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Der treue Zionswächter · 1849-07-27 · 30 (27.7.1849) · page 4

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
30 (27.7.1849)
Date
1849-07-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
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sie überzeugt sind, . ihnen könne wieder gedient werden. So verschwenden sie an Reiche, Vornehme und Glückliche durch glänzende Gastmähler und Feste Geldsummen^ aber dem Ärmgewordenen,. dem Unglücklichen firögen sie kaum das Almosen reichen, kaum dLs .'Gesicht zuwenden. . Md. 7ich.'^vu-de/noch gern willig und muthig mein Schicksal tragen — wüßte ich nur, ob es endlich nach^Iayr sind Tag erleichtert sein würde; wüßte ich nur, ob auch nur der kleinste Theil meiner Wünsche für mich oder die meinigen in Erfüllung gehen würde. Aber Niemand löset mir das Räthsel der kommenden Tage. Meine Vergangenheit ist ein dunkler Abgrund geworden; meine Gegenwart ist eine unfreundliche Einöde; meine Zukunft ist eine hereinbrechendc sternlose Nacht. So stehe ich da, nur mir selbst überlassen. Fremde Hülfe versagt mir. Das Schicksal weiset mich auf meine eigenen schwachen Kräfte au. Trösten, beruhigen kann mich Niemand, denn Niemand durchdringt das Geheimniß meiner künftigen Begebenheiten. Ach, der ist der Aermste auf Erdendem selbst die Hoffnung des Bessern fehlt und ein freundlicher Trost, Doch nein, so arm bist Du noch nicht, mein Herz. So arm ist nie der Fromme, der Weise. Warum verzweifelst Du? Eine Trösterin reicht Dir die gütige Hand, eine Trösterin bringt Licht in Deine Finsterniß, und zündet Dir den erloschenen Stern der Hoffnung an — es ist die Religion. Ja, Religion, nur Du, nichts Anderes, milderst die Seelenleiden gequälter Sterblicher, und rüstet uns aus, mit eherner Brust dem drohenden Verhängnisse entgegen zu gehen. Du leuchtest auf der finstern Lebensbahn mit der Fackel der Weisheit voran, und machest unsere Zuversicht lebendig, unser» Glauben mächtig, unsere Kraft gewaltig. Ich höre in der Tiefe meines Kummers eine heilige Stimme aus der Ferne. Sie dringt mit wunderbarer Erquickung durch mein Herz, und mein Geist richtet sich mit neuem Laufe auf, ihr entgegen. Ich höre einen göttlichen Ruf zu meiner Seele; er ist durch den ungeheuren Zeitraum von Jahrtausenden und über das ganze Menschengeschlecht erklungen: Der Ewige liebt das Recht, Er verläßt Seine Frommen nicht, sie werden ewiglich bewahrt. O süßer Trost 'des ^Glciubens, Balsam der Religion! Me^blutenden Nunöen 'Heilen, die thränenvollen MgenMöÄm.^>Äille'Schmerzen schweigen. Wenn nun auch' Menschen mich verlassen: nein, mein Gott verläßt mich nicht! Und wenn auch die Erde mich verstößt, der Himmel verstößt mich nicht. Ich stehe allein, aber doch nicht einsam; Niemanden offenbarte ich mein geheimes Leiden, doch kennt es Einer. Niemand sah die Zähre, welche ich in der Stille der Nacht weinte. Niemand hörte die Seufzer, welche meine Verhältnisse mir oft erpreßten, und doch wurden diese Thränen, diese Seufzer gezählt. Fasse Muth für die Zukunft! — Befiehl dem Herrn deine Wege und vertraue auf ihn, er wird's vollführen. Fasse Muth, ehre Gottes Weisheit, ehre die Werke der Vorsehung, die Du nie ändern kannst, und welche doch das Wohl der Welt und das Glück des einzelnen Menschen bewirken, so sehr sich auch oft der. Sterbliche dagegen sträubt. — Warum verzagst Du? Hast Du nicht Gottes Zusage, daS Wort des Allgetrenesten? Er wird Dich nicht verlassen! Er wird Dich ewiglich bewahren l Du bist voller Besorgniß wegen des Schicksals Deiner künftigen Tage? Du fürchtest, es könnte dir noch viel übler ergehen, als es Dir schon ergangen ist? Du fürchtest, daß nun deine guten Zeiten schon zn Ende gegangen sind, und eine Kette von Unglücksfällen oder mühseligen, freudenlosen Stunden von hier bis an Dein Grab reiche? Kleinmüthiger! Wer ist es, wer hat eS Dir verheißen, daß er Dich nie verlassen, und Dich ewiglich bewahren wolle? Du möchtest so gern Deine Zukunft kennen, möchtest wissen, ob Dir in derselben endlich dieser oder jener Wunsch gelinge? Wohlan denn, ich will dir im Allgemeinen den Hauptinhalt, die Seele deiner künftigen Schicksale, offenbaren. — Wende die Blicke deines Geistes, welche in die kommende Zeit Hinausstarren, rückwärts nach dem hin, was Du schon gelebt hast; denn, wisse es.

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