Mannheim
Compact Memory

Der treue Zionswächter · 1849-10-19 · 42 (19.10.1849) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
42 (19.10.1849)
Date
1849-10-19
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2625941-2626254-2626297--2081-2629787
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Preußen beschrieb und selbigen mit 300 fl. honorirt. Da indeß Viele sich zu dieser Gemeinde halten, um von den bedeutenderen Abgaben der ältern Gemeinde befreit zu sein, die aber an eitlem deutschen Gottesdienste weder das geringste Interresse haben, noch denselben überhaupt verstehen, so entstehen dadurch die possirlichsten Situationen. So „on" der Eine zuvor im Hanse nach altem Nikus. geht nachher in den Andachtssaal des neuen; ein Anderer besucht ei'-) den Reform-Tempel, laßt sich aber nach dem Gottesdienst den vpw der Synagoge kommen und in seinem Hause 4 vorblasen und was dergleichen mehr. Dabei verfolgt man sich im Schooße der neuen Gemeinde gegenseitig mit Pasquillen, so daß cs ein Skandal sonder Gleichen ist. — Die Lehrer Kurhessens haben trotz allen Petitionen weder Zulage noch Unterstützung ans den allgemeinen Schul-Fonvs erhalten und haben wie mit Recht zu erwarten, anch fernerhin nichts zu erwarten. Der in diesen Blättern nut so großem Unrechte empfohlene, sogenannte Dr. Müller aus Fulda -- ein fader hohlköpfiger Schwätzer, dessen Blasirtbeit nur seiner Arroganz gleichkommt — hat. trotzdem er vor einem halben Jahre eine so hinreichende Beruhigung in der Erziehung der Jugend fand, und solchen Wirkungskreis dem des Rabbinen bei Weitem vorzog, jetzt plötzlich umgesattclt, und von zweien wandernden Polen empfohlen, ausgerüstet mit acht (man höre!) sage acht nach Kurland, unter Adresse des Kreisrabbincrs Mendel Israelsohn in Liban um ein Nabbluat beworben. Das sind die Grundsätze eines — 23jährigen Ehorrocks. Der Atlgnuge möge es bald bessern. Nächstens ein Mehrcreö. Freie ötiidte. Hamburg. (Forts, v. vor. Bl.). Zu unserm Erziehungs-Departement zählen wir endlich noch den «Verein zur Beförderung nützlicher Gewerbe unter den Israeliten," welcher jährlich Crt^t 500 als Subsidie aus der Gemcindecasse bezieht, und dessen Rechnungen und Berichte ebenfalls von Zeit zu Zeit dem Publikum vvrgelegt werden. Erstanden 1823 unter den allerungünstlg« sten Umständen, zu einer Zelt, als kaum noch ein Fünkchen von der Hoffnung vorhanden war, daß auch La Hamburg die Laufbahn des Handwerkers sich für den Juden öffnen würde, war das größte Hinderniß, mit dem er zu kämpfen hatte, der Mangel an ermuthigenden Vorbildern für die Heranwachsende Jugend. Trotz dem hat der Verein, obwol mit sehr schwerem Aufwande von Geld und Bemühungen, ganz beachtenswerthe Resultats geliefert, und ist zumeist die Ursache der erfreulichen Erscheinung, daß wir die uns nunmehr völlig geöffneten Pforten der Gewerbsthätigkeit mit einer namhaften Zahl tüchtiger und bereits etablirter Handwerker betreten. Unter den nunmehr glücklich veränderten Umständen wird der Thätigkeit dieses Vereins, der durchschnittlich jährlich (ärt.mK 2500 bis 3000 verausgabt, und jetzt ein Vermögen von Beo A 30,000 hat. ein ausgedehntes Feld angewiesen sein, und mit Recht dürfen wir in der nächstfolgenden Periode weit zahlreicheren, wichtigeren Resultaten entgegen sehen. Es stellten sich mithin die in unserer Gemeinde dem Erzichungswesen gewidmeten Gelder insgesammt auf Ert.il^ 16,7117. Ueberdies Testamentcngeldcr Crt.mK 2159. 10/? und die Fonds der Schulerbekleidungs-Vercine; (circa Ert.^. 31,000) und deren jährliche Einkünfte (circa Crr.'NL 3100). ein um so anerkennenswerthcres Resultat, Va das Capital fast gänzlich in diesem Jahrhundert gesammelt ist. Wenn es gestattet wäre, hier näher in unsere pädagogische Geschichte einzngehen, so mußten wir auch auf unsere Privatschulcn Rücksicht nehmen; wir müßten erzählen wie das allgemein bürgerliche und weltliche Wissen sich durch die unsäglichen Muhen, Kämpfe und Entbehrungen einer kleinen Zahl einfacher und selbstgebitdetcr aber beruf-treuer und gewissenhafter, Haus- und Schullehrer seit etwa 60 Jahren allmälig Bahn gebrochen hat, wie nicht allein neue Kenntnisse, sondern auch eine neue Sprache, nene Sitten, neue Anschauungen eingcfnhrr, wie der Anstand zwischen alter und neuer Welt bei jeder Fanutie, ja bei den Einzelnen langsam und verföbnend ausgeglichen, jedes werthvolle Material ans dem allen Ban sorgfältig gerettet, und dann Stein für Stein an Errichtung des neuen Baues gearbeitet wurde. Doch wir begnügen uns mit diesen kurzen Andeutungen, die hinreichen werden, um de» größten Theil unserer

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.