Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 23 (8.6.1847)
- Date
- 1847-06-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Wer treue Arons - Organ zur Wahrung der Interessen -es orthodoxen Iudenthums. achter. Mir König!. Dänischem Privilegio. Verantwortlicher Redaeterrr: vr. Gnoch, S. Jahrgang. Altona, den 8. JunL 184V. ^§23. Von diesem Blatte erscheint wöchentlich einmal. Dienstags, ein Bogen. Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 K Ct. (2 Thlr.pr.,3Fl. 30Xr.) Man abonnirt bet allen löbl. Postämtern, soliden Buchhandlungen und ZeitungS-Erpeditionen. Inhalt. Die Einsamkeit. Eine Betrachtung von D. A.. . Seite I8S Heiligung, als wichtigster Moment der jüdischen Die Bestimmung' und Aufgabe deS^Menschen» und .. 189 Zeitungsnachrichten aus Emden. Berlin, Berlin, Franks, a M., Franksa. M., Bayern, Würzdurg -187-192 Briefwechsel. 192 Die Einsamkeit. Eine Betrachtung von V. A. Es möchte wo! paradox erscheinen, wenn wir in nuferer dem Materiellen sich so sehr hinnetgenden Zeit za Ounsten der Einsamkeit einige Bemerkungen zu machen hier unS erlauben wollen. Jedoch werden eS nue unsere freundlichen Leser nicht verübeln, wenn wir die Ergebnisse unserer Betrachtungen und Erfahrungen, die wir im Verlaufe unseres Lebens und namentlich in jüngster Zeit zu machen Gelegenheit genug harten, hier in einige Worte einzukleiden UnS veranlaßt sehen. — Einsamkeit, die Trösterin der Unschuld, ist allerdings eine Harke Strafe für die, deren Inneres vor jeder Selbstbeschauung zurückbebr; aber ist nicht Alles, waS in dem Menschenleben zur Erscheinung kommt, ist nicht Alles dies entsprungen aus der Einsamkeit, welche allein die Werkstärre deS menschlichen Geistes genannt zu werden verdient? WaS entzückt und angestaunt wird auf dem Markt des Lebens, da- Lied, der Gedanke, dteJdee, die Wissenschaft, die Forschungen, sind sie nicht alle Söhne des erhabenen Geistes, der, um ungestört zu schaffen, zu wirken, sich mit der Einsamkeit verbindet. Sie allein besitzt die Macht und die Kraft, die Phantasie der Geister zu entwickeln. Sie näthigt den Menschen, hinunterzusteigen in den ergiebigen Schacht seines Innern und heraufzubeschwören an das Licht deS Tages. waS es an Schätzen und Kostbarkeiten birgt. DaS Leben der Gesellschaft har noch nie eine ausgezeichnete Schöpfung hervorgebracht, dieses begünstigt blos die Oberflächlichkeit, die Weitschweifigkeit und Wortkrämerei, die Einsamkeit hingegen befördert daS Tiefe, daS Gründliche, daS echte Wissen, die wahre Wissenschaft. Daher sind nur aus der Beschränkung, aus der Stille deS häuslichen Lebens, aus der Zurückgezogenheit die großen Geister hervorgegangen, deren Werke wir noch bewundern, deren umfassendes Wissen uns ein Staunen adnöthigt. die sich hiedurch ihre Unsterblichkeit sicherten. Von Jugend auf lebten solche Männer schon für sich hin, frühzeitig still und zurückgezogen in ihren Umgebungen, denn das Gewühl der Welt zerstreut, der Umgang mit der Menge, zumal wenn eS nicht eine auögewählre Gesellschaft ist, ver-