Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 43 (26.10.1847)
- Date
- 1847-10-26
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Um diese Verschiedenheit in der Aufzählung unserer Pflichten, von welchen Noach zuerst die gegen den Nächsten, dann die gegen sich selbst und zuletzt die gegen den Himmel treulichst erfüllte, sein Zeitalter über zuvörderst die gegen den Ewigen, dann die gegen Mitmenschen srnd zuletzt die gegen sich selbst ' treulös verletzte, zu erklären, schicken wir eine Frage voran, welche man schon oftmals angeregt, vielfach besprochen, ist von solcher Bedeursamkcir. daß sie in das persönliche, bürgerliche, staatliche und religiöse Leben tief eingreifr. Man vernimmt hättfia, bei mannigfachen Gelegenheiheren wie des niedern Volkes die Ausdrücke: Bildung, Veredlung, Entwickelung, Fortschritt bald rühmlich, bald «uch verächtlich besprechen. Würde man nun auch Jemandem unter uns (oder einer Familie oder einer behaupteten?" so kann die passende Erwiederung nicht in Verlegenheit bringen. Es kommt zuvörderst darauf an, uns über die dem Fortschritte untergeschobene De» deutung zu verständigen. Wenn darunter die Erweir ttzrung der Künste und allgemeinen Wissenschaften, die Vermehrung, Verbesserung und Verbreitung der Erfinr düngen, welche auf die mannigfachsten Beziehungen des Lebens vvrtheilhaften Einfluß üben, verstanden werden soll, so müßte doch Jedermann sich selbst für unweise erklären, der nicht 4n einem solchen Fortschreiten deS menschlichen Geistes, daß auf das Wohl der Welt gerichtet ist, herzliches Wohlgefallen finden und dasselbe zu fördern suchen sollte*). Sofern also hier der Fortschritt zur Sprache kommen kann, berührt er nur das religiöse Leben und seine Einwirkung auf die staatlichen Verhältnisse. Soll nun die Auszeichnung des Fort, schrilles darauf beruhen, daß diejenigen. welche ihn wünschen, unzufrieden mit dem Umfange, mit der Form und dem Inhalte der religiösen Lehren und Gesetze diese ohne Rücksicht auf deren Alterthum und Ursprung nach dem Maaßstabe ihrer schwachen Vernunft ein: schränken und so lange umgestalten, bis sie auf die *). Lächerlich aber erweist sich das Bemühen derer, die den vermeintlichen Fortschritt in der Aenderung der Ge- Dequemlichkeit des Lebens weniger störend und für die Befriedigung der äußeren Sinne förderlicher ein, wirken, — soll nach diesem Plane das Göttliche dem Menschlichen, das Ewige dem Vergänglichen, bas seit Zahrraasendcn Geltende und durch sein Alker Ehrwürdige deinaügenblicklichen Ansicht eines Sterblichen, die schon morgen wieder durch eine andere verdrängt wird, soll die ewig unwandelbare Religion der dem Jrnhume unrerworhtien Vetnunft weichen, — Nein! mir diesen Neulingen möchten wir nicht dem Fortschritt uns anschließen, und ruhig verfolgen wir unseren seitherigen Enrwickelungsgang, auf dem wir allmalig zu unserer Bestimmung gelangen. Soll aber der Fortschritt auf die Erweiterung unserer Einsicht, auf eine sorgfältigere Forschung und ein emsigeres Bestreben im religiös wissen» schaftlichen Gebiete Hinzielen, soll unser religiöser Sinn mehr geweckt, unser Gefühl für das Erhabene und Göttliche empfänglicher; unserm religiös rharkräftigen Leben bessere Anleitung und kräftigere Unterstützung geboten werden, sollen wir geselliger, freundschaftlicher, offener, herzlicher uns vereinen, um gemeinsam das Wohl deS Volkes und des Staates zu fördern, sollen unsere Anstalten und Einrichtungen in herrlicherem Glanze erblühen und reichlichere Früchte tragen, sollen wir durch Treue und Gehorsam, durch Biedersinn und Tapferkeit, durch Gewerbfleiß und Derufttharigkeir uns als immer nützlichere Bürger unseres Vaterlandes er, weisen, — nun denn! wer von uns Allen würde Anstand nehmen, sich denen zuzugesellen, die in diesem Sinne zur wahrhaften Veredlung fortschreiten? Das haben wir langst als unjere Aufgabe erkannt, und sie glücklich zu lösen, sind wir alltäglich bestrebt. Kehren wir nun wieder zur Geschichte Nüacbs zurück» so gewahren wir dieselbe dvppeltgestalrige Mich tung des Fortschrittes. Den Anfang des Siltrnver» derbniffes machte auch in jenem Zeitalter die Unzufriedenheit mit den überkommenen Begriffen von Gort und der Bestimmung des Menschen. (Daher zuerst srfn oncm.) Nachdem nun die reine Gvcresidee verloren war, und die menschliche Vernunft sich das Himmelsheer zur Verehrung erwählt hatte, gab es auch keine abwehrende Kraft Mehr gegen das Eigenthum und das Leben des Nächsten (So folgte vvr> War einmal die Scheu vor Gott und Gottes Eben« bilde im Nebenmenschen geschwunden, so kehrte sich die Wulh der Leidenschaft endlich gegen die eigene Person. (Nun endlich w? r>f> -)« k r»nw.) Ob nun