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Der treue Zionswächter · 1849-07-13 · 28 (13.7.1849) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
28 (13.7.1849)
Date
1849-07-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Stamm bleibt, so soll der Stamm der heiligen Saat bleiben?" Und ein Funke der Hoffnung*, ein Strahl der sich durch VaS dichteste Dunkel gestohlen, er belebt des Propheten marreS Auge, er entzündet in ihm eine Flamme, eine Flamme, die aufloderr und brennet, und glühet, und eine unlöschbare Glut zurückläßr. «Der Stamm der heiligen Saat soll bleiben!" hatte ihm der heilige Geist zugeflüstert. «Der Stamm der heiligen Saat soll bleiben!" wiederhallt es tausende stimmig in seinem Innern. «Der Stamm der Heilgen Saat soll bleiben!*- Es weckt ihn die göttliche Verheißung aus der Geistesohnmacht. in die er ge sunken war, und lispelt ihm zu: „Heilig, Prophet, war die Saat, heilig der Stamm; nur die Zweige und die Blätter, sie waren nicht heilig, schwinden müssen diese und jene sollen bleiben, denn sie sind heilig!" — Und noch einmal ward mein JesajaS begeistert: noch einmal rief er aus: „Jauchzer, ihr Himmel, denn der Ewige vollbringt es, brecht in lauten Jubel, Berge, auS, du Wald mit deinen Baumen allen, denn erlösen will der Herr Jacob, so Er sich Israels rühmen kann!" — Also an eine De, dingung knüpft der Herr das Wort der Erlösung: erlösen will Er uns, so Er sich unser rühmen kann^ — Hört, Ihr Brüder! rühmen soll Er sich Unser können, so wie wir uns Seiner rühmen dürfen! WaS müssen wir aber thun, daß er sich unser rühmen könne; wie muß unseres Lebens Wandel beschaffen sein, auf daß sich der Herr um dieses Wandel willen unser rühmen dürfe? An guten Lehreno, daran gebricht es uns nicht — hat doch der Herr durch seine Offenbarung uns vielfach über unsere Pflichten belehrt; aber unser nach irdischem Gute jagendes und strebendes Leben, eS will mit Himmelekost allein sich nicht begnügen, und dadurch ist Israels Religion in der letzten Zeit so sehr in Verfall gerathen. Lasset uns aber kennen die Segnungen der jüdischen Religion für daS irdische Leben; lasset uns nämlich zeigen, daß die jüdische Religion, der jüdische Glaube unsere Befreiung von den Banden der Knechtschaft herbeiführen: und Ihr werdet sehen, Leute, bei denen man nicht die rechte Saite anschlug, wenn mau sie „Juden" nannte, wie freudig, wie fröhlich sie selber allenthalben aucposaunen: „Wir sind Juden!" — So sind die Menschen! sie halten sich nur an das, was ihnen zeitlichen Vortheil bringt. Gebt Ihnen durch den jüdischen Glauben gewisse Lebensgenüsse, und Ihr werdet sehen: »»Dieser wird sagen: „„Ich gehöre dem Ewigen an,"" dieser nennt sich nach Jacobs Namen; dieser schreibt sich dem Ewigen zu; und dieser führt Israels Namen gerne!** — Darum wollen wir heute eine fromme Betrachtung austellen über die Befreiung durch unfern Glauben! Und indem wir vorerst das wichtige Interesse der Befreiung uns vergegenwärtigen; und dann vom Glauben, als der Bedingung, von der sie abhängt, sprechen wollen, flehen wir zum Allmächtigen um Schuh und Beistand, daß Er unsere Augen in seiner heiligen Lehre erhellen möge, daß wir in leinem göttlichen, himmlischen Lichte zu wandeln würdig seien! Amen! I. Der Ewige erlöset Jacob und rühmet sich IS, raelS wieder! — Befreiung, Erlösung, Herstellung des Rechtes und der Ehre Israels, mit welche einer Zaubergcwalt ziehen sie, ziehet ihre Verkündigung uns zu sich; mir welch» mächtigen, hinreißenden Klängen Hallen sie in unserm Innern wieder! Befreiung, Erlösung, Herstellung des Rechtes und der Ehre Israels, ist eS nicht das Höchste, das Erhabenste, das Heiligste was wir wünschen und wünschen können? Befreiung von Knechtschaft, Erlösung und Schmach, Anerkennung menschlicher Rechte, Anerkennung, gebührender Ehre, ist nicht der Gedanke schon wahrha terhebend für Geist und Seele? WaS vermag denn der in Banden Lebende? Fehlt ihm nicht freies Bewegen, freies Wirken, freies Streben, freies Schaffen und Ordnen? WaS vermag denn der unter der Schmach schwerem Drucke Seufzende, vor dem Alles fliehet, was vermag er? — Muß nicht in ihm der Gedanke aufleben: „Nicht den Uebrigen gleich har mich Gott geschaffen — wo wäre denn sonst die Anerkennung meines Rechtes und meiner Ehre — nickt den Uebrigen gleich bin ich da zu genießen, wie können meine Kräfte so viel Nutzen stiften, als die Geachteter?" Und entbehrt nicht die Welt durch dieses Zurück- und Verstoßen einiger Millionen Menschen vieler, vieler Genüsse? Anerkennung Menschlicher Rechte! —.Ist sie uns nicht schon darum wünschenswerkh, weil wir als Menschen die Anerkennung des Menschen fordern müssen? Anerkennung menschlicher Ehre! — Müßten wir nicht schon als Menschen — wären wir Israeliten nicht die Betreffenden — müß-

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