Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 33 (17.8.1847)
- Date
- 1847-08-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Per Organ zur Wahrung -er Interessen -es ortho-oren Iu-enthnms. Mit Königs. Dänischem Privilegio. Verantwortlicher Redakteur. vr. Cnoch, Director und Oberlehrer zu Alrona. 3 Jahrgang. Altona, den 17. August 1847. 33. Äon diesem Blatte erscheint wöchentlich einmal. Dienstags, ein Dogen. Das Abonnement aus ein Zal'r ist 5 V. Et. (2?blr. vr.,3Fl. 30Xr.) Man abonnirt der allen löbl. Postämtern, soliden Buchhandlungen und Zeitungö-Erpeditionen. Inhalt. Cnltur des religiösen Gefühls durch die Mütter. . Seite 265 Metrische Bibelübersetzung ..- 269 Zeitungsnachrichten aus Berlin, Mannheim. Papa »270 272 Anzeiger — Briefwechsel.- . » 272 Kultur des religiösen Gefühls durch die Mütter. Nach einer neueren, vorzüglich von dem edetn Pestalozzi gefaßten Ansicht dieses Gegenstandes soÜ die ersten Keime der Sittlichkeit und Religiosität nichtmehr hervorlocken unk ernähren, als die' Liebe der^ Mutter zu dem Kinde, die Liebe des KlndeS zu der Mutter; denn sie könne die Gefühle der Liebe, des Dank», des Vertrauens und des Gehorsams, diele Elemente aller wahren Religion, am kräftigsten anregen und entwickeln. — Zn dieser Vorstellung liegt etwas sehr Rührendes und HerzerhebendeS. Die Phantasie kann sich kaum ein lieblicheres Bild denken, als das Bild einer frommen und verständigen Mucker, an deren Brust der Säugling nicht allem die Nahrung für sein physisches Leben, sondern eben so gut die Nahrung für sein inneres geistiges Leben empfängt. Gesetzt, dies Bild wäre mehr ein Traum der Phantasie, als ein Abbild der Wirklichkeit: so möchte man doch fast Bedenken tragen, die anS ihrer Täuschung zu wecken, denen der Gedanke wohlchut das, was bisher allen noch so ernsten Bemühungen um Menschenveredlung nicht gelingen wollte, werde endlich durch die Mütter zu Stande gebracht werden. Zndeß kommt in Sachen von so großer Wichtigkeit zu viel darauf an, richtig zu sehen und das Unheil nicht durch bloße Gefühle und Wünsche bestimmen zu lassen Denn all.u sanguinische Hoffnungen, die man auf ein M-ttel sehr, können auch Ursache werden, daß man Mittel versäumt, die eine längere Erfahrung bewährt hat. Da mir nun Vieles von dem, was ich von der ersten Erweckung und Bildung sittlicher unk religiöser Gefühle durch Mutterliebe in vielen neueren Schriften lese) mancher Berichtigung und Einschränkung zu bedürfen scheint: so sei das Folgende denen zur Prüfung vorgelegt, welchen es allein um Wahrheit zu thun ist. 1) Daß die Mutter, als erste und natürlichste Ernährerin, Beschützerin. Pflegerin, Erzieherin des hülflosen Kindes, einen sehr großen Anrheil an seiner ganzen Bildung, gewiß also auch an der sittlichen und religiösen haben könne; daß auch viele Menschen namentlich die letztere gerade am meisten frommen Müttern verdanken: dies liegt schon in der Narur des Verhältnisses und wird durch seh viele Beispiele bestätigt. Wäre daher nur erst da-