Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 7 (1921)
- Issue
- 1 (7.1.1921)
- Date
- 1921-01-07
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 JÜDISCHE PRESSE Nr. 1. große Rolle. Das scheint namentlich bei dem kleinsten Kontingent, den ,Bekennern anderer Religionen" der Fall zu sein, und zwar in so auffälligem Maße — 53*5 Prozent Männeriiberschuß! —. daß man förmlich zum Versuch einer Erklärung hierfür herausgefordert wird. Zunächst befinden sich unter den „Bekennern anderer Nationen" die Mohammedaner, Buddhisten usw.. die Angehörigen asiatischer und afrikanischer Völkerschaften, wie Japaner, Chinesen, Inder, Hereros, die nur in männlichen Individuen in Deutschland Aufenthalt zu nehmen pflegen. Ihr weibliches „Pendant" befindet sich also überhaupt nicht in der deutschen Bevölkerung. Ihre Zugehörigkeit zu Kontingent 5 kann die anderen Kontingente also nicht beeinflußt haben. Bei einem anderen Bestandteil des Männerüberschusses der „Bekenner anderer Religionen" ist das aber nicht der Fall — Avenn auch ihre Zahl zu gering ist, um einen sichtbaren Einfluß auf den Prozentsatz des Frauenüberschusses der anderen Kontingente ausüben zu können. Das sind die „Konfessionslosen". Das männliche Individuum ist leichter Prinzipienreiter und trennt sich auch äußerlich leichter von einer Religion, in die es hineingeboren ist, als das weibliche. Der enorme Männerüberschus der „Bekenner anderer Religionen" dürfte in „der Hauptsache durch die konfessionslosen Männer entstehen, deren Schwestern und Frauen sich weiter zur angeborenen Religion bekennen. Vielleicht spielt hierbei auch das größere Abhängigkeitsgefühl der Frau eine Rolle, die sich aus praktischen Gründen schwerer von einer Religionsgemeinschaft trennt, deren Wohlfahrtseinrichtungen sie eines Tages in Anspruch zu nehmen Veranlassung haben könnte. Man kennt ja zum Beispiel die großen Wohlfahrtseinrichtungen der Katholiken, deren Verwaltungen streng auch auf das Bekenntnis zur Religionsgemeinschaft sehen. Zweifellos spielt hier aber auch auf der einen Seite das stärkere religiöse Gefühl und Bedürfnis bei der Frau eine'Rolle, die sie verhindern, sich von einer angeborenen Religion zu trennen, und auf der anderen Seite die größere Initiative beim Manne, die ihm die Lossagung von ihr erleichtert. Eiteratur. bwr\)p* hkö, ^nö:j?!si rinatwö nrbin Geschichte der Familie Rosenthal. ♦tanXTtf,taÜ Von Leopold Grünwald. Verlag des Verfassers. 1920. (Budapest, VII., Kiräly-u 57, IL, 3.) Oktav, 104 S. Der Verfasser ist keiner von der Zunft. Als blutjunger Schüler einer weltfremden, frommen Jeschiba in Ungarn, hat ihm zuerst die begeisterte Liebe zu den Rabbinern die Feder in die Hand gedrückt, um deren Lebensbild zu zeichnen, später drang er forschend in immer weitere Schichten der jüdischen Geschichte Ungarns und ward bald unter den guten Namen der jüdischen Geschichtsforschung genannt. Eine stattliche Reihe von historischen Arbeiten bilden die Früchte seines Sammelfleißes und die Mängel autodidaktischer, historischer Bildung verlieren sich von Werk zu Werk immer mehr. Die vorliegende Biographie des großen Stadion Naphtalie Rosenthal und seiner würdigen Söhne Elia und Salomo ist als eine dankenswerte Bereicherung der Kenntnis der kampfbewegten Mendelsohnschen Zeit in Ungarn zu rühmen. Briefe des Ghassam Sofer, des Schemen Rokeach, Maharam Asch, R. Zwi Hirsch Ghajes, Rabbiner Schlomo J. Rappaport, Sch. D. Luzzatos und Moses Mendelsohns geben dem Werk erhöhten historischen Wert. Die böse Affäre des Rabbi Alexandersohn, die Details der Wahl Rappaports zum Prager Oberrabbiner sind von fesselndem Interesse. Das Werk ist in leichtfaßlichem Hebräisch geschrieben und zeichnet sich durch Prägnanz des Ausdruckes aus. Targum Scheni zum Buch Esther. Von Prof. Dr. A. Sulzbach. Frankfurt a. M. J. Kaufmann. 1920. 118 S. Mk. 12-— und 50 Prozent Verlagsteuerungszuschlag. *? Wer sich am Purim in die weltumspannende Erlösungsfreudigkeit unserer Ahnen hineinleben will, lese die formgewandte Uebersetzung; wer sich an der Schlichtheit und am korrekten Denken eines wirklich jüdischen Forschers erfreuen will, lese die Anmerkungen und die Einleitung. Möge es dem unermüdlichen, greisen Forscher vergönnt sein, an späteren Auflagen dieses Büchleins den Dank der jüngeren Generationen zu erschauen. Alttestamentliche Propheten, unterrichtlich gestaltet. Von, Hermann Itschner. Georg Westermann, Braunschweig 1919. Das Buch ist so klar durchdacht, so vornehm konzipiert, daß wir daran nur eine Frage knüpfen möchten. Wann endlich wird für jüdische Schulen ein in den Bahnen der alten Traditionen sich bewegender Autor erstehen, der für unsere Jünglinge, für unsere Lehrer ein Gleiches schäm? Itschners Buch wäre mutatis mutandis ein treffliches Vorbild. eingelaufene Biicber.* „1935" der Untergang Frankreichs. Roman von Francois Romain. 10. bis 15. Tausend. Einzig berechtigte deutsche Ausgabe. Hamburg-Berlin 1920. Hoffmann *fe Campe. Geh. Mk. 12-—, geb. Mk. 16- — . Die Hochzeit des Todes. Vom Ariel Bension. E. P. Tal & Co., Verlag, Leipzig, Wien, Zürich. Geh. Mk. 9-- (K 40--), geb. Mk.> 12-50 (K 50'-). „Die Hochzeit des Todes" ist die Dichtung eines in Jerusalem geborenen Spaniolen von Wesen und Art der kabbalistischen Gemeinschaft. Von der Stärke und Reinheit dieser morgenländischen farbigen Visionen wird auch der sich gegen jede Geheimlehre Wehrende tief ergriffen werden. G-ttliches und Irdisches durchströmen einander ungehemmt in * Ausführlichere Besprechung vorbehalten. diesen mystischen Visionen, die jeden suchen, der fühlenden Herzens bereit ist zu empfangen. — Sascha Kronburgs sechs Zeichnungen geben in Linien die Erschütterung des Dichters mit verwandter Inbrunst wieder. Die Fälscher. Schauspiel in vier Akten von Max Brod. 1920. Kurt Wolff-Verlag. München. Geh. Mk. 10- — , geb. Mk. 18- . Einführung in die Relativitätstheorie. Mit drei Abbildungen im Text von Dr. Viktor Engelhardt, Dozent an der Humboldt-Hochschule. 4. Heft der Volkstümlich-wissenschaftlichen Lehr- und Lernbücher. Herausgegeben von Dr. Max Apel. Volkshochschul-Verlag. Charlottenburg 1920. Mk. 3- — . Reise durch die deutsche Kultur. Ein französisches Tagebuch. Von Benjamin Constant. Herausgegeben von Fritz Schwarz. 1. bis 3. Tausend. Mit zahlreichen Porträts und Faksimilen. Gustav Kiepenheuer-Verlag. Potsdam 1910. Der Piatonismus und die Gegenwart. Von Dr. Ernst Hornefl'er, Privatdozent, der Philosophie in Gressen. Verlag Orma Karl Magersuppe. Kassel 1920. Fünf Monate Obrigkeit von unten. Erinnerungen aus den Bolschewistentagen April-August. 1919. Von Andreas Niemann. Herausgegeben von „Aufbau und Werden", Gesellschaft für praktische Volksaufklärung und Steigerung der nationalen Arbeit. 1.—50. Tausend. Preis Mk. 3-50. „Der Firn "- Verlag. Berlin W 57. Ursprung und Entwicklung des Staates. Von Anton Heinen. Verlag von Alfons Hug, G. m. b. FT. Günzburg. Ateres BacDurim-Uerein. Velke-Surany. Am siebenten Tage rDttn, den 11. Dezember, hielt der Velke-Suranyer orthodoxe Jugendverein „Ateres Bachurim" seine ordentliche Generalversammlung. Nach Berichterstattung des Vorstandes erfolgte die Neuwahl desselben. Gewählt wurden: Eduard Trotzer, Präses; Artur Wollher, Vizepräsident: Heinr. Braun, Kassier: Paul Weiß, Schriftführer; Ernst Donath, Kontrollor. Nach eingebrachten Antrag wurden 300 Kronen zur Erweiterung der Bibliothek votiert. Der Verein, welcher seit mehr als zehn Jahren besteht, hat dank der verdienstvollen Tätigkeit Sr. Ehrw. Flerrn Oberrabbiner M. Frey, zur Stärkung der Religiosität und Aneignung von Thorakenntnissen viel beigetragen. An die hochwohlgebornen Leiter der Agudas Jisroel Sr. Ehrw. Rabbiner Josef Baumgarten, Herren David Schreiber, Wolf Pappenheim und M. Brodi. Ich erlaube mir hiemit, Ihnen den innigsten Dank für die Hilfe, die Sie als Leiter der Agudas Jisroel in Wien mir und meiner Familie sowie den übrigen Flüchtlingen aus Palästina gewährt haben, indem Sie uns die Heimkehr in unser geliebtes Land ermöglichten, auszusprechen. Möge Ihnen G-tt Ihre Wohltat vergelten, und sei es Ihnen vergönnt, die volle Jeschua für das jüdische Volk, überall wo sie wohnen, zu erleben. Mit innigstem Dank Mendel Kehana, Zefath. r^_| Personal. Kalendarium. Tag Tewes Jänner Notizen Sonntag 29. 9. Jom-kippur-koton Montag Schenat 1. 10. Rosch-chodesch-Schwat — Moses beginnt Mischne Thora vorzutragen (bis 6. Adar) — Tod R. Simcha Poppers (Teplitz) 5520 — Tod R. Abr. Meschulam Salman (Östrons.) (Sohn Chacham Zwi's) 5537 — Tod R. Schloms (Chochmas Schlomo, Sohn des Sera Awrohom) (Byalistok) 5543 — Tod R. Elazar (Altona) 5574 Dienstag 2. 11. Tod R. Leb Mochiach (Schüler. Bai Schemtows, Verf. Kol Arje) 5539 — Tod R. Mord. Sew Orenstein, Rabb. von Lemberg — Tod R. Iuda L. Ettlinger Rabb. von Lemberg 5500 Mittwoch 3. 12. Tod R. Josef Katz (Krakau) (Scheeris Josef, Eidam des Remo) 5851 Donnerstag 4. 13. Schowewim-Fasten 3 — Tod R. Mos. Rottenberg, Rabb. von Altona-Hamburg-Wandsbeck 5472 — Tod R. Meir Bachrach (Wien) 5481 — Tod des Dayan R. Noach Elieser Lesegeld (Krakau) 5572 Freitag 5. H. Säen der Omerfrucht (70 Tage vor Pessach) Sabbath 6. 15. Bo — (Haftora: Jeremia 46.) Tod R. Chaim Sandaer (Brody) 5543 — Tod R. Josef (Bamberg) 5612— Tod R. Schloms Salman, Rabb. ron Warschau 5599 Verlobungen. Paula Krausz, Tochter des Präses der Bratislavaer orthodoxen Kultusgemeinde—Ludwig Guttmann (KosireV (Wir gratulieren herzlich.) Frida Steiner (Nilra)—Fritz (Sohn de? Präses der „Titeres Barhurim") Rosner (Wien). Moritz (Salamon) Schreiber (Wien)—Nathan Schreiber (Myjava). Emci (Ernst) Steiner i'Jetschin)—Dr. Josef Forgacs (Pees). Lydia Krankenbusch (Prag)—Magnus Porges (Nov» Zamkv). Malvine (Josef) Klein—Gyula Freiser (Budapest). Hochzeiten. Leopold (Juda) Kastner—Piroska Ueichfeld, Bratislava. 11. Jänner (Galänta). Oskar Mautner (Bolerhowitz)—Hella gel«. Mendel, Budapest, 12. Dezember. Anna Wohl—Max Günsberger (Wcinliündler), Budapest. 22. Dezember. Viola Farkas (Rabbi Dr. Josef)—Dr. Simon Diorhsler. Budapest, 9. Jänner. Silberne Hochzeit. Samuel Feld und Frau, Budapest 1!). Dezember. Geburten. Hermann Gabriel-Calvary (Posen), eine Tochter. Dr. Moritz Künstler (Budapest), einen Sohn. Leo Stopper-Schmerler (Bochum, Deutschland), einen Sohn. Geburtstagsfeier. Frau Samuel Fleischl (Mutter des dänischen Konsul Alexander Fleischl), 80 Geburtstag. Todesfälle. Dr. Josef Freund (Budweis), 66 Jahre. Julins Hönigsfeld i(Czaslau). Richard Taussig (Prag), 56 Jahre. S. Gruschka, Obe;':antor (Prag-Weinberge). Ludwig Kaufmann gew. Vorsteher der Gsengerer Gemeinde, 00 Jahre. I Ludwig Silberfcld,' Sohn des Rabbiner Dr. Jakob Silberfeld (Bekescsaba), 8 Jahrei Emil Brachfeld, Generaldirektor des „A nap* (Budapest). 51 Jahre. Spendenausweis. ' flguflas 3i$roel-3ugeni)8rupp«. Wien, l|„ Obere Donaustraße 69. 1. Jugendgruppe^ Benschen-Verkauf bei geselliger Zusammenkunft K 1750, Josef Brody (II.) 50. Moritz Weiß (VII.) 10, Terhpelverein Kluckgasse (XX.) 120, H. F. Wetk 20, Heinr. Leitner 46, Chaim Nürnberger (Gänserndorj) 10, Bobrika 20, N. N. 20, Ignaz Brody 50, Nathan Adler 50, Jakob Weidler 20, Salomon Weißhart ljO, Siegfried Spttzer 10, Leopold Lederer .10; zusammen K 2196. 2. Jeschivo-Aktieia: Lily Neurath (II.) K 120. 3. Krankenfürso 4. Soziale Fürso beitrag) K 100. 5. Unterrichtsselltion: K 1000, Büchsengel •ge: Michael SchaumJK..200.__ ge: Oskar Weinreb (Wochen- A. Spira (Amsterdam) 1 100; zusammen K 1100. Sektion Thelemptagasse: Durch Herrn Abraham Silberstein K 370. , Weitere Geldsendungen sind zu richten auf Postsparkassenkonto Nr. 170.176 für „Jugendgruppe" und mit dem „Sektionsvermerk", oder an Herrn David Baumgarten, IL, Herminengasse 13. Jiguüas ilssroci-mädcbengruppc. Hochzeit Schlesinger-Freund durch Fräulein Berta Freund K 1290, N. N. 26; zusammen K 1316. Krankensektion: Ilse Ruth Neuwirth K 100. Jfgudas 3i$roeMuacndaruppc Bratislava. Frühstückaktiön: Weisz, Szatmar Ke 100, B. Klein 100, J. Bock 100, Mai: Grünsfeld 10, N. Liebermann 10, Aron Goldstein 10, Samuel Schreiber i0, Max Kaltmann 10; zusammen Kc 350. „Keren Erez Israel". Palästinafonds der Agudas Jisroel, Wien: Benschen bei Hochzeit Freund - Schlesinger K 1500. * Verein „Tiferes Bachurim": J. Diamant K o0, Flasker 25, N. Adler 200, G. Austerlitz 300, Gutwirt 200, Rosa Menzer (Preßburg) 20, Braund (jährlich) 1200, Jak. Fuchs & Söhne (jährlich) 400. Jenö Meisner (jährlich) 1200, Franz Neumann 200. Ig. Brody (halbjährig) 500; zusammen K 4305. * Kriegswaisenfonds: Sammlung bei Hochzeit Freund-Schlesinger K 6060. * Repatriierungsaktion: Central Reliefcommittee durch Rab. Kramer K 10.000. * Preßfonds. Karten: St. (10 Stück) K 200. Gesamtsumme der Spenden: öst. K 27.567 und Kc 350. * Anmerkung. Im letzten Spendenausweis (Sammlung Hochzeit Freund-Schlesinger) soll es statt Fräulein Kohlmann heißen Frau Elsa Kohlmann.