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Der treue Zionswächter · 1849-07-06 · 27 (6.7.1849) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
27 (6.7.1849)
Date
1849-07-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Der Staat hat nicht zu scheu, zu welchem Glauben sich seine Mitglieder bekennen, sondern nur, baß sie einer Sittlichkeit lehrenden Religion anhaugen; er hat zu zehen, das; nickt Leichtsinn, sondern Religion das Gcmüth Derer, die ihn ausmachen sollen, durchdringe: denn sonst nagt ein Wurm an seinem Kern, an seinem besten Theile und er muß früher oder später unwiderruflich verloren gehen! Denn da, wo keine Religion ist, fehlt die höhere Begeisterung fürs Vaterland, da jagt Jeder seinem Einzcliuteresse nach und iäßr darüber das Allgemeine die innige, herzliche Hingebung an den Bruder, da ist ein Jeder sich Alles und fühlt nur für sein Ich, da ist ihm nichts mehr heilig und — er raubt und mordet nur da nicht, wo er des Richters Schwert zu fürchten hat. Wre viel Gelegenheit aber hat der Mensch, den Händen der Gerechtigkeit zu entgehen und demnach ungestraft darauf los zu sündigen im Bewußtsein der Unzulänglichkeit und Schwäche und Bestechlichkeit der weltlichen Macht? Wie oft hat schon die Erfahrung gelehrt, wie oft untergruben Menschen ohne Religion, glaubend, daß sie ihr Verbrechen so fein zu weben wissen, daß es von Niemand entdeckt werden könne, ihr und ihrer Mitbürger Glück bis es rettungslos verloren war? — Wahrlich, ein Mensch ohne Religion ist ärger als daS reißende Thier im Waide, denn diesem ist wenigstens der Mensch durch seinen — Geist überlegen und die schwache menschliche Kraft weiß die starke rhierische zu überwinden; aber der Mensch, der zum Thierc hcrabgesunkrn ist, der Mensch, der keine Religion hat, ist ein reißend Wild, dessen Roheit Niemand bezähmen, dessen Raub- und Mordlust Niemand mäßigen kann. Darum kann der Staat ohne Religion nicht stehen! — Sollen aber seine Bürger zu einem Glauben, der desherz gepflanzt, selige Erinnerungen für sie hat und theure Hoffnungen für die Zukunft in sich birgt? Als wenn sie sich zu der Religion bekennen, in deren Namen man ihnen znm ersten Male gelehrt hat, die kleinen Händchen andächtig zu falten und sie zum Vater, der über den Sternen thront, zu erheben? Was ist dann natürlicher und billiger, als wenn sie sich zu der Religion bekennen, die aus der treuen Mutterbrust in die ihrige übertragen, aus der treuen Vakerhand in die ihrige gelegt wurde?. Jist aber dies schon bei andern Religionen der Fall, wie muß es erst beim heiligen Erbe unserer Väter sein! Denn unsere Religion, Israeliten, ist eine Religion, die den höchsten Grad Begeisterung, Veredlung und Vervollkommnung in sich birgt, eine Religion, die die reinste Sittlichkeit und die edelste Menschenliebe und die überzeugendste Gortcscrkenntniß lehrt, eine Religion, die uns ist überliefert worden von Männern, Standhaftigkeit verehren wird, von unsern Vätern, die für sie ihr Leben freudig dahin gegebn, die zu Hunderttausenden Entsagung und Entbehrung und Körperlod erlitten, um nur ihr treu zu bleiben! Darum, der von uns die väterliche Religion verlassen kann, der ist nicht nur Sünder — Gott, Israel und dem Staate gegenüber, sondern hat er gesündigt an der ganzen Menschheit, gesündigt an den Heiligen, die im Grabe schlummern, gesündigt an sich! Er har gesündigt an der ganzen Menschheit, weil er sich, den Lehrer und Verbreiter der Gorteserkennmiß ihr entzogen, gesündigt an den Heiligen, die im Grabe schlummern, weil er DaS, wofür sie geblutet, so für nichts dahingegeben, gesündigt an sich, weil er seine Seele dem Verderben überliefert! — Darum fordert der Staat von jedem Bürger eine Religion, fordert er, oder sollte er wenigstens von jedem seiner Bürger fordern, der Religion treu zu bleiben; so fordert er cs vom Israeliten mir mehr als doppeltem Rechte, „Befördert das Wohl des Staates und des Vaterlandes," das heißt „seid treue Anhänger des varer« lichen Glaubens! „Befördert das Wohl des Ortes, wohin ich Euch vertrieben habe!" bedeutet zweitens wirket für des Vaterlandes Nrchm! Was der Geist dem Körper, was der Zweck dem Streben, was die Sonne der Erde ist, das ist Ruhm und Ehre dem Lande, der Nation. Ohne Ehre und ohne Ruhm bedeutet ein Volk, eine Nation nur eine Vereinigung von nutzlosen, erstarrten, tobten Kräften. Denn Ruhm und Ehre sind aus dem Wirken und Nützen einer Kraft nolhwendig hervorgehende Lichtr

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