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Der treue Zionswächter · 1848-02-28 · 9 (28.2.1848) · page 5

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
9 (28.2.1848)
Date
1848-02-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
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»W 69 HZ» Da» menschliche Herz. Von Dawid Brüll. Mehr als Alles bewahre Dein Herz, wenn selige- Leben Dir daraus quille. Spr. 4. Zst die ganze unermeßlich große Schöpsunqskette von mannigfachen wurrderfam anelnandergefLgien Ringen und Gliedern, die dem kurzsichtigen und unzulänglichen Menschenverstände, so oft und so viele Male er auch an ihrem Anblicke sich weidet, dennoch fremde unbekannte Gestalten, neue Phänomen bleiben; kann der Erdenpilger nach langem Sinnen und Grübeln, nach langem Hin- und Her-, Um- und Anschauen in dem großen majestätischen Universum dennoch nicht die stammenden Ziffern auf den Lettern des blauen Azurs lesen und verstehen; und müssen wir sie daher jene Geheimschrift nennen, die, so wir darauf hauchen, s-ree Anschauens, der Hauch, von dem Gebilde weicht, und was eben lebendig vor uns lag. nun em kvdteS vnertlärli.beS Blakt ist, und daher den schönsten Beleg liefert, eines allweisen., allmächtigen Urhebers; Schöpfung mit dem Hoffen und Sehnen nach Oben, den sinnlichen Begierden, vagen, nichttgen Wünichen und Lüsten nach Unten, ein unerklärliches, nnerforschliches Rärhsel, der künstlich geformte Verein spiritueller und materieller Kräfte, die harmonische Verschmelzung dem steten, dahinsterbenden, ein Sklave der Zeit, ein Spiel des Raumes seienden Körpers, — wie laut und vornehmlich predigt uns dies nicht Alles das Dasein eines unvergänglichen Allvaters als Schöpfer und Leiter : so gewahren wir doch am deutlichsten den identischen Beweis für Gottes Cristen; in seinem rühmlichst geformten Meister- und Wunderwerke, im Herzen des Herzens. Es ist dieses der heilige Altar, der in den erhabenen, gvktgeweihten Hallen thronet, und von wannen uns deutlich eine Stimme zuruft: ..Erkennet die Glorie des AUguren." verschiedenartige Conrraste in den grellsten Widersprüchen, in den äußersten Extremen bieten sich uns dar. Bald erkennen wir ihn als die einsaitige Lyra, die die leiseste, zarteste Berührung, himmlische Töne, schmelzende Akkorde, Seraphsmusik; bald aber als eine zum Aufruhr blasende Tchlachrrrompere, die jeden Nerv, jede Muskel in Bewegung setzt, den ganzen Organismus des Menschen zu zertrümmern drohet; eS ist ein Rädchen, das alle Freuden, alle Wünsche spinnet; eS ist die Feber, die ein Heer von herben, kirreren Schmerzen hervorspvingen läßt; eS ist ein reiner, sptegelheller Quell, dessen silbevkiare Fluchen erquickenden, erfrischenden Nektar und zuspieten; es ist ein bodenloser Abgrund, in dessen Tiefen Ungeheuer, Drachen kauern, und ihren gefräßigen Rachen.aufsperren; «S ist ein sonniger, klarer, lichter Tag voller Lust, Wonne, Freude, Entzückunq; es ist eine schwarze, graue Nabennacht mit Qual, Kummer, Leid und Trauer. - (Beschluß folgt) --o— Zeitungsnachrichten. Preußen. Breslau. Nach längerem Zögern ist Geiger endlich wieder etwas offener ausgetreten und bat die zcirher vorgehaltene Maske gelüftet. Diesmal handelte es sich nur (?.') »m r^v, und von der Kanzel herab wurde eS laut verkündet, wie die Lpeisegesetze durchaus keine Gültigkeit mehr hatten, wie zu antiquiren, Jin in und gänzlich zu beseitigen feien. Man sieht, G. nährt sich wieder den Neformgcnossen, speculirt auf eine neu zu creirende Nabbinerstelle derselben. Freilich, verargen können wir ihm dies kaum, denn eine unerquicklichere, bedeutungslosere Stellung als G. sie hier, hat wol kaum je ein Rabbiner inne gehabt. Und dazu halten wir noch imnrer erst bei den Präliminarien unserer neuen Spnagogeu-Zustände. Sind diese einmal erst definitiv geregelt, so wird sein Wirken, bei der sich schon jetzt knndgebenden Gesinnung gegen ihn, bei der sich definitiv herausstellenden Majorität noch tief unter Null reducirt werde», und deshalb ist es jedenfalls klug, sich bei Zeiten anderweitig möglich zu machen. G's. Vorlesungen während dieses Winters waren kaum von 1 Dutzend Stammgästen besucht und langweilten mehr als je; mit der Religionsschnle geht es ebenfalls bedeutend den Krebsgang. Nächstens ein Mehreres.

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