Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 25 (22.6.1849)
- Date
- 1849-06-22
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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»W 194 W» wenden könne, vhn§ daß etwas recht GescheidteS daran« tvir^ Bei ftder üeurn Umstaltüng meinen abet die Wortführer dtr Unruhigen, nun sei einmal etwa« über die Gebühr VorrreflicheS entstanden. Mit Recht sagte jedoch ein neuerer Schriftsteller: „Solcher Leute ganze Weisheit eoncenkrirt sich darin, daß sie zu den Höheren sagen: Geht ihr da wegich will dorthin!" — und dies ist der Wahlspruch aller der konstitutionellen ynd Hichk ^p^stirurioneüen Parteien, die unter Mancherlei Namen Radikal-Kuren mir den Staaten beginnen, bei denen über allem wahren Leben der Mordstahl gezückt ist. Die Bedächtigen sagen mit Lessing: „Wenn an da« Gute, daß ich zu thun vermeine, allzu nah wa« Schlimmes grenzt, so rhu» ich Mer baS Gute nicht!" — Diese Bedächtigen fühlen eS jetzt innig, daß in Tagen der Unruh sich nichts mit Eile begründen laßt, was für Jahrhunderte von Einfluß sein soll. Es ist indessen jetzt mehr als jeflials, y,oH, daS einzelne Gute einer langen unheilvollen Revolution fest zu halten und die Zdeen, welche leben» big Umschwünge sind, auch in Thärigkeit zu setzen. Zn. den vielen Kämpfen der letzten sechzig Jahre galt es unbezweifelt eine Ausgleichung der natürlichen Rechte mit den Feudal-Vorrechten; es galt die/Ao, rung einer Handels-Despotie und die möglichste Selbst» benutzung des eigenen Kunst- und GewerbrfleißeSz eS galt, die Trennung der Religions-Parteien unschädlich zu machen, bis sie völlig aufhörren; eS galt überhaupt den Sieg des Verdiensteüber Vornehmchuerci, der Gleichheit deS Recht- und Gesetzes über Anmaßungen und der Duldung über Intoleranz — aber solcher Duldung, die auch da- Forschen nach Wahrheit' und Vernunft erlaubt; denn wer hier Grenzen ziehen will, ist ei» Despot deS Geistes, übt mithin die ärgste Zntvleranz, die es geben kann. Ich für mein TheU, will mich nicht »ersteigen zu dem Wahn, als wüßte ich auf welche Art jene Siege zu erringen und dam ernd zu machen wären; eS scheint mir zuweilen, als könne, ein schlichter Verstand nicht fehlen und eben in solcher Meinung brauche ich um so eher meine schmale Weisheit nicht auszubreiten. Zch will lieber von Neuem an die Antworten erinnern, weiche nach PlutarchS „Gastmahl der sieben Weisen" von diesen ausgesprochen wurden auf die Frage: welche Staats- Verfassung ist die beste? Die Lösung dieser Frage ist -7obwol von Vielen schon versucht — noch immer zur Preis Aufgabe geeignet; nicht. Weil ich die Antwort für so fern liegend halte, sondern weil die meisten Entscheidenden minder nach der klarsten Wahkheit, mehr auf die Fragenden sahen, welche Preise verrheilen können. Versuchten tS zuweilen Einige anders, unterhielten reiner Wille und kühne Wahrheit so ernste Liebschaft, daß Vernunft erzeugt werden konnte, so veranlaßre die Eigensucht den Scheide, Prozeß, oder wo daS nicht ging, einen neuen Akt von dem unaufhörlichen Trauerspiels in welchem das Gute von dem Mißverstände gekreuzigt wird, oder mit Gift und Dolch beehrt, wie SokcakeS und Caro, oder in einem Mörser gestoßen, wie Zeno, oder auf den Rost gebraten, wie Huß, oder verfolgt wie eine zahllose Schaar Anderer. Del so vielen abschreckenden Beispielen gkebt es in kultivirren Zeiten — das sind solche, wo man aus den Erfahrungen von Jahrtausenden wissen will: es wird auf Erden nicht besser! — nichts als Trennun, gen. Die Gutmükhigen wissen dabei immer weniger, waS sie wollen, als die Schlechten, und überlassen die Angelegenheiten vertrauungsvoll dem Schicksal, das— nach Goethe — freilich ein sehr vornehmer, aber auch sehr theuerer Hofmeister »st, der sich endlich zü belästigt findet von der Einsicht: daß die Mensch» heit seine Winke fortwährend mißversteht. — Doch, ich will nun die erwähnten Antworten übersetzen und sie für meine Glossen als leitend, dvv nicht immer als Autoritäten betrachten; denn ich habe auf keinen Menschen-Namen geschworen, freilich aber auch — und Gorr sei eS gedankt! am allerwenigsten auf mei» nen eigenen. — Es erwicdert der erwähnten Frage Solon: „Der glücklichste und danernste Staat ist -er. in welchem jeder Nichtbeleidigte, gleich dem Beleidig, ten, den Bösen verfolgt bis zur Bestrafung. Denn wer Gesetze Übertritt, verhöhnt nicht den einzelnen Bürger, sondern den ganzrn Staat, und bleibt er ungestraft. Der Ausspruch, obwohl für die Gegenwart passend, ist freilich in den neuesten Tagen nicht gar leicht anwendbar. Sollten sich auch wirklich die Zeit» genossen aus der Angewohnheit erretten, das Gesetz als ihren Feind zu betrachten; sollten sie freundlich gesinnt für den Mitbürger, sich auch über den Spruch erheben: WaS Andern droht, macht mir nicht Noch! — so würden sie noch immer abgeschreckt werden von .