Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 11 (14.3.1848)
- Date
- 1848-03-14
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein kroatischer Depmirte spricht sich für dis Emancipation ans, „Venn", sagtet, „ob mich auch -in Indo um 5000 Fl. C. M. bewog, ist mir doch solches durch eine» Christen mit 100,000 Fl. C. M« widerfahren^. Aachen Sie! Ich kann 2bnen jedoch die erfreuliche Nachricht mittheilen, daß wir achtzehn Stimme» für uns hatten. Wenn ich nur so ein Möstrodamus wäre, und der Reform das Horoskop stellen konnte, um den! Tag ihres Falles, die Minute ihres Sinkens vorher zu bestimmen. Zwar weiß ich, daß Löw in Papa und Goldmann in Agram früher oder später zu Gunsten der Orthodorie resigniren und lieber die Lehrals die Predigerkanzel besteigen werden, aber wann? Tag, Stunde- und Minute wollte ich so gerne bestimmen. - Zwar weiß ich, daß die preSbutger Primarschule, die jetzt, um sich bei der orthodorcn Partei in Gunsten zu setzen, lauter Bochurim anstelle (Manche behaupten, es-fehle ihr an Mittel ordentliche Lehrer zu. nehmen) und die Talmudtoraschule, weil sie nur gut cingeschulte Pädagoge» nimmt, als ketzerisch anklagt, bald der Auflösung nahe wird; aber wann ihre letzte Stunde schlägt, wann ihre chemische Zersetzung vor sich gehen wird, das möchte ich gerne vorausbestimmen. Zwar weiß ich, daß, wenn Herr Weiß seine Anstellung als hier wieder erhält, daß er die heilige Stätte nicht etwa durch Chor, sondern, was noch ärger ist, durch romantisch erotische Opernlievcr entweihen würde; aber welche Oper er zu seiner Production wählen möchte, und ob er Linda zum scnp oder wie früher zum benützen sollte, das möchte ich doch gerne wissen. Zwar weiß ich, und mit mir wissen eS auch die hiesigen Gesangsliebhaber, daß nicht alles Gold ist, was glänzt, und nicht alles unschuldig, was weiß ist, daher wir auch gilt" wissen, dass dieser Wß schuldig, doch wo? wann? in welchem Hotel hat er seine Nachtigallenstimme durch unerlaubte Bissen verunreinigt? Ich möchte es gerne wissen. Zwar weiß ich gut, daß ich diese Woche Presburg verlasse, daß meine Briefe die Leser nicht mehr langweilen werden; ob ich aber von Prag.- aus wieder schreibe, wieder gegen die Reformer zu Felde ziehe? Das möchten meine Leser doch gerne wissen. .r- Pakottt, Febr. ISIS. Schon ose war rmsere friedliebende Gemeinde das Terrain mancher sogenannter Haudegen eines gewissen Blattes, und zahlreiche Scribenten haben ihr Müthchen an unS gekühlt. Da wnrveü die Neuerungen und Verbesserungen der NachbargeMeinve P. bis in den Himmel gehoben, und uns zur Sünde gerechnet, daß wir dieft Neuerungen nicht annehmen. Saß wir Herrn Singer, der wok zeitgemäße Bildung und ein ausgezeichnetes Rednertalent besitzt, aber doch den Dogmen dev alten Schule anhängt, zu uuserm Seelenhirlcn gewählt u. dergl. große Fehler mehr. Loch wir dachten rmd dritten, wenn wir's nur Gott, unscrm Gewissen und den treuen Anhänger» unserer Mutterreligion recht machen, mögen sie stürmen und toben .und giftige Pfeile auf uns senden, was kummerts mrS. Ja sogar comequenr finden wir es, daß sie die zu verkaufende Waare mit marktschreicnder Beredsamkeit erheben, wollen sie zur Abnahme fördern und sich Kunden schaffen. Daß aber das Abweichen von unserer Religion die feilzubietende Waare' ist, daß KÄnzelredner zu Aushängeschildern, und Mische Organe zu Auslegünd Echaukrsieir h-rabsinken, das isi, was jeden Nedlichdenkcndcn zur Erbitterung anfregen muß, denn wer sicht gern* gefchmäher und gespöttelr, da, wo er achtet und verehrt? Um aber dem unbefangenen Leser zu beweisen, daß nicht IndifferrnkiSrnus Uns die Nichtannahme gerügter Nenerttngett dictivte, daß wir vielmehr jede Gelegenheit, wo es sich um wahrhaft Gutes und Nützliches handelt, mit Eifer und Energie ergreifen, erlaube ich mir, folgendes Factum der Leffenrlichkeit zu übergeben. Vor Kurzem verabredeten 43 Mitglieder unserer Gemeinde, sich gegenseitig zweimal jede Woche abwechselnd zu besuchen, um im Lesen gewählter Zeitschriften — zu denen wir freilich Orient und Z. d. 2 nicht rechnen — im freundlich traulichen Gespräche geschäftsfreie Stunden theils nützlich , theils angenehm zu verleben. Unser erstes Znfannuen kommen war beim Vorsteher unserer Gemeinde. Mau besprach daselbst unter Anderm über das segenreiche Wirken unseres Herrn Rabbiners, wie wahr, kräftig nnd gediegen er in letzter über die Pflichten der Eltern ia