Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 43 (26.10.1849)
- Date
- 1849-10-26
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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vordem im Heidenthum. Das Judenthum muß die ihm allein geoffenbarten großen Wahrheiten in ihrer ganzen Durchsichtigkeit und Klarheit zum allgemeinen Besitzthum der Menschheit machen, und jede AbmäkelunL an ihrem genauen Inhalt mit aller Kraft abwehren; das Judenthum hat noch immer die Aufgabe durch seine Gegensätzlichkeit zur übrigen Welt, das was ihm den Gegensatz giebt, trotz aller stürmischen Einrede zu behaupten und zur Geltung zu bringen. Dem Judenthum gehört die Zukunft, der messianische Ruf, der die zerklüftete Menschheit einst sammelt und einigt am Berge des Herrn, überschallt den tosenden Wellenschlag der Zeit; und da die Zukunft stets aus der Gegenwart sicbgebl'ert,Uo muß das Judenthum in dieser seine Bedeutung haben. In der Gegenwart aber stehen zwei Richtungen sich feindlich gegenüber. Die eine will die Wahrheiten der geoffenbarten Religion nicht dem Judenthume verdanken, indem sie das Judenthum blos zum Vorläufer und demnach nicht zum eigentlichen Träger der Gottesidee in der Menschheit machet, die Gottesidee in ihrer Wahrhaftigkeit und Würdigkeit aber sich selbst als ureignen Besitz anrechnet. Hier hat nun das Judenthum, ununterbrochen darzuthun, wie es allein der Verkünder und Lehrer der Wahrheit stets gewesen und noch gegenwärtig ist, wie eben die Gottesidee nur dann richtig erfaßt wird, wenn sie jüdisch erfaßt wird, nämlich Gott alsdie absolute und wesentliche Einheit in seiner Persönlichkeit und Außerweltlichkeit darznstellen. Die andere Richtung sucht jeden positiven Gedanken anfzuheben und durch Fehlschlüsse ernes verirrten Geistes Gott aus dem Zusammenhänge mit der Menschheit zu reißen und die Welt als Grundlage und Ursache ihrer selbst anzunehmen. Dem Judenthum liegt eS nun ob dieses Heidenthum zu bekämpfen, und durch die Geltendmachung seiner Prrncipien das Richtige seiner Behauptung nachzuweisen. Der weltgeschichtliche Beruf des Jndenthums muß sich nach beiden Seiten hin erfüllen, und wie es die Aufgabe hat einen Gott zu lehren, so hat es nicht minder die Aufgabe diesen Gott nur nach dem Offenbarungsglauben der h. Schrift zu verkünden. Jndeß ist diese nur nach dem philosophischen Inhalt seiner Lehre nothwendige Bedeutung des Judenthnms in der Gegenwart nicht der eigentliche und alleinige Zweck unserer Abhandlung, mehr liegt uns noch daran. diese Bedeutung des Judenthums in der Gegenwart von seiner praktischen, oder wie wir sagten, historischen Seite nachzuweisen. Dies wollen wir nun in den nächsten Artikeln thun. Historische Skizze aus der jüdischen Geschichte des Mittelalters. ^Schluß.) In Oesterreich gab eS geadelte Juden; die jüdische Gemeinde in Prag erhielc 1619 wegen ihres Wohlyechalrens bei der Verchetdigunq der Siadc einige Privilegien; auch gab es seit 1697 wieder eine jüdische Gemeinde in Wien, und «n Ansbach würbe 4737 von 1730 und 1750, in Daiern 1732 in Glogan von 1743, m Dresden von 1716 und 4772, in Lothringen von. 1753 in Oesterreich von 1755 und in Schryarzburg von 1756, so wie die kränkendste Deharrdlung. der Juden fort, bis die, Philosophie em? neue Ewilisatian begründet harre und pvlicische und 1778 kräftig für die Inden auf, und das österreichische Toleranzedlkr von 1782 Halle in mehren deutschen Staaten e>ne Reihe wvhühäkiger Verordnungen für die Juden zur Folge. In München erhielten sie 1787 Jahre hernach die Autonomie der Nabbinen und. die Solidarität ad; 1797 wurde die Stellung der Juden auch in Böhmen verbessert und seit 1803 auch in ganz öffnece sich den Juden in Folge der Auflösung des Deutschen Reichs. Nachdem Westphalen ihnen 1808 das Bürgerrecht und Gemeinde»«fasturig verliehen, folgten ähnliche Schritte ,n Hessen im Jahre^ 1808, in Baden im Jahre 1808 und 1814- «y. Archaltr Dessau und Wqlbech 1809, in Würlemberg, Äachsen- Weimar, Sachsen Meiumgen und Frankfurt 1840 und