Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 45 (9.11.1849)
- Date
- 1849-11-09
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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«4O 356 M* längst schon nicht zweifelhaft, wie die Krankheit, die das Haus Jacob, herbeigeführt durch einen Zusammenfluß der verschiedenartigsten Ereignisse und Umstände, ergriffen, keine vorübergehende sei, vielmehr stets tiefer iss das innere Mark eines Theiles der gemeinschaftlichen Familie dringend, sich bereits zur unheilbaren gestalter, mußte man notbgedrunKn' zu 1>er Ueberzeüguug gelangen, wie bicr theilweise vorbeugende Paliativmittel nicht nutzbringend, die Gefahr weder beseitigen, noch deren weiteres Vordringen beschränken konnten, wenn einzig und allein durch eine Radialkur, wenn auch nicht die Befallenen, dock wenigstens die noch Gesunden, die Gesammtheit zu retten, so bleibt nichts mehr übrig, als dem, was lange schon in des Herzens innersten Tiefen verschossen, was alle Gläubige in Israel schon längst geahnt und gefühlt, auszusprechen sich aber geschenkt, endlich Wort und Ausdruck zu verleihen, dem Worte wohlüberlegte und gereifte, aber dann rasche und entschiedene That folgen zu lassen. Wir wollen hier nicht rechten mir denen, die zunächst durch das Zutrauen ihrer Gemeinden, durch eigenen Eharycter, durch Wissen vornehmlich dazu berufen sind- See, leuärzte der theilweise schwer erkrankten Judeüheit zn sein, den orthodoxen Rabbinen üämlich, ob diese, selbst, nachdem sie die vorhandöneKrankheft in allen ihren Sympthomcn erkannt, alsbald die regten Heilmittel wirklich angewandt hätten, ob sie nicht vielmehr durch unentschiedenes Zaudern, durch schwaches Hin? und Herschwanken durch mehr oder minder thcil weises Nachgeben, die vorhandene Krankheit eher verschlimmert alS gebessert hätten, wollen ihnen nicht Mangel an Eifer und Wärme für das ihrer Obhut zunächst anvertraute Kleinod, das göttliche Iudcnthum vorwrrfeu; aber dem Irr - thume konnten auch sie leicht avsgesctzt sein, und wer es redlich mit seinem Gotte, seinem Glauben meint, muß es offen gestehen: Soll das Uebel nicht stets weiter um sich greifen, sollen wir nicht unaufhörlichen - Kränkungen, Beeinträchtigungen, o ewissensverletzungen ausgesetzt sein, so muß es anders werden, als es zeither war und das zwar bald und verschieden Trennung heißt das inkaltschwcre, längst verhaltene, aber jetzt durchaus nöthige Wort Trennung entschiedene und ganze Trennung! Unser Judenthum bekennt sich zu Grundwahrheiten al- Basis der Gesammtreligion. bekennt sich zü Glaubenssätzen, deren Bekenntniß einzig Und allein den Juden ausmacht. Unser Religibnsgesetz stellt uns positive' Ge- und Verböte auf, Von denen eitrige so wichtig, daß der Jude, der sie in seinem Leben nicht beobachtet, als selbstausgeschieden auS der Masse der Judenheit sich hinstellt. Hier kann keine Rede von Gewissenszwang, von gehandhabter geistiger Inquisition sein; wir zwingen nicht jüdisch zu leben, aber wer nicht jüdisch lebt, nenne sich selbst nicht Jude oder zwinge wenigstens uns nicht, ihn als Glaubensbrudcr anzuerkennen, was er nicht ist, nicht sein will, daher nicht sein kann- Bekennen wir es daher offen und frei, wie diejenigen, die die Grundwahrheiten des Judenthüms als solche nicht anerkennen, die jene besonders wichtigen Ge, und Verbote nicht beachten, mögen sie selbst sich immer beilegen, welchen Namen sie wollen, von uns nickt mehr als Juden betrachtet werden können. Zwingen wir sie nicht, weder direct, noch indircct, wo Zwang wed-r anwendbar noch nützlich, aber beharren wir fest bei dem Entschlüsse, sie nicht ferner als Juden gelten zn lassen. Stellen wir unseren Behörden die wahre Sachlage vor, wie nach unserm besten Gewissen, nach unserer religiösen Uebcrzeugung eine solche Trennung unerläßlich sei. wie so wenig" freie Gemeinden, mit wahren Protestanten, Deutsch Katholiken mit wahren Katholiken, ebensowenig Refvrmjuden mit uns in religiöser Beziehung forrleben können, und wir dürfen uns überzeugt halten, wie Preußens Gesetzgebung solche Trennung bereits gestattet, werden Die übrigen vereinten Negierungen Deutschlands sie nicht minder zugebeu. Dahin mußt ihr streben, Ihr wahrhaft frommen, orthodoxen Rabbinen, so habt Ihr eine schwere, aber im Interesse des Ganzen unerläßliche Pflicht vollführt. Die Zahl hat Israels Stärke nie ausgemacht, Reickthum, ihm von jeher mehr Fluch als Segen gebracht. Oder bestehet jene Trenuung nicht etwa schon jetzt praktisch, ohne daß Ihr sie ausgesprochen cle M-o sanctiönirt habt? Das Lager ist bereits in zwei Theile gespalten, so sei es ganz, dränge der eine Theil den andern nicht ferner. Scheuet Ihr die Folgen, in letzter Instanz, etwa die Ehe zwischen beiden? Aber welcher wahre Jude kann und darf denn jetzt eine Ehe mit