Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 45 (9.11.1847)
- Date
- 1847-11-09
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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ibm dieser, daß die Gemeinde Worms bereits zur Zeit der ersten Tempelzerstörung als solche bestanden, und daß daselbst große, angesehene Fürsten, Dalberg mit Namen, gelebt. Einer von diesen batte einen überaus gelehrten,' feingestalteten Sohn, der, von Reiselust und von Durst nach der Kdnntniß sremder Länder und ihrer Sprächen getrieben, eine große Wanderungunternahm. Auch nach Jerusalem führte ihn sein Weg, woselbst er aber, da ihm die Mittel zur Reise durchaus ausgegangen, entblößt von Allem ankam. Zu seinem Unglücke erkrankte er noch und war dem Tode nahe. Ohne Obdach umhcrliegend schrie er in deutscher Sprache und unter Thräncn unaufhörlich, wenn Jemand wüßte, wer er sei und wer seine Familie, so würde er sich gewiß seiner erbarmen, da sein Väter cs doppelt und vielfach vergelten würde. Niemand aber merkte auf ihn, da man seine Sprache nicht verstand. Als aber zufällig ein deutscher Jude vornberging und ihn hörte, schickte er albald zu einem Arzte, nakm ihn zu sich in icin Haus, gab ihm, was ibm fehlte, bettete ihn, zahlte den Arzt und unterrichtete ihn nach seiner Herstellung in der Landessprache. Der Genesene schrieb alsbald seinem Barer, was ibm der Jude gethan, wie er ihn vom Tode errettet, ikm Geld gegeben, so viel er dessen bedurft. Der Vater freute sich sehr und schickte ihm reichlich Geld, um den Juden zu belohnen. Bei seiner Ankunft in der Heimath fand er den Vater nicht mehr, denn dieser war verschieden, unter Zurücklassung ungeheurer Schätze und Bcsitzthümer für seinen Sohn, und nachdem er zuvor seinen Willen ausgedrückt, daß alle seine Nachfolger bis zu den spätesten Zeiten es den Inden Wohlergehen lassen sollten. Daher entstand der Gebrauch in Worms, daß wenn eine jüd. Leiche war, 2 Daibergische Leibbcdientc in Livree die Leiche begleiteten, ebenso bei Trauungen, wo die Brautleute zwei Bedienten, die geladenen Frauen einen bekamen. Als Jerusalem später belagert und erobert wurde,, die Juden theilweise geschlachtet, theilweise gefangen wurden, da war unter den feindlichen Heeren auch ein Dalberg, der, eingedenk des Befehls seines Ahnherrn, sich der. Juden nach Kräften annahm, sie nach seinen Besitzungen führte und ihnen Land zum Eigenthum schenkte. Und als einst bei einer Leiche die Bürger über die Jude» herftclen, da schickte er seine Leute zum Schutze. Und so blieb es, bis Worms zerstört wurde. Ja einer aus dieser berühmten Familie hatte sogar eur Werk zu Gunsten der Juden verfaßt, wie überhaupt die Familie in ihren Gesinnungen^Argen,dieselben bis auf den heurigen Tag unwandelbar blieb. Aus dieser Erzählung gebt nun zut Genüge hervor, daß schon viele Jahre vor der Eroberung Jerusalems deutsche Juden daselbst waren, da der Furstensohn von einem derselben doch verstanden wurde. *) Miseellcn. Duron Nolhschild in Cairo. Bekanntlich ist am 7. August d. I. zu Cairo für Egypten sehr seltene Phänomen eines Erdbebens vvrgcfallen, wobei N2 Häuser und 3 Moscheen zusammenstürzten. Bei dieser Gelegenheit entkam der das Morgenland bereisende Freiherr von Rothschild nur mühsam einem schrecklichen Ende. Es war nämlich eben ll Uhr Morgens, und er beabsichtigte, in Begleitung von zwei Personen, die dortige Moschee des Sultan Hassans, als sich eine Reihe von immer heftiger werdenden Erdstößen zu. äußern begann. Im Laufe von 5 Secunden lösten sich mehrere Steine von den die Wölbung des Tempels unterstützenden Pfeilern und sielen auf die Pflastersteine des Fußbodens mit solcher Gewalt, daß sie die Quadern zersplitterten. Von zweien dieser ganz in der Nähe des Reisenden herabgefallenen Steinen wog jeder bei 1V Pfund; es laßt sich leicht denken, mit welcher Schnellig eit alle, die sich in der Moschee befanden, dieselbe hierauf verlassen haben. Juden ln Timbuktn. Der „Jewish Intelligenter,. enthält die Nachricht, daß eine große Menge jüdischer Kanfleute sich in Timbuktn niedergelassen hat und von dort einen lassen indtß zuvor einzelne Skizzen auü remsclbcn hier folgen. D. Nee-