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Der treue Zionswächter · 1848-04-17 · 16 (17.4.1848) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
16 (17.4.1848)
Date
1848-04-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
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»M iS der Religion «erden. Wir knüpfen unsere Betrachr rung hierüber an die Worte Iesckajah's 26, 9 „Meine Seele sehnr sich nach Dir in der Nacht : auch mein Geist in meinem Innern sucht Dich; denn wie Deine Gerichte zur Erde kommen, lernen Gerechtigkeit die Bewohner des Erdkreises." Was wir, a. Z.. aus den neuesten Zeitereignissen lernen können und sollen, ist nach den Worten unsers Textes r Gerechtigkeit. Lassen wir Gerechtigkeit wider, fahren 1. der Vorsehung GotteS; 2. seiner heiligen Thora und 3. jedem Menschen. 1. „Meine Seele sehnt sich nach Dir in der Nacht," sagt der Anfang unsers Textes. Wenn ich mein Tagewerk vollbracht; wenn ich gethan, was die Pflicht mir auferlcgr und ich in stiller nächtlicher Einsamkeit in meine Seele schaue, wo sich die Tagesereignisse abgespiegelr und als bleibende Lichtbilder fesigestellr haben; wenn die bunten Gestalten des TageS, wo ein Auftritt an den andern sich drängt, wo Begebenheit an Begebenheit sich reihet, in einsamer nächtlichen Stille zur Ruhe kommen und in geordneter Reihenfolge mir vor die Seele treten: nach wem sollte ich mich alsdann mehr sehnen, als nach Gott? in wem könnte ich mehr den Anfang und den Endpunkt aller Bewegungen suchen, als in Gott? in wem könnte ich mehr Hoffnung, mehr Aufmunterung, mehr Erstarkung finden gegen alle Zweifel, gegen alle Besorgnisse, als in Gott? Mir dem einzigen Gedanken, daß eine göttliche Vorsehung über uns waltet, daß ohne den göttlichen Willen Nichts auf Erden geschieht, mir diesem einzigen Gedanken durchschiffe ich die Wogen des Weltmeers; dieser einzige Gedanke ist mir ein hellstrahlender Lcuchtthurm auf jeder unbekannten Fahrt; dieser einzige Gedanke ist mir ein sicherer Anker, um in den Hafen der Ruhe, der Zufriedenheit zu gelangen. Und wer hieran allenfalls noch zweifeln könnte; wer es etwa noch nicht wüßte, daß Gott die Welt regiert : daß der Herr e ne Zuversicht, eine feste Burg, «in Hort, rin Fels ist; wer sich auch nicht von der Geschichte hat belehren lassen, welcher der morgende Tag gewidmet ist; wer daS Walten einer göttlichen Vorsehung nicht durch den Purim *) erkennen will: *) HamanSscst. der sei doch mindestens ein aufmerksamer Schüler in der Schule, welche die Gegenwart uns eröffnet. Sanur geahnt, daß Deutschland eine solche Umwälzung bevorstehe, wie sie jetzt ihrer Vollendung naht? Wer hätte sich vor kurzer Zeit auch nur träumen lassen, daß ein Zündstoff, ausgegangen an einem Winkel der Erde, sich so schnell verbreiten werde über einen großen Theil derselben? Hätte man es nicht für Schwärmerei, für Fiebergluth gehalten. wenn Jemand die jetzigen Erscheinungen voraus verkündet hätte? Kann aber ein so großartiges Ereigniß ein Kind des Zufalls, eine Geburt des Zeitgeistes sein? O wir müßten mit wir es nicht als eine Lenkung, als einen tief angelegten Plan GorreS betrachten. Und ist auch der Ausgang dieser Weltbegebenheir noch mit einem dickten Schleier verhüllt; kennen wir auch das Ende dieser großen Bewegung noch nicht; schweben die deutschen Völker noch immer zwischen Furcht und Hoffnung; wissen besonders wir Israeliten noch nicht, was die Zeit uns bringen wird: genug! unsere Seelen sehnen sich nach Gott, dem Lenker der Schicksale in der Nacht der Ungewißheit; fest überzeugt, daß Alles daS Werk seiner Allweisheit ist; fest vertrauend, daß Alles von seiner Varerhand geleitet wird; fest hoffend, daß auf die dunkle stürmische Nacht ein heiterer Tag folgen werde, an welchem eine wohlthuende Sonne über Deutschlands Gauen aufgehr, an welcher Fürst und Volk sich erquicken und Israel erwärmt wird. Gerechtigkeit gegen die göttliche Vorsehung, geunS die Tagesereignisse lehren; das Erste, was wir suchen und festhalren wollen zu unserer Aufmunterung, zu unserer Kräftigung. 2. Lehren uns nun die Tagesereignisse Gerechtigkeit gegen die Vorsehung Gottes, so lasser uns, m. Fr., noch ferner Gerechtigkeit widerfahren seiner heiligen Thora. Wir Israeliten wissen nicht, sagte ich vorhrn. was die künftige Zeit uns bringen werde. DaS aber wissen wir, waS die Vergangenheit uns gekrackt har. Wir wissen eS nur zu gut, wie sehr wir in früherer Zeit und zum Theile letzt noch zurückgeseht, verachtet und in unfern angebornen Menschenrechten verkürzt und gekränkt waren. Und wäre dieses noch daS

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