitrag für das Jahr 5681/1921 entrichtet haben. I I I t I I I I I I I I <HwmM> ^^^^«o^<w«w»^^^^«o^«Mt«w»«w» Agudas 3i$rocl-3ugenagruppe Wien. Zentralleitung: II., Obere Donaustraße 69 (Eingang Floßgasse). Schiurim-Einteilimgvom 6^ bis 11. Ijar 5681 (13. %is 18. Mai 1921). Samstag, l/211 Uhr vormittags: Sidroh. — V2 5 Uhr nachmittags: Vortrag. Sonntag, V28 Uhr abends: IlKÖH rfYDÜ. 8 Uhr abends: D^Sl^' Herr Samuel Stern. — V2 9 Uhr abends: HID^D. Herr Simon Schreiber. Montag: wie Sonntag. Dienstag, :/»8 Uhr abends: QiJ^, 8 Uhr abends: tyÖDT Herr Adolf Schreiber. — '/39 Uhr abends: riClD» Herr Simon Schreiber. Mittwoch: wie Dienstag. Donnerstag: wie Dienstag. Freitag: — Ankündigungen: B. Gruppe: Allabendlich findet in der Zeit von '/38 bis 1/.29 Uhr abends ein besonderer ""llJT'tt? statt. Früh taTlt7',^27: Täglich von 6 bis 8 Uhr früh werden in drei Gruppen nD"Ü. HEID und »BtttÖ gelernt. ■"lllTE? l'tir Kaufleute: Allabendlich von 7 bis 8 Uhr wird KJpattt gelernt. Geburtstagsfeier. Dr. Alfred Friedemann (Berlin) leierte am 11. April seinen Geburtstag. Pidjon. Im Hause des Herrn Harry Schiff fand am 1. Mai der Bidjon haben statt. Es sprachen bei der Tafel Herr Albert Wolf, Siegmund Bondi und Harry Schiff. Bris Mila. In Budapest fand am siebenten Tag Pessachs im Hause des Herrn Samu Kahan und Fraugeb. Frankl (Tochter des Präsidenten der orthodoxen Landeskanzlei Herrn Adolf Frankl) ein Bris Mila statt. W?M:0>%% fy'ZZtc/r/Ü X*'&Wi>& Briefkasten. WM?£MM?M Berichtigung. In den Feuilleton: „Die Nacht des Begnadeten", soll es statt „königlicher Parfüm" heißen: königlicher Purpur, ferner erwartungsbange statt erwartungslange. Owadeamar. Ihrer liebenswürdigen Einladung kann leider keine Folge gegeben werden. Die Redaktion kann kaum auf einen Tag abkommen. Eigentum einer Societät. — Verantwortlicher Redakteur für Deutschösterreich: Jakob Deutsch. Für die Tschechoslowakei: Heinrich Schwarz. — Druck: Genossenschafts-Buchdruckerei, Wien, VIII;, Hernalser Gürtel 20. — Telephon Nr. 19.772. Frühjahrs- und Sommer- Herrengarderoben nach Maß in erstklassiger Ausführung empfiehlt bestens Gelbart & Fürst, Wien, II., Stefanlestrasse Nr. 16 (Ecke Kleine Sperlgasse). Lager original englischer Stoffe. 'njwp-min m&bn In der Businger DT) werden noch vier bis fünf Kinder aus besseren Häusern aufgenommen. Für erstklassigen Unterricht in nPJttflS und ■pH, wie auch für Verpflegung in gut jüdischen Familien wird bestens gesorgt. Die nn-Leitung. Anmeldungen sind (bis 4. Ijar) zu richten an Rabbiner Schill, Pezinek bei Preßburg.

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