Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 24 (15.6.1849)
- Date
- 1849-06-15
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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»ZH 188 HZ. den gehobenen, edlen Nationalsinn können wir diese That rechtfertigen? Welche Vaterlandsliebe bekundet der greise Patriot Zosua auf dem Landtage zu Sichem durch seine herzliche, ehrliche und gemüthliche An, spräche an das Volk! Nicht weniger Patriotismus gewahren wir in dem wilden, rohen Zeitalter der RichrerBf «nd/,kwrnn/^iN ' einem solchen, Zeitraum eine Zael und eine Dedorah aufrraten, von denen die erste durch ihre kühne That zur Bewunderung und die letztere durch'zMeM^riumph und SiegeSgesang zur Begeisterung hinreißt, so muß dem Volke doch die Freiheit über alles kostbar gewesen sein! Ais daS israelitische Volk zu Samuels Zeit mit der theokrarischen Verfassung sich^ nicht begnügte und ungestüm einen König verlangte, da sagte Samuel unter andern zum Volke: Der König wird willkührlich über Euch Watten, und ihr werdet von ihm geknechtet werden." Ä^k welchem Freimurhe traten überhaupt die Prophe, ten geLeN die Pflichrvergessenheit des Volkes und gegen' die Herrschgelüste der Könige auf. Die Pro, pheten waren die Vorkämpfer der Freiheit gegen' den Trotz und die Unrerdräckungskunst der ^önige^ die Verthcidiger der Armen gegen die Reichen, der'Ger ringen gegen den Uebermuth der Vornehmen. Sie lehrten, daß einst -Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit in der Erkenntniß des einzigen, über die Mensch, hxit waltenden Gottes die ganze Menschheit durch- Lringen. werden-Der biblischen Geschichte also könyen wir die Grundlage für die Erziehung zum wahren Patriotismus finden. ES wird die politische Bildung .gefördert, indem sie beruht 1) auf religiösem Boden 2) auf einem ethischen Princip. 3) auf einer historischen Basis, wodurch ein lebenvolles Bild dem Geiste des zu Unterrichtenden vorgeführt wird. ES sinh hier um so weniger Ausschreitungen zu fürchten, als wir an der Hand der Religion zu keiner Zrrlehre und zw keinem Wahnbegriffe verleitet werden können. Aber auch die intellektuelle Seite der Bildung dürfen -wir nicht übersehen, und dahin streben, daß das Volk gewöhntwerde, sich ein sicheres und richtiges pol«ti< scheS Urrheil bilden zu können, damit es hierin sich selbst helfen könne und nicht wanke. Hierüber werden wir später noch ausführlicher reden. So mögen wir denn unsere Zugend belehren, daß sie sich gleich weit von den Führern der Anarchie, wie von den Gewalthabern der Reaction fern halte, daß der kräftige deutsche Geist sich gegen Volkslerrorismus und Ty, rannendespotismuS wehre. So wird einst der Quell der Freiheit in lebendigem Strome springen, unüberwunden und wohlbehalten langt dann daS kräftig« Geschlecht bei der Zeit an. wo daS Licht de- Gedanr kens mit der Kraft des Entschlusses, Einsicht ^nit Heldenmukh sich gattet. Es wird einst ein besserer Genius über Deutschland erwachen, der jeden Kampf gegen die Knechtungsgelüste, .pergchtfn und überflüssig machen wird. , Affav und Tirza. Gedicht I. Schwarz. Xs. Treulich hast du mich geleitet Lieber Sohn, nun kehr zurück; Suche, die dein Heil bereitet. Und dein sel'ges Erdenglück, Doch ich rathe, geh noch mit Bis zur frommen Mutter Stätte: — Vorerst an dem Grabe bitt', Daß dich Gott von Nöthen rette. — Hat sie noch Niemand obn' Stärkung verlassen; Freilich wir Menschen, wir können's nicht fassen. Doch, was Erfahrung lehrt, das ist kein Wahn.» Und der gute Sohn verehret Seines Vaters Willen nun, — Ob die Sehnsucht sich, auch mehret Um an ihrer Seit' zu ruhn. — War er schon zu anfgekläret. Und mit erhabenen, sel'gen Gefühle Nähern sie immer dem Grabe sich mehr. Angelanget sind sie nun — »Sieh' die Jungfrau auf der Erde!» -»Wird von ihren Leiden rühn, Flehen, daß sie Rachel hörte.«» Affav naht und will sie seh'n; Durch den Schleier sanfte Züge