Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 25 (22.6.1847)
- Date
- 1847-06-22
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Ws- »W 2Ü7 W* unserer Gemeinde nicht fürder die Hände in den Schooß legen, sondern eifrigst dafür bemüht sein mögen, energisch und mit Muth allen solchen Ab. sichten und Bestrebungen entgegenzuwirken, und die edlen itmen zu Gebote stehenden Mittel zu ergreifen, durch Reklamationen bei der höher» Stelle daS zu erreichen, was auf andere Weise nicht zu erlangen steht. Ein kräftiges Streben aus echt religiösem Triebe wird mit schönstem Erfolg daS edle Werk krönen. -rifo b'Lv» dev» bvr »»Lv vvu -pn'? Lv Lu .v-V-2 ivvcm Kurhetten. Mardorf. Seitdem in diesen Blättern die Idee angeregt worden, Belehrung in religiösen Dingen und Kenntniß der Religionspflichten des Iuventhums durch „Lernvereine" zu verbreiten, hatten wir die Freude, ähnliche Erscheinungen aus vielen Gegenden Deutschlands zur Kunde unserer Leser zu bringen, und die Aufmerksamkeit deS Publikums vorzugsweise auf diesen Gegenstand gelenkt, weil wir eben die Überzeugung gewonnen und schon vielfach ausgesprochen haben, daß nur durch allgemeine Verbreitung jüdischer Religionskenntniß das Iudenthum gehoben und gefördert werden könne. Aus diesem Grunde unterziehen wir unS heute der qngenehmen Pflicht, über den hier ins Leben getretenen „Lernverein" einen kurzen Bericht zu erstatten. Der Hieselbst constituirte Verein, welcher durch Anregung unseres wackeren und kenntnißreichen Lehrers ins Dasein gerufen wurde, besteht aus mehreren Lehrern der Umgegend und haben sich auch mehrere tüchtige, ehrenwerthe und gebildete Männer demselben angeschlossen. Die Zusammenkunft ist vorerst nur auf zwei Mal im Laufe der Woche beschränkt, indem Localverhältnisse und Berufsgeschäfte ein öfteres Zusammen treten vorläufig noch nicht gestatten. Die Vorträge, welche gehalten werden, bestehen in Erklärung der ftrm u. sowie in Eregese der Bibel nach ,'i7> und andern Commentaren; gesellige Unterhaltung und Besprechung mancher daS Leben und daS Judenthum betreffenden Fragen schließen sich öfters zur Erholung der vorher stattgefundenen wissenschaftlichen Erörterungen an. — Ein religiöses Bewußtsein also und daS Bedürfniß nach Belehrung hat dieses wichtige Institut hervorgerufen, und wir sehen, daß jüdisches Religionsbewußtsein und das Streben nach Religionskenntniß in der jüdischen Masse noch nicht erstorben, sondern, daß die edelsten Gefühle und höchsten Interessen die wahren Bekenner deS Iudenthums noch mächtig durchdringen, beleben und zu echter und rascher Tharkraft ermuntern. Wir sprechen daher die Hoffnung aus, daß noch viele ähnliche Unternehmungen und Einrichtungen, von echt religiösem Geiste durchweht, erstehen, erblühen und erstarken werden, und wir verkennen die Bedeutung solcher Bestrebungen nicht, welche gerade den faktischen Beweis liefern, daß die Tendenzen deS Neologenthums, die jenen sich fo wichtig entgegensetzen und auf alle mögliche Weife relrgiöserr Unternehmungen so eifrig entgegenzuwirken suchen, desavouirt und paralysirt werden. Schließlich wümchen wir dem erwähnten neu begründeten Verein wahrhaftes Gedeihen, und hegen die Zuversicht, daß er einer Erweiterung und größerer Theilnahme von Mitgliedern sich erfreuen werde. lVürtemberg. Ulm. Eine Reise, die ich im vorigen Sommer nach der Rhein-und Maingegend unternommen, brachte mir die Überzeugung, daß wir wurtembcrgische Israeliten von dem Anslande sehr falsch beurtheilt werden. Man betrachtet unS nur als Quasi-Juden, und ist geneigt, uns, als die Fahnenträger der Destruktion, der Welt vorzuführen, und als Reformer des Iudentbnms zu verschreien. Es ist Manie geworden uns zu verlästern. Ich würde auch gleich nach meiner Rückkehr von besagter Reise den diesseitigen Tkatbestand, durch dies geschätzte Blatt, der Oeffemlichkeir übergeben haben, wenn das „gui s'exouse mir dies nicht entrathen hätte. — Allein ein volles Jahr ist seitdem verstrichen, und wie es scheint hqben sich die desfallsigen Ansichten noch nicht wesentlich geändert. Darum soll das "inL daS einschüch, ternde französische Sprichwort besiegen, uüd ich sage mit Recht: „Wir sind besser alS unser isiiuf!" Denn es gehören die Kirchentzemeipv§n. Wurtembergs, mit nur sehr wenigen Ausnahme.».!,' dein konservativen Judenthum an; und selbst rn denen, in welchen der sogenannte Fortschritt die Mehrheit her Genossen leitet, will man doch von solch einem rqkgiö» sen Vandalismus, wie er sich iy mehreren G^ssndzey des nördlichen Deutschlands manifestirt, nichts wessen. Doch soll mir dieWflt dies nicht auf's Wört glauben, vielmehr soll die Thasache sprechen. Kommt man in eine würtembergische Synagoge, so hört man alle die Gebete, die seit zwei Jahrtausenden unser» Vätern Trost, Beruhigung, Geduld und Erholungverliehen, von einer zahlreichen Versammlurlg recitiren. Und diese Versammlung macht nicht nur an Sabbath- und Festtagen dem lieben Gott die Auf-