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Der treue Zionswächter · 1848-05-09 · 19 (9.5.1848) · page 6

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
19 (9.5.1848)
Date
1848-05-09
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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ZrrtNMgsNKcherchLeN. Aus dem Grosilierzogthum Posen. Den tapferen Eroberern des «Dannewerks", den muthigen Deutschen aus dem Stamme der Preußen, ist von Seiten des 50r Ausschusses der Dank Deutschlands für das zu seiner Ehre vergossene Blut dargcbracht; die Geschichte wirbt für jene Braven um den Namen der Helden, Mit- und Nachwelt lohnt die Ausdauer, den todvcrachtenden Heldenmut!) der Sieger ,mit der lorbeerbckränzten Bürgcrkrone. Und dennoch war jener Heldenmut!) vielleicht keinem anderen Gefühle als dem des soldatischen Gehorsams entsprungen, und Notwendigkeit stempelte zu begeisterten Herren da, wo Freiheit vielleicht nur vielmehr Werkzeuge der Despotie erzeugt hätte. Doch fern sei es von uns, solchem unverdienten Argwohn Raum zu gönnen, die Sieger etwa um ihren edlen Lohn schnöde zu beneiden! Aber nicht enthalten können wir uns, darauf aufmerksam zu machen, wie das dankbare Vaterland nicht zu gleicher Zeit das undankbarste sein kann. Deutschlands, Preußens edle Söhne bluten im Norden, ihnen wird der Lorbeer, im Osten werden sie abgeschlachtet, gemartert, gefoltert von fanatischer Wuth, und--nicht einmal geschützt sind sie. 2a, Deutschlands Juden haben in unser!» Großhcrzogthume mit ihrem Blute ihre Anhänglichkeit für ihr jetziges Vaterland besiegelt, Juden , die bisher kaum Ursache haben, sich Kinder des Vaterlandes nennen zu dürfen, haben mit ihrem Leben cs beurkundet, wie mächtig der Drang nach einem freien deutschen Vaterlande in ihncu lebe, mächtig genug, sich dem Fanatismus der wuthcntbrauntcn Polen zu opfern. Nicht die begeisterte Jugend der Wissenschaft, nicht die Helden der aufgeklärten Zeitideen, nein! Greise stempelten den uralten Väterglauben, den Satzungen ihrer ewigen Religion anhängende Männer, sic sind es, die hier die Blutweihe für Deutschlands Freiheit empfangen. Wird, kann Dentschland zu solchen Sccuen, wie die in beifolgendem Briefe geschilderten, schweigen? wird es fernerhin zugeben, daß mam seine Söhne, jüdischen Bekenntnisses, grausam dahinmordet, wie das Vieh auf der Schlachtbank! Nein, das edle freie, deutsche Volk kann, wird es nicht, möge cs seine Veihülfe daher betätigen, schnell und baldigst bethätigen, um zu retten, wo noch möglich, im Uebrigen die geschlagenen Wunden nach Kräften zu heilen. — Das Schreiben indeß lautet folgendcrmaaßen: Mitbürger! Mitbrüdcr! Die Nachricht von den schrecklichen Ereignissen, so unsere Mitbrüdcr in den jüugstvcrflvssenen Tagen in Trzemeszno, Wreschen und Znin erleiden mußten, hat Niemand ungerührt gelassen. Diese Ereignisse stehen mit Flammenschrift tief in unscrm Herzen eingeschrieben. Es sind Sccnen vorgefallen, die das Blut in den Adern erstarren lassen. Neben der Leiche des Vaters stehen Waisen, die vor Schmerz die Größe des Unglücks noch nicht erfassen; der Vater starb nicht den Tod, durch die Zeit herbeigeführt. — Nein, er fiel als Opfer blinder Wuth; dort steht eine Mutter, sieht ihre Tochter geschändet vor sich liegen; in einem andern Hause stehen Eltern, verzweifelnd sehen sie, wie ihr unschuldiges Kind, am Körper verstümmelt, sich im Blute badet. Ja, m das Heiligste, den Tempel, den einzigen Zufluchtsort, wo die verirrten Flüchtlinge hineilten, Schutz zu suchen, drangen die Verfolger ein, und neben einem gemordeten 65jährigcn Greise, werden Einzelne ans Rache des Augenlichts beraubt, damit sic lebend unglücklich blechen. Die armen Wittwen und Waffen schreien händeringend, verzweifelnd um Hülse, ihr Hab und Gut ist als Beute vertheilt, das Blut der Gefallenen spricht zu uns, es fordert uns nicht zur Rache auf, nein, dies überlassen wir Gott. Die stummen Leichen reichen uns, einem Jeden besonders die kalte Bruderhand, zeigen uns die klaffenden Wunden; denn uns Alle umschlingt nur das eine Band, das Band der Liebe, und sie rufen uns zu: «Brüder, helfet, sorgt für die WaisenDer letzte Augenblick des gebrochenen Auges, um es für immer zu schließen, ist auf nnF, die wir Meilen weit entfernt sind, gerichtet; dieser starre Blick spricht mehr als Tausend Zungen. Wir wollen aber auch dieses Vertrauen nicht täuschen; cs zu rechtfertigen sei unser Wetteifer. Wir Unterzeichnete haben mit Bereitwilligkeit übernommen, Beiträge zu sammeln, Anforderungen ergehen zu lassen, in diesem Geiste zu wirken. Wir bitte» um Unterstützung,

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