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Der treue Zionswächter · 1849-01-05 · 1 (5.1.1849) · page 8

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
1 (5.1.1849)
Date
1849-01-05
Page
– (sequence 8)
Language
German
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<5ZO 8 Hß* Die Aufforderung, wie sie uns hier vorliegt, klingt zwar durchaus unverfänglich und unschuldig. Allein für den, dem es vergönnt einen Blick hinter die Koulissen zu werfen, und dort einige hingeworsene Worte aufzufassen, für den, dem es nebenbei nicht so sehr an Scharfsinn gebricht, um nicht auch zwischen de» Zeilen hindurch einen eigenen Contert zu entwerfen, für den gestaltet sich dieser Aufruf durchaus anders, da zeigt es sich denn, daß wir es hier mit einem sogenannten Geniestückchen unseres superfeinen G. zu thun haben, und daß es sich dabei hauptsächlich um einen firen Gehalt von 1000 — 1200 Thlr. handelt. Mit der Auflösung der Gemeinde als solcher, hat selbstverständlich G'ö Anstellung ebenfalls aufgehört, und wenn cs auch einstweilen, und zwar nach unendlicher Mühe und Anstrengung gelungen, den bisher von demselben bezogenen Gehalt, auf dem Wege freiwilliger Subskription zu sichern, so begreift man doch leicht, wie ein solches Einkommen höchst unsicher, zumal unter jetzigen Verhältnissen mehr als prccär erscheint- Daher jener Eifer znr Begründung einer neuen Kultusgemeinde, die natürlich an ihrer Spitze ebenfalls einen definitiv angcstclltcn Kultusbcamten!. e. Prediger haben muß, natürlich nicht ohne definitives Einkommen. Wir glauben indeß nicht, daß die Majorität sich durch schone Werre wird vom Neuen ködern, in die kaum hergebrachten Fesseln abermals sich wird schlagen müssen; im Gegenthcil, hat man nun erst den Segen, der freien, zwanglosen Vereinigung ganz erkannt, sich überzeugt, daß der Cultuö, so wie jede jüdische gottesdienstliche Handlung, auch dieser Gestalt eben so, wo nicht gedeihlicher als früher sich wird entfalten, dann unterliegt es keinem Zweifel, daß man die neue Errungenschaft wie ein Kleinod festhälten und bewahren, am Wenigsten sich täuschen lassen wird, durch schönklingende, im Grunde aber nur gleißnerische und selbstsüchtige Worte. Böhmen. Prag. Die hiesige Israeliten-Gemeinde schickte Lei der Wiederöffnung des Reichstages eine Deputation nach Kremsier, um den Deputieren die Emancipations-Angclegenheit dringend an's Herz zu legen. Obschon in einigen Abthcilungen die Emancipation hartnäckigen Widerstand fand, so hat doch der Constitutions-Ausschuß dieselbe in dem zweiten Entwürfe beibehalten. — Die Dienst-Resignation des Ministerial-Rathes Dr. Fisches ist vom Kaiser unterm 20. Dec. angenommen worden. Ungarn. Presburg. Fürst W. hat befohlen, daß hier alle jene Personen zu verhaften sind, welche an der Judenverfolgung im April v. I. betheiligt waren, und die nun auch den ausgeplünderten Juden Schadenersatz leisten sollen. Gallhien. Krakau. Die hiesige, zum größten Lheile katholische Einwohnerschaft hat dem Rabbiner der jüdischen Gemeinde, H. Meisels, zum Deputirten nach Kremsier gewählt. Anzeige. Die Redaktion dieser Blätter ist augenblicklich aufgcfordert, Candidaten für einige mehr oder weniger einträgliche, zunächst Lehrer-Stellen, zu empfehlen, und kann auf Anfrage das Nähere direkt oder Lurch unser« Briefwechsel mitgctheilt werden. Briefwechsel. die beiden A. Weshalb lassen Sie das Unwahre nicht berichtigen? — I—e in S. Ich habe nach Bayern geschrieben,, »nd wird das Betreffende sich direkt an L. wenden. - Fin W. Ich habe durch S. zweimal geantwortet, bitte nun aber auch Ihrerseits sicher. — V. Erhalten; nächstens. Druck: Gebrüder Bonn in Altona» Verlag: Lehnikuhl'sche Buchhandlung in Altona.

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