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Der treue Zionswächter · 1848-06-13 · 24 (13.6.1848) · page 8

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
24 (13.6.1848)
Date
1848-06-13
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Kräfte in Anspruch genommenen Staat, durch freiwillige Beiträge zu unterstützen, ist allerdings ein nicht minder edler und heiliger, jedes in diesem Sinne dargebrachte Opfer gewiß ein Beweis reiner, uneigennütziger Vaterlandsliebe. Aber man opferte nur waö man sein nennen kann und darf, und der Zweck heiligt hier nie das Mittel. Ja, wenn G. sich erboten hätte, einen Theil seines Gehaltes, seiner Sporteln dem Vaterlande als Opfer anzubietcn, wenn er ihm diesen und jenen Lurusgegenstand, den er besitzt, gcweihet, wir hätten nicht umhin können, ihm und seinen gleichgesinnten Vorstehern unsere volle Achtung zu bezeugen; aber ein Patriotismus, der sich mit fremden Federn schmückt, will uns mehr, als schmähliche Heuchelei bedünken. Abgesehen davon, daß schon darin eine außergewöhnliche, gesuchte Kriecherei liegt, in dieser Beziehuug die Initiative zu ergreifen. Die katholische , die evangelische Landesgeistlichkeit haben sich bis jetzt nicht berufen gefühlt, das testamentarische Stiftungsvermögen ihrer resp. Kirchen dem Staate anzubieten, noch weniger hat diese die entfernteste Aeußerung verlauten lassen, nach welcher er ein solches Entgegenkommen erwarte, weshalb also beflissentlich sich in den Vordergrund drängen, um sich bemerkbar zu machen? Wir sind uberzeugt, der Staat bedarf solcher Hülfe nicht, will sie nicht, und freut es uns, schließlich nur noch bemerken zu können, daß keiner der vielen hiesigen Synagogen bisher dem Beispiele der G-sschen Synagoge und ihrer Vorsteher gefolgt ist, und cS auch hoffentlich ferner nicht thun wird. Söhmen Prag;, 9. Mai. Nachdem die Judenkrawalle der vorigen Woche mit großer Energie gestillt worden, hielten es Stadtrath und Stadtverordnete für nothwendig, gemeinsam dahin zu wirken, daß auch durch Wiedereinführung der Juden auf den sogenannten »Tandelmarkt" dem Haufen gezeigt werde, wie wenig man geneigt sei. in diesem Punkte leinen inhumanen Forderungen nachzugcben. Ein Tumult war deshalb für gestern öffentlich ungesagt. erfolgte aber nicht, da starke Pikets von Nationalgarde alle Zugänge nach dem Stadttheile besetzt hielten, in denen der Tandelmarkt liegt. (D. A. Z.) Ungarn. Preßbnrg, 10. Mai. Der k. Untersnchungskommisssär Tarnoczy entwickelt eine große Ttängkeit. Die 3—400 bei dem Judenkrawall Verhafteten werden scharf verhört, Mehre, die unschuldig befunden wurden, sind jedoch bereits entlassen. Gestern wurde durch Plakate publizirt, daß dem Gesetze von 1810 gemäß die Juden in allen k. Freistädten zu wohnen berechtigt sind und ihren Handel, selbst das Hausiren, frei und ungehindert treiben dürfen. Was jedoch die Eröffnung von Vcrkaufsgewölben oder KaufmannSläden anlangt, so sind, da immer auch bei Christen die Erlaubest hiezu au gewisse Bedingungen geknüpft ist, nur denjenigen Kaufläden im Stadtgebiete zu eröffnen gestattet, die noch vor dem Jahre 1840 die Bewilligung erhielten. Hierüber ist nun ein großer Theil der hiesigen Einwohner (freilich mit Unrecht, denn wie können sie sich wider das Gesetz stemmen) erbittert, Viele geben sich Hand und Wort keinem Juden Ouartier zu vermiethen, Andere hingegen sagten sogar, ehe noch die Verordnung veröffentlicht war, sie ja wieder hineinnehmen zu dürfen. Jedenfalls herrscht noch immer eine große Aufregung unter den Bürgern und anderen Einwohnern, besonders den Schifflenten und Arbeitern, so daß Bürger- und Nationalgarde stets konsignirt ist, um auf den ersten Aufruf bei der Hand zu sein; so zwar daß, wenn größere Haufen Menschen in der Nacht angctroffen werden, der Auftrag ertheilt ist, sie nach vorausgcgangencr dreimaliger Aufforderung auseinander zu gehen, nöthigenfalls auch mit den Waffen auseinander zu treiben. Es sollen nämlich Drohbriefe gefunden worden sein, laut denen man beabsichtigt. alle Juden, die wieder in die Stadt ziehen, zn erschlagen und die Häuser, in denen sic wohnen, zu dcmoliren. Auch höre ich, daß in dieser Angelegenheit eine Deputation an Se. k. Hoheit den Palatin abgegangcn. (Pesther Ztg.) Briefwechsel. L- B- Wenn es sich realisiren läßt, recht gerne. Nabd. . e. Znrmcr noch erwartend 57. Jetzt halte ich es für an der Ze:t. V. v. Nichts erhallen. — Ter Bcsiürrmuna wegen des Bewußten imis) noch entgegetehen werden. Verlag: Hcrolbsche Buchhandlung in Hamburg.

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