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Der treue Zionswächter · 1847-06-22 · 25 (22.6.1847) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
3 (1847)
Issue
25 (22.6.1847)
Date
1847-06-22
Page
– (sequence 2)
Language
German
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202 — wichtig, indem eS, gleich jenem Schäferjungen, mit keinem andern Plane umgeht, als den heiligen Tempel des Glaubens von Zinne bis Socket in Brand zu stecken; traurige, närrische Berühmtheit! — Die Ordner und Verleger haben eS mir sogar leicht gemacht, das Sachliche auS dem trüben Strome herauSzufischen, sie haben, gleich Schiffbrüchigen, die, aus dem Wasser gezogen, ihren nassen Plunder am Ufer ausbreiten, nach allen in 310 Seiten gegebenen Debatten, Reden und Widerreden, hinten am Werke die Resultate auf zwei Planken (Blättchen) zu trocknen gelegt — eine merkwürdige Kunst, mir Vielem Nichts, was freilich leichter ist, als mit Wenigem Viel zu sagen, j e n er Kunst gehört dein schönes Buch, dieser wollen wir uns schon aus Achtung gegen unser Publikum befleißigen. Ich lege mir, lieber jüdischer Leser, wie eS für mich und Dtch angemessener und übersichtlicher ist, den Stoff anders zurecht, alS er in jenem Werke darliegr, unser jüdisches Gefühl reihet die Stücke auf einen andern Faden der Verbindung auf, als sie jene der Religion abgrwandten Herzen zerworfen in sich tragen. Ich weiß, ich spreche hier im Sinne aller Treuen. Erst kommt im jüdischen Leben die Deschneidung, am äußersten Ende desselben liegt die jüdische Trauer (mlwi,), in der Mitte daS Leben mit seinem vorzüglichen Glanzpunkte Mc- und v'» - Freude. Nun hat jener Haufe von Leuten sich an den DeschneidungSstuhl gestellt mit scheelem Blick auf die Bluttropfen hinsehend, die der Israelit da mit Herzensfreude auS dem Leben seines Kindes, um dasselbe für immer als einen Sohn des Glaubens zu bezeichnen, Gott spendet — und gegeifert und geeifert über das Benehmen; sich hingestellk aber» malS ans Grab de- Israeliten mit Ingrimm wieder Da daS Wegnienden des Israeliten vom Erdenleben und seiner Form zu Gort hinauf wahrnehmend, und gespöktelt darüber; — mitten drin greift der Haufe mir nichts dir nicht-das Sabbathlicht vom Tische deS Leben-, um eS, wie gewöhnt zu Hause, hier vor ganz Israel auSzublasen, schleicht sich an die Feste hin, einen Gipfel nach dem andern zertretend. WaS bleibt übrig? Vorn nicht-, hinten nichts, und in der Mitte Finsterniß und Zerstörung. Solche Form, oder besser Unform, meinen Jene dem jüdischen Leben — wenn andernach allem solchen Ausrufen Leben bleibt — zu geben. DaS Ganze de- SrrebenS liegt hiermit klar am Tage, daS dicke Buch ist hier nach seinem vollkommenen Inhalte und zugleich mit seiner Tendenz, dafür die Verfasser uns Dank wissen sollten, gegeben. Wir haben nun hier noch eine Menge Anknüpfungspunkte bei Zerlegung dieses Machwerkes vor uns, theilS zur Bewunderung deS Hehren, Erhabenen im jüdischen Gemürh-Ieden. darin eben Jene mir rohen Fäusten brutal hineingetappr, theilS zur Betrachtung der wirklich moralisch und phisisch dem Iudenthume entarteten Narur Jener, theilS auch zur ergötzlichen Anschauung von Karrikaturen, in denen sich unsere Don Quixotes höchst eigenhändig abgezeichnet und zwar so, daß ein Hogarch, würde er Sitz in der Versammlung gehabt haben, enicht meisterlicher gemacht. Hier von Allem nur drei Proben. Indem man daS Buch deS Protokolls bespricht, kann von eigentlicher jüdisch-theologischen Wissenschaft, Bibel und Talmud, nicht die Rede sein; aber dajüdische Volksleben und Volksbewußtsein, wie es sich in ceremo» niell-religiösen Momenten darstellr, und da- Spiegelbild deS Glaubens auf seinen Crystallwellen trägt, dakönnen wir füglich betrachten. Beschneidung ist Wurzel, Fundament und Schwelle delebendig sich kundgebenden IudenthumS, ist heiligstes, unverbrüchliches GorteSgebot, — darüber kein Wort! sie eint in sich die zwei hohen Charakterzüge der Religion Juda'S: Gort daS Leben und de- Lebens TheuersteS — sein Kind — weihen, und dabei die kostbare Perle degeweiheren Lebens nicht zur Erde fallen lassen, darüber abermals kein Wort! Aber davon rede ich, wie dieser menichlichschmerzliche und doch himmlisch-freudige Act mit aller Glut erfaßt, und mit an Bewunderung grenzender Aufopferung vom Selbstgefühl de- Volkes gehandhabr wird: man achtet— wie es heur Sitte der v'öcnp ist in Israel — nicht Geldverlust, nicht häusliche Bequemlichkeit, nicht festliche Freude», und verläßt feine Fami§ lie in den schönsten Tagen um in der Fremde ein israelitische- Kind durch selbst vollzogene Thar in den GotteSbund aufzunehmen, man vollbringt die That ohne Gepränge,' einfach und geschickt, und dabet scheut eS der Reichste, Vornehmste nicht, die von der Schnittwunde geheiligte Stelle Mt eigenem Munde vom Blute trocken zu machen — Ach! Juda, ich schmeichle dir nicht gern, sage dir mit Zwang nur dein Lob in- Gesicht, weil ich wünsche, daß du dir ihn selbst zum Bewußtsein bringen sollest; aber hier fall'ich vor deiner GlaubenSgröße — so sehr eS hier blöde Augen über, sehen — bewundernd nieder, „eS ist e i n Volk", sag' ich mir, „eine Brüdergemeinde", denn de- Einen Opfer bringt der Andere mit geweiheter Priesterhand,

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