Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 31 (3.8.1849)
- Date
- 1849-08-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Zur Wsherrug der^ Zuteressen des orthodoxen Zrrdenthmns. Redakteur: vr. En och, Direktor und Oberlehrer zu Altona.' 5. Jahrgang. 3. August 1849. I Altona. I V7V VW» ,'v 31. Inhalts Leitende Artikel: Viele Reformfreunde stehen' mik ^ren^^Acußcrungen im Widerspruche woher so^nn^die^T Briefwechsel. — ..7 Viele Reformfreunde stehen mit ihre« Aeusterungen im Widerspruche und woher kommt dies? , Von Religionslehrer M. H—m. Wenn man Gelegenheit hat, mit den sogenannten helldenkenden Israeliten in Berührung zu kommen» fo wird man gar oft die Bemerkung machen, wie Leute von solchem Schlage in ihrem Familienleben an Gebräuche sich anklammern, die man eher in dem häuslichen Kreise strenggläubiger Israeliten suchen sollte. Ein Reformist brüstet sich überall mit seinen Ansichten, weil er dadurch, hat er auch seitdem er der Schule entwachsen ist, eS verpönt einen Blick in die heilige Schrift zu werfen, und seine Mußestunden stets in der Wirthsstube zugebrachr, für einen gebildeten Mann angesehen zu werden glaubt. — Hat man nun das Vergnügen mit einem solchen gebildeten?! Reformhelden in Berührung zu kommen, könnte man beinahe glauben, es gehe fast nicht mit rechten Dingen zu, da man weiß, daß Reformist N. N. kaum im Stande ist. seinen Namen zu unterzeichnen, viel weniger einen Klassiker^»» lesen, und doch ist er auf einmal beredet geworden. — Der Mann spricht von Zeitgeist, Fortschritt, bespöttelt den Talmud, erlaubt sich über d e heilige Schrift die schändlichsten Uccheile u. s. w. Wir sind als Israeliten dazu verpflichtet, unsere Glaubensgenossen zurechtzvweisen, sie vom Irrwege abzuhalten. Frage man nun einen solchen Herold der Reform, woher er diese oder jene Behauptung geschöpft habe, so antwortet er kühn, es steht ja in der Toräh keine Sylbe von jenem Ge- oder diesem Verbot und nur aus dem Talmud ist es entlehnt. —- Mit dieser Behauptung kann man einen Mann zum Stillschweigen bringen, der zwar ein guter Israelit ist, dem aber dennoch die Fähigkeit abgeht, dasjenige zu erweisen, was er glaubt. — Er wird sich auf Autoritären berufen, und sagen, waren denn unsere Voreltern nicht so klug, wie wir sind? Haben sie doch Tage und Nachte mit Torahstudium zugebracke und wer hätte je solche Worte aus ihrem Munde vernommen? Sollte man vielleicht glauben, derartig« Einwendungen könnten einen FortschrirtSmann zum Stillschweigen bringen, so täuscht man sich. — Er kümmert sich wenig um seine Eltern, er klagt auch sie, die schon längst in der Erde modern, de- Irr-