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Der treue Zionswächter · 1848-08-10 · 32 (10.8.1848) · page 6

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
32 (10.8.1848)
Date
1848-08-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
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die Hamburger Kämmerei ein namhafter, wenn auch höchst liberal angcsetzter Schooß (Bco.A 8000 jährlich), zu entrichten: mancherlei Umstände damaligen Styls erlaubten nicht, die von subalternen Behörden und Beamten häufig angebrachten Forderungen jedesmal abzuweisen. Und da erscheint cs denn ganz natürlich, daß unsere Vorgänger, obgleich Beiträge zahlend, gegen welche unsere heutigen Ansätze sehr Zurückbleiben, keinen Anstand nahmen, durch Verwendung jener nie zurück zu fordernden Stiftungsgelder, ihren Nachkommen neben den kirchlichen, politischen und materiellen Besitztümern auch diese Nentenlast zu hinterlassen. Es ist wol keine alte und bedeutende jüdische Gemeinde ganz frei von Schulden, die unsrige hat deren indessen weder aufkündbare noch durch Anleihen aufgenommene. Uebeinstimmend mit der obigen summarischen Angabe ist in dem 1812 von den Notablen der Gemeinde ausgcgaugen und von dem französischen Gouvernement approbirten Gemeindcbudger, die Schuldenlast in runder Summe zu 650,000 Francs und die dafür jährlich aufzubringenden Reuten auf 26,000 Francs angegeben. Mit dem 1. Januar 1817 begann durch Errichtung unserer Aussteuer-Commission eine neue Finanz-Periode für die Gemeinde. Damals stellte sich die Schuldenmasse aus Crt.A 477,337. 8 /?. Die damals vorhandenen baaren Fonds wurden wegen der, als Folge der verminderten Einyahmen angewachsenen kündbaren Schulden abgesondert, um zur Deckung der Aussteuergelder zu dienen. Es ist indeß zu bemerken, daß wegen der so eben beendigten Kricgsjahre der Betrag der guten Stcucrrückstände ansehnlich war, und daher die nächstfolgenden Jahre eine merkliche Besserung zeigen. Es ist nun der gegenwärtige Schuldenstatus der Gemeinde, aufgemacht am 31. December 1817. Total CrtZ 753,816. 10/? ausschließlich der in Staatspapieren deponirten Beträge. Gegen die obige Totalmasse der Passiva von Crt.A. 753 816. 10/§ valedirt die folgende Aktiva: Crt.mA 316,974. 5 /?, von welcher Summe noch der Werth unserer Grundstücke abzurechnen wäre. Wenn wir demnach den gegenwärtigen Status mit dem von 1812 vergleichen, so finden wir die Schuldenlast um mehr, als 400,000 vermindert. Dies verhältnißmäßig günstige Resultat unseres Schuldwesens verdanken, wir einer sorgfältig geordneten Behandlung der Finanzen insbesondere aber der am 1. Januar 1817 durch einen Beschluß des Vorsteher-Collegiums, errichteten aus zwei Vorstehern und drei andern Gemeindemitglievern bestehenden, Aussteuer-Commission, welche seit März 1811 den Namen: Depositen-Casse milder Stiftungen der Deutsch-Israelitischen Gemeinde angenommen hat. Es wurden, nämlich diejenigen jährlichen Renten, welche zur Vcrloosnng von Aussteuern zwischen arme Bräute gestiftet sind, (damals waren solcher Stiftungen 14, jetzt sind deren 16) bis dahin erst, zu dem Zeitpunkte, wo die Mädchen sich verehelichen-, ans der laufenden Casse ausbezahlt; und dies hatte nicht die Jnconvenienz, daß unvorhergesehene Ausgaben eintraten; sondern es war beständig eine schwer zu controllirende Schuld mit dem täglichen Cassenumsatz verflochten, zumal die Zinsen für die verflossenen Jahre mit zu bezahlen waren. Deshalb war die erste Aufgabe dieser Commission, die Brautgelder gleich nach der Verloosuug an sich zu nehmen, und sie bis zur Hebung zinsbringcnd zu verwalten. Sodann sollten sie die eingehenden Testamentengelder administriren, und zunächst damit die damals noch ziemlich erheblichen kündbaren Schulden tilgen, welche größtentheils von Waiscngeldern herrührten, die noch von dem alten Regime her bei der Gemeinde belegt waren. Endlich und als Folge des Obigen, war die allmälige Verminderung unserer Unterbillanz beabsichtigt. . Diese Zwecke sind vollkommen erreicht. Diese Brantgelder und ihre accumilirten Zinsen stehen abgesondert und als gar nicht zur Gemeindeschuld gehörend, die alten kündbaren Schulden sind längst getilgt, die Unterbilanz ist vermindert und namhafte

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