Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 4 (26.1.1849)
- Date
- 1849-01-26
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Zirpe« Lu Frankreich. Bekanntlich sind die Juden in Frankreich seit der ersten französischen Revolution vollberechtigte Staatsbürger. Nimmt man hiezu, daß bei der allgemeinen lebhaften Liebe der Franzosen, zum Grundbesitz der Boden dort vielmehr als in andern Ländern zerstückelt wurde, so ist es auffallend, daß die Juden dort bis auf den heutigen Tag fast ohne alles Grundeigenthum sind, in einem Lande, wo gerade, seit der den Juden im Jahre 1791 gewährten Gleichstellung die Hälfte des gesummten Bovenareals aus den Händen der ursprünglichen Eigentümer in andere übergegangen ist, und ein großer Theil der Besitzer bereits drei- und viermal gewechselt hat, wo also auch dem Juden, dem cs sicherlich nicht an Mitteln zum Ankäufe sogenannter Nationalgüter fehlte, eine in der Geschichte fast beispiellose Leichtigkeit des Erwerbes von Grundeigenthum dargeboten war. Wohl ist im Elsaß der größte Theil des Grundeigentums in die Hände der Juden gekommen, aber er ist nur durch ihre Hände hindurchgegangen, sie haben nichts davon für sich behalten. Sie sind auch dort die tätigsten Beförderer und Agenten der Güterzertheilung, sie kaufen die Güter nur um sie Ln kleine Parcellen zerstückelt natürlich mit Gewinn an die Bauern zu verkaufen. Vergeblich erließ das -jüdische Centralconsistorium zu Parts im Jahre 1818 Rundschreiben an die jüdischen Consistorien und Gemeinden mit der Aufforderung, die Juden möchten sich dem Betriebe des Ackerbaues und der Gewerbe widmen. Der gute Rath ist wenigstens von der Masse der elsässischen Juden nicht befolgt worden, so wenig als die frühere Aufforderung des französischen Sanhedrins im Jahre 1807: die Juden sollten doch Grundeigentum erwerben, um dadurch anhänglicher an das Vaterland zu werden, und jener Beschäftigung, welche sie in den Augen ihrer Mitbürger abwürdige, mehr entsagen. Es ist damit auf den Schacher gedeutet. Ebenso wenig beschäftigen sich die Juden in Frankreich mit städtischen Gewerben, obschon sie dort keineswegs, wie in Deutschland und Ungarn durch das Zunftwesen beschränkt sind. Elsaß hat 90,000 deutsche Juden, die größtenteils auf dem Lande, in den Flecken und Dörfern ansässig sind. Die übrigen Juden in Frankreich, meist portugiesischer Herkunft, zählen etwa 20,000 Köpfe, sind in den südlichen Provinzen ansässig, leben in den Städten zerstreut, und sind nirgends in größere Gemeinden vereinigt. — A n z e i g e r. Derselbe nimmt jüdisch-religiöse Mittheilungcn regen ls Sgr. Gebühren für die gespaltene Zeile aus. Die Redaktion. F r a g IN ent§ für Staatenwohl und Dölkehglück in Deutschland. Von , Germanikus, Den vereinigten demokr. Vereinen Schlcswig- Holsteiuö gewidmet; gr. 8. (2 Bogen) geh- 5 Ngr. Ein Kandidat der jüdischen Theologie, gebildet in der Schule des hochwürdigen Herrn Rabbiners Wechsler zu Schwabach, später zu Höchberg in Würzburg, wünscht eine Stelle als Lehrer und baldigst anzutreren, und kann auf Verlangen auch als omc genügend fungiren. Hierauf Reflektirende belieben sich gefälligst an die Redaktion fieser Blätter zu wenden. Ein wissenschaftlich gebildeter Lehrer israel. Glaubens, der im Hebräischen wohlerfahren, einen gottesdienstlichen Vortrag zu halten vermag und der französischen Sprache vollkommen mächtig ist, wünscht einen seinen Fähigkeiten entsprechenden Wirkungskreis. Hierauf Rcflektirende, belieben ihre Offerten unter spezieller Angabe der Bedingungen mit B. G. D. in Greifenhagen in Pommern bezeichnet bald einzusenden. Briefwechsel. Verlag: Lehmkuhl'sche Buchhandlung iu Alrona.