Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 18 (2.5.1848)
- Date
- 1848-05-02
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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»W 14S Gewissenhaftigkeit beseelt sind, als die frühern, und daß nicht mehr die Geldaristrokratie ihren verderblichen Einfluß auf unsere Verhältnisse ausübe, und heillose Calamitäten und Zerrüttungen Hervorrufen, die alle Banden des Friedens lösen. Angarn. Pesth, den 20. April. Gestern Abend war hier ein großer Tumult, zu dessen Dämpfung neben der Nationalgarde auch das Militair entschreiten mußte. Der Sturm galt zunächst den Juden, verr schonte aber auch reiche christliche Einwohner nicht. Schon seit einigen Tagen gährte es gewaltig in den nieder» Elasten, welche von Communisten und Unruhstiftern aufgewiegelt worden. Es kam zu einem drohenden Conflicte zwischen den Gesellen und den Meistern, bei welcher Gelegenheit der hiesige Magistrat suspeusirt und bereits vielfache Forderungen zur Austreibung der Juden laut wurden. Die Meister namentlich benutzten den allgemeinen Judenhaß, um die Wurh der. Gesellen von sich auf die Inden abzuleiten. Gestern kam noch ein Vorfall hinzu, welcher den Ausbruch beschleunigte. Einige Bürger griffen einen jüdischen Nationalgardisten an, als er vor dem Stadthause Wache hielt. Dieser zog das Schwert und verletzte einen der Angreifer leicht an der Hand. Sofort entstand ein Nolksauflauf, welcher die Entwaffnung aller Juden und die Austreibung derjenigen, welche seit 10 Jahren sich hier niedergelassen, forderte. Die meisten Läden wurden gesperrt, die Straßen wogten von Menschen, eben so schnell aber wurde auch eine imposante Macht von Nationatgarden und Soldaten auf den verschiedenen Punkten zusammen» gezogen. Auf dein Stadthause saß die permanente Sicherheits-Commission, in welcher auch der Premier-Minister L. Batthyanyi erschien. Dieser sprach sich sehr bitter über die judenfeindlichen Intentionen der Bürgerschaft aus. Gegen 7 Uhr Abends begann indeß der Sturm in der Königsgasse, der Waitznerstraße und der Elbogengasse mit der Plünderung einiger jüdischer Häuser. Ehe die Nationalgarden Meister der Plätze waren, wurden mehrere Juden jämmerlich zugerichtet; ein Studirender, welcher den Meuterern in die Hände gerathen, soll fast zu Tode geprügelt worden sein. Um 9 Uhr waren die Straßen gesäubert, einige Hundert Tnmnltuanten wurden verhaftet. Heute Morgen konnte man sich überzeugen, daß der Tumult nicht allein auf die Juden abgesehen war, denn man sah nicht minder an christlichen Häusern die Fenster eingeworfen. Die Bürgerschaft will nun die Austreibung eines Theiles der Juden auf sogenanntem gesetzlichen Wege erlangen, und es werden zu diesem Behufs Unterschriften für eine desfällige Petition gesammelt. — Metrische Bibelübersetzung. ./'P Töne Lobgesang. Unsres Schöpfers Ruhm besinge Doch die ganze Welt, Denn eö ist ihm nichts verborgen. Nichts zu hoch und tief. Nacht verwandelt er in Morgen Und belebt was schlief. Hebt den Dürft'gen mit Erbarmen Setzt dem einst bedrängten Armen Finstenkrone auf. In der Kinderlosen Hütten, Wo Betrübniß war. Läßt er Segen überschütten Froher Kinder Schaar.