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Jüdische Presse · 1920-10-29 · 16/32 (29.10.1920) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
6 (1920)
Issue
16/32 (29.10.1920)
Date
1920-10-29
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHE PRESSE Nr. 16/32 Auswanderung. Gleich nach den Feiertagen hat die Auswanderung aus Palästina mit erneuter Kraft eingesetzt. Andererseits wird berichtet, daß zahlreiche bereits Ausgewanderte in Amerika großen Schwierigkeiten begegnen und viele von ihnen gezwungen sind, nach Palästina zurückzukehren. Adreßbuch für das Jahr 5681. Ein Adreßbuch für das Jahr 5681 wird in Jerusalem herausgegeben, von dem der Teil über die jüdischen Anstalten bereits gedruckt vorliegt. Die weiteren Teile sollen demnächst folgen. Hebräischer Baedeker. Der von der zionistischen Kommission herausgegebene erste hebräische Palästina-Baedeker, der 244 Seiten stark ist und zahlreiche geographische Karten und Illustrationen enthält, ist erschienen. Entschädigungen. Das Finanzdepartement bei der Regierung hat begonnen, die Schäden an die jüdischen Familien, die sie bei den Unruhen in Jerusalem erlitten hatten zu vergüten; es wurden für diesen Zweck 20.000 Pfund bestimmt. Die Schäden wurden von dem juridischen Departement des Waad Hazirim angegeben und von der Regierungsuntersuchungskommission bestätigt. Jaffaer Hafen. Vertreter einer holländischen Hafenbaugesellschaft sind in Jaffa eingetroffen, um der Regierung die bereits fertigen Hafenpläne für Java zu unterbreiten und über die finanziellen Fragen zu konferieren. Die Kosten des Hafenbaues sollen sich auf 600.000 Pfund stellen. Man hofft, die Arbeiten,- die gegen drei Jahre dauern und nahezu 1000 Arbeiter und Angestellte beschäftigen sollen, im kommenden März zu beginnen. Dk $idra „OlajenT. Eine schönheitsumflossene Idylle, eine der liebsten Erinnerungen der Menschheit, eröffnet den Wochenabschnitt der Bibel. Der große Ahne, vor dem Eingang des Nomadenzeltes, das inmitten der noch unentweihten Natur im Haine Mamre aufgeschlagen ist. Die Tropensonne gleißt über Urnatur und der Geist G-ttes selbst waltet um den Edelmenschen Abraham. Die unsterbliche Szene der drei Wanderer, die der Großmeister der Menschenliebe mit solcher unterwürfigen Gastfreundschaft empfängt, die selbst der Engeln würdig gewesen ist, ersteht wieder. Wie keüsch, wie heilig ist hier alles, wie fließt die Allmacht, Mensch und Natur schier in eins zusammen ... Die glückliche Verheißung an die Unfruchtbare, sie blieb den Nachfahren ein ewiges Symbol der Hoffnung in Zeiten, die menschlichen Ermessens für hoffnungslos galten. Diese wundersamste Parabel der Liebe, unübertroffen in ihrem erziehlichen Eindrucke auf die Gesamtmenschheit, lag nicht etwa im Geiste der Zeit oder des Milieus! Denn „die Männer wendeten sich" und waren in Sodom. Ein erschreckendes Gegenstück von unfaßbarem Fremdenhaß, von rohen Haßinstinkten gegen das Rassenfremde, folgt dem entzückenden Bilde vor dem Zelte Abrahams. Das war die Menschheit, die Abraham empfangen hatte. „Ein Juwel trug Abraham auf seinem Herzen", erzählen die alten Weisen in ihrer symbolisierenden Art, „als er starb, hing Er sie in die Sonne und sie erleuchtete die Menschheit ..." ... Auch Lot hat ' noch die äußeren Formen der Gastfreundschaft bewahrt, aber wie himmelweit verschieden ist die Entwicklung der Sitte in beiden Häusern geworden!... Sodomie verwandelt die blühendste Gemeinschaft in eine Wüste. Der Gerechte, der Recht und Wahrheit als die Stützen der menschlichen Gesellschaft er* kennt, vermag den Untergang sodomitischer Gemeinwesen vorauszusehen, wo dieses sich noch zukunftssicher und unerschütterlich hält, darum ist es „Abraham nicht verhohlen, was ich tue, da er seinen Söhnen die Wege des Rechtes lehrt". Lange währt es, bis der Gerechte an der Rettung des verdammten Gemeinwesens verzweifelt. Wenn er seine Mission beginnt, wähnt er alle Menschen gleich sich, für alles Gute und Edle dienstbereit. „Alles was er segnet, werden sie segnen und alles was er verdammt, verdammen alle." Und wenn ihn eine Enttäuschung nach der andern trifft, so erhebt sich sein niedergeschmetterter Glauben an die Menschheit von neuem; er hofft, mit Hundert seinesgleichen das Unheil zu beschwören. Gibt es wirklich keine Hundert seinesgleichen? Keine Fünfzig V Keine Dreißig? Noch mit zehn Gerechten könnte er die versinkende Gesellschaft aufreißen. Keine Zehner' „Und Abraham kehrt einsam auf seinen Platz In keinem jüdischen Hause fehle die „Jüdische Presse". zurück." Der aufleuchtende Morgen bietet den furchtbaren Anblick des Unterganges der in Sittenlosigkeit versunkenen Gesellschaft. Es folgen die zwei großen Begebenheiten, die als Mikro Kodesch des Roschhaschana eine erhöhte Feierlichkeit erlangt haben. Isaaks Geburt und das erschütternd erhabene Exempel der Akeda. Nochmals schlägt dem sinnenden Geiste das Memento ans Ohr: „Und auch den Sohn der Maid (Ismael) werde ich zur Nation werden lassen, denn er ist dein Same", wenn auch der schrille Ton der übertriebenen Liebe mütterlichen Chauvinismus herüber klingt.: „der Sohn dieser Magd soll nicht erben mit meinem Sohne ..." . . . Der Freundschaftsbund mit dem edlen, wenn auch in unedlem Milieu herrschenden Abimelech, ist so vielsagend für alle Geschlechter! Einen Schwur für Enkel und Urenkel glaubt jedes Volk, das uns Freundschaft entgegenbringt, tun zu dürfen. Liegt nicht ein bitterer Nachdruck auf dem Worte onochi vor ischowea? Ich will den Freundschaftsbund treu bewahren, aber ihr könnt, es nicht, denn schon sündigen deine Knechte dagegen und dein Sohn wird ihr Produkt sein, den Bund der Väter brechen und alle Brunnen der Erkenntnis, der Freiheit, des Erwerbes verschütten. Wenn doch jedes jüdische Geschlecht, das in Freiheit und Gleichachtung aufwächst, „sieben Schafe absondern wollte" als Memento der Vergänglichkeit der Judengunst!... . . . Die Sidra klingt nicht mit der erhabenen Finale der Akeda aus: ein scheinbar höchst profaner Schluß endet den Wochenabschnitt und gar die „heilige Vorlesung" des Roschhaschana: „Nach diesen Begebenheiten wurde dem Abraham berichtet: Siehe Milka, auch sie gebar Söhne deinem Bruder Nachor . . . und sein Nebenweib, ihr Name ist Reuma, auch sie gebar den Tahas, den Gaham und den Maacha." Die Bande des Blutes sind heilig. Abraham, der seinen Sohn opfert, er verstoßt darum noch nicht seine minder g-ttesfürchtige Familie und seinen Stamm. ■ Das ist der edelsinnige Epilog der Akeda. Zu den Familienfreuden der Geburt des geheiligten Isaaks, zählt auch das Mutterglück der wohl minder g-ttesbegnadeten Milka und des im G-ttesbuch verewigten Weibes Reuma. Ihr Mutterglück Avird in der feierlich-frohen Negina des Roschhaschana neben der Geburt Isaaks mit verkündet, sie verbindet mit uns die heilige Pflicht der Volksliebe . . . selbst mit den gesinnungsfremden aber blutsverwandten Tahas. Gaham und Maacha! **** mmmm flpda. ®mmm In London wurde eine Versammlung unter dem Vorsitz von Herrn Rabbiner Dr. Joung abgehalten, in welcher die zwei Londoner Delegierten der Aguda-Weltkonferenz in Bratislava, die Herren Akiba Adler und Ghaikin, einen Bericht abgaben. Herr Akiba Adler hielt ein ausführliches Referat über die Konferenz, das mit großem Beifall aufgenommen wurde. Nachher hat Herr Rabbiner Deiches seinen Aufruf an die Juden von Lodz, sich mit der. Aguda zu vereinigen, vorgelesen. Auch der altbekannte Schriftsteller S. Jawez hat zugesagt, sich an der Mitarbeit, bei der Aguda zu beteiligen. EX B & ES O iäptla juacndgruppc. Landeskonferenz der .Hpdft'Jugendäruppe in Cyrnau. Bei der Sitzung der Leitung des Landesverbandes der Aguda-Jugendgruppen der Slowakei, über welche wir bereits kurz berichtet haben, waren außer den Mitgliedern der im Juni gewählten provisorischen Leitung Vertreter der nach der Schaffimg des Landesverbandes gegründeten Jugendgrnppen erschienen: es war dies die erste Beratung, bei welcher die Jugend der östlichen Slowakei vertreten war und es herrschte erfreulicherweise eine volle Harmonie zwischen der Aguda-Jugend des ganzen Landes. Ein Delegierter der uns vorbildlichen Wiener Jugendgruppe, Herr Felsenburg, wohnte den Verhandlungen bei. Den Vorsitz führte Dr. Rosenbaum. Nach Begrüßung seitens des Herrn Abc los. der im Nanien des Herrn Oberrabbiners und der Aguda- Ortsgruppe Trnava sprach, folgten die Berichte der einzelnen Jugendgruppen, aus welchen ersichtlich war, daß in allen Gruppen in erster Linie das Thora-Studium eifrig, gepflegt wird. Desgleichen betätigen sich fast alle Gruppen in sozialer Arbeit (Flüchtlingsfürsorge, Kindelaufs Land usw.) und durchwegs mit. Fürsorge für Jeschiwo-Kinder. Aus den Berichten war auch ersichtlich, daß bis nun die einheitliche Leitung und Zentralisierung der Aktionen gefehlt hat: die nun folgenden Beratungen galten daher der Aufgabe, diesen Mangel zu beseitigen und Abhilfe zu schaffen. Auf Antrag des Vorsitzungen nahm die provisorische Leitung den Statutenentwurf — welchen die Preßburger Jugendgruppe vorlegte — als richtunggebend für sämtliche Gruppen an, und ist nun durch die Vereinheitlichung der Organisation der einzelnen Gruppen die Grundlage zum festen Bau der Landesorganisatiön geschaffen. Der Vorsitzende referierte alsdann über die bisherige Tätigkeit der Leitung, und beantragt die Schaffung einer aus wenigen Mitgliedern bestehenden Zentralleitung, in welche nur in einem Orte wohnende Personen zu wählen wären. Der Vorsitzende wirft weiter die Frage auf. ob der Sitz der Leitung nicht zu verlegen wäre. Nach eingehender Beratung wurde der Beschluß gefaßt, eine Zentralleitung mit drei Mitgliedern vom Orte des Sitzes der Zentralleitung und drei Mitgliedern aus der Provinz zu wählen. Als Sitz der Leitung wurde weiterhin Bratislava bestimmt. Es wurde seitens eines Vertreters der Galantaer Jugendgruppe die Anstellung eines Beamten beantragt und beschlossen, die Zentralleitung damit zu betrauen, Sorge für Bureaulokalitäten zu tragen und ein ständiges Bureau zu errichten. Delegierter Müller hebt die besondere Wichtigkeit der Palästina-Arbeit für die Jugend hervor. Es folgt die eingehende Beratung der seitens des Vorsitzenden vorgelegten Vorschläge bezüglich des Finanzgebarens des Landesverbandes; es wurde der Beschluß gefaßt, daß sämtliche Einnahmen dem Landesverbände zufließen sollen, und die einzelnen Jugendgruppen von der Zentralleitung die Mittel zugewiesen erhalten. Sämtliche Aktionen werden auch vom Landesverbände finanziert. Ferner wird eine einmalige Abgabe sämtlicher Mitglieder für Organisationszwecke beschlossen. Nach Besprechungen der einzelnen Aktionen (Unterricht, Jeschiwo. Schomre-Schabbos, soziale Fürsorge, Palästina und Propaganda) folgte die Wahl der Zentralleitung. Gewählt, wurden: die Herren Fischhof, Kohlmann, Rosenbaum aus Preßburg und die Herren Friedniann (Tapolcsany), Holländer (Eperjes), Wimmer (Szerdahely). Sr. Ehrw. Herr Oberrabbiner Ungar begrüßte die Erschienenen während der Beratung auch persönlich und forderte sie auf, zur tatkräftigen Arbeit zu schreiten. Die Leitung ist bereits zur Durchführung der Tymauer Beschlüsse geschritten und wird trachten, daß nach entsprechender Propaganda und Vorbereitungen der Delegiertentag der Aguda-Jugendgruppen einberufen und dem Provisorium ein Ende geschaffen werde. rk. mitfeilungen der Agudas Jisroel-Jugendgruppe, Wien. Vorstandssitzung: Samstag, 7 Uhr abends. Lokaldienst: Herr Josef H i r s c h 1 e r. Sammelblocks: Es gelangen neue Sammelblocks zur Ausgabe. Interessenten können solche bei Herrn Samuel Schreiber beheben. Spenden für die Flüchtlingsaktion der Aguda in Preßburg. Laufer Samu Kc 5000-—, Mannes (Zürich) 1200-—, Szekely M. Sok 1058-—, Fleischman David 1000-—, Popper Max 1000' — , Kraus David 500-—, Rosenfeld (Warschau) 480-—, Spira (Antwerpen) 500—, Eis (Zürich) 400—, Rubin (Lodz) 5<)0v—, M.;Rosenberger 320-—, Kann & Stahler 300-—, Pappenheim J. 300'—, Benedikt F. 300-—, Rosenbaum Zsiga 400'—, Kann Max 300-—, Stein Max 300-—, Kastner David 200-—, Donnenbaum B. 200---, N. N. 200-—, Goldschmied! (Halberstadt) 300'—, D. Schreiber (Wien) 250'—, Türkei (Wien) 250-—, Ungar Lipot 100'—, Meier Philipp 100'—, Deila Valle & Lustig 200—, Jakob Weinreb (Wien) 100'—, Edm. Löwy 100'—, Brüder Farkas 100'—, Weiss Armin 100'—, Weis Leopold 100-—, Strassberg Z. 150-—, Richter N. 100-—, H. Wappenstein & Söhne 100-—, Neuman Karl 100-—, Koth Br. 100—, Reis S. 100-—, Szuran A. 100 —, Kastner Lajos 100'—, Nachmias O. 2G0--, Kohn W. 180—, Weinfeld S. 300-—, Neuman S. 130'—, Frankel 100'—, Ellbogen 100---, Rosenger 100—, Schwarz Josef 100-—, Oberrabbinej- Ungar (Trnava) 200-—, Kann Julius 100-■—, Abeles Max 100' — , Drechsler 50-—, J. Stern 50-—,N.N.70'—Moritz Pappenheim 100*—,Rosenack Ign. 50-- , M. F. 50-—, Lampl 50-—, Goldstein A. 501—, K. J. 5(»-—, Kohn Isr. 50-—, Goldman 50-—, N. N. 5p'—, Weiss Mör 5»-~ , Lustig Willi. 50-—, Isaak Ml' ,1. 50-—, Reif A. 50-—, Katzburg E. 50-—, N. N. 50-—, Kollman Jakob 50-—, N. N. 50—, Schwarz Josef 50* — , Neuman Ernö 50'—, M. A. 50'—. Kaltman Josef 50*—, Roth Julius 50*—, Rosenberger Wilhelm 50-—, Raab M. 50'—, Katz H. 50-—, Rosenberger H. 90—, Kou Miksa 100'—, Tumin (Wien) 25-—, Eckstein (Czernowitz) 5<r—, Subvention vom Joint K 3000*—, Subvention von der Agudas Jisroel-Jugendgrnppe (Bratislava) K 2000-—, zusammen Kc 26.321'—. Lebensmittel von den Herren Wolf, Simon Neumann, H. Richter. Hilfskomitee der Palästinazentrale der Agudas Jisroel. Flücktlingsrepartierung. Viktor Schlesinger und Figatner (Anisterdarn) K 52.000-—, David

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