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Der treue Zionswächter · 1849-01-26 · 4 (26.1.1849) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
4 (26.1.1849)
Date
1849-01-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
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weißt von den ewigen inncrn Angelegenheiten der Seele. Za, ich gebe zu. Du hauchst sogar dem kalten Stein, Leben, senkest in die weiten trockenen Zahlendcrechnungen der Natur, weiche, moralische Erfühle ein, streichst so lange auf die harren Stahlseiten der Naturgesetze, bis dumpfe Töne hervorhallen zur Gesttrung des Herzens, zu einer Naturreligiou. Was hast Du? Wieder das nicht, was Du suchst. Du hast in Deiner, dunkel und verworren der Natur abgelauschten Moral, nur ein Gesetz von und für die Erde, nicht eins, was Dich für den Himmel, für die Ewigkeit verbreitet, was über alle Ziele und Zwecke der irdischen Wohlfahrt hinausgrhcnd, weder dem Staube entstammt, noch mir ihm untergehct. Du weißt durch daß ihr für die kurze Spanne Lebens, ruhig bestehen könnet, trennt jedoch der Tod das Geschlecht und die Nache auf, dann fälU's aus einander, und mir jenen auch einen ewigen Werth hinter der Bergwand des Grabes, vor dem Nichtcrstuhl Gottes! Freund, das sind dunkle Ahnungen, die von der Offenbarung erntewalS rechtfertigen kannst. Du hast hier Belege, Millionen für Tod, aber nicht für Lebe» über Tod hinaus; willst Du Dich selbst vor Deinen Leidenschaften rettend. Dich fest anklammcrn an solche Ahnungen, und darum moralisch rechtlich handeln, so bist Du zwie- und dreifach bedauernswürdig. Du peinigst Dich, und weißt nicht warum, klemmst Dich selbst in einen Zrrschluß ein, der rechts und links falsch ist, und stch obendrein widerspricht. *) Siehe Du legst den Begierden Beschränkung auf, lassest den Körper harre Opfer bringen, für die Erde — an sich schon ein schreiender Gegensatz! — jo muß doch die Erde Dein Alles sein (denn von eigentlichem Nellgions» und Offenbarungsgesetz willst Dn nichts wissen) und doch liegt die Belohnung dafür wieder Naturgesetz in seiner physischen und moralischen Seite zu beobachten, sie ist also für sich selbst — rücksichtlich ihrer etwaigen, innern Angelegenheiten — so gur, als gar nicht da, und doch ist sie Haupt, kragt den Kranz der Belohnung, indem ihr Herr, der Körper, auf Staub und Wurm gebettet, im Grabe schlummert? Und wo ist der Vorderschluß aus dem sich der der Unsterblichkeit herausspinnt, wo der End- und Folgeschluß, in den er hineinläuft und daran er sich unerschütterlich lehnt? Wer hat eine solche Willkür im Schließen, und dabei aus lauter Widersprüchen zujammcngestcllt, je gehört? — Du mußt eö gestehen, es ist eine qualvolle Finsterniß, so dick, daß icdeS Flammchen darin ausgehet. Darum haben jene die Offenbarung Leugnenden Recht in ihrem Unrechte, wenn sie den einmal betretenen Weg forrgchend, alle solche SpinnwebSlreppen, um das Hochbild der Moral darauf zu stellen, verschmähen, sie stellen lieber das Bild herab. Was Bild? Sie werfen den blinkenden Nahmen, in den es gefaßt ,si. „Unsterblichkeit", „ewige Belohnung", „Göttlichkeit der Seele", weg, Sandkörner, der Erd' und wer sich ohne sie behelfen kann, ohne sie besser fvrrkommr, der bedarf ihrer gar nicht, greife lieber mit vollen Händen, ehe ec sich eines engen, zierlichen TopscS bedient!!! — und so sich selbst für den, der sie nur mit einigem kritischen Blicke durchschauet, reel und formell, auf's Kräftigste wider» legen und vernichten. —

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