Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 30 (27.7.1847)
- Date
- 1847-07-27
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2625941-2626146-2626177--1031-2628621- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
»M 217 H4» Lusr einrreren. Somit sind die Wohnungen in einem Grade übelriechend, daß Jedem, der sie zum ersten Male betritt, der Athen, vergeht. Diese gräuliche Luft rührt auch zum Theil von der Menge von Personen her, die in einem und demselben Zimmer zusammen leben müssen. Ich sage die lautere Wahrheit, sage, was ick mir eigenen Augen sah, wenn ich berichte, daß im Ghetto in einer kleinen, engen Kammer vsr 16 Menschen zusammen leben, schlafen und ihre menschlichen Bedürfnisse daselbst verrichten müss.n. Solche zahlreiche Familien haben nur zwei enge Berten, manche, aus neun Personen bestehende, har deren nur eins. Zch sah Familien dieser Zahl wo Vater, Müller, drei Töchter und vier Söhne eine und die» selbe Lagerstätte rhetlren. Ja, cs giebr einzelne Zimmer, in denen drei Familien zusammen wohnen, mir wird aus seiner Höhst gejagt und muß dann in einer Kammer mit vielen Unglücksgefahrren Obdach suchen, die für eru einmaliges Uebernachrett als l^oeuntlu seil steht (Brsl. Z ) Palästina. Taphet, den 1. Siwan. Mit Freuden melden wir Ihnen heute die Nachricht, daß auch dicsesmal der Allmächtige Vater im Himmel, der uns schon unzählige Beispiele gezeigt hat, daß er sein anserwahltes Volk auch im Erile nicht verläßt, die Rathschläge der Feinde Israels hat scheitern lassen. Sie haben gewiß schon vernommen, in weicher Angst sich unsere Glaubensbrüder in dem Oertchen Der el Kamer, (auf dem Libanon) befunden haben, über die falsche Beschuldigung eines Kittdesmordes und daß sie deshalb nach Bcirout vor Gericht geladen waren. Doch der Herr hatte das Heilmittel schon vor dem Schlage bereitet. Nachdem die Verläumder ihr schmähliches, blutgieriges Spiel vielleicht schon gewonnen glaubten, kam ein vornehmer, sehr geachteter Herr aus Bcirout von seiner Reise zurück und bezeugte, daß er aus seiner Hinreise, an dem bezeichneten Orte, einen, nach allen Zeichen erfrornen Knaben, doch ganz «»verwundet gesunden habe. Nach nochmaliger Untersuchung stellte sich nun heraus, daß einige Iudenhasser ihm nach seinem Tode die Wunden bcigebracht hatten, um die Inden eines Mordes zu beschuldigen. — Wie natürlich, wurden alsbald die Inden srcigclassen, und ihre Verläumder mit Schmach und Schimpf bedeckt. Jerusalem, den l8- Siwan. Noch immer ist die Ruhe in Damaskus nicht wieder bergestellt. 'ch?7s> d>e> '? So kam neulich ein jüdischer Kleinkrämer in ein christliches Haus, um seine Waarcn anzubietcn. Alle Anstrengung, seinen Bündel zu behaupten, mißlang ihm. Man riß ihn ihm gewaltsam weg und brachte ibn bald zurück und warf ihn ans seinen Rucken, und als er sehen wollte, was man damit gemacht habe, faßte man ihn mir großem Lärm Verb an und frng ihn arglistig: „He; Schurke, weißt du nicht, vaß du da wieder ein Kind geraubt bast, um rs zur Schlachtbank zu bringen?! Sie schleppten ihn zum Richter;, doch diesem gab der :t">L- -)wc den Verstand, daß er. bald den verxätherischcn Betrug enthüllte. Der Jude wurde, befreit und .die. nichlswnrbigen fanatischen Urheber des abscheulichen Streiches gehörig bestraft. Don unserer hiesigen Geschichte haben wir gottlob nichts mehr zn befurchten besonders da unser jetzige neue Pascha ein rechtslicbender Mann ist und daher Mch "nsts Rechr'^wikbrsahren läßt. Als Beijpiel seiner Zuneigung zst uns, führe ich Ihnen eine kleine Tharsache an, die uns wirklich erfreut hat. Am Iahrzeitstage des heiligen Propheten versammelten wir uns mit den ersten Rabbinern aller Gemeinden an der Svii-e ans dessen Grabe, wo wir die ganze Nacht mir Beten zubrachten, und gegen Abend schickte nns der Pascha eine Wache von S vldaren, die uns während der ganzen Nacht vorUcberfall schützten, was sonst