Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 44 (2.11.1847)
- Date
- 1847-11-02
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Österreich. ÄZren. Von Seiten der Hofkammer ist bei Sr. Maj. Dem Kaiser der Antrag gestellt worden, den Israeliten gleich allen übrigen Staatsbürgern den Betrieb des Bergbaues zu gestatten uüd alle gesetz- Ncken Beschränkungen in dieser Hinsicht völlig aufzuhebcn, waS jedenfalls von wichtigen Folge» sein würde. Bevor indcß diese Rcformfrage vor den StaatSrath kommt, muß noch die K. K. Hofkanzlei darüber ihrs Meinung abgeben, da die Hofkammer lediglich den national-ökonomischen Gesichts» Punkt festhält, die Hofkanzlei dagegenals oberste politische Verwaltungsbehörde die Bezüge dieser Maaßrcgel zu den allgemeinen Volksständen in's Auge fassen muß. Bis jetzt sind die Juden in Oesterreich vom Betrieb des Bergbaues gänzlich ausgeschlossen und in Ungar» geht die Beschränkung so weit, daß sie sieben Meilen entfernt von jedem Bergwerke wohnen müssen! In den deutschen Erbländern erstreckt sich die Praris der judenfeindlichen Berggesetze des Mittelalters blos dahin, daß die Israeliten weder in Bergorten noch in deren Weichbild domi« ciliren dürfen. Seitdem jedoch dem Baron Nothr schild ausnahmsweise der Besitz von Eisen und Kohlengruben erlaubt worden, hat der eherne Wall dieser Ausnahmsgesetze eine Bresche erlitten, die von nachdrängcnden Stürmen dergestalt benutzt wurde, daß die Staatsverwaltung jetzt im Ernst daran denkt, die veralteten Bollwerke vollends zu demolireu. (Brem. Ztg.) Triest. Die Vorsteher der hiesigen israelitischen Gemeinde haben vom politischökonomischen Eradtmagistrat folgende Zuschrift den 4. Oktober erhalten: „Se. k. k. apoftol. Maj. haben laut hoher Hofkauzlei- Eröffnung vom 24. v. M. über den allerunterthänigsten Vortrag, rücksichtlich ihres Ge, suches wegen Wiedereinräumung des Rechts, daß Juden in Istrien wohnen und Grundbesitz erwerben dürfe», folgende allerhöchste Entschließung vom 18. v. M. herabgelangen zu lassen geruht:" „Dem Gesuche der israelitischen Gemeinde zu Triest finde Ich insofern zu willfahren, daß Israeliten künftig auch Ln dem Istriarttr Kreise ihren Aufenthalt nehmen Md Daselbst- Realitäten, mit welchen keine obrfgkeitltchk Rechte verbunden sind, erwerben und besitzen dürfen." Wir knüpfen hieran den Wunsch, die Inden möchten dieses Zugeständniß dadurch besonders zu rechtfertigen wissen, daß sie in Istrien eine Ackerbaucolonie zu gründen suchten, für deren Gedeihen die schöne und leider nicht gehörig gewürdigte Halbinsel so viele Elemente darbietet. Wir sind fest überzeugt, daß unsere erleuchtete Regierung ihnen dabei allen Vorschub leisten werde. (A. Z.) England. London. Die große Synagoge Hieselbst, hat so eben eine gerechte anerkennungswerthe Concession gemacht, und zwar zur rechten Zeit, zu Gunsten deS fortgeschrittenen Synagogenregiments. Sie hat nämlich die bedingte Oeffentlichkeit ihrer DvrstandSsitzungen ansgesprochen, zugleich aber das unbedingte Recht, aller Synagogenmitglieder die Verwaltung des Gemeindefonds, die nicht einigen Wenigen, sollen alle» gleich angchören, zu überwachen. Diese so zeitgemäße wie gerechte Eoncession, ist eine Folge jener heilsamen Agitation die ein wahres Lebensmoment unserer heutigen Zeit geworden ist. Palästina. Jerusalem. Die heilige Stadt wird in der nächsten Zeit mit einem artesischen Brunnen versehen werden. Ist an jedem andern Ort ein solcher sprudelnder Quell von Segen für die Gegend, so ist er in Jerusalem geeignet, totale Umwälzung zu Gunsten des ganzen Landes hervorzurufen, besonders, wenn man weiß, wie in manchem Sommer der Wassermangel dort so drückend ist, daß eine mäßige Familie ihren täglichen Bedarf mit einem vollen Thaler aufwiegen muß, ja manchmal, wie es in einem der letzten Jahre der Fall war, mit 3 Thalern. Bereits sind die Bohrwerkzeuge aus England cingctroffcn, und ein englischer Ingenieur ist mit der Leitung des Unternehmens beauftragt. Briefwechsel. I. Min E. -Diese Sachen« recht gerne. — 25. Zch hoffe daß Sie so zufrieden fein werden. Das erste natürlich sche i acwnßt und besorgt. Rabb. —n: Möglich doch nicht wahrscheinlich.?. in B. Verstößt gegen unser Prinzip. Verlag: Hcrol d'sche Buchhandlung in Hamburg. Druck: Gebrüder Bon» in Altona^