Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 34 (24.8.1849)
- Date
- 1849-08-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Wer zur Wshrrmg her Interessen orthodyren Zndenthnnrs. MK« Redaoteur: Vr. Enoch, s. Jahrgang. 21. August 1349. > Ztleona. Bon diesem Blatte erscheint wöchentlich einmal, Freitags, ein Bogen. Das Abonnement auf ein Jahr ist 5^ Ct. (2 Tblr. pr.. 3Fl. 3ttXr.) Man abonnirt bei allen löbl.Postämtern, soliden Buchhandlungen und Zeitungs-Exvedltionen. Inhal t. Leitende Artikel: Israels Freiheit von E. Munk. — Verräterischer Bericht des Herrn Dr. Herrheimer. — Israels Freiheit G. Munk. Mehr als je ist es an der Zeit, daß der Gläubige in Israel sein Hoffen und Harren sich vergegenwärtige; mehr als je ist es die unerläßliche Pflicht des ächten Israeliten, seine Ueberzeugung offen auszusprechen, ohne Rückhalt, ohne Rücksicht, muthig und kühn das Erkannte an allen Orten zu bekennen. Es waren Zeiten, wo der Jude mit der Gefahr seines Lebens seine Ueberzeugung aussprechen, seinen Glauben prevtgen durfte, und — er sprach sie aus, er lehrte öffentlich die Satzungen seiner Gorreslehre und rühmlichst überlebte er diese Zeiten. Das Schwert des Despoten, das Joch des Tyrannen, die Sckeiter- Juden seinen Glauben zu rauben. Der Despote ward gestürzt, der Tyrann seines Thrones beraubt, die Inquisition verlor ihre Macht, und der Jude — er lebt. lebt und stehet mit Freudenkhranen auf die vielen Märtyrer, die sein Glaube von ihm forderte und fegner ihre Manen. Aber seine Ueberzeugung — ist Eifer durchdrungen, seine Lehre und seinen Glauben dis das höchste Gur zu achten, zu schätzen und zu lieben? Leider, leider müssen wir hier beschämt zurückrreren, und auch hierin unfern Ahnen den Vorzug einraumen. Sie, die ein Leben voll Qua! und Schmach erduldeten, die gepeinigt, verhöhnt und überall zurückgedrangt, ihr Dasein in einem engen, finstern und verpesteten Ghetto fristen mußten, sie hatten den Much für ihren Glauben in die Schranken zu trer.u, sie achteren nicht die Gunst der Herrscher, sie fürchteten nicht die Wurh der Völker und beharrren kühn und murhig bei der ererbten Gotteslehre. Wir. die wir ein Leben voll irdischer Glückseligkeit genießen, nur Ruhe und Freuden unsere Tage durchleben, von keinem Kummer und keiner Angst bei unfern religiösen Handlungen bedroht, wir haben nicht den Much unsere Ueberzeugung offen auszusprechen; ja wie viele sind nicht gesonnen, um dieser erlangten eitlen Freiheit willen, die unsere Väter nicht hatten, leichtsinnig das ererbte Gut derselben aus Händen zu geben! Freie nennen wir uns, und wir sind so unfrei, daß wir kaum wagen, die göttliche Lehre als unser Erbtheii anzuerkennen. Und woher dieser Klemmuch im heutigen