Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 22 (30.5.1848)
- Date
- 1848-05-30
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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175 wesen, wenn ich Herrn Kr. gegenüber anders gedacht hätte? Aber ich wurde bitter enttäuscht! Denn seitdem werde ich in Briefen an diesseitigen Bekannten unaufhörlich geneckt. Das ist nun zwar ein kleiner Umstand, und kaum der Mühe werth, darüber eine Feder zur Hand zu nehmen. Aber es war mir auch nicht zuzumuthen, um Herrn Kr. wieder zu versöhnen alle seine seichten Berichte , seine Wortkrämerei und seine Ausfälle auf alles Orthodoxe und auf die Orthodoxen, so wie seine Schadenfreude, wenn ein Orthodoxer beleidigt oder gekränkt wurde, ohne Entgegnung hingehen zu lassen. Weil ich dies nun nicht thun wollte, zur Ehre der Wahrheit auch nicht thun durfte, beleuchtete ich einige der Aufsätze des Herrn Kr., ohne irgend etwas Ehrenrühriges gegen seine Person, die ich vielleicht sogar achten konnte, zu sagen. Ich bekämpfte bloß sein System, dem ich mich nie befreundet habe, noch je befreunden werde. Aber es scheint, daß Herr Kr. Person und Prinzip zu trennen nicht gemeint sei: und da er meinem Prinzip eben so abhold ist als ich dem Seinen es bin, so genügt es ihm nicht jene zu bekämpfen, sondern er greift vielmehr meine Person auf eine allerliebste Weise an. Und so ließ eS sich vor etwa 14 Tagen vernehmen : „Unserm lieben Neb Uri habe ich im Orient hinausgegeben, daß er genug daran haben wird." Wenn Herr Kr. den Orient selbst läse, so würde er sicherlich nicht ermangelt haben, die betreffende Nr. in hiesige Gegend gelangen zu lassen, damif man auch hier den zeitgemäß gebildeten Styl und die gesittete Schreibart des Hinausgabsacte- Anfertigers bewundern gekonnt hätte. Da er ihn aber nicht liest und solchen darum auch nicht anhero schickte, so konnte ich erst jetzt der Nr. 17 des besagten Blattes habhaft werden. — Da ich aber jetzt in ihrem Besitz bin, so schreibe ich den ganzen, mir herausgebenden Artikel ab, und bitte den Herrn Redakteur des Z.-W. recht inständig, ihn buchstäblich abzudrncken. Dieses bitte ich aus folgenden Gründen: 1) Sollen die Leser des Z.-W. dadurch auch - ein Mal erfahren, wie ein blühender, kanntiger. monatberichtlicher Styl aussieht und daran sich erlaben. 2) Soll in Herrn Kr/s und in meiner Gegend — in jener bin ich von vielen Leuten gekannt, und in dieser lebe und wirke ich seit 25 Jahren — in welchen der Orient nicht, der Z-W. aber sehr verbreitet ist, das Eonterfei, welches Herr Kr. anfertigte, nicht ungekannt bleiben, damit man in naker und nächster Umgebung Gelegenheit findet, die Treue der Zeichnung zu bewundern; und endlich 3) möchte ich dadurch kund und zu wissen thun, daß Herr Kr. irrt, wenn er meint, ich werde an seinem Herausgeben genug haben. — Ich habe nicht genug daran! und weil ich nicht genug daran habe, so will ich ihm durch den Z.-W. einen ungleich größern Lesekreis verschaffen, als solches durch den Orient allein möglich gemacht werden könnte. Der Artikel aber lautet also: „-Herr Maifon in Oberdorf in Würtemberg . längst über eine Zeit grämlich, *) die ihn als Wrak eines zeitgemäß gebildeten Lehrers zurückgelasscn hat, gefällt sich jetzt darin, den Hyper-Orthodoxen zu spielen und findet daher in seiner bekannten Fertigkeit im Suadrouiren und Raisoniren über alle Welt den geeigneten Tummelplatz im Z -W. Da sitzt er bald über das rw-wZ der würtembergischen Lehrer, ein anderes Mal über die Küche der Würtemberger zu Gericht, **) und wirft gelegenheitlich einen Stein nach einem armen, verfolgten Ungar***) und schwatzt auch über baierische Zustände, was *) Das könnte ich eben nicht sagen **) Habe von beiden nur Gutes zu berichten gehabt, und solches auch berichtet: also nicht raisonirt. ***) Bitte! Das habe ich nicht gethan! Habe bloß gesagt : »Wenn Herr Alexandersohn wirklich gesagt hat, daß doxen Juden als Mordbrenner bezeichnet werden? — Ihr mögt die orthodoxen Juden durch Wort und Schrift verhöhnen , möget sie mit Koth werfen, ihren Rabbiner die grauen Haare aus dem Bart raufen, sie bei Euern Schulinspectoren verlästern und wähnen, Euch dadurch bei diesen zu empfehlen