Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 14 (6.4.1849)
- Date
- 1849-04-06
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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AI Jahre: htzd-rft ftmv Nicht: ryehv. D-ayU« lieben Freunde komme ich, heim vorwurfsfrei^ wenngleich in meinem Genrüthe tief bewegt« zu Euch«. mv Euch für einige Zeit zu beurlauben, und ihr werdet Euren alten Freund willig von hinnen ziehen lassen, denn — Dank dem, was Gon an »ms gerhan — Ihr bedürft, wie ich schon gesagt habe, feiner Dienste nicht mehr. Die bürgerlichen Beschränkungen sind gefallen, durch den freien, edlen Willen der deutschen Nation, und an uns ist es jetzt zu beweisen, daß wir der vollen Freiheit wsrch und würdig sind. Denn wenn, was Gott verhüte, unsere T haken, und Handlungen im Widerspruch standen NUt den edlen Voraussetzungen des deutschen Volkes in Betreff unserer Würdigkeit, dann lieben Freunde und Glaubensgenossen, würde kein Dokument, kein. Brief und Siegel der Welt verhindern, daß in wenigen Jahren meine Lage weit schlimmer und verhängnißvoller sein müßte, als vor dem 17. Januar d. I. Noch immer, und lange gilt auch, bei andern Glaubensgenossen das Wort unserer Alten: Ganz Israel ist Bürge einer für dxn andern. Darum ist, wer jetzt Unwürdiges begehr, unter uns, doppelt und zehnfach treulos an der Sache beS gesammten Israels. Doch verzeihet Freunde, wenn ich daS, was mit Gottes Hülfe nicht eintreten wird, berühre in der Stunde, wo ich von Euch, wenn auch nur für einige Zeit, scheide, verzeihet es meiner sorgsamen Treue! Unsere jüdische Kirche wird sich, in ihrer äußern Organisation neu gestalten, und Ihr, meine Freunde, werdet berufen sein. Eure Meinungen darüber abzugeben. 17 Jahre bin ich Mitglied der Oberkirchenbthörde, und Ihr wißt, daß mein Streben stets darnach gerichtet war, die Freiheit deS Gewissens jeden meiner Glaubensgenossen zu wahren, sie, deren religiöse Ansicht noch so. weit von der Meinigen entfernt, und sodann in unsere leider so harten und drückenden Armenlasten wenigstens so viel als möglich eine gerechte Vertheilung herbeiführen. Liebe Freunde, ich weiß nur zu wol, daß unser Werk zu unvollständig und sehr fehlerhaft war, und da der Grundsatz daß die Kirche von Staatswegen regiert werden solle, ohnehin durch die deutschen Grundrechte aufgehoben, demnächst also auch in der Anwendung auf uns abgeschaffc wird, so habt Ihr in der Hand es besser und zweckmäßiger zu gestalten. Gott gebe Heil und Segen zu dem wichtigen Werke, glaubt die Kommission aus Eurer Mitte« welche den Entwurf der künftigen Einrichtungen für unsere würtembergischen SynagAgen ansMrLeiirs haben wird, oder glaubt Ihr, werrhe Zrrmrde und Glaubensgenossen, oder einzelne Gemeinden untre Euch, daß mein Rath oder Gutachten irgend nützlich dabei sein konnte, so wird eS mir zu großer Freude gereichen. Euch darüber meine Ansichten mitzmhrilen. Ein ehrenvoller Ruf führte mich nach Berlin, wo eine bedeutungsvolle Wirks«»keit mir eröffnet ist. Indem ich für jetzt unser liebes Würtemberg verlasse, bleibe ich . auf den Wunsch des Collegiums, welchem unsere wohlwollende Regierung bereitwillig entsprochen, doch noch Mitglied, des OderLircheubshörde und so vereinigen mich auch amtliche Bande mit den Glaubensgenossen unseres Landes. Mächtiger aber als diese, sind die dev' Liebe, urrvertelgbav' tn< meine» Seele, unauslöschlich eingepragL meinem Gemüthe Ich nehme das freudige Bewußtsein mit, daß Ihr in mir Sen redlichen Freund anerkenne, den trcuen Diener unserer guren Sache, den aufrichtigen Israelit. Ich nehme mit mir das herrliche Andenken Eurer Güte und Eures Wohlwollens, es sei ein Dandeszeichen zwischen Euch und mir. M18 wir Ihr mir Liebe erzeigt und Vertrauen in den 25 Jahren meines Aufenthalts in diesem schönen Lande, so — Freunde und Glaubensgenossen — entlasset mich in Liebe und bewahret mir in freundliches Andenken unter Euch, bis ich mit Gott zurückkehre, oder — wenn nicht — doch meine Kinder. So lebt denn wohl, möge Gott uns leiten. Jedem auf seinem Wege. Stuttgart, den 5. F-bruar 1819.!)>. Karl^Weik. Ungarn. Die barbarische Kriegsführung in diesem unglücklichen Lande erinnert fortwährend an die finstersten Jahrhunderte. Man versichert, daß die Russen 75 Ober- und Unterofficire in Herrmannstadt gehenkt haben sollen. Andrerseits haben die Serben 22 Juden, darunter zwei Rabbiner, wegen ihrer dargelegren Anhänglichkeit an die Kaiser!. Sache ebenfalls aufgeknüpft. Die fruchtbarsten Landstriche werden auf Jahre hinan- Verwüster.