Mannheim
Compact Memory

Der treue Zionswächter · 1847-06-15 · 24 (15.6.1847) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der treue Zionswächter
Volume
3 (1847)
Issue
24 (15.6.1847)
Date
1847-06-15
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2625941-2626146-2626171--0978-2628562
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

-M »M 200 HZD ArteuZvon Demüthigungen und Schmähungen von Seiten der Maroccaner ausgesetzt; selbst die Frauen, welche doch überall, woselbst einige Gesittung herrscht, verschont blieben, sind vor Mißhandlungen nicht sicher. In Tunis dagegen treiben sie nicht nur Handel, sondern auch mancherlei andere Gewerbe und Beschäftigungen; man zählt unter ihnen Ärzte, Agenten, Rentmeister rc. Während der Kaiser von Marocco die Israeliten von allen Diensten ausschließt, hat der Bey von Tunis mehrere derselben wichtige Dienste übertragen. Sein Leibarzt Lambroso, der ihn auf seiner Reise durch Frankreich begleitet, ist Israelit; sein Schatzmeister Semara ebenfalls. Der Letztere hat auch den von dem jetzigen Bey gestifteten Orden erhalten. Die Israeliten können in der Residenz des Bey Audienz erhalten und ihre Beschwerden Vorbringen, ihr Zeugniß ist so gültig, wie jenes der übrigen Unterthanen, während in Marocco das Zeugniß eines Juden ganz ungültig ist. In Tunis sind 27 Synagogen, unter denen zwei große. Ungeachtet der großen Zahl der Armen und Kranken, bestreitet die israelitische Gemeinde alle ihre Bedürfnisse aus eigenen Mitteln. Es wird versichert, daß zur Beköstigung der Armen gegen 6000 Franken wöchentlich verwendet werden. Die Gewalt der Rabbinen ist sehr ausgedehnt, wie im ganzen Orient; sie sprechen ihr Urtheil in allen Angelegenheiten der Israeliten unter sich, und der Eid wird in der Synagoge vor dem Sepher geleistet. Nur die peinlichen Rechtsfälle kommen vor die Landesjustiz; die Rabbinen dagegen sind berechtigt, die Schuldigen bei gewöhnlichen Vergehen gegen bestehende Anordnung mit Geldbuße, Gefängniß, Stock- oder Geißelhieben und Ercommunication zu bestrafen. Der Ritus ist jener der portugiesischen Synagoge. Der Unterricht ist hauptsächlich religiöser Art, und wird nach dem Talmud ertheilt; mehrere Rabbinen widmen sich dem Studium der Kabala, und die Amulette stehen in großem Ansehen. Die jungen Israeliten, welche sich höheren Studien widmen wollen, gehen nach Livorno; von dort her beziehen sie auch ihre hebräischen Bücher. (Rdg.) Anzeiger. Derselbe nimmt jüdisch-religiöse Mittheilungen gegen tj Sgr. Gebühren für die gespaltene Zeile auf. Die Redaction. Bei der bevorstehenden Bade-Saison beehrt sich Unterzeichneter den verehrten israelitischen Badegästen, seine sehr zweckmäßig eingerichtete Speisewirthschaft zu empfehlen. Ich werde für gute Speisen und Getränke, so wie für gute Bedienung alle mögliche Sorge tragen und wird jeden Mittag rabls 6'llätt; D. Hartmann, Eine hannoversche Gemeinde sucht zu;>rrna einen tüchtigen Lehrer, der zugleich pn und vmr sein muß. Das Nähere durch die Redaktion d.Bl. Um einem im Interesse der Orthodoxie kundgegebenen Wunsche zu entsprechen, und vermittelt durch die uneigennützige Liberalität eines wahrhaft frommen Juden und Menschenfreundes wird die Redaction dieser Blätter bis auf Weiteres alle auf „Beschäftigung" bezüglichen Anerbietungen und Gesuche, sofern sie mit dem religiösen Judenthume in Verbindung stehen, enigegennehmen, und deren Realisirung nach besten Kräften zu fördern - streben. Der Kaufmanns-, der Handwerkerstand, Gewerbe, Handel und Arbeit, sie alle sind in dieser Beziehung gleich berechtigt. Beschäftigung Suchende, die ihre religiösen Obliegenheiten nicht aufgeben, Sabbarh- und Speisegesetze heilig halten wollen; Beschäftigung Gebende, die derartigen Gesuchen Genüge zu leisten vermögen, belieben ihre deefallsigen Mittheilungen der Redaction d. Bl. (Altona, Grünestraße Nro. 3) einzusenden, und soll dann auf geeignetem Wege die gegenseitige Vermittelung bewerkstelligt werden. Von dem frommen Sinne der Beschäftigung Gebenden insbesondere wird es zuversichtlich erwartet, daß sie die Gelegenheit benutzen werden, um ehne weitere Mühe und Kosten sich selbst ihren religiösen Prinzipien conforme, brauchbare Subjekte zu verschaffen, diesen dazu behülflich zu sein, ihre religiöse Ueberzeugung nicht auf Kosten des Lebensunterhalts aufgeben zu müssen. Die Redaction. Briefwechsel. W» pr. L. in A. In einigen Wochen. Früher ging es nicht an. — L. bedauert sich Ihrem Wunsche nicht fügen zu können. — vr Jerma. Es wäre endlich einmal Zeit. — Herr Rabbiner, —i— erhalten, bitte bald das Weitere. Verlag: Herol dfche Buchhandlung in Hamburg. Druck: Gebrüder Bonn in Altona.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.