Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 17 (27.4.1849)
- Date
- 1849-04-27
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Finden, ^daß sie E verschwunden. Daß die Juden find vertrieben. Daß ermangeln jede Kunden Ihm, der hier zurückgeblieben. -- Diese, diese Trauerbilder Stch'n lebendig ihm vor Augen, Die den Sinn zu stimmen milder. Und eS kocht in seinem Innern, Und gleich Simson war sein Flehen, «Mögst dich meiner Schmach erinnern, Rache! laß Mich mit vergehen Und er schüret eine Flamme, Klärt dem Volk auf seine Rechte, Und befreiet von dem Schlamme Die in Furcht versunk'nen Knechte. Wühlte auf die Volkesschichten. Sprach von frohem heitern Leben; Don den Tagen, von den lichten, So die Freiheit würde geben. ..Müßt euch selber Recht verschaffen. Fühlt ihr nicht die schweren Ketten, Wollt als Sklaven ihr erschlaffen. Ewig euch in Kerker betten? Gegen Adel, gegen Pfaffen Frisch und muthig euch erhoben; Müßt euch selber Recht verschaffen. Dann Hilst auch ein Gott da droben.« Seine Absicht ist gelungen. Schon läuft Blut in vollen Strömen, Edle Kräfte sind verblichen, Volkszorn läßt sich nimmer lähmen. Bis der Feind vor ihm gewichen. Affaf kämpft für Volkessachc, Und warum, aus welchem Grunde?- Ihn bewegt die heiße Rache. Kochend in der vff'nen Wunde. Sieger blieb er aller Orten, Durfte nie sein Ende hoffen. Ihn, in stärksten Kriegesmorden, Hat nicht Feindesblei getroffen. ZertMgsMchricht'en., GrostherWhüm Hessen. Worms. 2. April. Zn ganz Deutschland gab eS keine Stadt, in welcher die Zsraeliten größeren Mißhandlungen ausgesetzt waren, als in unsere Stadt. Noch jetzt werden wir durch einige zur damaligen Zeit wegen Verfolgungen eingesetzte Fasttage, daran erinnert, wie vieles unsere Voreltern zu erdulden hatten. Daß die Bürger Worms seitdem anderen Sinnes gsworden sind, beweist die letzthin stattgehabte Dürgermeisterwahl. Eines unserer jüdischen Gemeindemitglieder, ein Israelit!! Kaufmann F. Eberstadt wurde zum Bürgermeister gewählt, und vor etwa 8 Tagen von dem RegierungSkvmmissär v. Dalwigk in sein Amt eingeführt. (Viele Tausende waren bei dieser Feier zugegen, die Stadt freute sich einen so tüchtigen Bürgermeister an die Spitze ihrer Verwaltung gestellt zu sehen. — Herr Eberstadt bekam von seinen Mitbürgern mehrere Ständchen gebracht u. s. w. Es ist dies unS wiederum ein Beweis, wie unser lieber Größherzog und unsere weise Draatsregierung sich bestreben die Emanzipation zu verwirklichen. Denn bekanntlich werden drei Kandidaten zum Bürgermeister» amte gewählt, und unser geliebter Großherzog wählte unter diesen dreien den Zsraeliten; Unser würdiger Rabbiner, Herr I. Damberger erwähnte dieses Ereignisses in seiner Predigt und suchte, indem er deS Großherzogs und seiner Negierung rühmend erwähnte, die Gemeinde darauf aufmerksam zu machen, daß dieses Ereigniß, sowie die erlangte Freiheit der deutschen Juden ein Fingerzeig Gottes seien und wir sollten daher unS auch jetzt bestreben, durch unser religiöses Leben, uns dieser Wohlthat würdig zu zeigen. Worms ist die älteste jüdische Gemeinde Deutschlands, ja wahrscheinlich Europas's! und Worms ist die erste deutsche Stadt, deren Bürgermeister ein Jude ist!! Aus dem Würtembergischen. 1?ot-xourr! aus der Mappe des einfältigen Schulmeisters. Ein orthodoxer Rabbiner auf der Volkstribüne. Die Grundrechte des deutschen Volke-, mit deren Verkündigung die würrembergische Regierung denen aller anSeren Staaten des gemeinschaftlichen Vater»