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Jüdische Presse · 1921-04-15 · 13 (15.4.1921) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
7 (1921)
Issue
13 (15.4.1921)
Date
1921-04-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 98 JÜDISCHE PRESSE Nr. 13 Der Vorstand des LandesTerbandes und der der Agudas Jisroel-Jugendgruppe in der Slowakei gratuliert dem verdienstvollen Obmann der Jeschivosektion Herrn Mano G i d a 1 i anläßlich seiner Vermählung mit Frl. Etel Bock. Ungarn. Wahlen in der orthodoxen Chewra Kadischa in Budapest. Die jüngst stattgehabte Wahl hatte folgendes Ergebnis: Herzog Jözsef, Präses; Diamant Jakab, Vizepräses; Dr. Friedmann Izidor, Kontrollor; Schlesinger Adolf (Kiraly-u.), Kassier; Klopfer Manö, Reitmann Manö, ßerger Samuel, Vorsteher; Groß B. Gyula, Deutsch Vilmos, Ehrenfeld Sandor, Frankl Adolf, öbudai Freudiger Abraham, öbuda Freudiger Lipöt, Kornfein Abraham, Grünvvald Lipöt. Bohrer Jakab, Korein Dezsö, Löwy Samu, Moskovits Emil, Präger Samu, id. Rebenwurzel Isidor, Sonnenschein A. I., Spiegel Simon, Dr. Stern Simon, Zucker Henrik, Ausschuß. Wahl der orthodoxen Chass Chewra in Budapest. Klein Märkusz, Präses; Feldmann Izsäk, Vizepräses; Weisz Peter, Kassier: Löwy Iszäk, Kontrollor; Löwy Samu, Sekretär; Strauszmann Daniel, Sekretärstellvertreter; Frankl Adolf, öbudai Freudiger Abraham, Großmann Mör, Klein Feivel, Bne Tora; Blau Miksa, Diamant Jakab, \ Duschinszki Märkusz, Ernst Märkusz, öbudai Freudiger Lipot, Fischer Armin, Friedmann Alfred, Groszberg Lipöt, Heiden Leo, Herzog Jözsef, Herzog Lipöt, Mautner Henrik, Lindenfeld Nathan,' Puncz Samu, Papper Dezsö, Reitmann Manö, Rebenwurzel Izidor, Rosenfeld Miksa, Schlesinger Jözsef (Szerecsen-u.), Schlesinger S. I., Spitzer Jakab, Stern Samuel, Tauber Simon, Weisz Ignäcz, Ausschuß: Blau Jakab, Ernst Lülöp, Müller Ferdinand, Roth Henrik, Klein Adolf, Dävidovits Läzär, Ausch Vilmos, Ersatz. Judenhaß als "erschwerender Umstand. In Sätoraljaujhely waren in den ersten Monaten des sogenannten christlichen Kurses wie an so vielen anderen Orten Ungarns Judenprügeleien an der Tagesordnung. Einer dieser verprügelten Glaubensgenossen Samuel Katz ließ nun gegen seinen Angreifer Franz Harda beim Sätoraljaer Bezirksgericht die Strafanzeige erstatten. Das Bezirksgericht hat — wie Egyenlöseg jetzt auf Grund der bekannt gewordenen Urteile mitteilt — den Angeklagten Harda der Ehrenbeleidigung für schuldig befunden und zu acht Tagen Gefängnis und 100 Kronen Nebenstrafe verurteilt. Als erschwerenden Umstand nahm das Bezirksgericht den „auch bei der Schlußverhandlung zur Begründung seiner Handlung zum Ausdruck gelangten Judenhaß^ des Angeklagten. Dieses Urteil wurde jetzt auch von Sätoraljnujhelyer Gerichtshof als Appellationsforum mit seiner Begründung bestätigt. Baronin Charles Rothschild geb. Wertheimstein — eine geborene Ungarin — hat der eine große humanitäre und kulturelle Mission erfüllenden Mensa academica des Ungarischen Jüdischen Landes-Kulturvereines eine Spende von 150 englischen Pfund — ungefähr einer Viertelmillion Kronen ungarischer Valuta übermitteln lassen. Diese Mensa bietet derzeit 600 jüdischen Hochschülern der verschiedensten Lehranstalten vollständig unentgeltliche Verköstigung. Ein Zeichen der Zeit. Bei den jüngsten Kommunalwahlen kam es in mehreren Gemeinden des Ujpester Bezirkes — dessen Vertreter in der ungarischen Nationalversammlung der bekannte antisemitische Abgeordnete Budaväry ist — zu einem heftigen Wahlkampfe zwischen den Anhängern Budavärys und den Gewerbetreibenden und Kaufleuten, die sich von der antisemitischen Richtung des Budaväryschen Kurses abzuwenden beginnen. Die Partei, Budavärys konnte in Räkospa'lota keinen einzigen ihrer Kandidaten durchbringen, womit diese Ortschaft in deutlicher Weise zu erkennen gab, daß sie den rüden Kurs des einstigen Volksschullehrers mißbillige. Deutschland. Ein jüdisches Tagblatt in Berlin. Der Herausgeber der Wilnaer „Hasman". Margolin, beabsichtigt, eine jüdische Tageszeitung in Berlin herauszugeben. Polen. Erez-Jisroel-Delegation. Aus Polen sind als Mitglieder der fachmännischen Erez-Jisroel-Delegation der „Schlome Emune Jisroel" folgende Fachmänner nach Palästina abgereist: Die Lodzer Großindustriellen Awraham Eisner und Towja ßialer, der Fabrikant Herschel Szceranski aus Lublin und R. Motil Lewin. Beratung wegen der polnisch-jüdischen Verständigung. In der Wohnung des orth. Stadtrates Kirschbraun fand eine Beratung der jüdischen Delegierten für die »polnisch-jüdische Verständigungskommission zur Ausarbeitung einheitlicher konkreter Vorschläge statt. An der Beratung nahmen teil: Dr. Nossig, Adv. Prylucki, Dep. Grünbaum, Stadtrat Kirschbraun, David Weidenfeld und Dep. Farbstein. Grünbaum legte ein von ihm ausgearbeitetes, fertiges Statut für die jüdische Gemeinde vor. Kirschbraun meinte, das jüdische Gemeindewesen sei eine der wichtigsten Angelegenheiten, er könne daher allein nicht entscheiden. Ein Exemplar des Statutes solle dem Exekutivkomitee der Aguda-Zentrale zugeschickt werden^ und erst nach Behandlung dieser Frage durch die Aguda-Zentrale, werde er dazu Stellung nehmen. Ferner schlug Kirschbraun vor, der interministerjalen Kommission, wenn sie wirklich zu einer Verständigung kommen will, konkrete Vorschläge zu machen. Da aber die Verhandlung über die jüdische Gemeinde lange Zeit beanspruche, beantrage er als erste die konkrete Forderung wegen Sonntagsruhe einzubringen, die einer raschen Erledigung bedürfe; denn durch die Zwangsrühe an Sonntagen erwachse den Juden wöchentlich ein großer, ökonomischer Schaden. Die Anwesenden stimmten beiden Vorschlägen Kirschbrauns zu, und damit wurde die Sitzung geschlossen. Litauen. Konferenz jüdischer Volksbanken. Am 30. März trat in Kowno die erste Konferenz jüdischer Volksbanken zusammen. Das Märchen vom Ritualmord. In einigen Städten Litauens hat eine starke Agitation begonnen, weiche ihren Höhepunkt in Pilwiszki und Szauc eri eicht, wo das mittelalterliche Märchen vom Ritualmord aufgetischt wird. Aehnlich begann es in Kupiszki, wo es dank der Einmengung des jüdischen Ministers wieder ruhig geworden ist. Grausame Judenschlächtereien. Die Kowner „Stimme" berichtet, daß in den Städten des Homeler Kreises alle Juden aus Rache für die Requisitionen der Bolschewiken von Bauernbanden ermordet wurden. Eine jüdische Delegation, die nach Moskau angekommen ist, berichtet, daß die Zahl der ermordeten Juden 22000 betrifft. Keine Sonntags-Zwangsruhe für Juden. In der Sozialen- und Handelskommission Litauens brachten die jüdischen Deputierten folgenden Antrag ein: Arbeiter und Angestellte, welche aus religiösen oder nationalen Motiven am Samstag nicht arbeiten wollen, haben das Recht am Sonntag zu arbeiten. Deputierter Hellmann begründete den Antrag und wies darauf hin, daß, wenn der Antrag abgelehnt wird, dadurch die ökonomische Lage der Juden insbesondere der Kleinhändler und Angestellten untergraben werde. Nachdem die Christlichnationalen dagegen gesprochen haben, wurde der Antrag mit den Stimmen der Sozialdemokraten und der nationalen Minderheiten gegen die Stimmen der Bauern, Demokraten und Christlichnationalen zum Gesetz erhoben. Die Tätigkeit des „Joint" in Palästina. Der Palästina-Vertreter des „Joint" Dr. de Sola Pool gibt folgende Daten über die Hilfstätigkeit des„ Joint' in Palästina: Anfangs wurden vom „Joint" 105.000 bis 110.000 Dollar monatlich ausgegeben; diese Unterstützung wurde aber immer verringert, bis sie im letzten Dezember nur mehr 80.000 Dollar betrug, im Jänner nur 60.000 und im Februar war sie bereits auf 33.000 gesunken. Die Ausgaben für die Waisen allein betrugen monatlich mehr als 33.000 Dollar; auf diese Weise war es möglich, 4000 Waisen zu erhalten. Außerdem wurden täglich an 2500 Greise Mahlzeiten und je (50 Piaster verabreicht: später wurde dieser Geldzuschuß auf 25 Piaster herabgesetzt. Jetzt wird auch das Lebensmittelquantum verkleinert werden und die erwerbslosen Greise sind von der Gefahr des Hungers bedroht. Der sephardische „Moschaw Seknim" im {Jerusalem und der aschkenasische in Jaffa stehen vor der Sperre. Gegenwärtig werden ihnen die Unterstützungen des „Joint" im früheren Maße ausgefolgt, damit sie sich andere Einnahmsquellen suchen: es ist aber zweifelhaft, ob sie sich ohne die „Joint"-Unterstützung werden erhalten können. Das religiöse Komitee zur Aufteilung der Unterstützung unter den Rabbinern, Jeschiwos und den Talmiclim wollte anfangs die um ein Bedeutendes verkleinerte Unterstützung nicht annehmen, mußte aber dann nachgeben, als sie sich überzeugt hatten, daß keine Aussicht auf Erhöhung des Betrages vorhanden sei. Gleich allen anderen Aktionen wurde auch die medizinische erheblich eingeschränkt. Das städtische Spital in Jaffa mußte geschlossen werden, obwohl es gerade jetzt, da Jaffa ein wichtiger Durchgangspunkt für die Ghaluzim ist, von großer Notwendigkeit ist. Das Spital „Sehaare Zedek" wird zwar weiter im früheren Ausmaß unterstützt, es wird aber infolge seiner spärlichen Mittel schwerlich erhalten werden können. In einer ähnlichen schweren Lage befinden sich die professionellen Schulen. In Jaffa und Tiberia beabsichtigt man, die Schulen zu schließen. Dank den Bemühungen des Dr. de Sola hat das „Joint" beschlossen, bis Juli die Hilfstätigkeit für die Waisen nicht einzustellen und für jede Waise 2 Pfund auszuzahlen. Mrolog. Abraham Grünbaum s. A. Der Schmerz über den Verlust des ausgezeichneten Mannes verklärt sich zu einer schönen Erinnerung an den Mann des reinen, edlen Lebens, dessen Ende laut zeugt für seine Liebe zur Thora, Isroel und Palästina,. Sofo mochi ach al techiloseo. Wie Jehuda Halevi ist er in dem Momente zum ewigen Leben abberufen worden, als es ihm vergönnt war, den Traum seiner frommen Seele, die heilige Stadt Jeruscholajim zu sehen. Dort hauchte er den letzten Seufzer aus und sein brechendes Auge weidete sich an dem Bilde erfüllter Sehnsucht. Er war mit der von Herrn Wolf Pappenheim geführten Delegation nach Erez Isroel gekommen. An der Grenze in Bantara sank er leblos zusammen und wurde schwerkrank nach Jeruscholajim gebracht. Die letzten Tage seines Lebens galten Erez Isroel. Die Bevölkerung von Erez Israel vergalt ihm die dargebrachte Liebe.. Während zwanzig Talmidim der „Doresch Zion"- Schule Totenwache hielten, ließ Oberrabbiner Sonnenfeld in den Straßen das Leichenbegängnis ausrufen. Die Beteiligung war eine außerordentliche. Hespedim hielten Oberrabbiner R. Ghaim Sonnenfeld, Rabbiner Bergmann aus Nürnberg, R. Wolf Pappenheim für die Aguda, M. Blau, L. Kahane, die Rabbiner Tukazinsky, Danon, Wertheimer Jadler, Vorrath und Andere. Am Har hasessim wurde Grünbaum im Geviert der Rabbiner zur Ruhe bestattet. Die „Jeschibas Zion" wird das Trauerjahr halten, aber darüber hinaus wird Erez Isroel und seine Getreuen des edlen Wallfahrers gedenken, der ausgezogen war, um Erez Isroel „zu sehen und zu sterben". Der Gerer Rabbi KtO^tE? in der ersten Gruppe der „Siloah". Der erste Transport der „Siloah" wird durch die gefeierte Persönlichkeit des Gerer Rabbi n. j. ausgezeichnet. Die Unternehmung will dies als glückbringendes Omen betrachten. Der Transport ging am 6. April von Wien ab. Es herrschte musterhafte Ordnung. Ein Beamter der „Siloah* begleitete den Transport bis zur Einschiffung in Venedig, um für das Wohl der Passagiere zu sorgen. Reise nach Palästina. Die nächste Abfahrt findet gleich nach Ressach, am 6. Mai. nach Venedig statt. Die Separatwaggons werden den Passagieren Dienstag, den 3. Mai, zur Verfügung gestellt und wird gleichzeitig ein Beamter beigestellt, der die Passagiere bis nach Venedig begleitet. Wohltätigkeits-Akademie der Aguda-Mädchengruppe. Mustergültig durch das künstlerische Niveau, das abwechslungsreiche, fesselnde Programm, bei welchem gleichzeitig den Empfindungen des strengsten Konservatismus Rechnung getragen wurde, war die am 30. März 1921 zugunsten der Krankensektion stattgehabte Wohltätigkeits-Akademie der Aguda- Mädcheugruppe in Wien. Die Veranstaltung, ein ausschließlicher Damenabend, wurde im Festsaale des Kaufmännischen Vereines (Johannesgasse 4) abgehalten und stand unter Leitung der bekannten Klaviervirtuosin Angela Engel,. die sich in anerkennenswerter Weise, mit außerordentlichem Geschicke und selbstloser Hingabe der guten Sache gewidmet hat. Ein distinguiertes Publikum lauschte mit gespannter ' Aufmerksamkeit den bravourösen Leistungen des Künstlerkreises. Frl. Grete Bach fand großen Beifall mit ihren eindrucksvollen Rezitationen, während Frau Angela Engel mit gewohnter Meisterschaft einige Klavierpiecen vorgetragen hat. Frl. Blankn Glossy trug, begleitet von E. Reimers, unter stürmischem Beifall musikalische Themen aus Alt-Wien vor. Viel Bewunderung erregte Frl. Annie Lesen mit der Absolvierung des Fledermauswalzers und anderer Tanznummern. Hierauf trug Frl. Margarete Sohner sehr beifällig aufgenommene Gesangspiecen vor. Uie heitere Muse kam durch K. v. Kreibig zur angenehmen Geltung. Um die Vorbereitung und um das Arrangement des einen bedeutenden Reingewinn erzielenden Büffets hat Sich Frau Paula Pappenheim redliche Mühe gegeben; ferner waren die Damen Margit Pappenheim und Ella Freund um das Büffet bemüht. Die Spendensumme beträgt bei 30.000 Kronen. Allen Darstellern und Veranstaltern sei nochmals bester Dank gesagt. Jfgudas 3i$roclvJuaendgruppe. Wien, II., Obere Donaustraße 69. Jugendgruppe: David Seidmann K 50. Aion (Jottuilt'smann 50, Jakob Goldenberg 10, Michael Figdor 40, Arnold Grünfeld 20, Salomon Urüufeld 20, Israel Honigniann 50, L»dwig

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