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Der treue Zionswächter · 1849-02-23 · 8 (23.2.1849) · page 5

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
8 (23.2.1849)
Date
1849-02-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
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»HG 61 M» sä lü, findet seine Erklärung in dem Geiste der Zeit. Nach einer langen und gründlichen Debatte kam die sehr besuchte Versammlung überein, es solle nur eine Kommission gewählt werden, welche mit dem ersten und zweiten Entwürfe betraut werden sollte, während das Dritte für nicht sedringend erachtet wurde. Sehr charakteristisch für die Aufrichtigkeit und Agitation der „Alten" ist es, daß zu dieser Kommission sechs der „Neuen" und drei der „Alten" gewählt wurden. Diese Kommission, wozu auch der Unterzeichnete gehörte, trat nun am folgenden Abende zusammen, faßte bei den einzelnen Titeln des Etats mit Majoritätsbeschluß theis praktische, theils unpraktische, theils gehörige, theils ungehörige Beschlüsse, die aber alle ganz unschuldiger Natur waren, bis ihre Thätigkeit bei dem Titel der Zinszahlung für Legate gelähmt wurde und gänzlich scheiterte. Es entspann sich ein sehr heftiger Principieustreit dadurch, daß die Majorität diesen Titel ohne Weiteres streichen wollte, wozu ihr die Minorität die Kompetenz streitig machte, dann aber auch evcntuel das Prinzip der Verbindlichkeit zur Zinszahlung, aus juristischen, moralischen und religiösen Gründen heftigwcrfocht. Da durch die mehrstündige Debatte und mannigfache faktische Kourmjisioneu der von vornherein faktische Beschluß der Majorität auch nicht um ein Haarbreit geändert wurde, so trennte man sich mit dem Beschlüsse über diesen Kardinalpunkt an eine nächste zu berufende Plenarversammlung zu avpelliren. Der Stand der Verhältnisse war damals folgender: 1) Meinung der Majorität: a. Sie sei ans Prinzip gegen diese Zinszahlung. lr. Sie könne der prinzipiellen Verteidigung derselben nichts entgegensetzen, allein höher stehe die Erleichterung der Gemeindemitglieder von den Lasten. e Sie sei gern bereit diese Lasten weiter zu zahlen, aber nicht aus Prinzip, denn dieses müsse endlich einmal fallen. *^ Meinung der Minorität. 2) Sie sei aus juristischen, moralischen, religiösen und ökonomischen Gründen unerbittlich gehalten und verbunden nach Maaßgabe ihrer Kräfte ihre Schulden zu bezahlen. 3) Einmüthige Meinung: „Es soll eine Plenarversammlung berufen werden, deren Entscheidung diese Frage anheimgestellt werden solle. Inzwischen hielt der Unterzeichnete, obgleich materiell nicht im Geringsten bei dieser Frage betheiligt, durchdrungen und getragen vom Ernste des Verhältnisses, privatim Lorversammlungen, zu welcher alle Gemeindemitglieder den Zutritt harten, und die durchaus nicht in subjektiv einseitiger Färbung, sondern ganz objektiv mit Vertretung der entgegengesetzten Ansicht abgchalten wurden. Hier wurden in vier dreistündigen, sehr lebendigen Sitzungen diese wichtigen Gegenstände in würdiger Weise behandelt und vorbereitet- Ich fordere aber Jeden unserer Gemeinde auf, wenn mir Jemand Nachweisen kann, Jemanden kaptivirt oder auch nur zu irgend etwas Verbindlichem aufgefordert zn haben, mich dessen zn zeihen. Nennt man aber obiges ein Wahlnmtrieb, so nehme ich meine frühere Angabe, wonach ich mich noch nie in derartige Wahlumtricbe gemischt habe, zurück. Die Sitzung nun wurde abgchalten, und es siegte ganz entschieden die Minorität der Kommission, indem sich außer den sechs Kommissarien nur noch drei zu der Ansicht der neuen Minorität bekannten. Man ist nnn berechtigt zu glauben, daß eine Kommission, die selbst an eure Plenarversammlung appellM hat, die immer den Zeitgeist im Munde führt, wozu doch unstreitig das Recht der Majoritäten gehört, daß eine solche den Ausspruch der Majorität respcktireu werde. Aber weit gefehlt. Nachdem sie vergeblich einige ganz berechtigte Stimmen anzufechten versucht hatten, nachdem sic alles aufgeboten hatten, die entschiedene Majorität zu schwächen, entfernten sie sich nach der Abstimmung aus der Syndikatsstube, wahrscheinlich in der süßen Hoffnung, durch diesen Knalleffekt die

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