Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 47 (23.11.1847)
- Date
- 1847-11-23
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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*Z0 SW nicht mehr besucht hatten — mitynd nach hergebrachter Vätersitte unser Herz im Gebete' vor Gott ergießen könnten, in der Sprache, in der Weise wie eS von jeher Gesetz war und Sitte in Israel, da blieb kein Äuge dieser kleinen Gemeinde thräuenleer und innige, beseligende Freude" Mg in wärmen, heißen Gebeten zum Throne des Allvaters empor. Jetzt versäumen wir diese u «sere Schule nie, weder am nbc noch an Wochentagen, und wenn wir auch kein; ov habe», so beten wir doch wenigstens in einem jüdischen n'I. Doch können wir eS bei dieser Gelegenheit nicht unterlasse», unfern öffentlichen Dank hiemit dem edlen Herrn Marcus Friedheim zu Grevismühley abzustatten. Ihm, ihm zuvörderst haben unter göttlichem Beistände die Juden Mecklenburgs es zu verdanken, daß die Feinde des Judenthums, die sich zu seinem Untergange verschworen, nicht den Sieg davongeiragen. Als zu >des Zeiten oi« pic» den Untergang des jüdischen Volkes, der jüdischen Religion forderte, da war eS ein '2-rw, dessen sich der Allmächtige bediente, sein Volk zu befreien. Auch uns ist Hülfe durch einen ^r> geworden. Auch er Mg an den Hof des Fürsten, wandte sich vertrauensvoll persönlich an den geliebten Landesvater, ssebete im Aufträge der gleichgesinnten Juden Mecklenburgs um Gewissensfreiheit, um Religionsschutz, und der Bitte folgte alsbald Gewährung. Dank, innigen Dank dem geliebten Landesvater, der daS Wort des Schutzes aussprach. Dank dem mnthigen Vermittler, und Kämpfer. Möge er ven wahrhaften Lohn seiner edlen Thar in dem Bewußtsein finden, feiner Religion nach Kräften genutzt zu haben! Schwerin, den 11. Novemb. Auf eine Vorstellung von Seiten deS hiesigen israelitischen Vorstandes an den verehrlichen Magistrat, , um die Verwendung deS letzteren für die bürgerliche Emancipation der Mecklenburger mosaischen Glaubens auf dem bevorstehenden Landtag, ist nachstehende höchst erfreuliche Antwort erfolgt: Auf Ihre Vorstellung vom 2. d., betreffend die bevorstehenden Landtags-Verhandlungen über die Emancipation Ihrer Glaubensgenossen, erwidern wir: daß von uns schon längst die Gleichstellung der Juden mit den Christen gewünscht und vertreten worden, und daß auch jetzt wiederholt nufer Landckagsdeputirte um .so mehr Ihrem Gesuche gemäß jnstr^irt ist, als wir die von Ihnen vorgetragenen Gründe bes^Gesuchs nicht nur vollkommen billigen, sondern auch für so human und gerecht halten, daß eine baldige günstige Losung dieser Frage nicht zu bezwcheln mehr steht< ' E-) München, 2. Nov. In der heutigen (siebenten) Sitzung der Abgeordneten war u. A. der Antrag der Münchener Judengemeinde über die jüdischen VerhLKuM um ein schützendes Gesetz, angeeignet vom Abg. Ney, an der Tagesordnung; dieser (Nei) empfiehlt den Antrag und fiuver die Antwort ii, dem jüngsten Landtagsahschiede zu lakonisch auf diesen Gegenstand. Abg. Sattler weis't auf die laute Stimme in Deutschland hin, Menschen endlich als Menschen zu behandeln, und daß doch einmal der Gegenstand, welcher immer hinausgeschobeu werde, geordnet würde. Der erste Sekretär, von Kirchgeßner, erinnert, die Regierung hätte den studirendcn Juden Zldvocaturen in Aussicht gestellt, aber dieses sei nicht verwirklicht und so vielen jungen Studirendcn ihre Mühe und ihren Zeitaufwand verkümmert worden. Abg. von Schäzler macht darauf aufmerksam, daß Rothschild in daS englische Parlament gewählt sei. Abg. Schnetzer will die Menschenwürde in den Juden anerkannt wissen, welche alle Lasten bisher mit uns getragen. Dekan Bauer will Verwendung für die Juden und fragt das Ministerium, wie weit die Regierungsarbeiten vorgeschritten feien. Lberstudienrath Reumayer: Die Kreisregierungen seien aufgefordert zur Berichterstattung, sobald dieses geschehen, könne weiter berathen werden. Erlangen. Als Prorector der hiesigen Universität wurde Dr. Herz aus Baireuth bestätigt, was, abgesehen von dem Talente und positiven Wissen dieses seit mehreren Jahren hier weilenden sehr beliebten Arztes, deswegen hauptsächlich als bemerkenswerth erscheint, daß derselbe der erste Israelit in Bayern sein möchte, der als Doceut den academischen Lehrstuhl besteigt. .Mit der Prorector- Stelle ist bekanntlich bei uns die venia lexemU verbunden; sie giebt Anwarthschast auf Erlang der Professur oder zum weiteren Staatsdienst. (A. Z.)