Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 23 (6.6.1848)
- Date
- 1848-06-06
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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»HK 183 HZ» braucht Ihr nicht, er bezahlt auch nicht,*) darum die wegwerfende Welse mit der er von dem Verdienen eines kleinen Honorars spricht." — Ende gut. Alles gut! Das Honorar war es, was mir darum mißfiel, weit der Herr Rabbiner zu Eisenach für sein gutes Geld auch sich Berichte bestellen darf, und auch solche bestellte, wie sie in seinem Kram passen. Er hat das unbestreitbare Recht dazu. Wir Orthodoxen (Zeloten nennt uns Herr Krämer) haben aber auch das gegründete Recht zu behaupten, daß eine bezahlte Zeugenschrifr eine nicht ganz unverdächtige ist, zumal, wenn man den Mantel auf 2 Schultern hängt, und Beispiels halber für den Orient und Israelit zugleich den bezahlten Berichterstatter macht, — und daß man unsere Zustände nicht nach solcher Aussage bemessen dürfe. Weiter haben wir nichts gesagt und weiter wollten wir nichts sagen! Schließlich können wir unser Staunen nicht verschweigen, warum Herr Kr., der in seinem »Mouatbcrichte" so gerne in das politische Gebiet kinüberschweift, der bei'm Abtreten des abelschen Ministeriums einen Iubelton durch die jüdischen Org ine weithin erschallen ließ, der nachher bei'm Rücktritt des Ministeriums Zu-Rhein, dem Ministerium Wallerstein, als dem Collegium, das wie er wahrscheinlich erhoffte, der Orthodoxie im Judenthum den Stab brechen würde, noch in weit lautern Tönen zujanchzte, (denn es lagen für die Ncvlogie gar liebliche Erinnerungen aus den früher» Zeiten des Wallerstein'schen Regiments vor, z. B. der Zwang, daß die israelitischen Schüler in nieder» und höhern Lehranstalten am Sabbath schreiben müßten; für welche Wohlthat man schon das Kuiebeugungsgesetz, und die Abbitte vor dem Bilde des Königs schon mit hinnehmeu konnte) in dem Bericht vom Marz, dieses für Baiern so folgereichen Monats, kein Wöttchen über Politik zu sagen weiß, — was wir, wenn das sonst die Weise des Herrn Kr. wäre, nur loben würden — und der Orthodoxie nicht auch jetzt, für die Zeit nach dem schnellen Rücktritte Wallensteinö, vas Horoskop gestellt hat? Zwar sagt Herr Kr. im Eingang des fraglichen Berichts mit einigen wenigen Wörtern : „Die Proklamation vom 6. d. M. spricht nur von einer Verbesserung der Verhältnisse der Israeliten." Damit läßt er es aber auch genug sein, und ist klug oder beschämt genug zu verschweigen, daß diese Proklamation, die Loch nach der Kundgebung des Volkswillens, welcher so energisch die vollendete Gleichstellung der Juden forderte, erschien, als ein Vermachtniß des von ihm, Herrn Kr., mit so vielem Jubel begrüßten Ministers, der wenigstens in Beziehung auf die Juden diesem Willen einen Hemmschuh anlegen wollte, den baierischen Israeliten zu gefallen ist. Tie Inden werden sicherlich in Bayern so wie in andern deutschen Staaten bald völlig emancipirt werden. Aber wir erhalten diese Emancipation nicht durch reformistische Bestrebungen und auch nicht durch einen Ministerwechsel, sondern erhalten sie alsdann, wenn Er, der die Zeiten und Begebenheiten lenkt, sie durch diese gebeut. r>cv' ocv' ,^c cw Und dieser hohe Lenker hat unsere Schicksale immer so gestaltet, wie sie zu unserm wahren Heile zusagend waren, und Er wird auch ferner sie also leiten; darum sagen wir mit dem Psalmisten: 'N 07h PI O'I'7II WMN NivI IP2' ifc 'ich Wenn Er gebeut, dann besteht'S, Wenn Er spricht, dann geschieht s! Wie wenig, wie gar nichts fruchteten in Beziehung auf die Iudenemancipation alle die neologischen Bestrebungen. alle kindische Nachäffereien christlicher Cultformen; ja selbst die oft mit so vieler Liebe und mit so vielem Fleiße bearbeiteten zahllosen Emancipationsschriften! Betrachte man aber dagegen die Folgen für die Rechte der Juden, die ein einziger Tag Weltgeschichte hervorrief!! Urias Levi Maison.